Die Canon EOS 5D Mark II
schlichte Modellpflege oder Paradigmenwechsel ?
ein Report von
Stefan Gross
– Februar 2009
- 1. Teil: Überblick, Gehäuse, Live-View, Neues, Sucher
- 2. Teil: Auflösung, ISO-Rauschen, Dynamik
- 3. Teil: Video, Autofokus, Serienbilder, Zubehör
- 4. Teil: Fazit, Wertung, Leserfeedback
- Hotpixelproblem
- Picturestyle für Video
Vollformat, ISO 25.600, Full-HD-Video und 21
Megapixel sind starke Ausstattungsmerkmale, die seit der letztjährigen Photokina die
Branche in Atem halten. Wohlmöglich übertrumpft die EOS 5D Mark II damit
insgesamt sogar die rund
4.000 Euro teurere EOS 1Ds Mark III. Zumindest deuten Web-Kommentare
und erste Testberichte der Fotopresse darauf hin. Kein Wunder, dass kaum ein
Fotohändler bisher den anhaltenden Run
auf die EOS 5D Mark II nachhaltig bedienen kann.
Der Lockruf des technisch aufgewerteten
„Vollformats“ dürfte auch Gelegenheitsfotografen erreichen, die sich ansonsten
preislich eher an den zweistelligen Canon-DSLR wie einer EOS 40D/50D
orientieren. Doch ist die 5D Mark II wirklich der überflieger Wir machen
Quervergleiche zur EOS 50D, der 1Ds Mark III und natürlich zum populären Vollformat-„Oldie“ EOS 5D Mark I.
Canon selbst spricht in seinem
Whitepaper von einem Paradigmenwechsel angesichts des EOS 5D Mark
II-Alleinstellungsmerkmals „Full HD-Video“ bei digitalen Spiegelreflexkameras.
Video und Fotografie in einem DSLR-Gehäuse Nicht leicht zu verdauen, doch
Canon verargumentiert derart Ungewohntes mit vergleichbaren Vorteilen, die mit
Einführung der zunächst ebenfalls schwerverdaulichen Live-View einhergingen.
Die neuen Möglichkeiten der 5D Mk2 haben auch uns aktiviert und zum Praxistest
der Videofunktionen herausgefordert. Stolperfallen inclusive, wie wir unten
berichten werden.
Angesichts eines ISO-Endwertes
von sagenhaften 25.600 bei
hoher Pixeldichte dürfte einiges an ISO-Rauschen zu erwarten sein. Canon hat
sich mit Einführung der EOS 50D
jedoch einige Tricks einfallen lassen, um den Rauschanteil in oberen
Wertregionen zu glätten. Optisch
mögen die Aufnahmen vielleicht auf den ersten Blick gefallen – müssen aber anspruchsvolle
Fotografen wohlmöglich mit künstlichen Glättungseffekten auch bei Verwendung des
Rohdatenformats an der 5D Mark II rechnen ?
Wir suchen ebenfalls Antworten auf Fragen, wie das kaum
überarbeitete Autofokus-System der Mark II zu Gesicht steht und ob sie bei der
Ausstattung und Geschwindigkeit punkten kann.
|
|
|
|
|
|
|
(nur Gehäuse, Strasse 2/2009) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Neues beim Design
Angesichts praktisch identischer Abmessungen und
gleichen Gewichts könnte man annehmen, dass die 5 D Mark II im selben Gehäusetyp
wie das drei Jahre ältere Vorgängermodell steckt. Ein zweiter Blick offenbart
jedoch eine stärker herausgearbeitete, kantigere Front rund ums Bajonett. Der
Oberbau ähnelt hingegen dem elegant-rundlichen Shaping der 1Ds Mark III.
Drei Punkte unter dem 5D-Schriftzug sowie ein zweites
„Auge“ weisen auf funktional
bedingte Verbesserungen gegenüber den älteren Geschwistern hin. Sie dienen als
Mikrofon-Öffnung im Videobetrieb bzw. als Sensor für den erstmals oberhalb der
3-stelligen Canon Modelle verbauten Infrarotempfänger. Damit lassen sich
kostengünstige Infrarot-Auslöser an der 5D Mark II verwenden.
Der EOS-Schriftzug ist
selbstbewusst aus der numerischen Typenbezeichnung gewandert und thront –
ähnlich wie am 1D-Modell – oberhalb der Griffgummierung. Von Selbstbewusstsein
zeugt auch der grosse, edel vernähte EOS 5D-Mark II-Schriftzug auf dem
Tragegurt, der dort erstmals die volle Typenbezeichnung ausweist.
Rückseitig schimmert der 3“-Monitor mit seiner
antireflexiven Beschichtung leicht bläulich, wirkt aber nicht wesentlich
grösser als das 2,5“-Display der 5D Mark I. Hinzugekommen ist ein Taster für
Picturestyles, eine Doppelbelegung der Print-Taste für Direktzugriff auf die
Live-View und der AF-On-Button. Ebenjene Bedienelemente, die auch an der relativ
neuen EOS 50D zu finden sind. Ein kleines
4-Punktmuster weist auf den
kleinen Lautsprecher an der 5D Mark II hin, um den Ton von Videoaufzeichnungen
direkt wiederzugeben. Die 1Ds Mark III nutzt es hingegen zur Aufzeichnung von
Sprachnotizen. Die gewohnten vier Taster auf der Oberseite weisen alle Modelle
auf, allerdings wird die orange Hintergrundbeleuchtung gewöhnungsbedüftig
mittels des auf die rechte Seite gewanderten Buttons an der Mark II
eingeschaltet.
Wetterschutz
Gegenüber der nicht abgedichteten 5D Mark I
verspricht Canon einen verbesserten Wetterschutz an der 5D Mk II und 50D durch
Abdichtungen z.B. am Batteriefach, der Klappe zum CF-Kartenfach sowie einigen
Bedien-Tastern und dem Kameramonitor. Zudem sollen verbesserte Gehäusespaltmasse
nahezu das wettertaugliche Niveau der analogen Profikamera EOS 1N ermöglichen.
Die 1Ds III mit kompletten Gummidichtungen dürfte jedoch längeren
Schlechtwettereinsätzen am ehesten gewachsen sein.
verbesserte Bedienung
Das bewährte Bedienkonzept der neueren zwei- und
einstelligen Canon DSLR-Modelle wird auch an der 5D Mark II beibehalten: mit
grossem Daumenrad und Multicontroller sind mit einer Hand die meisten Funktionen
schnell eingestellt. Auch das Men ist in Karteireiter übersichtlich eingeteilt,
während die 5D Mark I für manche Einträge längere Scrollmanöver erforderlich
macht. Erfahrene 5D Mark I-Anwender sind jedoch mit dem alten System ebenfalls
flott unterwegs. Der neue Schnelleinstell-Bildschirm der EOS 5D Mark II (auch
EOS 50D) ist hingegen eine nette und übersichtliche Zugabe, um Werteänderungen
insbesondere bei wenig Umgebungslicht mit dem Multicontroller in Kombination mit dem
Hauptwahlrad durchzuführen. Links oben findet sich das etwas
feiner geriffelte und um zwei Custom-Programme
erweiterte Programmwahlrad.
Letzteres fehlt an der 1D und macht dort den Programmwechsel via Taster und Dreh
am Hauptwahlrad aufwändiger.
Der AF-On-Button ermöglicht an der 5D Mark II und
50D den Autofokusbetrieb während der Live-View. Wünschenswert wäre die optionale
Ansteuerung des Live-Autofokus mittels halb durchgedrücktem Auslöser. Scharfstellen per Fernauslöser ist damit
speziellen Lösungen vorbehalten, die den AF-On-Button simulieren können. Die
EOS 1Ds Mark III nutzt den AF-On-Button hingegen zwecks Scharfstellhilfe als
Alternative zum halb durchgedrückten Auslöser vor allem in
problematischen
Action-Situationen.
Programm-Wahlrad
und MyMen?
Während sich die EOS 50D mit den am
Programmwahlrad verfügbaren Motivprogrammen ungeübteren Hobbyanwendern zuwendet,
muss der 5D Mark II/I-Fotograf ohne sie auskommen. Canon hat der 5D Mark II
jedoch – neben der Vollautomatik – das neue Creativ Auto-Programm zur
vereinfachten Kontrolle der Schärfentiefe und Belichtungsanpassung spendiert.
Berichten von Reparaturwerkstätten zufolge werden dort häufiger einmal
5D-Modelle eingesendet, deren Programmwahlrad auf Vollautomatik steht. Offenbar
werden solche Automatismen auch im Semi-Profilager gerne benutzt. Versiertere
Anwender dürften diese Einsteiger-Features an der 1Ds kaum vermissen und werden
dort nur mit reinen Kreativprogrammen bedient.
Canons Spitzenmodell fehlt jedoch der Luxus der
drei benutzerdefinierten Programme (Custom Programme), die sich an der 5D Mark
II aber auch – in reduzierter Zahl – an der 50D und 5D Mark I finden. Sie
ermöglichen ein schnelles Umschalten auf neue, den Custom Programmen zuvor
zugeordnete Kameraparameter wie z.B. einer geänderten Blenden-, Zeit-,
ISO-Wert-Kombination. Geeignet sind sie beispielsweise für flotte
Parametermanöver etwa um von Makromotiven mit hoher Blendenzahl und niedrigem
ISO-Wert auf Bewegtmotive mit kleiner Blendenzahl und hohem ISO-Wert
umzuschalten oder um
am selben Bewegtmotiv alternativ Mitziehunschärfen mit
längerer Belichtungszeit und Einfrier-Effekte bei kurzen Zeitwerten zu erzielen.
Mit Ausnahme der EOS 5D Mark I bieten die übrigen
hier besprochenen Modelle das nützliche
MyMen?,
mit dem sich sechs der interessantesten Menüeinträge für einen komfortablen
Zugriff individuell zusammenstellen lassen. 1Ds-Anwendern dürfte das
insbesondere angesichts des Parameter-Dschungels bei den Individual-Funktionen
entgegenkommen aber auch die 5D Mark II und 50D profitieren davon. Einige
Menüeinträge – wie etwa die Livebild-Funktionen um z.B. die
Belichtungssimulation schnell ein- und auszuschalten oder individuelle
Blitzlichtfunktionen für die neuen Speedlites – lassen sich jedoch nicht
auf Parameter-Ebene ins Mymen aufnehmen, so dass der Schnellzugriff teils nicht
direkt zum Ziel führt.
Autofokus-Feinabstimmung
Canon bietet bei Fokussierproblemen seit der EOS
1D Mark III die AF-Feinjustierung als kamerainterne Möglichkeit, um konstante
Front- oder Backfokus-Sorgen auch in Eigenregie lösen zu können. Die EOS 5D Mark
II aber auch die 50D und 1Ds Mark III bieten für bis zu 20 individuelle
Objektive incl. Kombinationen mit Telekonvertern Korrekturmöglichkeiten in der
Custom-Funktion III an. Das kann einen längeren Aufenthalt des Equipments in
Canons Vertragswerkstätten ersparen bzw. auf Reisen Fokusprobleme temporär
lösen. Eine Möglichkeit, die manche Frustration verhindert und 5D Mark
I-Anwender aber auch den älteren zwei- bzw. allen drei- und vierstelligen
DSLR-Modellen von Canon vorenthalten wird.
Dank der hohen ISO-Empfindlichkeit wurde der
Arbeitsbereich für
AUTO-ISO
an der 5D Mark II auf 3.200 erweitert. Damit sind hektische ISO-Wertanpassungen
bei geänderten Lichtverhältnissen seltener erforderlich. Die EOS 50D bietet
immerhin noch den Auto-ISO-Endwert von 1.600, der jedoch abends bzw. bei sehr
schnellen Motiven schon etwas zu unempfindlich sein kann. Der 5D Mark I-Anwender
muss sich hingegen in den Kreativprogrammen stets auch Gedanken um den optimalen
ISO-Wert machen, da die automatische ISO-Wertanpassung nicht verfügbar ist. Der
1Ds fehlt zwar auch die Einstellmöglichkeit auf AUTO-ISO, jedoch kann man
alternativ mittels Safety-Shift-ISO zumindest bei drohenden Unter- bzw.
Überbelichtungen den ISO-Wert automatisch shiften (CFn I Nr. 8/2) lassen.
Belichtungsstufe & Bracketing
Motive, die durchschnittlich vom mittleren
Grauwert abweichen, erfordern eine angepasste mittlere Belichtungsstufe.
Typische Beispiele sind Gegenlichtsituationen, Schneelandschaften aber auch im
Studio vor weissem oder dunklem Hintergrund müssen wir z.B. bei unseren
Shopfotos oft die mittlere Belichtungsstufe ändern. Manchmal reicht
dafür die +-2 EV der EOS 5D-Modelle bzw. 50D nicht aus und nur die 1Ds hilft mit
ihrer Anpassung von +-3 Belichtungsstufen weiter. Bei
sehr hohen Kontrasten
hilft einem die 1Ds auch mit ihrer Belichtungsreihenfunktion (AEB – Auto Exposure Bracketing) von bis zu 7 Stufen. Viele HDR/DRI-Situationen
lassen sich zwar auch an der 5D Mark II/50D/5D mit einem der menschlichen
Wahrnehmungsfähigkeit entprechendem Gesamtkontrastumfang von rund 14
Blendenstufen bei maximal 3stufiger Belichtungsreihe abdecken, doch helle
Lichtquellen iVm tiefdunklen Motivbereichen bewältigt die 1Ds mit ihrer bis zu
siebenstufigen AEB-Funktion (ca. 25 Blendenstufen) besser. Die 5D Mark II und
50D haben allerdings im Schnelleinstellbildschirm eine optische Hilfe erhalten,
die beim Shiften der mittleren Belichtungsstufe auch die Unter- bzw. Obergrenzen
der AEB-Reihe einblendet. Damit lassen sich schön transparent zwei
halbautomatische Belichtungsreihen mit insgesamt 18 Blendenstufen realisieren.
|
Die neuen Parameter zur automatischen
Ähnliches gilt für den Parametersatz „High |
|
Tonwertpriorität & Co
Um die überstrahlungsgefahr bei hohen Kontrasten
herabzusetzen, lässt sich an der 5D Mark II aber auch an der 50D und 1Ds Mark
III der Individualparameter „Tonwertpriot?t“ (CFn II Nr. 3)
aktivieren. Er führt zu einem Zeichnungsgewinn von 1 Blendenstufe oberhalb des
mittleren Grauwertes. Erfahrene Anwender fotografieren jedoch häufig permanent
mit 1 Blendenstufe Unterbelichtung, um nicht in die überstrahlungsfalle zu
laufen, müssen sich dann jedoch um die Aufhellung der dunkleren Bildbereiche
nachträglich mittels Bildbearbeitungssoftware kümmern. Die Tonwertpriorität
hellt dagegen die dunkleren Bildpartien bereits kameraintern auf, kommt dabei
jedoch auch nicht um ein leicht gesteigertes Bildrauschen umhin. Unseres
Erachtens ist die Tonwertpriorität eine praktische Hilfe, die aber zu
Einschränkungen bei der ISO-Wertanwahl führt (ISO 50 + 100 sind z.B. an der 5D
Mark II nicht anwählbar) und die im Ergebnis
relativ
leicht nachgestellt werden kann.
neuer Monitor
Mit einer Auflösung von 920.000 (Sub-)Pixeln sind
Einzelheiten am 5D Mark II-Monitor sehr detailliert zu erkennen was z.B. die
manuelle Scharfstellung in der Live-View-Zoomansicht erleichtert. Auch die 50D
bietet diese hohe Auflösung, während der 1Ds Mark III-Monitor mit 230.000
Bildpixeln Details nicht ganz so fein darstellt aber bei unserer optischen
Prüfung dem etwas kleineren 5D-Mark I-Display in Sachen Kontrast und Brillianz
überlegen ist. Neu an der 5D Mark II/50D sind die
antireflexiven
Monitoreigenschaften, die insbesondere Lichtquellen zerstreuen und den Ablesekontrast
verbessern. Regelmässiges Nachwischen wegen Schlierenbildung durch
Hautkontakt ist jedoch an allen Monitoren gleichermassen erforderlich.
Allein die 5D Mark II bietet zwecks selbständiger
und umgebungslichtabhängiger Nachregulierung eine
Automatikfunktion. Der Monitor
wird bei der Bildwiedergabe mit Hilfe des rückseitigen Lichtsensors in helleren Umgebungen optional
heller bzw. in dunkleren Locations nachgedunkelt. Diese neue Funktion arbeitet
prima und lässt sich sogar noch in drei Basisstufen variieren.
Beim Einzoomen und Scrollen in der Bildrückschau
konnten wir keine spürbaren Geschwindigkeitsunterschiede ausmachen. Die 5D I
benötigt zwar eine Idee mehr Zeit beim Scrolling durchs gesamte Bild als die
übrigen Kameras (EOS 5D II=9,3 Sek / 5D I =10,4 Sek. / 1DsIII = 10,2 Sek. / 50D
= 8,9 Sek.), beim Einzoomen auf 10x-Vergrösserung fällt die Differenz jedoch mit
0,2 Sek. noch geringer aus.
Live-View mit neuem Autofokus
Mittlerweile gehört eine Live-View-Funktion an
DSLR zur Standardausstattung und lediglich die älteren Canon-Modelle vor
Einführung der EOS 1D Mark III (Aug. 2007) müssen auf sie verzichten. Zu
letzteren gehört eben auch die EOS 5D Mark I, der damit die
Live-View-Vorzüge
vorenthalten ist. Konstruktionsbedingt werden jedoch beim hochgeklappten,
internen Schwingspiegel die Autofokussensoren nicht mehr bedient, so dass der
Autofokusbetrieb bei Canon alternativ über den CMOS-Bildsensor realisiert wird.
Diese kontrastbasierte, durch Vor- und Zurückpumpen ermittelte
Scharfstellmethode ist zwar idR noch exakter, kostet dafür jedoch erheblich mehr
Zeit und greift lediglich bei unbewegten Motiven (keine Schärfenachführung).
An der 5D Mark II und 50D gesellt sich noch ein
Gesichtserkennungsmodus hinzu, bei dem fuzzylogikbasiert Gesichter vorselektiert
und optional via Live-Autofokus fokussiert werden kann. In der Praxis gefallen
uns beide Varianten, wenngleich sie – je nach Umgebungshelligkeit und
Kontrastverhältnissen – mit 1 bis 6 Sekunden Scharfstelldauer recht gemütlich
werkeln und daher relativ unbewegte Motive voraussetzen. Alternativ lässt sich
an der 5D Mark II/50D während der Live-View auch die herkömmliche
Autofokusmethode durch temporäres und lautstarkes Herunterklappen des
Schwingspiegels mit Dunkelphase nutzen (an der 1Ds III nicht verfügbar).
Wird in der Live-View ETTL-Blitzlicht eingesetzt, bekommt man einen lauten
Doppelklack serviert, der durch den vor- und zurückschwingenden Schwingspiegel
entsteht. Die ettl-verarbeitenden Lichtsensoren müssen hier mittels
Hinterspiegel bedient werden.
|
Silent-Modus
Soll es ruhiger beim Auslösen zugehen, lassen sich
Der fehlende elektronische Verschluss der 1Ds III kann zu Verwacklungsunschärfen in kritischen |
|
Neues beim
Sucher
Der optische Sucher deckt an der EOS 5D Mark II
jetzt immerhin 98% des Bildfeldes ab. 2% mehr als noch am Vorgänger. Neu ist
ebenfalls die permanent eingeblendete Akku-Ladestandsanzeige. Der ISO-Wert wird seit
der EOS 50D auch ständig im Sucher angezeigt, allerdings bleiben Extrainformationen wie zum aktiven Programm, der gewählten Messmethode, zum Bildformat und der
Restkapazität auf der Speicherkarte der 1Ds III vorbehalten.
Im Grössenvergleich positioniert sich der 5D
II-Sucher an die zweite Stelle: rechts und links legt er gegenüber der 5D Mark I
etwas zu (21mm Pupille gegenüber 20mm bei jeweils 0,71facher Vergrösserung) und
zeigt ein spürbar grösseres Sichtfenster als der Sucher einer EOS 50D. Nur die
1Ds III deckt 100% des Bildfeldes ab und wirkt nochmal breitflächiger als der
5DII-Sucher. Unten haben wir u.a. die realistischen Grössenverhältnisse
zueinander dokumentiert.
Bei helleren Lichtquellen, die rückseitig in den
Sucherschacht einfallen, wird u.a. die Belichtungsmessung irritiert und es
können kontrastarme Aufnahmen bzw. Fehlfarben entstehen. Dagegen bietet die 5D
Mark II/5D/50D eine am Trageriemen montierte Gummiabdeckung, die auf den Sucher
aufgesteckt wird. Deutlich komfortabler ist allerdings die im Okular-Rahmen
integrierte
Abdeckung der 1Ds III.
|
|
|
||
|
|
|
||
|
|
|
||
|
|
|
- 1. Teil: Überblick, Gehäuse, Live-View, Neues, Sucher
- 2. Teil: Auflösung, ISO-Rauschen, Dynamik
- 3. Teil: Video, Autofokus, Serienbilder, Zubehör
- 4. Teil: Fazit, Wertung, Leserfeedback
- Hotpixelproblem
- Picturestyle für Video
