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Nikon D5000



Mit der D5000
führt Nikon im Mai 2009 erstmals bei seinen DSLR ein neig- und drehbares Display ein. Die
Auflösung ist mit 12,3 Megapixel allerdings relativ moderat ausgefallen. Eine
Videofunktion ist ebenfalls inklusive. Wir haben uns die D5000 als erfahrene Canon-Anwender aus dem Blickwinkel
eines Canon-Users angesehen und ziehen daher verstärkt Vergleiche zur
Canon-Welt.

Der aus Kunststoff
gefertigte Nikon-Body
wirkt trotz überschaubarer Abmessungen zunächst etwas wuchtig mit vielen Rundungen und abgesetzten
Tastenunterlegern. Das macht den optischen Auftritt recht eindrucksvoll; in unseren grösseren Händen
liegt er jedoch wenig
optimal. Grund ist u.a. die zu kleine Griff-Fläche für den Daumen; eine EOS
500D oder 550D ist zwar auch für unsere Hände zu klein, liegt dafür aber fester
im Griff.

Die Bedienung mit
vier im Kranz um eine Settaste angeordnete Pfeiltasten sowie Einstellrad nebst
Programmwahlrad ist ansonsten klassentypisch.

Das
Tastenlayout scheint uns allerdings bei Canon stimmiger: soll z.B. die mittlere
Belichtungsstufe an der D5000 geändert werden, muss der Zeigefinger stark bei
gleichzeitigem Dreh am Wahlrad eingekrümmt werden. Einhändig nur sehr unbequem
durchzuführen. Bei Canons Dreistelligen geht das bequemer, da mehr Griff-Fläche
und Tastenabstand vorhanden ist.

Vermisst haben wir
an der D5000 einige Direktwahltasten, die bei Canon auch in den unteren Klassen
Standard sind: Um bei der Nikon den ISO-Wert zu ändern, muss der
Schnelleinstell-Bildschirm bemüht werden, dort das ISO-Feld angefahren  und
nach Settastendruck ausgewählt und erneut via Settaste bestätigt werden. Das
erscheint uns etwas langatmig. Gleiches gilt mangels separater Tasten für den
Weissabgleich, die Drive- (Einzelauslösung, Serienauslösung, Selbstauslöser
etc.) oder Autofokusbetriebsart. Immerhin können einige der Funktionen deutlich schneller über eine recht frei konfigurierbare
Funktionstaste abgerufen werden. 

Die ?berprüfung der Schärfentiefe vor der
Aufnahme ist nicht möglich, da eine Abblendtaste gänzlich fehlt. Sicherlich
braucht nicht jeder diese Tasten ständig aber für ambitionierte Fotografen
empfinden wir das generelle Bedien-Layout der D5000 schon etwas – milde
formuliert – gewöhnungsbedürftig. Gut gefallen uns hingegen die vielen
Anwender-Hinweise incl. kleiner Beispielbilder und via ?-Taste auch längere
Texterklärungen, die z.B. Einsteigern bei den komplexeren Kreativprogrammen
entgegenkommen. Vielfach nehmen die Beispielbilder aber den Platz für eindeutige
Bezeichnungen und der Anwender muss auf die Hilfetaste ausweichen.


Menübedienung

Das Men der Nikon
empfinden wir als etwas mühsam, denn die langen Eintragslisten sind nicht – wie
bei Canon – auf einen Blick übersehbar sondern müssen vielfach durchgecrollt
werden. Schuld ist auch der sehr grosse Menüumfang, der technisch orientierten
Fotografen allerdings auch eine Konfigurations-Spielweise bietet. Intuitiv ist
hingegen die generelle Cursorbedienung, der Cursor springt z.B. via linkem Vierwegetaster
eine Ebene zurück bis auf die Hauptkarteireiter und umgekehrt via rechtem Druck
in die Unterebenen. Nach einer Eingewöhnzeit erreichen wir an D5000 ein flottes
Konfigurationstempo. Im Men finden sich 6 Haupteinträge:


  • Bildwiedergabe

    (z.B. Löschen auch datumsbezogen, Diashow, Bildrückschau)


  • Aufnahme
    (u.a.
    Bildstile auch individuell konfigurierbar, Wahl der Bildqualität und Grösse,
    Farbraumwahl, Rauschreduzierung hohe ISO-Werte oder Langzeitbelichtungen,
    Ordnerwahl und – erstellung, Videoqualität, Intervallaufnahme)


  • Individualfunktionen
    (mit

    6 Untereinträgen
    ).


  • System

    (z.B. Speicherkarte formatieren, Monitorhelligkeit, Einblenden von
    Bedientipps, Sensor-Reinigung, Videonorm, Sprach- Datums- und
    Zeiteinstellungen, manueller Bildkommentar, Staubreferenzbild, GPS, Firmware)


  • Bildbearbeitung
    (z.B. D-Lighting als Aufhellfunktion bestehender Bilder,
    Rote-Augenkorrektur, Beschnitt, Monochrom, Filtereffekte, Farbabgleich,
    Kompaktbild, RAW-Verarbeitung zum JPEG-Bild, Verzeichniskorrektur,
    Geraderichten, Fisheye, Farbkorrektur, Perspektivkorretur)


  • Letzte
    Einstellungen
    (letzten 20 aufgerufenen Einträge werden sortiert angezeigt)

Der Funktionsumfang
ist sehr gross. Erfreulicherweise gibt es eine Liste der letzten Menüzugriffe
oder alternativ ein benutzerdefiniertes Men?. Letzteres kann jedoch nicht alle
Untermenüeinträge – wie z.B. Individualfunktionen – aufnehmen.

Im Gegensatz zu Canon bietet die Nikon nicht nur die
kamerainterne Bildentwicklung sondern auch eine timergesteuerte Auslösung der
Kamera, allerdings ohne die Belichtungszeit etwa für Langzeitbelichtungen einstellen zu können, so dass ein
klassischer

Timer nicht vollständig ersetzt wird. GPS verarbeitet die Nikon nur mit
einem speziellen für Nikon ausgelegten GPS-Logger, der dann die Exifdaten der
Bilder automatisch mit Geodaten fällt. Besonders auf Reisen ohne Computer kann
die Ansicht im Kalenderblatt mit einzoombaren Bildicons für jeden Aufnahmetag
interessant sein und würde auch Canon DSLR gut zu Gesicht stehen. Ansonsten sind auch bei Canon die
grundlegenden Funktionen verfügbar und z.B. obendrauf eine kamerainterne Vignettierungskorrektur, die wir bei der Nikon D5000 nicht gefunden haben.

Monitor und Sucher

Der flexible
Monitor dürfte für einige Anwender ein Highlight an der Nikon sein. In der Tat
hat er für bodennahe oder Überkopfanwendungen viele Vorteile. Er lässt sich
neigen und drehen und bietet so hinter der Kamera praktisch alle Optionen des
Bildcontrollings. Auch kann er so eingerastet werden, dass die Displayfläche zur
Kamera zeigt und somit einen höchst sinnvollen Kratzschutz bietet. Schwenken ist
leider nicht möglich, so dass sich vor der Kamera kein Bild etwa für Selbst-
oder Gruppenportraits oder Videoreports nutzen lässt. Beim Stativeinsatz kann
der Monitor regelmässig garnicht nach unten abgeneigt werden; Sony macht das
z.B. an der DSC HX1 cleverer und schwenkt den Monitor erstmal nach oben, so dass
ein Stativ dennoch genutzt werden kann.

Die Auflösung des

2,7“-Monitors
mit 230.000 Bildpixeln liegt unter dem heutigen Standard mit mittlerweile wenigstens 921.000 Subpixeln;
Ältere Canon-Displays mit
230.000 Pixel wie etwa einer betagten


EOS 450D
sind etwas höher auflösend. Eine Stolperfalle ist der
8fach-Zoom, der zwei Stufen über die 100%-Auflösung hinausgeht, wird voll
eingezoomt, dann wirken die Ausschnitte ziemlich unscharf.

Auch die Nikon
D5000 bietet eine Liveview, in die man sich z.B. vor der Aufnahme zwecks
manueller Scharfstellung einzoomen kann. Eine Belichtungssimulation haben wir
schmerzlich vermisst. Damit fehlt der Liveview eine wesentliche Komponente, wie
sie z.B. bei Canon DSLR aber auch Kompaktkameras z.B. der Powershot G-Klasse
Standard ist. Die Auslöseverzögerung bei Nutzung der Liveview ist an der D5000
ungewöhnlich lang; erst nach rund einer Sekunde – bei TTL-Blitzlicht sogar noch
deutlich später – wird die Aufnahme ausgelöst. Bewegtmotive lassen sich so kaum
einfangen; im Makrobereich mussten wir in der Liveview auch sehr lange auf ein
ruhendes Motiv anhalten; da wird eine Sekunde und länger zu einer Ewigkeit; wird
die Nikon zu früh zurückgezogen, fehlt das Motiv im Bild.

Der
D5000-Sucher

mit 95%-Feldabdeckung ist mit einer

Realgrösse
von 64% etwas aber nicht
wesentlich kleiner als z.B. an dreistelligen Canon DSLR wie am

500D-Sucher
.
Praktischerweise lässt sich an der Nikon optional ein Gittermuster als
Ausrichthilfe einblenden. Spitzlichter im

Bokeh
wirken an der Nikon befremdlich; Ähneln einem Mosaik anstelle
weicher Unschärfekreise und scheinen uns noch unnatürlicher als an dreistelligen
Canon DSLR.


Bildqualität

Der Auflösungs-Kompromiss der D5000 ist gut
gewählt, denn durch eine recht moderate, nominelle Auflösung von 12,3 Megapixel
fallen die Bildpixel der Nikon mit 5,5

Mikrometer

relativ gross aus. Somit ist das ISO-Rauschen auf einem angenehm niedrigen
Niveau und eine halbe (EOS 500D) bis eine ganze Stufe geringer (EOS 550D) als
bei Canons aktuellen Dreistelligen. Auch schlägt die

Falle kleiner Pixel

erst später zu, Abblenden bis f11 erzeugt noch ansehnlich scharfe Aufnahmen, die
– trotz geringerer Pixelzahl – dann auf dem Niveau von Canons-Pixelboliden 550D
bzw. 500D mit 18 bzw. 15 Megapixel liegt.

Mit dem an sich
ordentlich auflösendem Kitobjektiv AF-S Nikor 18-55mm/3,5-5,6 ist die Auflösung
zwar etwas niedriger aber die von uns ermittelte Bildqualität mit dem
hochauflösendem Sigma 150mm/2,8 zeigt das Potenzial der Nikon. Bei niedrigen
Blendenzahlen bis f8 und bis ISO 1.600 – und damit insgesamt – ist die
Bildqualität einer EOS 550D (18 Megapixel) aber noch überlegen, während sich
unterm Strich zur 500D (15 Megapixel) nicht viel tut, letztlich aber noch eine
kleiner Qualitätsvorsprung der D5000 bleibt.




Die Auflösung der D5000 liegt
bei einem Maximum von 2.074 (f5,6) und durchschnittlich 1.733 Linien
(f4-f22) insgesamt im mittleren Bereich unserer DSLR-Tests. Ziemlich genau
auf dem Niveau der EOS 500D. Allerdings rauscht die Nikon niedriger als
die Canon-Pendants: 27 KB im Schnitt von ISO 100 bis 1.600 liegen noch
unter der 500D (30kb) und EOS 550D (33kb). In höheren ISO-Werten ist das
Rauschen ebenfalls niedriger, hier ist die Nikon bis ISO 6.400 mit 56kb
der 500D (58kb) etwas und einer 550D (63kb) schon deutlicher überlegen. 
Unterm Strich schlägt sie die 500D knapp, erreicht aber nicht ganz das
Qualitätsniveau (ISO-Rauschen und Auflösung zusammen betrachtet) der 550D.

[Informationen zum Testverfahren]

ISO & Dynamik

Die D5000 bietet
einen Wertebereich von ISO 200 bis ISO 6.400. Damit fehlt der bei Canon
mittlerweile typische ISO 12.800-Bereich. Unseres Erachtens ist der Endwert bei
Canon aufgrund zu hohen Rauschens verschmerzlich, es sei denn man nutzt sehr
kleine Ausgabeformate oder eine


DRI
-Verrechnung (Mittelwert-Bildung mit Rauschreduktion). Video wird an der
Nikon bis 6.400 wie an der 550D unterstützt, die 500D schafft nur ISO 1.600
(automatisch bei wenig Licht eingestellt). Diesen hohen 6.400’er-Wert konnten
wir z.B. auch gut gebrauchen, um etwa bei kleiner Blende von 8 – 11 aus der Hand
Makros aufzunehmen.

ISO 100 lässt sich
an der D5000 über die Erweiterung (Lo1) nach unten erzielen, allerdings wird er
künstlich durch eine kamerainterne Überbelichtung erzielt, so dass der
Dynamikbereich in den Lichtern um 1 EV beschnitten ist.  Kameras mit
nativen ISO 100 kann man so z.B. auch auf ISO 50 bringen, gewinnt zwar
Rauschfreiheit in den Tiefen aber weniger Dynamik in den Lichtern. Insoweit ist
die Nikon eingeschränkter als Modelle mit ISO 100 als Basiswert. Den

Dynamikumfang
der Nikon haben
wir mit 10,6 Blendenstufen ermittelt, damit liegt sie auf einem typischen
DSLR-Niveau.

Interessant ist die
AUTO-ISO-Logik bei der Nikon. Der Anwender kann sowohl den maximalen ISO-Wert
als auch die Zeit hinterlegen. Damit kann z.B. bei einer 100mm-Festbrennweite
eine Zeit von 1/160 Sek. als längste Zeit hinterlegt werden und somit
Verwacklungsunschärfen ähnlich der Faustformel minimiert werden. Wird ein
Bildstabilisator betrieben, lässt sich die Zeit entsprechend verlängert
hinterlegen. Vorteil: sehr individuelle Anpassungsmöglichkeiten, Nachteil: keine
automatische Erkennung der genutzten Brennweite wie bei Canons AUTO-ISO. Zudem
ist der Zugriff über das Men der Nikon recht umständlich, wohingegen bei Canon
schnell über die ISO-Taste der AUTO-Wert abgerufen wird und seit der 550D auch
ein Endwert definierbar ist.

Belichtung

Drei
Belichtungsmethoden stehen mit Matrix, Mittenbetont und Spotmessung (2,5%) an
der Nikon zur Verfügung. Canon bietet im Vergleich zusätzlich bei aktuellen
Dreistelligen die Selektivmessung. Die Nikon erzeugt regelmässig ausgewogen
belichtete Ergebnisse und steht unserem Eindruck nach darin Canon nicht nach.
Ggf. könnte in manchen Situationen die Selektivmessung an der Nikon fehlen.

Die
Belichtungsstufenkorrektur der Nikon von +-5EV wird ansonsten in diesem Umfang
nur an den neuesten Canon-Modellen wie einer EOS 550D/7D geboten und erleichtert
selektive Messungen z.B. von Lichtern. Auch hier haben wir die fehlende
Belichtungssimulation der Liveview (wie bei Canon) sehr vermisst, um die
Bildwirkung live abschätzen zu können.

Belichtungsreihen
werden an der D5000 z.B. für HDR/DRI-Aufnahmen mit einem Spreizabstand von bis
zu 2 EV geboten. Das reicht für viele hochdynamische Situationen und entspricht
dem Canon Standard der dreistelligen Klasse. Um die drei Aufnahmen automatisch
durchzuführen, sollte der Selbstauslösermodus auf die minimale Zeit von 2
Sekunden und 3 Aufnahmen eingestellt werden. Dann ist die Verzögerungszeit
jedoch noch um eine Aufnahmevorwarnzeit von jeweils rund 3 Sekunden verlängert.
Bei Canon wird die Reihe schneller und simpler ausgelöst (einfach zweisekündigen
Vorverzögerungsmodus einschalten).

An
Belichtungsoptimierungen bietet die D5000 das sogenannte Active D-Lighting (ADL),
bei dem Kontraste kameraintern ausgeglichen werden. Es lässt sich in
verschiedenen Stufen nutzen und zeigt eine etwas grössere Wirkung als Canons
Pendant der automatischen Belichtungsoptimierung. Das RAW-Format bleibt hiervon
unberührt.


Autofokus

Wie bei Canon
bietet die Nikon drei Autofokusbetriebsarten. Einzel-AF für unbewegte Motive,
kontinuierlicher AF für Actionaufnahmen und Autofokusautomatik für gemischte
Motive. Bei unserem Versuch mit dem kontinuierlichen Autofokus und jeweils den
Kitobjektiven an der D5000 und 550D ergab sich eine vergleichbar hohe Ausbeute
an scharfen Aufnahmen (Test an fahrenden PKW). Allerdings ist der Schärfenraum
bei f5,6 und 55mm auch recht gross, so dass die hohe Scharfstellquote (jeweils
rund 90%) nicht für ambitionierte Sport- oder Naturaufnahmen im erweiterten
Telebereich gelten.

Bei wenig Licht
konnten wir an der Nikon noch Motive automatisch fokussieren, bei denen die
dreistelligen Canon-DSLR passen mussten, was sich auch in den technischen Daten
widerspiegelt (Messbereich Nikon 0 – 20 EV, Canon 1 – 20 EV). Bei Bedarf nutzt
die D5000 als integriertes Autofokushilflicht eine dezente LED-Lampe. Die
gefällt uns besser als das aufdringliche Blitzlichtgewitter der internen
Kamerablitze bei Canon. Probleme bei Tageslicht-Motiven zwischen Ästen und
Zweigen hat sowohl die Nikon D5000 als auch Canons DSLR, selbst wenn kein
regelmässiges – generell für den AF-Betrieb problematisches –  Muster
auszumachen ist.

Die Nikon D5000
nutzt 11 Autofokusmessfelder, Canons EOS 550D und 500D zwei weniger. Als

Kreuzsensor

ist jeweils das mittlere AF-Feld ausgelegt. Die Verteilung und Abdeckung ist
ansonsten vergleichbar. In der Liveview bietet die Nikon wie auch die Canon
550D/500D eine Gesichtserkennung und einen kontrastbasierten Autofokus (pumpt
langsam vor und zurück). Nikon bietet obendrauf eine Motivverfolgung, die
ähnlich wie die Gesichtserkennung den AF-Rahmen um ein allerdings frei wählbares
Motiv legt und nachführt. Der eigentliche Scharfstellvorgang muss aber separat
ausgelöst werden und dauert seine Zeit (etwa 2 – 7 Sekunden je nach Kontrast).
Dieser eigentlich für Bewegtmotive gedachte Modus ist aufgrund der langen Auslöseverzögerung
(siehe auch unseren
Mitgliederreport)
für die Praxis jedoch stark eingeschränkt, man kann mit ihm aber durchaus ein
ruhendes Motiv neu komponieren, um ein Detail in den Randbereich zu legen (bei
Canon lässt sich das AF-Feld in der Liveview nicht ganz in den Rand bewegen).
Einen Servomodus, der Bewegtmotive kontinuierlich in der Liveview verfolgt,
bietet weder die Nikon noch Canon.

Geschwindigkeit

Die für
Bewegtmotive oder aus der Hand aufgenommenen Belichtungsreihen interessante
Serienbildgeschwindigkeit liegt an der Nikon sogar noch etwas über der
Herstellerangabe. 4,2 unverzögerte Bilder/Sek. konnten wir 7 Aufnahmen lang im RAW-Format an der D5000 durchführen. Damit ist sie noch spürbar aber nicht
wesentlich schneller als die EOS 550D (3,5 B/Sek. für 6 Raws). Mit schnellen
SD-Karten schaufelt sie 17,3 MB/Sek (Sandisk 16 GB 30 MB/Sek.) und liegt damit
etwas unterhalb der Canon Pendants. An der Nikon wartet der Anwender aufgrund
des geringeren Datenvolumens aber nicht länger bis die volle Kapazität wieder
bereit steht (min. 5 Sek.). Mehr Infos

hier.

Video

Die D5000 bietet
als grösstes Videoformat HD mit 1.280 x 720 Pixel (16:9) Pixel. Die Qualität ist
aufgrund des Motion-JPEG im Avi-Container nicht besonders hoch. Movie-Formate
bei Canon mit h264-Codec wirken schon sichtbar brillanter und detailreicher.
Die Framerate ist fest auf 24 Bilder/Sek. eingestellt, während Canon an der 550D
wählbare Raten bis 60 Bilder/Sek. bietet und zudem die amtliche Full-HD-Qualität
(1.920 x 1080p) mitbringt. Ausser der Videogrösse kann an der Nikon im
Videobetrieb nichts weiter verstellt werden. Autofokus funktioniert im laufenden
Video an der D5000 nicht; allerdings ist bei Canon der kontrastbasierte,
pumpende AF im Videobetrieb auch nicht besonders brauchbar.

Der Ton wird mit
dem internen Mikrofon in Mono aufgezeichnet. Die EOS 550D bietet hier z.B. eine
externe Stereo-Mikrofonbuchse und manuelle Eingriffsmöglichkeiten in die
Belichtungssteuerung und kann so auch für professionelle Zwecke eingesetzt
werden. Die Nikon zeichnet maximal 2 GB am Stück bzw. im HD-Format maximal 5
Minuten (in kleineren Formaten bis 20 Min) auf. Canon bietet dagegen bis 4GB
bzw. in Full-HD rund 12 Min. (im SD-Format bis ca. 24 Min.) und auch eine
Fotofunktion mit automatischer Fortsetzung des Videos.


Anschlüsse & Zubehör

In der
Buchsensektion bietet die Nikon einen Zubehöranschluss für GPS (GP-1 von Nikon)
oder einen Kabelfernauslöser. Es kann auch alternativ über den internen
IR-Empfänger eine drahtlose Fernbedienung (ML-L3) bis 5m Entfernung vor der
Kamera genutzt werden. Anschlüsse werden auch für das im Lieferumfang enthaltene USB-Kabel zwecks
Verbindung zu einen Computer (USB auf Mini-USB) und eine
HDMI-Schnittstelle geboten. Letztere ist für Flachbildschirme z.B. zur
Bildwiedergabe aus der Kamera heraus interessant.

An Software wird
eine Transfer-Software und Nikon View (Bildbrowser mit Konvertierungs- und
einfacher Bildbearbeitungsfunktion auch für RAW-Dateien) mitgeliefert. Eine
Remotesoftware zwecks Fernsteuerung vom Rechner ist nicht – wie bei Canon – im
Lieferumfang enthalten, kann optional aber hinzuerworben werden (Camera Control
Pro 2).





Fazit:

Bei der Nikon D5000 bleibt ein etwas gemischtes Gefühl. Einerseits fehlten uns
am Gehäuse wichtige Tasten etwa zum ?überprüfen der Schärfentiefe oder
Direkttasten für ISO-Wert oder Bildqualität. Auch der an sich interessante
Schwenkmonitor lässt sich beim Stativeinsatz nicht mehr ausklappen und dürfte
mehr Auflösung bieten. Zudem ist die Ansprechgeschwindigkeit des Monitors bei Wertänderungen etwas verzögert. Andererseits konnten wir die D5000 so
konfigurieren, dass mittels Funktionstaste z.B. im Programm AV auch flotte ISO-Wertänderungen möglich sind. Das umfassende Men ist zwar schwer zu
überblicken, dafür relativ flott durchzusteppen. Hilfsanzeigen sind
ausführlicher als bei Canon.

Vom Livebild waren wir etwas enttäuscht, denn die von Canon gewohnte und sehr
nützliche Belichtungssimulation ist nicht vorhanden und die Auslöseverzögerung
an der Nikon sehr lang. Video lässt sich als nettes Goodie verwenden,
versiertere Filmaufnahmen sind aber kaum machbar.

Eine dickes Plus verbucht die D5000 bei der Bildqualität. Die Aufnahmen sind
fast durchgehend um eine ISO-Stufe weniger verrauscht als z.B. bei der Canon
550D. Aber dafür auch nicht so hoch aufgelöst. Unterm Strich landet die Nikon in
unserer Wertung auf dem Level einer EOS 500D – also eine wirklich sehr
brauchbare Kamera die man bedenkenlos empfehlen kann. Wer mehr will, wird sich
vermutlich in höheren Nikongefilden oder – falls die Systemwahl frei ist – bei
der EOS 550D umsehen.

Technische Daten

Markteinf.:

Preis:

kaufen bei:

Sensor:

Serienbilder:

Bildformat:

Monitor:

Autofokus:

ISO-Bereich:

Belichtung:

Gehäuse:

Mai 2009

UVP
750 EUR

Amazon |
Preissuchm. |
Ebay

12,2 Megapixel (CCD,
APS-C)

23,6 x 15,8mm | 5,5 ?m Pixel

4,2*  Bilder/Sek. (7 / 11 unverz. RAW / JPEG)

4.288 x 2.848 Pixel

2,7-Zoll mit 230.000 (Sub-) Pixel

1 Kreuzsensor + 10 Hilfssensoren

ISO 100 bis 6.400 (Auto-ISO
bis 6.400)

30 bis 1/4000 Sek./ Korr. +-5 EV

611 gr. inkl. | 13x10x8 cm | Kunstst./Stahl

weitere Ausstattung:

  • Neig- und drehbarer Monitor
  • Live-View
  • interne RAW-JPEG Konvertierung
  • HDMI-Anschluss
  • Videofunktion (720, 424,216
    je 24B/S, AVI / Motion-JPEG)
  • umfangreiche Kameraasisstenten
  • umfangreiche Bildberabeitungsmöglichkeiten
  • Intervallaufnahme
    (Timer-Funktion)
  • Kamerakonfigurationen abspeicherbar
  • Automatische Korrektur bei Objektiv-Vignettierung
  • Zeitgesteuerte Aufnahmefunktionen
  • Akku: EN-EL9a
  • Sucher: 95%,
    0,78fach, 18mm,

    Realgrösse

    64%

*lt. unserer Messung


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Beispielbilder

Original-RAW
(11 MB, für Mitglieder)


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Leserkommentare:
Derzeit sind hier 9 Kommentare vorhanden:
 

KARL-Erich SCHNEIDER SCHN: HALLO,

ich hatte mal eine Canon Kamera und war zunächst begeistert. Kurz nach dem ende der Garantiezeit machte die Kamera D 300 total faxen. Sie löste nur aus wenn man Glück hat. Habe auch mit anderen Objektiven probiert.

Kein Erfolg. Sowohl im manuellen als auch im Automatikbetrieb löste die Canon nur aus wenn man Glück hat. Fazit Verschluss defekt, Materialermuedung,

und dass 3 Tage nach Ablauf der Garantiezeit.

Kulanzreparatur seitens Fotoladen oder Canon wurde abgelehnt. Canon hat mir dann eine Reparatur von 100 zuzüglich Versand und Verpackungskosten angeboten.

Im Canon Forum konnte ich erfahren dass dieser Fehler massig gerade nach der Garantiezeit aufgetreten ist.

Es sieht aus wie eine beabsichtigte Sollbruchstelle.

Ich habe das Angebot abgelehnt und mir dann eine Nikon D5000 gekauft. Dies war ein wirklich guter Kauf, super Kamera, günstiger Preis mit Autofocus Objektiv 28 – 300 mm. Bisher fehlerfrei. Meine naechste wird mit Sicherheit eine NIKON sein.

Gruß

K.-E. Schneider

u
(13.02.2015, 18:29 Uhr)

Stefan_tf: @Rumpel-Sonstwas: warum sollten wir uns die Nikon selber schlecht machen wollen Wir haben sie uns ja schliesslich gekauft und nach dem Standardverfahren getestet. Das ist im RAW-Format und da spielt eine gute JPEG-Engine oder CA-Korrekturen keine Rolle. Die kann man im RAW-Konverter doch viel besser erzeugen bzw. auskorrigieren. Die Detailtreue ist nachgewiesen worden. Erst lesen dann posten, so liesst sich sich dein Kommentar wie ein nikonphiles Vorurteil.
(04.01.2012, 12:48 Uhr)

Rumpel Bumpel: Ein versuchtes und klar erkennbares Nikon-Bashing. Wie gesagt, es war ein Versuch, denn jeder Leser erkennt doch gleich, dass man hier vor allem die vermeintlichen Nachteile einer D5000 herauszuheben versuchte und sie am Ende auch das niedrige Niveau einer 500D setzt. Nicht erwähnt wird die extreme Detailtreue der D5000, die extrem gut korrigierten Objektive gegen chromatische Aberration (und die interne Herausrechnung der Selben)… Ja, ja, ein Canon-Freak würde auch nie zugeben dass er mit diesen Problemen zu kämpfen hat… Die viel bessere jpeg-Engine der Nikon wird ebenfalls einfach unter den Teppich gekehrt. Vielleicht haben Canon-Fans wie der Schreiber dieses „Test“ einfach einen Minderwertigkeitskomplex, ist doch Canon die Firma, die einst mit dem kopieren und nachbauen der damals führenden, deutschen Kameras von Leica und Contax ihr Geschäft machten. Das ist Canon bis heute geblieben: Innovation kommt von anderen, Canon baut sie lediglich nach. Canon agiert nicht, sondern reagiert.

Deine Adresse scheint Programm zu sein: Du bist ein Traumflieger!
(04.01.2012, 01:42 Uhr)

Stefan_tf: @Andre: vielen Dank für den Hinweis auf die Belichtungssimulation in der Liveview. Wichtig wäre allerdings eine Anzeige für Werte im Programm M und die scheinen nicht simulierbar an der D5000.
(16.02.2011, 15:45 Uhr)

: Da der Bericht schon einige Zeit her ist gibt es möglicherweise nicht so viele Zugriffe auf euern Test. Doch sei angemerkt das es nicht stimmt- (keine Belichtungssimulation im Liveview). Im Modus P,S,A,M bei der Betriebsart Liveview – wird die Taste 4 Belichtungskorrektur gedrückt und am Einstellrad 13 die Belichtung +- korrigiert beziehungsweise überprüft. Also nach oben einige Punkte dazu geben! Viele Frauenhände bestätigen den besseren Gripp des Gehäuses für ihre Handgrößen. So Denke ich auch ist jede Menü Führung am Anfang erst einmal Gewöhnungsbedürftig (kennt ja jeder bei Handys). Die Monitorauflösung könnte tatsächlich besser seien und die Videoaufzeichnung ist enttäuschend. Doch der größte Ausschlag, sie doch mein eigen zu nennen sind makellos natürlich wirkende Aufnahmen bei Tag und bei Nacht.

Zu guter Letzt finde ich so eine nichts aussagende Bewertung von Anonym einfach Peinlich und fördert nicht ein menschliches gutes Miteinander.
(15.02.2011, 12:51 Uhr)

Miguel: Den bis jetzt besten und informativsten Testbericht von der Nikon D5000 den ich bis jetzt gesehen habe… auch der Vergleich mit Canon sehr interessant, Danke 🙂
(19.01.2011, 14:53 Uhr)

Frank: Toll gemachter Bericht ohne Effekthascherei. Besonders interessant der meiner Wahrnehmung nach Versuch des fairen Vergleichs zur 550er und 500er.
(20.11.2010, 14:35 Uhr)

Anonym: Was hat diese Nikon-Mischpoke hier verloren???
(21.10.2010, 13:27 Uhr)

Jan: Super Testbericht sehr ausführlich gemacht

Was will einen Nikon auf einer reinen Canon seite(abgesehen jetzt von den Objektivherstellern)
(19.09.2010, 21:52 Uhr)

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