Finanzminister John Healey will die Machine Games Duty (MGD) beim Haushalt am 28. Oktober offenbar von 20 auf 25 Prozent anheben. Das berichtet The Times; das Finanzministerium hat die Pläne bislang nicht bestätigt. Die Branche warnt vor Folgen für Arbeitsplätze und Standorte, während die Aktien von Rank und Entain nach dem Bericht stiegen.
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Was ist neu?
- Der reguläre MGD-Satz soll laut einem Bericht vom 20. Oktober von 20 auf 25 Prozent steigen.
- Die Abgabe gilt seit ihrer Einführung 2013 unverändert; 2025/26 entfielen 630,5 Millionen Pfund von insgesamt 638,2 Millionen Pfund MGD-Verbindlichkeiten auf den Standardsatz.
- Der gemeldete Satz liegt deutlich unter den 40 Prozent, die die Social Market Foundation (SMF) für Kategorie-B-Geräte modelliert hat.
- Der Betting and Gaming Council (BGC) sieht durch weitere Steuererhöhungen Arbeitsplätze, Innenstädte und die Finanzierung des Pferderennsports gefährdet.
- Am Nachmittag des 21. Oktober lagen Rank 6,8 Prozent und Entain 3,9 Prozent im Plus; Evoke bewegte sich kaum.
Die Details
Offene Fragen zu Satz und Geltungsbereich
Der frei zugängliche Teil des Times-Berichts bezeichnet die Erhöhung als lediglich fünf Prozentpunkte, obwohl ein ehemaliger Premierminister eine stärkere Anhebung gefordert habe. Gemeint ist Gordon Brown. SBC News zufolge stützte sich die Zeitung auf nicht namentlich genannte Quellen. NEXT.io berichtete, The Times habe den Satz von 25 Prozent als „significant financial boost“ für den Rennsport bezeichnet. Eine Mitteilung des Finanzministeriums oder eine Konsultation zu den MGD-Sätzen gibt es bislang nicht.
Unklar ist auch, ob 25 Prozent den gesamten Standardsatz ersetzen sollen oder nur für Kategorie-B-Geräte gelten würden, auf die das Schreiben der Labour-Abgeordneten zielte. HMRC ordnet die MGD nach dem Spieleinsatz und nicht nach den Kategorien des Gambling Act: Bis zu 20 Pence Einsatz und maximal 10 Pfund Gewinn gelten 5 Prozent, bei Einsätzen bis 5 Pfund 20 Prozent und oberhalb von 5 Pfund 25 Prozent.
Im September hatte The Times berichtet, Healey erwäge eine Verdoppelung aller drei Stufen. Am 16. Oktober forderten der Abgeordnete Alex Ballinger aus Halesowen und 89 weitere Labour-Abgeordnete in einem Brief einen „new higher rate of Machine Games Duty for Category B machines“. Sie verwiesen auf eine SMF-Schätzung: Ein Satz von 40 Prozent könne jährlich 275 bis 458 Millionen Pfund einbringen. Anders als einige Angaben der Branche hat die SMF ihr Modell veröffentlicht.
Warnungen aus der Branche
„Any further tax increase would heap more pressure on an industry already facing substantial tax rises, threatening jobs, high streets and vital funding for British racing“, sagte BGC-Geschäftsführerin Grainne Hurst am 21. Oktober. Sie verwies auf Filialschließungen und Stellenabbau bei Betfred, Entain, bet365 und Flutter. Die Remote Gaming Duty stieg im April von 21 auf 40 Prozent. Der Satz der Remote Betting Rate bei der General Betting Duty soll im April 2027 auf 25 Prozent steigen.
Eine nicht veröffentlichte EY-Modellierung des BGC zu einem MGD-Satz von 40 Prozent beziffert das Risiko auf bis zu 16.000 Arbeitsplätze, fast 1.500 Wettbüros und 34 Casinos. Steve Hawkes, Leiter Reputation und Außenbeziehungen bei Flutter UK, schrieb auf X: „Racing’s own estimates suggest this increase could close 2,750 bookies and cost the sport £50m“. Diese Schätzungen sind nicht öffentlich zugänglich.
Dan Waugh von Regulus Partners sagte NEXT.io, ein Satz von 25 Prozent „really ought not to be a cause for celebration“. Laut Racing Post hat Regulus Partners geschätzt, eine Verdoppelung könne 4.000 Wettbüros schließen. Rank-Chef Richard Harris hatte NEXT.io in der Vorwoche erklärt, jede Erhöhung der MGD werde „any increase in [MGD] would reduce the tax take“.
Bacta, der Verband für Spielhallen und Erwachsenen-Spielzentren, hatte bis Mittwochnachmittag keine Stellungnahme auf seiner Website veröffentlicht. Am 16. Oktober hatte die Organisation erklärt, die Regierung müsse „the self-harm that an increase in MGD will cause“ vermeiden.
Steuerbasis und mögliche Mehrbelastung
Der höhere MGD-Satz von 25 Prozent gilt bereits seit März 2015 für Geräte, bei denen ein Spiel mehr als 5 Pfund kostet. 2025/26 brachte diese Stufe 568.000 Pfund ein. Im Steuerjahr 2015/16 waren es 427,0 Millionen Pfund, als B2-Geräte in Wettbüros Einsätze bis zu 100 Pfund ermöglichten. Nach der 2-Pfund-Grenze von 2019 ging das Aufkommen stark zurück.
Würde der Standardsatz auf 25 Prozent angehoben, könnten zwei Stufen zu einem bereits gesetzlich bestehenden Satz zusammengeführt werden. Ein eigener Satz für Kategorie B, wie ihn die Abgeordneten forderten, erforderte dagegen eine neue Stufe. Betroffen wären davon auch Bingohallen und Casinos mit Kategorie-B-Geräten.
Eine eigene Berechnung von iGaming Times setzt die MGD-Verbindlichkeiten von 630,5 Millionen Pfund beim Standardsatz von 20 Prozent mit etwa 3,15 Milliarden Pfund Nettoerlösen gleich. Bei unverändertem Spielverhalten entspräche ein Satz von 25 Prozent rund 158 Millionen Pfund zusätzlicher Abgabe; bei 40 Prozent wären es etwa 630 Millionen Pfund mehr. Diese statische Rechnung unterstellt, dass die gesamte Stufe angehoben wird, und berücksichtigt weder Schließungen noch Veränderungen beim Spielverhalten.
Damit wäre eine Erhöhung auf 25 Prozent zwar geringer als die befürchtete Verdoppelung, die Abgabe auf dieselben Erlöse läge aber dennoch ein Viertel höher. Das träfe auf ein bereits schrumpfendes Filialnetz. Während die SMF ihr Modell offengelegt hat, sind die EY-Zahlen, Hawkes’ Schätzung von 2.750 geschlossenen Wettbüros und Harris’ Aussage zu sinkenden Steuereinnahmen nicht belegt worden. Sollte die Regierung eine Erhöhung ankündigen, muss das Office for Budget Responsibility eine eigene Schätzung vorlegen.
Aktien reagieren auf die geringere Erhöhung
Rank und Entain legten im Morgenhandel jeweils rund 5 Prozent zu, berichtete NEXT.io. Gegen 14:50 Uhr britischer Zeit notierte Rank laut Yahoo-Finance-Daten bei 81,7 Pence, 6,8 Prozent über dem Schlusskurs vom Dienstag von 76,5 Pence. Entain stieg um 3,9 Prozent auf 452,1 Pence. Evoke, Eigentümer von William Hill, lag bei 42,15 Pence nach zuvor 42,0 Pence.
Rank betreibt die Casinos von Grosvenor und die Bingohallen von Mecca, in denen Spielautomaten eine wichtige Rolle spielen. Das Unternehmen hatte gewarnt, dass bei einem Satz von 40 Prozent ein Drittel seiner Standorte schließen müsste; zugleich verzeichnete Rank den stärksten Kursanstieg. Entain, dessen britische Wettbüros neben einem größeren Onlinegeschäft stehen, legte weniger zu. Jefferies hatte im August laut NEXT.io erklärt, bei Entain sei eine 40-prozentige Abgabe „more than priced in“ gewesen. Der Kursanstieg nach einem Bericht über höhere Steuern deutet darauf hin, wie stark der Markt zuvor eine Verdoppelung eingepreist hatte.
Termine
Der Bericht nennt den 28. Oktober als Termin für Healeys ersten Haushalt. Bis dahin ist weder die Erhöhung auf 25 Prozent noch ihr genauer Anwendungsbereich bestätigt. Der Haushalt soll zeigen, ob der Satz für alle Geräte oder nur für die von den Abgeordneten angesprochenen Geräte gilt.
Einordnung
Der gemeldete Vorschlag fällt geringer aus als die von der Branche befürchtete Verdoppelung, aber er wäre keine Entlastung: Bei gleichbleibenden Erlösen stiege die Abgabe auf den betroffenen Umsatz um ein Viertel. Die Reaktion der Börse bei Rank und Entain zeigt zugleich, dass Anleger offenbar auch eine deutlich stärkere Erhöhung erwartet hatten.
