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Delta Corp bleibt wegen GST-Forderungen im Quartalsminus

Delta Corp bleibt wegen GST-Forderungen im Quartalsminus

Delta Corp hat für das Quartal bis zum 30. September 2026 einen zweiten Verlust in Folge gemeldet. Eine zusätzliche GST-Rückstellung von 1,37 Milliarden Rupien (rund 14,4 Millionen US-Dollar) überstieg den operativen Gewinn vor Sonderposten und Steuern. Insgesamt hat der indische Casinobetreiber nun 4,44 Milliarden Rupien (etwa 46,7 Millionen US-Dollar) für historische GST-Forderungen zurückgestellt.

Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was ist neu?
  2. Die Details
  3. Preis und Verfügbarkeit
  4. Einordnung

Was ist neu?

  • Der den Aktionären zurechenbare Konzernverlust betrug 1,06 Milliarden Rupien (rund 11,2 Millionen US-Dollar), nach einem Gewinn von 251 Millionen Rupien im Vorjahresquartal.
  • Die GST-Rückstellung einschließlich Zinsen summiert sich auf 4,44 Milliarden Rupien. 2023 waren Delta Corp und zwei Tochtergesellschaften mit Forderungen von 168,23 Milliarden Rupien konfrontiert worden.
  • Der Konzern berücksichtigt nun auch eine Forderung zu Casino-Eintrittspaketen, die in der Rückstellung für das Juniquartal noch nicht enthalten war.
  • Die konsolidierten Casinoerlöse gingen im Jahresvergleich um 13,4 Prozent auf 1,51 Milliarden Rupien zurück.
  • Delta Corp erklärt, gute rechtliche Argumente gegen die gesamte Forderung zu Eintrittspaketen und gegen die Zinsen auf die Chip-Forderung zu haben. Nach Quartalsende zahlte das Unternehmen 809,7 Millionen Rupien an Hauptforderung.

Die Details

Rückstellung führt trotz operativen Gewinns zum Verlust

Delta Corp Ltd (NSE: DELTACORP, BSE: 532848) betreibt Casinos in Goa, darunter Schiffe auf dem Mandovi, sowie ein Hotel in Daman. Die ungeprüften Quartalsergebnisse wurden am 19. Oktober bei der National Stock Exchange of India eingereicht. Vor Sonderposten und Steuern erwirtschaftete der Konzern 215,7 Millionen Rupien (etwa 2,3 Millionen US-Dollar). Das waren 37,8 Prozent weniger als die 346,9 Millionen Rupien im Vorjahreszeitraum.

Die zusätzliche GST-Belastung von 1,37 Milliarden Rupien verwandelte dieses Ergebnis in einen den Aktionären zurechenbaren Verlust von 1,06 Milliarden Rupien. Im Vorjahresquartal hatte Delta Corp noch 251 Millionen Rupien verdient. Bereits im Juniquartal war ein Verlust von 2,12 Milliarden Rupien (rund 22,4 Millionen US-Dollar) angefallen, nachdem das Unternehmen erstmals 3,07 Milliarden Rupien für GST zurückgestellt hatte. Für das erste Halbjahr ergibt sich damit ein Minus von 3,19 Milliarden Rupien (etwa 33,6 Millionen US-Dollar).

Der Umsatz aus dem operativen Geschäft sank um 12,8 Prozent auf 1,59 Milliarden Rupien. Die Casinoerlöse beliefen sich auf 1,51 Milliarden Rupien, verglichen mit 1,75 Milliarden im Vorjahresquartal; gegenüber dem Juniquartal blieben sie unverändert. Beim Mutterunternehmen gingen die eigenen Casinoerlöse lediglich um 3,0 Prozent auf 1,19 Milliarden Rupien zurück. Rechnerisch fiel der entsprechende Erlös im übrigen Konzern von 520 Millionen auf 322 Millionen Rupien.

Das King Casino war während des Quartals nicht in Betrieb, nachdem es seinen Liegeplatz am Mandovi für ein neues Schiff geräumt hatte. Für dessen Eröffnung ist noch eine Genehmigung des Bombay High Court erforderlich. Das Deltin Denzong in Sikkim war laut Unternehmensangaben bereits im Juniquartal geschlossen worden. Überschwemmungen hielten außerdem das Deltin-Hotel in Daman ab dem 23. Juli für 37 Tage geschlossen.

Umfang und Entwicklung der GST-Forderungen

Die Directorate General of GST Intelligence stellte Delta Corp und zwei Tochtergesellschaften, Highstreet Cruises & Entertainment sowie Delta Pleasure Cruise Company, am 27. September 2023 Zahlungsaufforderungen über 168,23 Milliarden Rupien (rund 1,77 Milliarden US-Dollar) zu. Sie bezogen sich auf den Zeitraum von Juli 2017 bis März 2022. Deltatech Gaming, Deltas früheres Online-Gaming-Unternehmen, erhielt eine weitere Forderung über 63,84 Milliarden Rupien (etwa 672 Millionen US-Dollar). Im März und September 2026 kamen für das Geschäftsjahr 2022/23 Forderungen über insgesamt 18,84 Milliarden Rupien (rund 198 Millionen US-Dollar) hinzu.

Die Bescheide berechneten die Steuer auf den gesamten Wert jedes Einsatzes. Seit dem 1. Oktober 2023 entrichten Casinos 28 Prozent auf den Betrag, den Spieler für Chips bezahlen. Am 27. Mai 2026 entschied der Supreme Court, dass die 2023 eingeführten Regeln rückwirkend ab 2017 gelten. Delta Corp bewertete das Urteil am folgenden Tag als günstige Entwicklung: Besteuert werden sollten damit verkaufte Chips und nicht der gesamte Einsatzwert, der nach Darstellung des Unternehmens die Einnahmen rechnerisch „notionally multiplying“ wirken ließ.

Am 25. September setzte die Goa Central GST Commissionerate eine Differenzforderung von 793,2 Millionen Rupien auf verkaufte Chips fest, zuzüglich Zinsen von 18 Prozent jährlich ab dem 1. Oktober 2023. Zusätzlich verlangte sie 371,1 Millionen Rupien für Casino-Eintrittspakete. Diese stufte die Behörde als gemischte Leistung ein, auf die 28 Prozent Steuer anfallen; die festgesetzte Strafe entsprach ebenfalls 371,1 Millionen Rupien. Am 14. Oktober erließ die Siliguri Commissionerate Forderungen für das Casino in Sikkim: 16,4 Millionen Rupien auf Chips und 14,3 Millionen Rupien auf Eintrittspakete. Für beide Beträge wurden Zinsen sowie jeweils eine Strafe in Höhe der Steuer angesetzt.

Die Rückstellung im Juniquartal hatte GST auf Casinotransaktionen von Juli 2017 bis September 2023 abgedeckt, aber keine gemischten Leistungen berücksichtigt. In der Septemberquartalsnotiz erweiterte Delta Corp die Rückstellung auf gemischte Leistungen von Juli 2017 bis September 2025. Wie sich die zusätzliche Belastung von 1,37 Milliarden Rupien auf diese beiden Bereiche verteilt, schlüsselte das Unternehmen nicht auf. Die Rückstellung erfolgte nach Unternehmensangaben vorsorglich. Gestützt auf Rechtsberatung sieht Delta Corp gute Gründe, die gesamte Forderung zu gemischten Leistungen und die Zinsen auf die Chip-Forderung anzufechten. Nach Ende des Quartals zahlte der Konzern 809,7 Millionen Rupien (rund 8,5 Millionen US-Dollar) an Hauptforderung für den Zeitraum 2017 bis 2022.

Der Streit verschiebt sich auf Eintrittspakete

Die aktuelle Rückstellung liegt unter drei Prozent der 168,23 Milliarden Rupien, die 2023 zunächst von Delta Corp und den beiden Tochtergesellschaften verlangt worden waren. Damals entsprach die erste Forderung ungefähr dem Dreifachen des Unternehmensmarktwerts. Eine ähnliche Berechnungsmethode verringerte die Forderungen gegen Dream11, Gameskraft und Games24x7 um ungefähr drei Viertel.

Head Digital Works, Play Games24x7 und weitere Unternehmen beantragten im Juli eine Überprüfung des Urteils. Eine Entscheidung über diese Anträge ist nicht bekannt. Delta Corp, das den Spruch des Supreme Court als günstig bezeichnet hatte, gehört nicht zu den genannten Antragstellern. Im Mittelpunkt des eigenen Konflikts stehen inzwischen Zinsen, Strafen und Eintrittspakete, nicht mehr die grundsätzliche Frage, ob auf die Casinos GST anfällt. Die Rückstellung liegt nun unter einem Jahresumsatz des Unternehmens statt bei einem Vielfachen seines Marktwerts.

Die Anfechtung der Eintrittspaket-Forderung ist ein zentraler offener Punkt. Nach Angaben aus Deltas Juniquartalsbericht umfasst ein solches Paket Casinozugang, Speisen, Getränke und Transport. Die Goa-Behörde behandelt es als einheitliche Leistung, die mit 28 Prozent besteuert wird. Delta hält dagegen, dass die einzelnen Bestandteile separat berechnet würden und Alkohol außerhalb des GST-Systems liege. Sollte sich diese Auffassung durchsetzen, könnte ein Teil der Rückstellung aus dem laufenden Quartal wieder aufgelöst werden. Falls nicht, könnte dieselbe steuerliche Behandlung auch andere indische Casinos betreffen, die vergleichbare Eintrittsangebote verkaufen.

Auch die Grundlage der Strafen ist umstritten. Für die Rückstellung im Juniquartal hatte Delta Corp Section 73 herangezogen, die Vorschrift für Fälle ohne Betrugsvorwurf. Die beiden Behördenbescheide setzen dagegen für Eintrittspakete Strafen nach Section 74 fest, jeweils in Höhe der Steuer.

Casino-Geschäft ohne Online-Sparte und mit weniger Standorten

Delta Corp hatte am 20. Februar 2025 vereinbart, Deltatech Gaming an Head Digital Works, den Betreiber von A23, zu verkaufen und dafür eine Beteiligung am Käufer zu erhalten. Im August 2025 verbot Indien Echtgeldspiele. Danach schrieb Delta Corp den Wert seiner Anteile auf null ab und verbuchte über das sonstige Gesamtergebnis einen Fair-Value-Verlust von 4,6 Milliarden Rupien. Das Urteil ermöglicht dem Unternehmen nun, seine Freistellungsverpflichtung gegenüber dem Käufer für die GST-Verbindlichkeiten von Deltatech fallen zu lassen.

Übrig bleiben die Standorte in Goa, darunter ein Schiff, das bis zur gerichtlichen Genehmigung stillliegt, und das Hotel in Daman. Deltas Antrag beim Supreme Court, dort Spielautomaten installieren zu dürfen, wurde zur Prüfung zugelassen.

Der Supreme Court hat das GST-Risiko auf eine Summe reduziert, die Delta Corp begleichen kann; das Unternehmen hat bereits mit Zahlungen begonnen. Für die Ertragsentwicklung sind nun vor allem die Rückkehr des King Casino und der Ausgang möglicher Rechtsmittel gegen die Bescheide zu Eintrittspaketen wichtig.

Preis und Verfügbarkeit

Nicht zutreffend: Die Meldung betrifft Quartalsergebnisse und Steuerforderungen, kein Produktangebot.

Einordnung

Für Delta Corp ist die Höhe der historischen GST-Belastung durch das Urteil deutlich eingegrenzt. Die wirtschaftliche Unsicherheit bleibt jedoch bei den Eintrittspaketen und den dazu angesetzten Zinsen und Strafen bestehen. Zugleich belasteten im Quartal ein inaktives Casino in Goa und die Schließung des Standorts in Sikkim die Erlöse.

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