Sigma stellt mit der FP2 eine kompakte Vollformatkamera vor, die das modulare Konzept der Sigma fp fortführt und in einem noch flacheren Gehäuse deutlich mehr Leistung bietet. Der Kleinbildsensor bleibt bei rund 24 Megapixeln, ermöglicht aber bis zu 20 Bilder pro Sekunde sowie Video bis 6K60 und 4K120. Der Marktstart ist für November 2026 vorgesehen.
Inhalt 4 Abschnitte
Was ist neu?
- Der teilweise gestapelte 24-Megapixel-Kleinbildsensor erlaubt Serienbilder mit bis zu 20 Bildern pro Sekunde und reduziert den Rolling-Shutter-Effekt.
- Video ist mit bis zu 6K bei 60 Bildern pro Sekunde sowie 4K mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde möglich.
- Der Autofokus nutzt integrierte Phasen-AF-Sensoren und erkennt Menschen, Gesichter, Augen, Tiere und Vögel samt Augen.
- Das Metallgehäuse misst 11,3 x 7 x 4,2 Zentimeter; der neue Akku mit 2.200 mAh ermöglicht 370 CIPA-Aufnahmen.
- 70 GByte interner Speicher, zwei USB-C-Anschlüsse und ein neigbarer Touchscreen ergänzen die Ausstattung.
- Die Sigma FP2 soll im November 2026 für knapp 2.200 Euro erscheinen.
Die Details
Sensor, Gehäuse und Stromversorgung
Die FP2 verwendet ein teilweise mehrschichtig gestapeltes Vollformatsensor-Design. Dadurch lässt sich der Sensor schneller auslesen. Das verbessert nicht nur die Bildraten bei Serienfotos und Video, sondern verringert auch den Rolling-Shutter-Effekt deutlich. Einen mechanischen Verschluss besitzt die Kamera nicht; die kürzeste Verschlusszeit liegt nun bei 1/25.600 Sekunde statt 1/8.000 Sekunde. Der Empfindlichkeitsbereich reicht wie beim Vorgänger von ISO 100 bis 102.400 und lässt sich bis ISO 6 erweitern. Sigma gibt einen Dynamikumfang von bis zu 14,1 Blendenstufen an. Eine sensorbasierte Bildstabilisierung ist nicht vorhanden.
Das gegen Staub und Spritzwasser geschützte Metallgehäuse ist 11,3 x 7 x 4,2 Zentimeter groß. Gegenüber der Sigma fp ist es 0,8 Millimeter schmaler und 3,5 Millimeter dünner. Das Gewicht steigt um 38 Gramm auf 460 Gramm. Grund dafür ist vor allem der größere BP-91-Akku: Seine Kapazität beträgt 2.200 statt 1.200 mAh, also mehr als 80 Prozent zusätzlich. Trotz der leistungsfähigeren und energiehungrigeren Komponenten steigt die CIPA-Akkulaufzeit um 32 Prozent von 280 auf 370 Aufnahmen.
Fotoaufnahme und Speichermöglichkeiten
Aufnahmen lassen sich als JPEG oder als 14-Bit-DNG-Raw speichern. Die Serienbildrate erreicht 20 Bilder pro Sekunde; am Stück sind bis zu 200 JPEGs oder 180 DNG-Dateien möglich. Der gegenüber dem Vorgänger vergrößerte Puffer wird durch 70 GByte internen Speicher ergänzt. Weiterhin vorhanden ist ein Kartenfach für SDHC- und SDXC-Karten mit UHS-I- und UHS-II-Unterstützung. Fotos und Filme können außerdem auf einer über USB-C verbundenen SSD abgelegt werden.
Monitor und Sucheroptionen
Der rückwärtige Touchscreen entspricht beim Format und bei der Auflösung dem bisherigen Modell: Er misst 3,15 Zoll beziehungsweise 8 Zentimeter in der Diagonale und zeigt 2,1 Millionen Bildpunkte. Neu ist die Neigbarkeit um 90 Grad nach oben und 45 Grad nach unten, obwohl das Gehäuse flacher ausfällt. Mit der optionalen Basisplatte BPL-21 lässt sich die Sucherlupe LVF-21 am Monitor befestigen und als LCD-Sucher nutzen. Die Dioptrienkorrektur reicht dabei von -2 bis +1 dpt.
Als separates Zubehör ist außerdem der elektronische Sucher EVF-21 erhältlich. Sein OLED-Display löst mit 5,76 Millionen Bildpunkten auf, die Vergrößerung beträgt 0,88-fach. Für die Dioptrienkorrektur steht ein Bereich von -4 bis +2 dpt zur Verfügung. Der Sucher lässt sich um bis zu 90 Grad nach oben klappen.
Anschlüsse, Blitz und Ton
Trotz der kompakten Bauweise besitzt die FP2 zwei USB-C-Buchsen: eine mit USB 2.0 und eine mit USB 3.2. Über den USB-2.0-Anschluss lassen sich das Fernauslösekabel CR-51 oder ein Kopfhöreradapter anschließen. Auch der elektronische Sucher, das Laden des Akkus und die Stromversorgung über USB Power Delivery mit 27 Watt laufen über diese Buchse. Der USB-3.2-Port ist für SSDs und Videoausgabe nach UVC/UAC vorgesehen. Fernauslösung und USB Power Delivery werden ebenfalls unterstützt.
Zur weiteren Ausstattung gehören ein Stereo-Klinkeneingang für Mikrofone mit Phantomspeisung sowie HDMI. Statt des kleinen Typ-D-Anschlusses der Sigma fp kommt nun eine HDMI-Buchse vom Typ A zum Einsatz. Für einen Blitz benötigt die Kamera die optionale Hot Shoe Unit HU-21. Sie stellt einen TTL-Systemblitzschuh bereit, der mit Olympus, OM System und Panasonic kompatibel ist. Wegen des elektronischen Verschlusses beträgt die Blitzsynchronzeit 1/50 Sekunde, mit APS-C-Crop 1/60 Sekunde. Stativgewinde gibt es nicht nur an der Unterseite, sondern auch an den Seiten.
Der Blitzschuhadapter unterstützt zudem den Panasonic DMW-XLR2-Adapter und das digitale Richtmikrofon DMW-DMS1. In Verbindung mit beiden ist eine 32-Bit-Float-Audioaufnahme möglich. Die hohe Bittiefe soll Störgeräusche bei leisen Signalen und Übersteuerungen bei hohen Lautstärken verringern und einen sehr großen Audio-Dynamikumfang erfassen.
Videoformate und Bildraten
Als Foto-Video-Hybrid zeichnet die FP2 Filme im MOV-Format mit H.264- oder H.265-Kompression auf. Außerdem stehen Apple ProRes RAW und Apple ProRes RAW HQ mit 12 Bit Farbtiefe zur Wahl. Bei Full HD im 16:9-Format sind 24, 25, 30, 48, 50, 60, 100 und 120 Bilder pro Sekunde möglich.
In 4K kann die Kamera mit voller Sensorbreite in 16:9, 17:9, 4:3 und 3:2 (Open Gate) mit 24, 25, 30, 48, 50 oder 60 Bildern pro Sekunde filmen. Bei APS-C-Crop steigt die Bildrate auf 100 oder 120 Bilder pro Sekunde. Die höchste Auflösung beträgt 6K mit 6.016 x 4.012 Pixeln im 3:2-Format und nutzt damit die volle Sensorauflösung. Auch 4:3, 16:9 und 17:9 sind bei 6K verfügbar. Die Bildrate umfasst die genannten Zwischenstufen von 24 bis 60 Bildern pro Sekunde; bei Raw-Aufzeichnung liegt die Obergrenze bei 30 Bildern pro Sekunde.
Bildstile, Funktionen und Zubehör
Die Kamera bietet 13 Bildstile, darunter Cinema, 709 Look und Monochrome. Für eine spätere Gradation ist L-Log an Bord, das auf Leica-Log basiert und von vielen Bearbeitungsprogrammen unterstützt wird. Kameraeinstellungen lassen sich per QR-Code exportieren und importieren. WLAN und Bluetooth fehlen. Zum Funktionsumfang zählen außerdem ein integrierter DNG-Raw-Konverter und Gyroflow-Unterstützung.
Zum optionalen Zubehör gehört neben den genannten Sucher- und Blitzlösungen das Ladegerät BC-91. Es wird ebenfalls über USB-C Power Delivery mit Strom versorgt und lädt den BP-91 in knapp drei Stunden vollständig auf. Ein DC-Anschlussadapter für das Akkufach ist ebenfalls erhältlich. Mit dem CN-21 kann die Sigma FP2 über ein Netzteil oder eine andere Stromquelle betrieben werden.
Preis und Verfügbarkeit
Sigma plant die Markteinführung der FP2 für November 2026. Der Preis soll knapp 2.200 Euro betragen.
Einordnung
Die FP2 verbindet ein besonders flaches, modulares Vollformatgehäuse mit hohen Foto- und Videobildraten sowie erweiterten Anschlussmöglichkeiten. Für die Nutzung des elektronischen Suchers, eines Blitzes oder bestimmter Audioadapter sind jedoch optionale Komponenten nötig; außerdem fehlen WLAN, Bluetooth und eine sensorbasierte Stabilisierung.
