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Telekonverter-Test: Teil 2




ein Report von
Stefan Gross


TEIL 2


Seitenüberblick
Bildqualität II: Vergleich zu Objektiven
längerer Brennweite

Bildqualität
III: Verzeichnung, Vignettierung,
chromatische Abberation

Qualitätsverbesserung
durch Konverterkombination ?

Leistungen über sämtliche Blendenbereiche


Bildqualität II:
Vergleich zu Objektiven längerer Brennweite

Wer die Alternative
abwägt und mittels Konvertereinsatz z.B. die Anschaffung eines Objektives
längerer Brennweite einsparen möchte, steht vor der Frage, wie es um die
Abbildungsleistung im Vergleich steht.

Ob sich durch Einsatz
des Canon-Extenders EF 2x auf dem Canon 70-200mm/2,8 eine vergleichbare Qualität
erreichen lässt, wie es z.b. das Canon 100-400mm/4,5-5,6 bei 400mm /f=5,6 zeigt,
verdeutlichen untenstehende

Testaufnahmen
. Dazu gesellt sich ein Vergleichsfoto, bei dem das
Bildergebnis am 70-200’er-Objektiv bei 200mm via bikubischer Interpolation in
Photoshop hochgerechnet wurde:

Wie sich der Kenko
Teleplus 300 Pro 2x am Canon 50mm/1,8 USM II zum Canon 28-105 / 3,5 – 4,5 bei
100mm jeweils bei Blende von 4,5 verhält zeigt nachfolgender Vergleich:

Es wäre
zugegebenermassen zu schön um wahr zu sein, aber die Realität holt einen auch
hier wieder ein: der Teleextendereinsatz am Canon 70-200 zeigt erkennbare
Qualitätseinbussen gegenüber dem Canon 100-400 bei 400mm und dürfte somit nicht
als vollwertiger Ersatz durchgehen.

Ähnliches gilt für den Vergleich des Kenko-Konverters zum Canon 28-105,
wenngleich der Unterschied hier nicht ganz so stark ins Gewicht fällt. Dies
liegt an der etwas höheren Auflösung des Canon 50mm/1,8 zum 28-105’er. Die Qualitätsveränderung direkt am Canon 50mm lässt sich
hier
noch besser
erkennen.

Das Bild via
Softwarehochrechnung zu puschen, stellt keine ernstzunehmende Alternative als
Ersatz für den Konvertereinsatz bzw. einer längeren Brennweite dar.

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Bildqualität
III: Verzeichnung, Vignettierung,
chromatische Aberration

Verzeichnung und
Vignettierung können insbesondere bei Panorama- bzw. montierten Aufnahmen, in
der Architektur- oder Reprofotografie wichtige Qualitätsfaktoren darstellen.
Chromatische Aberrationen zeigen sich als störende Farbränder um harte Konturen,
wie beispielsweise um die Äste von Bäumen gegen einen hellen Hintergrund oder
bei der Astrofotografie an den Mondrändern.

Verzeichnung
und Randabdunkelung

Fallen Verzeichnung
an regelmässigen und bekannten Strukturen schnell auf, so macht sich die Randabdunkelung meist
eher als Störfaktor  an Schnittstellen bemerkbar, wenn mehrere Aufnahmen
zusammengefügt werden sollen. Beide Abbildungsfehler sind typisch für
Weitwinkelobjektive und sollten sich durch Telekonvertereinsatz verbessern.

Der nachfolgende
Test, bei dem ein gleichmässiges Gitter auf einem Papier bei
70mm-Grundeinstellung mit dem Canon 70-200/2,8 abfotografiert wurde, bestätigt
dies insbesondere für die Verzeichnung (kein Ausschnitt, Aufnahme masstabsgetreu
verkleinert abgebildet):

Canon 70-200 / 2,8 + Kenko 300 Pro 2x

+ Canon Extender 2x + Kenko Teleplus SHQ 1,5x

 

Während die
Randabdunkelung (Vignettierung) weder bei der solitären Linse noch durch
Konvertereinsatz ein Thema ist, zeigen sich leichte Verbesserungen bei der
Verzeichnung in den Konverteraufnahmen.

Chromatische
Aberration

Starke
Kontraste mit unerwünschten Farbrändern können zum Problemfall werden, wenn die
Glaselemente nicht exakt aufeinander abgestimmt sind. Canon hat seine Extender
speziell auf die L-Objektive angepasst, so dass hier weniger Farbfehler
auftreten sollten, als dies bei den Kenko-Konvertern zu erwarten ist. Für einen
Test wurde erneut die Armbanduhr herangezogen, diesmal jedoch mit einer
gewollten Überstrahlung, um einen extremen Kontrast vor allem am linken
Gehäuserand zu erzeugen:

Canon 70-200 / 2,8 + Kenko 300 Pro 2x

+ Canon Extender 2x + Kenko Teleplus SHQ 1,5x

Überraschenderweise zeigt der Canon-Extender hier keine Vorteile gegenüber dem
Kenko Teleplus 300 Pro: beide Konverter offenbaren gleichermassen Farbränder,
während diese Abbildungsfehler weder im „Original“ noch beim Kenko Teleplus SHQ
1,5x zu erkennen sind.


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Qualitätsverbesserung
durch Konverterkombination ?

Auf eine
weitere Besonderheit soll hier ebenfalls eingegangen werden. Wird der Kenko
Teleplus 300 Pro mit dem Kenko SHQ 1,5x so kombiniert, dass der 300 Pro direkt
am Bajonett sitzt, ergibt sich eine erstaunliche Qualitätsverbesserung (auch
hier wurde der Abstand erweitert, um eine einheitliche Motivgrösse zu den obigen
Aufnahmen zu erreichen):


„normal“ kombiniert:

 Kamera / Kenko SHQ 1,5
+ Kenko 300 Pro

umgekehrt kombiniert:
Kamera / Kenko 300 Pro + Kenko SHQ 1,5 

In letzterer
Kombination – die immerhin aus dem 70-200-Objektiv eines mit 210 – 600 mm
Brennweite macht – lässt sich eine Qualität erzielen, die nicht nur weitgehend frei von
chromatischen Aberrationen ist, auch die Detailauflösung liegt noch eine Idee
höher, als es z.B. der Canon Extender 2x II zeigt. Erkauft wird dieser Vorteil
mit dem Nachteil einer dreifach längeren Belichtungszeit, wie dies auch am grossen Sekundenzeiger  zu erkennen ist.

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Leistungen über alle Blenden

Wenngleich die
Abbildungsqualität bei Offenblende sicherlich die interessanteste
im
Zusammenspiel mit Objektiven grosser Brennweiten ist (wie oben gezeigt, jeweils
f5,6), so sollte ?berprüft werden, wie sich die Gesamtleistung darstellt und was
Abblenden bringt. Dazu wurde ein Testverfahren angewandt, bei dem ein
Siemensstern über alle Blendenbereiche formatfüllend und mit identischen
Belichtungszeiten abgelichtet wurde.

Die
Auflösungsqualität wurde dann anhand der Dateigrösse (Jpeg L-fein) ermittelt,
was eine noch zuverlässigere Methode als die rein visuelle darstellt, da hier
sämtliche Abbildungsbereiche (also nicht nur das Bildzentrum und/oder
Randbereiche, sondern flächendeckend) erfasst und rechnerisch ermittelt werden.

Liegt die Auflösungsqualität
bei f5,6 wie gezeigt noch recht weit auseinander (am besten das hier getestete
Canon 70-200@200mm-solo, dann der Kenko 1,5 und weiter hinten der Canon Extender
bzw. Kenko 2x), so ergibt sich bei Blende f8 ein klare Gruppierung. 70-200-solo
und Kenko 1,5x liegen zusammen in Front vor dem Canon 2x bzw Kenko 2x. Dies
spiegelt sich auch optisch in den 100%-Ausschnitten bei f8 aus dem Bildzentrum
wider:

Vergleich bei
Blende f8 aus dem Bildzentrum des Siemenssterns
Canon 70-200mm
 bei 200mm solo
mit Kenko 1,5 mit Kenko 2x mit Canon 2x

Mit zunehmendem
Abblenden gleichen sich dann durch Beugungsunschärfen die Leistungen
erwartungsgemäss immer weiter an.


weiter zum Teil 3
 

Freitag, 18. September 2026