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Glücksspiel

Kalshi klagt in Louisiana gegen mögliche Maßnahmen

Kalshi klagt in Louisiana gegen mögliche Maßnahmen

KalshiEX LLC hat am 23. Oktober 2026 vor einem Bundesgericht in Louisiana Klage gegen mögliche staatliche Schritte eingereicht. Der Betreiber der Kalshi-Exchange will verhindern, dass Louisiana seine Glücksspielvorschriften auf Sportkontrakte anwendet, obwohl der Staat bislang kein Verfahren gegen das Unternehmen eröffnet hat.

Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was ist neu?
  2. Die Details
  3. Preis und Verfügbarkeit
  4. Einordnung

Was ist neu?

  • KalshiEX LLC verklagte am 23. Oktober 2026 unter anderem Generalstaatsanwältin Liz Murrill, Gouverneur Jeff Landry und die Louisiana Gaming Control Board.
  • Die Klage enthält einen einzigen Anspruch: Der Commodity Exchange Act soll die Glücksspiel- und Sportwettenregeln Louisianas für Kalshi verdrängen.
  • Act 182 gilt seit dem 1. August 2026, erhöht die Höchststrafe für Online-Glücksspiel auf $100,000 und ermöglicht Sperren von Websites sowie Konten.
  • Kalshi erwartet nach eigener Darstellung kurzfristige staatliche Maßnahmen, benennt jedoch weder eine Unterlassungsaufforderung noch ein laufendes Vollzugsverfahren.
  • Nach Niederlagen im Sixth Circuit in den Fällen Ohio und Tennessee wird der Streit nun erstmals im Fifth Circuit relevant.

Die Details

Klage gegen eine noch nicht eingeleitete Durchsetzung

Das Verfahren läuft beim US District Court for the Western District of Louisiana unter dem Aktenzeichen KalshiEX LLC v. Murrill, No. 1:26-cv-04476. KalshiEX beantragt eine Feststellung und dauerhafte Unterlassung. Sämtliche Beklagten sind ausschließlich in ihrer amtlichen Funktion verklagt.

Zu ihnen gehören Attorney General Liz Murrill, Dawn Himel als Leiterin der Gaming Division der Generalstaatsanwaltschaft, Gouverneur Jeff Landry, die Louisiana Gaming Control Board, deren Vorsitzender Christopher B. Hebert sowie acht weitere Mitglieder. Ebenfalls genannt werden die Louisiana State Police Gaming Enforcement Division, State-Police-Superintendent Robert Paul Hodges und Revenue Secretary Jarrod J. Coniglio.

Der einzige Klagepunkt stützt sich auf die Supremacy Clause der US-Verfassung. Kalshi vertritt die Position, der Commodity Exchange Act übertrage der Commodity Futures Trading Commission, kurz CFTC, die ausschließliche Zuständigkeit für Verträge auf einem designated contract market. Die Sportkontrakte seien Swaps; deshalb seien die Landesvorschriften ausdrücklich, durch umfassende Regelung des Bereichs und wegen eines Konflikts mit Bundesrecht verdrängt.

Nach Darstellung von Kalshi kann das Unternehmen die Lizenzvorgaben Louisianas nicht erfüllen. Diese verlangten, dass Wetten und Server innerhalb des Bundesstaats angesiedelt sind. Ein Rückzug aus Louisiana würde nach Auffassung des Unternehmens zugleich gegen die CFTC-Vorgabe eines unparteiischen Zugangs verstoßen.

Das Unternehmen verlangt eine gerichtliche Erklärung, dass die Durchsetzung der Paragraphen 14:90, 14:90.1, 14:90.3, 27:19.1, 27:19.2 und 27:604 gegen Kalshi verfassungswidrig wäre. Beantragt werden eine einstweilige Verfügung, eine vorläufige gerichtliche Anordnung und eine dauerhafte Untersagung.

Worauf Kalshi seine Befürchtung stützt

Die Klage wurde vorsorglich erhoben. Kalshi erklärt, nach seinem Kenntnisstand würden die Beklagten in Kürze Vollzugsmaßnahmen beginnen. Als Anhaltspunkte nennt das Unternehmen einen Hinweis der Aufsichtsbehörde vom 5. Dezember 2025, Presseäußerungen aus dem März 2026 und von Murrill unterzeichnete Amicus-Schriftsätze in drei Berufungsverfahren. Ein Gericht hat diese Behauptungen bisher nicht geprüft.

Der Hinweis vom 5. Dezember 2025 trug die Unterschrift von Hebert. Die Board erklärte darin, sie erkenne bei einem solchen Angebot auf Grundlage einer CFTC-Lizenz keine Verteidigung. In einem Bericht von The Advocate vom März 2026 sagte Hebert, der Staat suche aktiv nach Wegen, dies zu unterbinden; Murrill ordnete Prediction Markets als Glücksspiel ein.

Anders als beim Verfahren Kalshis in New York ging dieser Klage keine Unterlassungsaufforderung der staatlichen Glücksspielaufsicht voraus. Dort gab es ein solches Schreiben. In Louisiana beruft sich Kalshi dagegen auf den Behördenhinweis, Zeitungszitate und Amicus-Schriftsätze. Zunächst dürfte daher zu klären sein, ob daraus überhaupt eine ausreichend konkrete Gefahr staatlicher Durchsetzung folgt.

Kalshi hat bislang keinen Antrag auf Eilrechtsschutz gestellt. In der Klageschrift heißt es, das Unternehmen werde die Beklagten nach Einreichung über den geplanten Antrag auf eine vorläufige Verfügung informieren. Falls diese nicht zusagten, bis zu dessen Entscheidung keine Maßnahmen einzuleiten, solle zusätzlich eine temporary restraining order beantragt werden.

Am 27. Oktober enthielt die Gerichtsakte lediglich die Klage, eine Erklärung zu Unternehmensbeteiligungen und vorgeschlagene Ladungen; alle Dokumente waren am 23. Oktober eingereicht worden. Eine öffentliche Stellungnahme des Staates war zu diesem Zeitpunkt nicht auffindbar.

Die verschärften Regeln aus dem Frühjahr

Im Mittelpunkt steht Act 182 aus der regulären Sitzungsperiode 2026, ursprünglich House Bill 883 von Representative Laurie Schlegel. Das Repräsentantenhaus verabschiedete die Vorlage mit 99 zu 0 Stimmen, der Senat mit 35 zu 0. Landry unterzeichnete das Gesetz am 15. Mai; in Kraft trat es am 1. August.

Für das Betreiben von Glücksspiel per Computer stieg die maximale Geldstrafe von $20,000 auf $100,000. Daneben sind bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe möglich. Jede einzelne Wette gilt als eigenständiger Verstoß, und Gerichte müssen die Einziehung der Gewinne anordnen.

Betroffen sein können auch Plattformanbieter, Geolokalisierungsdienste, Medienpartner und weitere Personen oder Unternehmen, die Online-Glücksspiel wissentlich unterstützen oder ermöglichen. Für sie sieht das Gesetz Strafen von bis zu $20,000 und bis zu fünf Jahren vor. Bei Beteiligung einer Person unter 21 Jahren verdoppeln sich die Geldstrafen.

Die neuen Paragraphen 27:19.1 und 27:19.2 erlauben dem Attorney General oder dem Vorsitzenden des Boards, eine Aufforderung zur Einstellung zuzustellen. Danach bleiben zehn Tage, um die Tätigkeit einzustellen; der Attorney General muss die Empfänger öffentlich listen. Er kann gerichtliche Verbote beantragen, einschließlich ex parte erlassener Anordnungen zur Entfernung von Websites und zum Einfrieren verknüpfter Bank- und Kreditkonten.

In solchen Verfahren gilt ein Verstoß nach dem Gesetz abschließend als nicht wiedergutzumachender Schaden. Gerade die kurze Zehn-Tage-Frist, ex parte mögliche Anordnungen und diese gesetzliche Vermutung können staatliche Schritte beschleunigen. Die Vorschriften zu Zahlungsdienstleistern und Plattformen könnten zudem Kalshis Partner ebenso erfassen wie Kalshi selbst. Mit der frühzeitigen Klage bestimmt Kalshi das Forum und will die Frage der bundesrechtlichen Verdrängung vor einem möglichen ex parte Beschluss klären lassen.

Ein weiteres Gesetz, Act 48 beziehungsweise House Bill 53, wurde am 11. Mai unterzeichnet und gilt ebenfalls seit dem 1. August. Es erklärte Glücksspiel und Glücksspiel per Computer zu Vortaten für Racketeering. Kalshi stützt seine Klage nicht auf dieses Gesetz.

Ausnahme für Börsengeschäfte im Gesetzestext

Die durch Act 182 geänderte Regelung zum Glücksspiel per Computer enthält weiterhin eine Ausnahme. Danach dürfen Transaktionen mit Futures, Optionen, Rohstoffen oder vergleichbaren Instrumenten an einer Warenbörse nicht verboten, begrenzt oder anderweitig eingeschränkt werden. Kalshi führt diese Passage in der Klage an, stützt seinen Anspruch aber ausschließlich auf die Verdrängung durch Bundesrecht.

Damit ist die Einordnung jedoch nicht entschieden. Der Hinweis des Boards besagt, Sportkontrakte würden nicht als Warengeschäfte angesehen. Der Sixth Circuit und der Ninth Circuit haben zudem entschieden, dass Kalshis Sportkontrakte keine Swaps sind oder dies voraussichtlich nicht sind. Die Ausnahme zeigt dennoch, dass nicht allein Bundesrecht, sondern auch der Gesetzestext Louisianas selbst Instrumente anspricht, die an einer Börse gehandelt werden.

Uneinheitliche Berufungsgerichte

Die US-Berufungsgerichte bewerten die Zuständigkeit unterschiedlich. Der Third Circuit bestätigte Kalshis einstweilige Verfügung gegen New Jersey; New Jersey hat den Supreme Court gebeten, die Aufsichtszuständigkeit für Kalshi zu entscheiden. Im August entschied der Ninth Circuit zugunsten Nevadas, im September der Sixth Circuit zugunsten von Ohio und Tennessee.

Nach Angaben in Kalshis Klage wurde die Berufung im Maryland-Verfahren vor dem Fourth Circuit bereits verhandelt. Das New-York-Verfahren ist im Second Circuit noch anhängig. Eine Entscheidung aus Louisiana könnte zum Fifth Circuit weitergezogen werden, der nach Angaben von DeFi Rate zu dieser Frage noch kein Urteil gefällt hat.

Das Ergebnis hat auch Bedeutung für den Tunica-Biloxi Tribe. Dieser startete im September in Louisiana eine Prediction-Market-App auf Kalshis Exchange. Ob ein Bundesrichter bereits die Gefahr staatlicher Maßnahmen als ausreichend konkret ansieht, ist der erste Prüfpunkt; erst danach würde die Frage der bundesrechtlichen Verdrängung behandelt.

Preis und Verfügbarkeit

Bei dem Vorgang geht es nicht um ein Produktangebot, sondern um ein laufendes Gerichtsverfahren. Maßgeblich für die Klage sind die seit dem 1. August 2026 geltenden Befugnisse aus Act 182; eine Entscheidung in Louisiana liegt noch nicht vor.

Einordnung

Kalshi versucht, den Rechtsstreit vor einer behördlichen Maßnahme zu führen, weil Louisianas neue Instrumente rasche Eingriffe gegen Websites, Zahlungswege und Konten ermöglichen. Für Prediction Markets ist das Verfahren besonders relevant: Im Fifth Circuit fehlt bislang eine Entscheidung, während andere Berufungsgerichte bereits gegensätzliche Positionen eingenommen haben.

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