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Glücksspiel

NBA bindet Kalshi und Polymarket an sich – CFTC-MOU ohne Pflicht

NBA bindet Kalshi und Polymarket an sich – CFTC-MOU ohne Pflicht

Die NBA hat am 26. Oktober Kalshi und Polymarket zu bevorzugten Prediction-Market-Börsen ernannt. Gleichzeitig erweitert die Liga die Zusammenarbeit mit DraftKings und schließt mit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) ein Memorandum zur Integrität ab. Die verbindlichen Vorgaben liegen dabei vor allem in den kommerziellen Verträgen, nicht im unverbindlichen CFTC-Papier.

Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was ist neu?
  2. Die Details
  3. Preis und Verfügbarkeit
  4. Einordnung

Was ist neu?

  • Kalshi und Polymarket erhalten den Status Preferred Prediction Market Exchanges der NBA.
  • DraftKings wird als Authorized Prediction Market Operator für Prediction Markets und landesweite Werbung eingebunden.
  • Die bevorzugten Börsen bekommen NBA-Markenrechte, Vermarktungsrechte und Sportradar-Daten zur Abwicklung von NBA-Märkten.
  • Verträge sehen Marktbegrenzungen, ein Handelsverbot für Liga- und Teampersonal sowie Informationspflichten vor.
  • Das MOU mit der CFTC begründet keine rechtlichen Verpflichtungen und macht jeden Informationsaustausch freiwillig.
  • Die Vereinbarungen fallen in eine Phase laufender NBA-Wettverfahren, darunter die Fälle Malik Beasley und Terry Rozier.

Die Details

Zwei Partnerstufen für Prediction Markets

Die NBA trennt ihre Prediction-Market-Partner in zwei Kategorien. Kalshi und Polymarket bilden als Preferred Prediction Market Exchanges die bevorzugte Ebene. DraftKings, bereits Sportwettenpartner der Liga, steigt als Authorized Prediction Market Operator in die zweite Stufe ein; dessen bestehende Kooperation wurde um Prediction Markets und eine landesweite Vermarktung ergänzt.

Nach Angaben der NBA sollen in den kommenden Wochen weitere offizielle Sportwettenpartner sowie andere Unternehmen der Branche folgen. Finanzielle Konditionen, Laufzeiten und Startzeitpunkte der drei Vereinbarungen wurden nicht veröffentlicht.

Kalshi und Polymarket dürfen NBA-Urheber- und Markenmaterial verwenden, erhalten Marketingrechte und können Werbeaktivierungen über Medienkanäle in den Vereinigten Staaten umsetzen. Zudem erhalten beide offizielle Daten von Sportradar, dem offiziellen Datenvertriebspartner der Liga, um NBA-Märkte anzubieten und abzurechnen.

Seit dem Start der Saison 2026-27 am 20. Oktober lag das tägliche Basketball-Volumen bei Kalshi im Schnitt bei mehr als $100 million. Polymarket US kam im selben Zeitraum auf mehr als $35 million pro Tag.

Integritätspflichten in den privaten Verträgen

Die Verträge von Kalshi und Polymarket enthalten Schutzvorkehrungen für NBA-bezogene Märkte. Dazu zählen Einschränkungen bei zulässigen Märkten, das Verbot für Personal der Liga und der Teams, NBA-Event-Kontrakte zu handeln, sowie Pflichten zum Austausch von Informationen bei Untersuchungen und auffälligem Handel.

Für sämtliche Partnerschaften mit Authorized Prediction Market Operators sollen Marktregeln gelten, die den jüngsten Einschränkungen der NBA für Sportwetten entsprechen. Kalshi verweist zusätzlich auf direkte Meldewege für verdächtige Handelsaktivitäten, die Zusammenarbeit bei Ermittlungen und die Überwachung durch IC360. NBA-Manager Scott Kaufman-Ross, zuständig für Medienvertrieb und Partnerschaften, bezeichnete den Schutz der Spielintegrität als höchste Priorität.

Das MOU mit der CFTC bleibt unverbindlich

Das am 26. Oktober veröffentlichte Memorandum soll durch regelmäßigen Austausch die Integrität des Profi-Basketballs auf Prediction Markets stärken. Es trägt Unterschriftsfelder für CFTC-Vorsitzenden Michael Selig und NBA-Commissioner Adam Silver und beschreibt sich selbst als Absichtserklärung für Gespräche, Kooperation und Informationsaustausch.

Die Zusammenarbeit soll überwiegend über fortlaufende, informelle Konsultationen erfolgen. Das Dokument schafft ausdrücklich weder rechtlich durchsetzbare Rechte noch Pflichten. Keine Seite muss Informationen herausgeben; jeder Austausch steht im alleinigen Ermessen der jeweiligen Partei. Ein Verfahren zur Weiterleitung von Fällen ist nicht vorgesehen, und die Durchsetzungsbefugnisse der CFTC bleiben unverändert.

Die NBA darf CFTC-Informationen an ihr Board of Governors weitergeben, jedoch nicht ohne schriftliche Zustimmung an einzelne Teams. Bei einer aktiven Integritätsuntersuchung der NBA erwarten beide Seiten, diese Zustimmung zu erteilen. Als Ansprechpartner sind CFTC-General Counsel Tyler Badgley und NBA Executive Vice President Dan Spillane benannt. Beide Parteien können das MOU mit einer Frist von 30 Tagen beenden.

Selig ordnete die NBA neben MLB und NHL ein, die Marktteilnehmer vor Missbrauch wie Insiderhandel und Betrug auf Prediction Markets schützen wollten. Mit Major League Baseball hatte die CFTC am 19. März ein vergleichbares Memorandum geschlossen, mit der NHL am 21. Mai. CFTC-Durchsetzungsdirektor David Miller führte Insiderhandel am 31. März als eine von fünf Prioritäten seiner Behörde auf und kündigte an, solche Verstöße auf Prediction Markets entschlossen aufzuspüren, zu untersuchen und gegebenenfalls strafrechtlich zu verfolgen. Als Beispiel nannte er einen NBA-Teammitarbeiter, der nicht öffentliche Kenntnisse über die Verletzung eines Spielers besitzt.

Sportwetten-Regeln und offene Marktfragen

Bereits am 16. Oktober hatte die NBA ihren Sportwettenpartnern per Memo neue Vorgaben übermittelt. Untersagt wurden Same-Player-Under-Parlays, Märkte zum Eröffnungs-Tipp, Under-Wetten auf Spieler, die voraussichtlich weniger als 12 Minuten eingesetzt werden, sowie individuelle „First-of“-Märkte. Diese Regeln erstreckten sich zu diesem Zeitpunkt nicht auf Prediction Markets.

Für Authorized Prediction Market Operators wie DraftKings sind Einschränkungen zugesagt, die an diese Oktober-Regeln angelehnt sind. Für Kalshi und Polymarket nennt die NBA hingegen lediglich Begrenzungen bei erlaubten Märkten. Ob damit etwa Same-Player-Under-Parlays oder Verträge zum Eröffnungs-Tipp von den zwei größten Börsen verschwinden, bleibt in den veröffentlichten Unterlagen offen.

Laufende Verfahren und Konflikt um Zuständigkeiten

Im Verfahren gegen Malik Beasley bat der zuständige Richter am 23. Oktober einen Magistrate Judge in Brooklyn, eine Anhörung für eine Änderung seines nicht schuldig lautenden Plädoyers anzusetzen. Sein Anwalt Steve Haney erklärte jedoch, es sei keine Vereinbarung unterzeichnet worden. Beasley wird vorgeworfen, seine Leistung in mindestens vier Spielen der Milwaukee Bucks im Jahr 2024 beeinflussen zu wollen.

Auch das Verfahren gegen Terry Rozier läuft weiter; sein Prozess ist für Februar 2027 angesetzt. Die neuen Vereinbarungen der NBA entstehen damit in einem Umfeld verstärkten Drucks auf die Integrität von Basketballwetten.

Auf Ebene der Bundesstaaten entwickelt sich die Lage in die entgegengesetzte Richtung. Ohio wies zehn Prediction-Market-Anbieter an, Sportkontrakte einzustellen, nachdem der Sixth Circuit entschieden hatte, dass der Staat sein Glücksspielrecht gegenüber Kalshi durchsetzen kann. Die NFL ist unter den vier großen Profiligen nun die einzige ohne Prediction-Market-Partner. In einem Amicus-Schriftsatz an den Supreme Court vertritt sie die Position, dass Bundesstaaten und nicht die CFTC Sportevent-Kontrakte regulieren sollten.

Preis und Verfügbarkeit

Preise, Lizenzentgelte, Vertragsdauer und konkrete Startdaten der Kooperationen mit Kalshi, Polymarket und DraftKings hat die NBA nicht bekannt gegeben. Weitere Partnerschaften mit offiziellen Sportwettenunternehmen und anderen Marktteilnehmern sollen nach Darstellung der Liga in den kommenden Wochen folgen.

Einordnung

Das CFTC-MOU sorgt zwar für einen offiziellen Kommunikationsrahmen, verpflichtet aber keine Seite zur Weitergabe von Informationen. Die praktischen Integritätsvorgaben stehen deshalb in den kommerziellen Abkommen: Kalshi und Polymarket akzeptieren Informationspflichten und ein Handelsverbot für Liga- und Teampersonal im Tausch gegen Daten, Marken- und Vermarktungsrechte. Das entspricht dem Ansatz der NBA bei Sportwetten, wo Marktlimits vertraglich statt gesetzlich durchgesetzt werden; die Börsen unterliegen zusätzlich bereits bundesrechtlichen Überwachungspflichten.

Eine dritte große Liga, die auf einen föderalen Kanal setzt, stärkt die Argumentation der Börsen für eine nationale Zuständigkeit. Die Rechtslage ändert das nicht: Über die Verdrängung einzelstaatlichen Rechts entscheiden weiterhin Gerichte, und der Sixth Circuit hat Ohio und Tennessee Recht gegeben. Während die NBA faktisch das CFTC-Modell unterstützt, positioniert sich die NFL auf der Seite der Bundesstaaten. Die NBA gewinnt Datenzugang, vertraglichen Einfluss und einen Platz am Tisch der CFTC – ob die bei Sportsbooks untersagten Märkte auch von den nun beworbenen Börsen verschwinden, ist bislang nicht belegt.

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