Der Umsatz landbasierter Glücksspiel- und Wettanbieter in Nordirland stieg 2024 auf 206,9 Millionen Pfund. Das sind rund 27 Prozent mehr als im revidierten Vorjahreswert, aber noch etwa 73 Prozent weniger als die Schätzung für 2016. Zugleich sank die Zahl der Wettbürolizenzen, während neue Automatenlimits erstmals in den Statistiken auftauchen.
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Was ist neu?
- Der Umsatz erreichte 2024 206,9 Millionen Pfund, verglichen mit revidierten 162,6 Millionen Pfund für 2023.
- Die Statistik bezeichnet den Zuwachs von rund 27 Prozent als gering; gegenüber dem Wert von 760,7 Millionen Pfund für 2016 liegt der Umsatz weiterhin rund 73 Prozent niedriger.
- Die Zahl aktiver Wettbürolizenzen fiel 2025 auf 276, nach 280 im Jahr 2024 und 285 im Jahr 2023.
- Kommunen erteilten 110 Genehmigungen für Spielhallenautomaten mit einem Höchstgewinn von 500 Pfund. Sie umfassten 6.493 Geräte.
- Die für Nordirland geschätzte Betting and Gaming Duty stieg im Steuerjahr 2024/25 auf einen Reihenhöchstwert von 89 Millionen Pfund.
Die Details
Umsatz und Lizenzen
Die vierte Ausgabe des Glücksspiel-Kompendiums umfasst Lizenzdaten für das Kalenderjahr 2025 und Wirtschaftsdaten für das jeweils jüngste verfügbare Jahr. Die Angaben beruhen auf Lizenzunterlagen, Rückmeldungen der elf Bezirksräte, Unternehmensbefragungen und Steuerschätzungen. Es handelt sich um amtliche Statistiken, die laut Mitteilung noch keiner unabhängigen Prüfung durch die Statistikaufsicht unterzogen wurden.
Der Umsatzwert von 206,9 Millionen Pfund bezieht sich laut Tabelle und Erläuterung auf 2024, auch wenn die zusammenfassenden Kernaussagen des Bulletins ihn als Umsatz für 2025 bezeichnen. Die Vorjahresausgabe hatte den Wert für 2023 noch mit 170,9 Millionen und den für 2022 mit 228,1 Millionen Pfund angegeben. Nun wurde 2022 auf 185,8 Millionen Pfund korrigiert. Damit zeigt die Reihe einen Rückgang und anschließende Erholung statt eines durchgehenden Abwärtstrends. Die Erhebung stützt sich auf einen kleinen Teil der Stichprobe und erfasst keine Onlineanbieter ohne Hauptsitz in Nordirland.
Neben den 276 aktiven Wettbürolizenzen waren 103 Buchmacherlizenzen in Kraft, nach 106 im Vorjahr. Die Zahl der Bingo-Clublizenzen erhöhte sich von 36 auf 37. Spielautomatennachweise gingen von 32 auf 29 zurück; ein Lotteriezertifikat blieb bestehen.
Die Bezirksräte verlängerten 2025 insgesamt 185 Lotterieregistrierungen von Vereinen und anderen Gesellschaften. 2024 waren es 147. Neue Registrierungen gab es 53, nach 63 im Vorjahr. Außerdem wurden 16 solcher Registrierungen widerrufen; in den beiden vorangegangenen Jahren hatte es keine Widerrufe gegeben. Eine Begründung dafür enthält das Bulletin nicht.
Neue Obergrenzen für Spielautomaten
Eine am 29. Januar 2025 in Kraft getretene Verordnung hob den maximalen Gewinn an Automaten in Bingo-Clubs, lizenzierten Wettbüros und genehmigungspflichtigen Vergnügungsstätten von 25 auf 500 Pfund an. Der maximale Einsatz stieg zugleich von 30 Pence auf 2 Pfund. Unter den neuen Grenzen erteilten die Kommunen 110 Genehmigungen für insgesamt 6.493 Geräte. Im Jahr 2024 waren es unter der alten Gewinnobergrenze von 25 Pfund 112 Genehmigungen und 6.410 Geräte gewesen.
Genehmigungen für Geräte mit einem Höchstgewinn von 8 Pfund sanken von 23 auf 13. Die dazugehörige Zahl der Automaten lag bei 499. Die Gesamtzahlen sind nur bedingt vergleichbar: Bis einschließlich 2024 fehlen in der Zählung Geräte aus dem Verwaltungsbezirk Ards and North Down. Für 2025 wurde außerdem bei Causeway Coast and Glens der Vorjahreswert übernommen.
Beschäftigung und Unternehmensbestand
In Glücksspiel- und Wettaktivitäten waren 2024 insgesamt 2.047 Menschen beschäftigt. 2022 hatte die Zahl noch 2.241 betragen. Das Unternehmensregister zählte 2026 85 Glücksspielunternehmen mit Umsatzsteuer- oder PAYE-Registrierung; der Wert ist auf die nächsten fünf gerundet.
Steuerschätzung und britische Debatte
Die geschätzten 89 Millionen Pfund Betting and Gaming Duty für 2024/25 sind der höchste Wert der Zeitreihe, messen aber nicht direkt die Glücksspielaktivität in Nordirland. Die britische Statistikbehörde verteilt die landesweite Summe auf Regionen anhand der Haushaltsausgaben aus der Living Costs and Food Survey. Darin ist auch Remote Gaming Duty von Onlineanbietern enthalten, obwohl die nordirische Glücksspielverordnung von 1985 diese Anbieter nicht lizenziert. Zudem wurde die Schätzung für 2022/23 seit der letzten Ausgabe von 77 auf 87 Millionen Pfund angehoben.
Die Abgabe ist somit ein modellierter Näherungswert für Haushaltsausgaben, während die Lizenzdaten einen weitgehend stationären Sektor abbilden. Die Differenz verweist auf den Onlineglücksspielmarkt, für den Nordirland bislang keine Lizenzregelung geschaffen hat. Communities-Minister Gordon Lyons erklärte in diesem Monat, eine Reform des Onlinebereichs der nächsten Regionalversammlung zu überlassen.
Mit den seit Januar 2025 geltenden Grenzen für Automaten in Spielhallen und Wettbüros gelten in Nordirland ein Einsatzmaximum von 2 Pfund und ein Gewinnmaximum von 500 Pfund. Dieselben Werte nennt ein Schreiben von Labour-Abgeordneten an den Schatzkanzler für Automaten der Kategorie B3 in Großbritannien. Die Kategorie B beruht auf dem britischen Gambling Act 2005, der die Automatenregeln Nordirlands nicht festlegt. Wie ein kategorienabhängiger Steuersatz dort angewendet würde, müsste daher aus der Ausgestaltung durch das Finanzministerium hervorgehen. Sollte das Budget tatsächlich, wie von The Times berichtet, eine Verdopplung der Machine Games Duty bringen, würde die Erhöhung auch nordirische Betreiber treffen, obwohl die höheren Automatenlimits noch keine zwei Jahre gelten. Die Abgabe steht im Mittelpunkt der Budgetdebatte am 28. Oktober.
Verzögerte und lückenhafte Datengrundlage
Die Lizenzdaten erscheinen zehn Monate nach Ende des jeweiligen Jahres; Umsatz- und Beschäftigungswerte beziehen sich auf 2024. Der Gerichtsdienst führt Lizenzunterlagen weiterhin auf Papier, und die einzelnen Gerichte zählen von Hand. Ein elektronisches System soll laut Hintergrundbericht zur Datenqualität 2026 und 2027 schrittweise eingeführt werden.
Die Verwaltung bereitet eine Überprüfung des Gesetzes von 2022 vor und lotet eine Regulierung des Onlineglücksspiels aus. Dafür stehen ihr eine kürzlich revidierte, stichprobenbasierte Umsatzreihe, Automatenzahlen mit jährlich fehlenden Angaben eines Bezirksrats und eine Steuergröße zur Verfügung, die nicht direkt für Nordirland erhoben wird.
Termine
Die neuen Automatenobergrenzen gelten seit dem 29. Januar 2025. Eine elektronische Erfassung der Lizenzen ist für den Zeitraum 2026 bis 2027 vorgesehen. Die Machine Games Duty ist Thema des Budgets am 28. Oktober.
Einordnung
Der stationäre Glücksspielsektor Nordirlands hat sich nach dem Rückgang erholt, bleibt aber weit kleiner als 2016; bei den Wettbürolizenzen setzt sich der leichte Rückgang fort. Die Rekordschätzung der Glücksspielabgabe erlaubt wegen ihrer Modellierung und des enthaltenen Onlinegeschäfts keinen direkten Rückschluss auf die lokale Lizenzaktivität. Zugleich erschweren verzögerte, teils manuell erhobene und nicht durchgehend vergleichbare Daten die Bewertung des Markts.
