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Sony RX10 V Test: Kamera, Objektiv & Fotopraxis im Check

Sony RX10 V: Neues Design und moderne Technik für die Premium-Bridgekamera

Sony RX10 V: Neues Design und moderne Technik für die Premium-Bridgekamera

Mit der Sony DSC-RX10 V kommt die RX10-Familie nach rund neun Jahren in die nächste Runde: Die Bridgekamera erhält ein neues Gehäusedesign und bringt zugleich spürbar modernisierte Technik mit. Der bewährte gestapelte 1-Zoll-Sensor mit 20,1 Megapixeln bleibt ebenso an Bord wie das fest verbaute Zeiss-Zoom mit dem Brennweitenbereich von 24 bis 600 mm (entsprechend Kleinbild). Neu ist vor allem die Elektronik: Der Bionz-XR-Prozessor, eine eigene KI-Verarbeitungseinheit, ein deutlich ausgebauter Autofokus sowie erweiterte Videofunktionen. Sony rückt damit näher an die aktuellen Alpha-Modelle heran, ohne das Grundprinzip der Premium-Superzoom-Kompaktkamera aufzugeben. Zu den Neuerungen zählen unter anderem eine verbesserte Motiverkennung, schnellere Serienbildmodi, 4K bis 120 fps, 10-Bit-Aufzeichnung, ein deutlich größerer Sucher, ein 3:2-Touchdisplay, Unterstützung für UHS-II sowie USB-C mit 10 Gbit/s.

Die Sony DSC-RX10 V steht für die fünfte Generation der RX10-Serie. Sie baut auf der Sony DSC-RX10 IV auf, die 2017 angekündigt wurde, seit über einem Jahr ausverkauft ist und in der Bridgeklasse lange eine besondere Rolle spielte. Am Grundkonzept hält Sony fest: Die RX10 V ist keine Systemkamera, sondern eine „Kompaktkamera“ im großen Sinn – mit fest eingebautem Objektiv, einem extrem weitreichenden Zoombereich, einem ausgeprägten Sucheraufsatz und einem umfangreichen Bedienkonzept. Der Ansatz richtet sich an Fotografen, die viel Telebrennweite in einer noch überschaubaren Gesamthöhe suchen und dafür einen etwas kleineren Bildsensor in Kauf nehmen. Ausstattung, Verarbeitung und auch der Preis bewegen sich entsprechend in der oberen Liga.

Im Kern arbeitet weiterhin ein gestapelter Exmor-RS-Sensor im 1-Zoll-Format mit effektiv 20,1 Megapixeln. Das Objektiv bleibt gegenüber der RX10 IV unverändert: Das Zeiss Vario-Sonnar T* deckt 24 bis 600 mm entsprechend Kleinbild ab und bietet eine solide Lichtstärke von F2,4 im Weitwinkel bis F4,0 im langen Telebereich. Der optische Zoomumfang kommt damit auf beeindruckende 25x. Für Verwacklungskorrektur sorgt das Optical SteadyShot-System direkt im Objektiv. Nahaufnahmen sind im Weitwinkel bis auf 3 Zentimeter möglich, bei 600 mm beträgt der kleinste Abstand 72 Zentimeter.

Der eigentliche Generationssprung zeigt sich bei der Bildverarbeitung, beim Autofokus, bei Serienbildleistungen und vor allem bei der Videoausgabe. Sony setzt in der RX10 V auf den Bionz-XR-Prozessor und ergänzt eine KI-Einheit für die Bildanalyse. Dadurch greift die Kamera auf Methoden zurück, die in ähnlicher Form aus aktuellen Alpha-Modellen bekannt sind. Gegenüber der RX10 IV wird insbesondere die Motiverkennung deutlich weiterentwickelt: Menschen, Tiere, Vögel, Insekten, Autos, Züge und Flugzeuge lassen sich unterscheiden. Bei Menschen werden Augen, Gesicht, Kopf und Körper berücksichtigt; bei anderen Motiven orientiert sich die Erkennung je nach Szene an typischen Strukturen. Ein Automatikmodus soll die passende Motiverkennung selbst auswählen.

Auch das Autofokussystem wurde erweitert. Anstelle von 315 Phasen-AF-Punkten arbeitet die RX10 V mit 575 Phasen-AF-Punkten und erreicht damit eine Abdeckung von mehr als 70 Prozent der Bildfläche. Hinzu kommt Fast Hybrid AF mit Phasen- und Kontrasterkennung. Für die Fokuskontrolle nennt Sony außerdem ein neues Fokusfeld „Spot XL“ sowie die Möglichkeit, Fokusfelder frei zu definieren. Für die Bedienung spielen eine neue AF-ON-Taste sowie ein Joystick eine zentrale Rolle, weil sie die Handhabung stärker an das Arbeitsgefühl größerer Sony-Kameras anlehnen. Die RX10 IV lieferte bereits einen schnellen Autofokus; die RX10 V legt aber besonderen Schwerpunkt auf Motiverkennung, die Nachführung und eine präzisere Platzierung des AF-Feldes im Bild.

Bei Serienaufnahmen erhöht sich die maximale Bildrate mit elektronischem Verschluss von 24 auf 30 Bilder pro Sekunde. Dabei werden Autofokus und Belichtung nachgeführt, und diese Werte werden bis zu 60-mal pro Sekunde neu berechnet. Während der Serienaufnahme bleibt die Sucheransicht ununterbrochen – ein Pluspunkt für Motive wie Vögel, Sport, Flugzeuge und andere schnelle Situationen. Mit mechanischem Zentralverschluss sind bis zu 10 Bilder pro Sekunde möglich. Wer nicht dauerhaft mit der höchsten Geschwindigkeit fotografieren möchte, kann die Serienperformance über eine Funktion namens „Continuous Shooting Speed Boost“ so ausrichten, dass zunächst eine niedrigere Grundrate genutzt wird und erst im entscheidenden Moment per Tastendruck auf die maximale Bildrate gewechselt wird.

Beim elektronischen Verschluss nennt Sony eine Zeit von bis zu 1/16.000 s. Damit ist er langsamer als die 1/32.000 s der RX10 IV. Für den praktischen Einsatz wird daher voraussichtlich der mechanische Zentralverschluss die wichtigere Option bleiben. Mit kompatiblen externen Sony-Blitzen ist eine Synchronisation bis 1/2.000 s möglich. Allerdings wird bei der RX10 V ausschließlich mit mechanischem Verschluss geblitzt – nicht mit dem elektronischen Verschluss. Der eingebaute Pop-up-Blitz der RX10 IV entfällt zwar, was zwar dem aktuellen Trend entspricht, aber nicht für jeden Fotografen ein Fortschritt ist: Wer den kleinen Zusatzblitz gezielt zum Aufhellen von Porträts im Gegenlicht nutzt, dürfte ihn künftig vermissen.

Deutlich sichtbarer ist der Schritt bei der Videofunktion. Die RX10 V zeichnet 4K/120p intern mit leichtem Beschnitt auf. 4K/60p erfolgt ohne Beschnitt: mit voller Pixelauslesung, ohne Pixel-Binning und zusätzlich mit 5,4K-Oversampling. Ergänzend kommt 10-Bit-Aufzeichnung mit 4:2:2-Farbabtastung hinzu. Als Videoformate werden XAVC HS, XAVC S und XAVC S-I unterstützt. Für die Nachbearbeitung stehen S-Log3 sowie der Import von bis zu 16 eigenen LUTs bereit. Wer lieber direkt nutzbares Material aus der Kamera erhält, kann S-Cinetone verwenden. Zeitlupen lassen sich mit 4K/120p bis auf 5-fache Verlangsamung realisieren, in Full HD sind bis zu 10-fache Zeitlupe möglich (bei 240 fps).

Die Videofunktionen gehen dabei über höhere Bildraten hinaus. Ein Active Mode soll handgeführte Aufnahmen deutlich stabilisieren als beim Vorgängermodell und Ergebnisse liefern, die in Richtung Gimbal-Optik gehen. Zeitraffer können direkt in der Kamera entstehen, Shot Marks erleichtern das Markieren relevanter Stellen in einem Clip, und eine kleine Tally-Leuchte zeigt auf der Vorderseite an, wenn die Aufnahme läuft. Für Livestreams unterstützt die RX10 V bis zu 4K/30p und kann dabei gleichzeitig intern aufzeichnen. Damit richtet sich die Kamera auch an Nutzer, die mit nur einem Gerät fotografieren, filmen und gelegentlich live übertragen möchten.

Die Bildqualität zeigt sich laut ersten Angaben ab Blendenwerten von F2,8 sehr hoch, allerdings fällt sie teilweise deutlich zum Rand hin ab. Bis ISO 1.600 wird die Qualität noch als ordentlich beurteilt.

Die Akkuladung wurde ebenfalls angepasst: Die Energiezellen werden nun in einer mitgelieferten Ladeschale geladen. Gleichzeitig bleibt die Micro-USB-Dauerstromversorgung weiterhin erhalten.

Jan-Markus Rupprecht (61) fotografiert seit 1995 mit Digitalkameras – zunächst beruflich für die Technische Dokumentation. Aus Begeisterung für die damals neue Technik gründete er 1997 digitalkamera.de, das Online-Portal zur Digitalfotografie, und ist dort bis heute als Chefredakteur und Herausgeber tätig. 2013 startete er digitalEyes.de als weiteres Online-Magazin, das den Fokus noch stärker auf digitale Bildaufzeichnung ausrichtet.

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Freitag, 18. September 2026