Zum Inhalt springen

Glücksspiel

Finnland meldet zwölf Glücksspiellizenzen ohne Ablehnungen

Finnland meldet zwölf Glücksspiellizenzen ohne Ablehnungen

Finnlands nationale Polizeibehörde Poliisihallitus hat für den zum 1. Juli 2027 startenden Wettbewerbsglücksspielmarkt bislang zwölf Lizenzen vergeben. Mit Stand vom 26. Oktober lagen 79 Anträge vor, während keine einzige Ablehnung ausgesprochen wurde. Die offizielle Zahl ist dreimal so hoch wie die zuvor von Unternehmen bekannt gemachten vier Genehmigungen.

Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was ist neu?
  2. Die Details
  3. Termine
  4. Einordnung

Was ist neu?

  • Poliisihallitus weist zum 26. Oktober 79 Lizenzanträge, zwölf erteilte Lizenzen und keine Ablehnungen aus.
  • Von den zwölf zugelassenen Rechtsträgern lassen sich nur Hippos ATG Oy, Granturo Finland Ltd und SuomiVeto Oy bekannten Betreiber-Mitteilungen zuordnen.
  • Unter den Lizenznehmern findet sich kein Unternehmen mit dem Namen ComeOn, obwohl die European Entertainment Group am 22. Oktober Erfolge ihrer Tochtergesellschaft ComeOn Group meldete.
  • Veikkaus besitzt noch keine ausgewiesene Lizenz, obwohl der Konzern Genehmigungen für Monopol- und Wettbewerbsgeschäft beantragt hat.
  • Alle zwölf nun genannten Gesellschaften hatten ihren Antrag bereits bis Ende März eingereicht.

Die Details

Erste offizielle Bilanz der Vergaberunde

Die zwölf Genehmigungen sind die erste offizielle Bestätigung erteilter Lizenzen durch die finnische Aufsichtsbehörde. Zuvor waren am 26. Oktober lediglich vier von Betreibern selbst veröffentlichte Genehmigungen bekannt: Wildz Group, Hippos ATG, ComeOn und SuomiVeto. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine behördliche Übersicht der Lizenzinhaber.

Poliisihallitus nannte keine Zahl noch laufender Verfahren. Rechnerisch blieben damit 67 Anträge offen, sofern keine Anträge zurückgezogen wurden. Bereits am 22. September hatte die Behörde dem öffentlich-rechtlichen Sender Yle 75 Anträge gemeldet, jedoch noch keine abgeschlossenen Entscheidungen.

Zwölf Gesellschaften auf der Liste

Die von der Behörde genannten Lizenznehmer lauten: Hippos ATG Oy, Sunflower Gaming Limited, Granturo Finland Ltd, Skill On Net Ltd, SuomiVeto Oy, Cloudberry Ent Limited, SixthSpin Limited, KuuFlip Limited, RocketLily Ent Limited, Nivei Ursi Limited, YTBlue Limited und Buccone Trading Limited. Granturo Finland gehört zur Wildz Group, die ihre Lizenz am 15. Oktober öffentlich machte.

Hippos ATG erklärte am 19. Oktober den Erhalt seiner Genehmigung. SuomiVeto veröffentlichte die Lizenznummer RALU/2027/L111; das Entscheidungsdatum lautet dort auf den 22. Oktober. Damit sind diese drei Rechtsträger den zuvor kommunizierten Betreibererfolgen eindeutig zuzuordnen.

ComeOn bleibt hinter Gesellschaftsnamen verborgen

Keiner der übrigen neun Namen enthält die Bezeichnung ComeOn. Die European Entertainment Group hatte am 22. Oktober mitgeteilt, ihre Tochter ComeOn Group habe sämtliche beantragten finnischen Glücksspiellizenzen erhalten. Die Erklärung nennt allerdings weder den Rechtsträger noch Lizenznummern oder die Anzahl der Genehmigungen.

Treffen sowohl diese Mitteilung als auch die Angaben von Poliisihallitus zu, müssten die ComeOn-Lizenzen unter einem oder mehreren der neun bislang nicht zugeordneten Namen geführt werden. Welche Gesellschaften gemeint sind, haben weder die Unternehmensgruppe noch die Behörde offengelegt.

Frühe Anträge, lange Warteschlange

Eine von Yle bei Poliisihallitus angeforderte Aufstellung von 25 Antragstellern mit Datenstand 29. März 2026 enthält sämtliche zwölf jetzt lizenzierten Namen. Weder ComeOn noch Veikkaus erscheinen in dieser damaligen Liste. Damit gehörten alle bisherigen Lizenzinhaber zur frühen Antragsgruppe.

Dass bislang keine Anträge abgelehnt wurden, ist vor allem eine Frage des zeitlichen Ablaufs. Die Behörde hatte im September eine Bearbeitungsdauer von sechs bis acht Monaten genannt; die bis Ende März eingereichten Verfahren passen in dieses Zeitfenster. Unter den 67 noch nicht entschiedenen Anträgen befinden sich alle später eingereichten und möglicherweise weniger vollständigen Unterlagen, sodass die Belastbarkeit der Prüfung erst mit weiteren Entscheidungen sichtbar wird.

Veikkaus wartet noch auf Entscheidungen

Veikkaus gründete im Mai zwei Tochtergesellschaften und beantragte nach Angaben aus seinem Halbjahresbericht Lizenzen sowohl für exklusive Tätigkeiten als auch für das Wettbewerbssegment. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen 64.5% des Bruttospielertrags des Konzerns auf den digitalen Vertriebskanal.

Die fehlende Nennung von Veikkaus deutet bislang auf eine spätere Reihenfolge im Verfahren hin, nicht auf eine negative Entscheidung: Es gab keine Ablehnungen, und der Konzern stand nicht auf der Liste vom 29. März. Für den bisherigen Marktinhaber ist der Zeitpunkt dennoch bedeutsam, da er nach dem 1. Juli 2027 eine Lizenz benötigt, um Online-Casino und Sportwetten weiter anbieten zu können. Lizenzierte Wettbewerber gewinnen mit jeder weiteren Wartezeit Planungszeit, die Veikkaus noch nicht hat.

Offene Marken-Zuordnung

Die Behörde hat nun die Zahl der Genehmigungen offengelegt, nicht aber die Marken hinter neun der zwölf Gesellschaften. Bezeichnungen wie KuuFlip Limited oder Nivei Ursi Limited zeigen Banken, Medienunternehmen und Spielern nicht, unter welchem Angebot diese Firmen später auftreten werden.

Ein öffentliches Register der Lizenzinhaber soll erst entstehen, wenn die neue Aufsichtsagentur am 1. Juli 2027 ihre Arbeit aufnimmt. Bis dahin hängt die Markttransparenz davon ab, ob Betreiber selbst Informationen veröffentlichen. Das ist besonders relevant, weil die Durchsetzung des neuen Systems darauf beruht, lizenzierte Marken von nicht zugelassenen Angeboten unterscheiden zu können.

Termine

Der finnische Wettbewerbsglücksspielmarkt soll am 1. Juli 2027 öffnen. Zum selben Datum übernimmt die neue Aufsichtsbehörde und soll das öffentliche Register der Lizenzinhaber bereitstellen.

Einordnung

Die offizielle Bilanz schafft Klarheit über das Volumen der ersten Vergaberunde, lässt aber die Marktzuordnung offen: Neun der zwölf zugelassenen Rechtsträger sind noch keiner bekannten Marke zugewiesen. Für Spieler und Marktteilnehmer bleibt damit bis zum Start des neuen Registers entscheidend, welche Unternehmen hinter diesen Gesellschaften stehen und unter welchen Namen sie auftreten werden.

Weitere Beiträge

27.10.2026 The Star erzielt EBITDA-Plus – VIP-Prüfungen bleiben Streitpunkt 27.10.2026 Brasiliens Oberstes Gericht lädt zur Anhörung über Wettverbot 27.10.2026 Kalshi klagt in Louisiana gegen mögliche Maßnahmen 27.10.2026 NBA bindet Kalshi und Polymarket an sich – CFTC-MOU ohne Pflicht