Zum Inhalt springen

Sony RX1R III im Test: Vollformat-Kompakte mit Luxuspreis

Sony RX1R III im Test: Vollformat-Kompakte mit Luxuspreis

Mit der Sony DSC-RX1R III kehrt am 3. Oktober 2025 nach mehreren Jahren eine Vollformat-Kompaktkamera zurück, die einst zu den besonders attraktiven Modellen ihrer Klasse zählte. Der Preis von 4.900 Euro fällt allerdings ausgesprochen ambitioniert aus. Dafür gibt es einen neuen Sensor und einen aktuellen Prozessor, die Autofokus und Bildqualität verbessern sollen. Auf einige Ausstattungsmerkmale wurde dagegen verzichtet: Der Bildschirm ist nicht mehr beweglich, außerdem musste die Gehäusekonstruktion trotz des hohen Preises kompakt bleiben. Unser Test klärt, wie gut die Kamera ohne ein neu entwickeltes Objektiv tatsächlich abschneidet.

Vollformattechnik im kleinen Metallgehäuse

Optisch dominiert das 35-mm-Objektiv mit Lichtstärke F2 den ansonsten zierlichen Kamerakörper deutlich. Die RX1R III vermittelt mit ihrem Metallgehäuse einen sehr hochwertigen und stabilen Eindruck. Mit ungefähr 500 Gramm ist sie für eine Kompaktkamera jedoch keineswegs leicht. Eine Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser fehlt vollständig.

Die vergleichsweise große Festbrennweite ist technisch nachvollziehbar. Zum einen bietet sie mit F2 eine hohe Lichtstärke, zum anderen muss sie den gesamten Kleinbildbereich des integrierten Vollformatsensors ausleuchten. Im Verhältnis zur Sensorgröße bleibt die Kamera deshalb sogar erstaunlich kompakt. Der Preis von 4.900 Euro macht sie allerdings zu einer ausgesprochen exklusiven Anschaffung.

Ein ausgeformter Handgriff gehört nicht zur Ausstattung. Bei einer Kamera mit festem 35-mm-Objektiv ist das auch nicht zwingend erforderlich. Gummierte Flächen an Vorder- und Rückseite verbessern den Halt dennoch spürbar. Zum hochwertigen Gesamteindruck passt der mitgelieferte Leder-Trageriemen.

Kaufberatung für Premium-Kompaktkameras

Wer sich einen Überblick über hochwertige Kompaktkameras verschaffen möchte, findet in einer umfangreichen PDF-Kaufberatung Orientierung. Im Mittelpunkt stehen Modelle mit mindestens einem 1-Zoll-Sensor. Sie erklärt, welche Ausstattungsmerkmale relevant sind, worauf beim Kauf geachtet werden sollte und welche Vor- sowie Nachteile solche Kameras beispielsweise gegenüber spiegellosen Systemkameras besitzen.

  • 80 Modelle werden jeweils mit besonderen Merkmalen, Kurzbeschreibung und einer Einschätzung aus bis zu drei Testberichten vorgestellt.
  • Zusätzlich enthält die Übersicht 24 sogenannte Exoten.
  • Das E-Book umfasst 259 Seiten und kostet 9,99 Euro.
  • Eine kostenlose Leseprobe mit 22 Seiten steht ebenfalls zur Verfügung.

Speicher, Akku und Anschlüsse

Das Stativgewinde sitzt auf der Unterseite auf der optischen Achse, was bei Kompaktkameras keine Selbstverständlichkeit ist. Weil das Objektiv relativ mittig am Gehäuse ansetzt, liegt die Gewindebohrung allerdings nah am kombinierten Akku- und Kartenfach. Kleine Schnellwechselplatten lassen sich verwenden, bei größeren Platten bleibt die Klappe blockiert.

Unter der federnd gelagerten Kunststoffabdeckung befinden sich der kleine Lithium-Ionen-Akku und der SD-Kartenschacht. Unterstützt werden SDHC, SDXC, UHS-I und sogar UHS-II. Im Test erreichte die Kamera beim Schreiben bis zu 230 MB/s und damit einen sehr guten Wert.

Beim Energiespeicher setzt Sony auf den NP-FW50, also die kleinere Variante des NP-FW100, der in den spiegellosen Vollformatmodellen der Alpha-Reihe verwendet wird. Die RX1R II musste noch mit einem NP-BX1 auskommen, dessen Kapazität lediglich 4,5 Wh betrug. Der NP-FW50 bringt es auf 7,3 Wh. Nach CIPA-Norm sind dennoch nur rund 300 Aufnahmen vorgesehen.

Geladen wird der Akku über USB-C. Der Anschluss kann außerdem eine kontinuierliche Stromversorgung ermöglichen. Hinter der Kunststoffklappe an der Seite liegen zusätzlich ein Mikrofoneingang und eine Micro-HDMI-Buchse.

Auch der Auslöser besitzt eine praktische Erweiterung: In sein Gewinde lässt sich ein klassischer Drahtauslöser einschrauben. Alternativ können dort dekorative Auslöserknöpfe, etwa in einer auffälligen Farbe, montiert werden. Auf der Oberseite sitzt außerdem ein Multi-Interface-Zubehörschuh für Blitzgeräte und weiteres Zubehör. Einen integrierten Blitz gibt es nicht. Das Objektiv verfügt zusätzlich über ein 49-mm-Filtergewinde, an dem sich Filter und andere Vorsätze befestigen lassen.

Bedienung und fest eingebautes Display

Der Bildschirm bietet eine Auflösung von 2,36 Millionen Bildpunkten und leuchtet angenehm hell. Im Vergleich zur RX1R II ist er jedoch nicht mehr klapp- oder schwenkbar. Die im Vorfeld als Vorteil erwartete modernisierte Technik steht damit einer reduzierten Display-Flexibilität gegenüber.

Die Bedienelemente sind sauber in die Oberseite eingelassen. Neben dem Moduswahlrad mit drei Speicherplätzen für eigene Konfigurationen stehen drei weitere Einstellräder direkt am Gehäuse bereit:

  • Das Belichtungskorrekturrad rastet ausreichend straff ein.
  • Zwei Daumenräder übernehmen weitere Einstellungen.
  • Eines dieser Räder sitzt um die Vierwegewippe herum und lässt sich dadurch nicht optimal bedienen. Wird beim Drehen stärker gedrückt, kann versehentlich eine Funktion der darunterliegenden Tasten ausgelöst werden.

Mehrere Tasten lassen sich frei konfigurieren, sodass sich die Bedienlogik an die eigenen Arbeitsweisen anpassen lässt. Auch am Objektiv befinden sich zwei Einstellringe sowie ein Umschaltring. Der hintere Ring steuert die Blende klassisch in Drittelstufen von F2,0 bis F22. Mit dem vorderen Ring wird fokussiert. Der Umschaltring aktiviert entweder den normalen Aufnahmebereich oder den Makromodus.

Im Makromodus sind Aufnahmeabstände zwischen 20 und 35 Zentimetern möglich. Angesichts des großen Vollformatsensors sind die Nahaufnahmefähigkeiten allerdings nicht außergewöhnlich.

Testchronologie und Messverfahren

  1. 15. Juli 2025: Die Vollformat-Kompaktkamera erscheint in leicht überarbeiteter Gestaltung mit aktueller Technik und einem nun feststehenden Bildschirm.
  2. 26. September 2025: Eine deutliche Verzeichnung und ein starker Randabfall beeinträchtigen die Bildqualität. Ihr Optimum erreicht die Kamera nur bei ISO 100.
  3. 31. Dezember 2024: Die ursprünglich nicht vorgesehenen Tests dieser Kameras wurden schließlich doch aufgenommen; die Gründe dafür wurden gesondert erläutert.
  4. 2. Januar 2025: Das Objektiv zeigte einen ungewöhnlich starken Auflösungsverlust zu den Bildrändern. Abgesehen davon blieb die Bildqualität bis ISO 800 gut.

Die Bildqualität wird bei den Tests seit 2011 mit dem DXOMARK Analyzer bestimmt. Damit lassen sich unter anderem Auflösung, Randabfall und weitere optische beziehungsweise sensorbezogene Eigenschaften standardisiert untersuchen.

Aufrufe: 136

Freitag, 18. September 2026