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Glücksspiel

The Star erzielt EBITDA-Plus – VIP-Prüfungen bleiben Streitpunkt

The Star erzielt EBITDA-Plus – VIP-Prüfungen bleiben Streitpunkt

Die australische The Star Entertainment Group hat im Quartal bis zum 30. September 2026 ein Gruppen-EBITDA von A$12 Millionen erzielt. Während Sydney und die Gold Coast ihre Erträge steigerten, kritisierte Chairman Soo Kim vor den Aktionären die Behandlung von VIP-Gästen als größtes Unternehmensproblem. Parallel wartet der Konzern auf die Entscheidung des Federal Court im Geldwäscheverfahren von AUSTRAC.

Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was ist neu?
  2. Die Details
  3. Termine
  4. Einordnung

Was ist neu?

  • Das Gruppen-EBITDA lag im Septemberquartal bei A$12 Millionen, nachdem im Vorjahresquartal ein Minus von A$13 Millionen angefallen war.
  • Bei A$284 Millionen Umsatz sanken die operativen Aufwendungen gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent auf A$202 Millionen.
  • Die beiden eigenen Casinos in Sydney und an der Gold Coast steigerten ihren gemeinsamen Umsatz um 5 Prozent auf A$279 Millionen.
  • Der operative freie Cashflow war laut Gesellschaft ohne Sondereffekte positiv, während der ausgewiesene operative Mittelabfluss A$15,5 Millionen betrug.
  • Die Lizenzsperre in Sydney gilt weiter; für die Gold Coast wurde die Aussetzung bis zum 31. März 2027 aufgeschoben.
  • Alle zehn Beschlussvorlagen der Hauptversammlung, darunter Aktienausgaben an Bally’s und Investment Holdings, wurden angenommen.

Die Details

Operative Wende bei den eigenen Standorten

Im ungeprüften Quartalsbericht vom 27. Oktober weist The Star Entertainment Group (ASX: SGR) für die drei Monate bis 30. September 2026 ein EBITDA von A$12 Millionen aus, umgerechnet etwa 8,4 Millionen US-Dollar. Ein Jahr zuvor hatte das Ergebnis bei minus A$13 Millionen gelegen, im Juniquartal bei minus A$9 Millionen. Sämtliche Werte verstehen sich vor wesentlichen Sondereffekten.

Der Umsatz erreichte A$284 Millionen, rund 199 Millionen US-Dollar, und lag damit 2 Prozent über dem Vorjahreswert. Gleichzeitig verringerten sich die betrieblichen Kosten um 12 Prozent auf A$202 Millionen.

The Star Sydney und The Star Gold Coast erhöhten den gemeinsamen Umsatz um 5 Prozent auf A$279 Millionen. Nach Darstellung des Konzerns war dies der erste Quartalsanstieg gegenüber dem jeweiligen Vorjahreszeitraum, seit die Quartalsberichterstattung im September 2024 begonnen hatte. Wachstum bei Spielautomaten, gestützt durch Marketing, stand einem schwächeren Tischspielgeschäft in Sydney gegenüber.

Das EBITDA in Sydney stieg von A$3 Millionen auf A$15 Millionen. An der Gold Coast erhöhte es sich von A$11 Millionen auf A$20 Millionen. Nicht zugeordnete Konzernkosten gingen um 29 Prozent auf A$23 Millionen zurück.

The Star Brisbane erzielte mit A$37 Millionen ein Rekord-EBITDAM. Seit dem Ausstieg aus dem dortigen Joint Venture im März verwaltet The Star den Standort jedoch nur noch. Die Betreibervergütung sank deshalb von A$13,8 Millionen auf A$4,5 Millionen.

Positiver Cashflow nur nach Bereinigung

Das Unternehmen bezeichnete den operativen freien Cashflow vor Einmaleffekten als positiv und erwartet für das Geschäftsjahr FY27 erstmals seit mehr als zwei Jahren einen positiven jährlichen operativen Nettozufluss vor solchen Effekten. Der Anhang 4C weist allerdings einen Netto-Cash-Verbrauch aus laufender Geschäftstätigkeit von A$15,5 Millionen aus, etwa 10,8 Millionen US-Dollar.

Zu den herausgerechneten Positionen gehören eine nicht bezifferte Zahlung für früher zu niedrig entrichtete Casinosteuer, die mit dem NSW Treasury vereinbart wurde. Hinzu kommen Einnahmen aus einer steuerlichen Einigung zu Zahlungen an Junket-Betreiber.

Die liquiden Mittel verringerten sich von A$267 Millionen zum 30. Juni auf A$239 Millionen, also um A$27,6 Millionen im Quartal. Als Schulden nennt The Star ein bis Mai 2029 fälliges WhiteHawk-Capital-Darlehen über $390 Millionen sowie eine Payment-in-Kind-Verbindlichkeit von A$11,6 Millionen gegenüber Bally’s und Investment Holdings. Der Bericht verweist erneut auf erhebliche Unsicherheiten hinsichtlich der Fortführung des Unternehmens.

Bereits im Dezemberquartal 2025 hatte The Star mit A$6 Millionen ein positives EBITDA gemeldet, zugleich aber einen operativen Mittelabfluss von A$41,5 Millionen verbucht. Ob der nun angekündigte Aufbau von Liquidität gelingt, sollen die Halbjahreszahlen zeigen.

Kim sieht VIP-Prozesse als Kernproblem

Auf der Hauptversammlung bemängelte ein Aktionär die lange Dauer von Know-your-Customer-Prüfungen und Kontrollen zur Herkunft des Vermögens bei Premiumkunden. Chairman Soo Kim, der zugleich Bally’s Corporation vorsitzt, erklärte, die Behandlung der eigenen VIPs habe ihn fortgesetzt ratlos und entsetzt gemacht.

Kim bezeichnete das Thema als wichtigstes Problem und zugleich als größte Chance der Gruppe. Viele VIPs kämen nicht durch die verstärkte Sorgfaltsprüfung und spielten stattdessen bei Crown. Nach seiner Einschätzung liegt der Fehler in der Umsetzung der Regeln durch The Star, nicht in den Regeln selbst.

In seiner schriftlichen Ansprache erklärte Kim, der Konzern habe die Vorgaben von New South Wales und Queensland zu Geldwäscheprävention, KYC und sicherem Glücksspiel übernommen, die er als branchenweit höchste Standards bezeichnete. Die Exzesse der Vergangenheit seien beendet. Konzernchef Bruce Mathieson Jnr sagte, die Entwicklung habe sich im Oktober fortgesetzt und mehr als 85 Prozent der Meilensteine des Sanierungsplans seien erledigt.

The Star hatte den verpflichtenden Spielerkarteneinsatz und das Bargeldlimit von A$5.000 in The Star Sydney als Grund für einen Rückgang der durchschnittlichen Tagesumsätze um 20 Prozent genannt. Diese Regeln gelten dort seit dem 19. Oktober 2024.

Brisbane liefert Ertrag, aber nur begrenzt für The Star

Das Rekord-EBITDAM von A$37 Millionen in Brisbane ist operativ der höchste Wert der Gruppe. Nach dem Ausstieg aus dem Joint Venture erhält The Star dort jedoch eine feste Jahresvergütung von A$18 Millionen sowie erfolgsabhängige Gebühren. Das eigene Ergebnis hängt damit vor allem von Sydney und der Gold Coast ab.

Der EBITDA-Umschwung um A$25 Millionen beruht vor allem auf den Spielautomaten und niedrigeren zentralen Kosten. Die Gesellschaft konnte ihren Umsatz unter schärferen Vorgaben wieder erhöhen. Entscheidend bleibt, ob sie wertvolle Kunden zurückgewinnen kann, ohne die Versäumnisse zu wiederholen, die zur Suspendierung der Sydney-Lizenz führten.

Termine

Die NSW Independent Casino Commission hielt die Suspendierung der Sydney-Lizenz am 25. September aufrecht, obwohl zuvor eine Rückkehr in Aussicht gestellt worden war. Als Begründung wurden schwerwiegende Vorwürfe zu Unternehmensführung, Leitung und Kultur genannt. Die Amtszeit des eingesetzten Managers in Sydney wurde bis zum 30. Juni 2027 verlängert.

Für die Gold Coast ist die Lizenzsuspendierung bis zum 31. März 2027 ausgesetzt. AUSTRAC hatte bei einer Anhörung im Juni 2025 eine Strafe von A$400 Millionen, rund 280 Millionen US-Dollar, beantragt. The Star erklärte, eine Sanktion in dieser Höhe würde den Konzern in die Verwaltung treiben; die Entscheidung des Federal Court wird für Mittwoch, den 28. Oktober, erwartet.

Bei der Hauptversammlung gingen sämtliche zehn Beschlüsse in der Abstimmung durch. Der Vergütungsbericht erhielt nach einem Strike im Jahr 2024 eine Zustimmung von 96,11 Prozent. Bei den Vollmachten standen etwa 164,5 Millionen Gegenstimmen rund 85,5 Millionen Ja-Stimmen gegenüber, bevor ungefähr 4,07 Milliarden direkte Stimmen den Bericht annahmen.

Diese Größenordnung liegt nahe an den zusammengerechneten Beteiligungen von Bally’s mit etwa 38 Prozent und Investment Holdings. Investment Holdings kontrolliert gemeinsam mit Bruce Mathieson Snr etwa 23 Prozent, wie aus der Einladung zur Hauptversammlung hervorgeht.

Einordnung

Die operativen Kennzahlen zeigen eine Verbesserung, der gesetzlich ausgewiesene operative Cashflow bleibt jedoch negativ und die Liquidität ist gesunken. Kims Vergleich mit Crown zielt darauf, VIP-Prüfungen als lösbares Prozessproblem statt als Argument gegen strenge Regulierung darzustellen. Schnellere Prüfungen müssten dennoch gründlich bleiben, denn Regulierer und Gericht bewerten den Konzern weiter vor dem Hintergrund früherer Geldwäscheverstöße im Junket-Geschäft und neuer Kulturvorwürfe.

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