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Glücksspiel

Ted Cruz will Sport-Prognosemärkte unter staatliche Kontrolle stellen

Ted Cruz will Sport-Prognosemärkte unter staatliche Kontrolle stellen

US-Senator Ted Cruz aus Texas will nach den Zwischenwahlen vom 3. November einen Gesetzentwurf einbringen, der Sportkontrakte auf Prediction Markets an eine Genehmigung durch Bundesstaaten oder Tribal Governments knüpfen soll. Der Vorsitzende des Senatsausschusses für Handel, Wissenschaft und Verkehr zielt damit auf föderal regulierte Plattformen wie Kalshi und Polymarket. Ein veröffentlichter Gesetzestext liegt bislang allerdings nicht vor.

Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was ist neu?
  2. Die Details
  3. Preis und Verfügbarkeit
  4. Einordnung

Was ist neu?

  • Ted Cruz plant nach den Midterms am 3. November einen Vorstoß zu ereignisbasierten Kontrakten mit Glücksspielbezug, einschließlich Sport.
  • Solche Kontrakte sollen nach dem berichteten Konzept nur angeboten werden dürfen, wenn ein Bundesstaat oder eine Stammesregierung dies erlaubt.
  • Text, Definitionen, Startdatum, Mitunterzeichner und zuständiger Ausschuss sind noch nicht bekannt, weil der Entwurf nicht eingereicht wurde.
  • Anders als S. 4160 soll der Cruz-Ansatz Sportkontrakte nicht generell auf registrierten Börsen verbieten, sondern die Entscheidung lokal belassen.
  • Die Initiative steht im Gegensatz zur Position des Weißen Hauses und zur CFTC-Regelsetzung vom 19. Oktober.
  • Ohne Verabschiedung bis Anfang Januar 2027 würde ein nach den Wahlen eingebrachter Entwurf mit dem Ende des 119. Kongresses verfallen.

Die Details

Staaten und Stämme sollen entscheiden

Nach den bekannt gewordenen Angaben soll das Gesetz verhindern, dass bundesrechtlich regulierte Prediction Markets staatliche Glücksspielgesetze umgehen. Betroffen wären Event Contracts, die mit Glücksspielaktivitäten verbunden sind. Dazu zählen ausdrücklich auch Verträge rund um Sportwetten.

Welche Vorschrift der Vorstoß konkret ändern würde, geht aus dem öffentlich zugänglichen Teil der Berichterstattung nicht hervor. Am 22. Oktober war auf Congress.gov unter den von Cruz eingebrachten Vorlagen keine Regelung zu Prediction Markets verzeichnet. Auch auf seiner Presseseite im Senat fand sich keine Ankündigung.

Damit bleiben mehrere Kernpunkte offen. Unklar sind die Begriffsdefinitionen, das Inkrafttreten, mögliche Co-Sponsoren und die Ausschussüberweisung. Nach Einschätzung von CDC Gaming ließ der Bericht zudem offen, ob tatsächlich jede Kontraktkategorie erfasst würde.

Abgeordnete beider Parteien wollen den Druck auf Plattformen wie Kalshi offenbar erhöhen, während die Trump-Regierung eine bundesweite Zuständigkeit beansprucht. Präsident Donald Trump erklärte am 26. Mai laut Cointelegraph, dass die ausschließliche Zuständigkeit der CFTC für Prediction Markets erhalten bleiben müsse.

Cruz kritisierte Sportkontrakte bereits im Mai

Dem jetzt berichteten Plan ging eine Anhörung des Commerce-Unterausschusses zur Integrität im Sport am 20. Mai voraus, die Senatorin Marsha Blackburn leitete. Cruz fragte dort nach Angaben von NPR, wie Sportintegrität in einer Welt mit Sportwetten geschützt werden könne. Außerdem wollte er wissen, ob Prediction Markets rechtmäßig arbeiten oder staatliche Souveränität unzulässig beeinträchtigen.

SiGMA zufolge bezeichnete Cruz Sport-Event-Contracts dabei als Sportwetten. Er sagte demnach auch, dass letztlich der Kongress oder der Supreme Court die Frage entscheiden müsse.

Bereits drei Gesetze zu Prediction Markets

Im laufenden Kongress gibt es schon drei Gesetzentwürfe zu Prediction Markets. Keiner von ihnen hat bisher die Ausschussphase überwunden. Der dem Cruz-Konzept am nächsten stehende Entwurf ist S. 4160, der Prediction Markets Are Gambling Act.

Der demokratische Senator Adam Schiff brachte S. 4160 am 23. März gemeinsam mit dem republikanischen Senator John Curtis und der Demokratin Catherine Cortez Masto ein. Die Vorlage würde den Commodity Exchange Act so ergänzen, dass Verträge zu Sportereignissen oder casinoähnlichen Spielen bei einer bei der CFTC registrierten Stelle weder gelistet noch zum Clearing oder Handel bereitgestellt werden dürften. Zugleich stellt der Entwurf klar, dass staatliches Recht dadurch nicht verdrängt wird.

Die Vorlage wurde dem Senate Committee on Agriculture, Nutrition and Forestry zugewiesen. Bei ihrer Vorstellung sagte David Bean, Vorsitzender der Indian Gaming Association, der Entwurf würde die bestehende Zuständigkeit von Stammes- und Landesregierungen für Sportwetten bekräftigen. Ein Kalshi-Sprecher erklärte laut Decrypt dagegen, das Gesetz sei von Casinointeressen getragen, die sich durch Wettbewerb bedroht sähen.

Rechtsstreitigkeiten erhöhen den Druck

Der Vorstoß fällt in eine Phase zahlreicher Verfahren auf Ebene der Bundesstaaten. Utah verklagte Kalshi und den Market Maker Susquehanna vor einem staatlichen Gericht. Crypto.com und Novig haben ihrerseits Klagen gegen Missouri eingereicht, während Polymarket gegen Ohio vorgeht.

New Jersey hat den Supreme Court gebeten zu klären, wer Kalshi regulieren darf. Diesen Antrag unterstützen 39 Bundesstaaten sowie der District of Columbia; Texas gehört nicht dazu. Kalshi muss seine Erwiderung bis zum 9. November einreichen.

Genehmigungspflicht träfe die größten Märkte

Nach dem berichteten Modell könnten Kalshi und Polymarket ihre bundesrechtlichen Registrierungen behalten. Sportkontrakte dürften sie jedoch nur dort listen, wo ein Staat oder eine Stammesregierung zugestimmt hat.

Die American Gaming Association teilte Senatoren aus Texas mit, dass Sportkontrakte und Kombiwetten 85 % des Handelsvolumens von Kalshi ausmachen. Eilers & Krejcik Gaming schätzt laut SiGMA, dass die 19 Bundesstaaten ohne legales Online-Sportwettenangebot für 69 % des Kalshi-Volumens stehen. Allein Texas und Kalifornien sollen 43 % ausmachen.

Gerade diese Bundesstaaten dürften kurzfristig kaum Genehmigungen erteilen. Texas verbietet Sportwetten; die nächste reguläre Sitzungsperiode des Parlaments beginnt dort am 12. Januar. Selbst in Staaten mit lizenzierten Sportwetten könnte eine Freigabe mit Bedingungen verbunden sein, die für Börsenanbieter unattraktiv sind. Polymarket argumentiert vor Gericht, dass die Vorgaben Ohios für Anbieter im Bundesstaat Unternehmen von außerhalb benachteiligen.

Auf dem Papier wäre eine Genehmigungslösung weniger weitreichend als das Verbot nach dem Schiff-Entwurf. In großen Teilen der USA könnte sie praktisch dennoch zu einem ähnlichen Ergebnis führen.

Sportwettenanbieter verlören ihren bisherigen Expansionsraum

Unternehmen mit staatlichen Sportwettenlizenzen wären grundsätzlich besser positioniert, eine Genehmigung zu beantragen. Ihre Prediction-Angebote sind jedoch gerade für Regionen entwickelt worden, in denen ihre Sportsbooks nicht verfügbar sind.

Fanatics erklärt beispielsweise, dass seine kombinierte App Kalifornien, Texas und Florida erreicht. In diesen drei Staaten betreibt das Unternehmen kein Sportsbook; Kundinnen und Kunden erhalten dort stattdessen das Prediction-Markets-Angebot. Eine Genehmigungspflicht würde diese Reichweite davon abhängig machen, dass die jeweiligen Staaten ihr Recht ändern.

Den Anbietern blieben damit vor allem Märkte, in denen sie bereits staatliche Steuern zahlen und Compliance-Vorgaben erfüllen. Das würde die Forderung der Casino-Lobby aufgreifen. Gleichzeitig nähme es Sportwettenkonzernen wie Fanatics die Absicherung, die sie mit Prediction Markets aufgebaut haben.

Wenig Zeit gegen die Linie der Regierung

Ein erst nach den Midterms eingebrachter Entwurf hätte nur wenige Wochen Zeit, bevor der 119. Kongress Anfang Januar 2027 endet. Wird er bis dahin nicht beschlossen, müsste er erneut eingebracht werden.

Die bereits vorliegenden drei Gesetze wurden an die Agrarausschüsse überwiesen. Diese beaufsichtigen die CFTC, werden jedoch nicht von Cruz geleitet. Bislang wurde keine dieser Vorlagen weiterbehandelt.

Zusätzlich steht der Gesetzentwurf gegen die Haltung der Regierung. Diese unterstützt eine exklusive CFTC-Zuständigkeit. Auch die eigene Regelsetzung der Behörde weist in diese Richtung: Eine am 19. Oktober wirksam gewordene Ausnahme für lizenzierte Sportsbooks begleitet einen Vorschlag, Event Contracts als Swaps zu definieren. Stellungnahmen dazu können noch bis zum 18. November eingereicht werden.

Öffentliche Reaktionen auf den berichteten Cruz-Plan von Kalshi, Polymarket, der American Gaming Association, Tribal-Gaming-Organisationen oder der CFTC wurden bislang nicht bekannt. Politisch könnte der Vorstoß dennoch Gewicht bekommen: Ein republikanischer Ausschussvorsitzender aus Texas, einem Staat mit Sportwettenverbot, stärkt die Argumentation der Bundesstaaten für eigene Kontrolle, während der Supreme Court über eine Annahme des Falls entscheidet.

Preis und Verfügbarkeit

Ein formell eingereichter Gesetzentwurf existiert derzeit nicht. Deshalb gibt es weder eine Gesetzesnummer noch einen verbindlichen Zeitplan, ein Inkrafttretensdatum oder öffentlich bekannte Mitunterzeichner. Sollte die Vorlage nicht bis Anfang Januar 2027 verabschiedet werden, verfällt sie mit dem Ende des aktuellen Kongresses.

Einordnung

Bislang ist nur die politische Richtung bekannt, nicht der konkrete Gesetzestext. Reichweite und Definitionen bleiben daher offen. Der Plan zeigt aber, dass die Forderung nach Kontrolle von Sportkontrakten durch Staaten und Stammesregierungen neben den Gerichten nun auch durch eine hochrangige republikanische Stimme im Senat vertreten wird.

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