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Canon Powershot G1X |
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Wir werden den Eindruck nicht los, dass Canon mit der G1x etwas Grosses
auf zu kleine Beinchen gestellt hat. Die Rauschfreiheit und
Bildauflösung ist für Kompaktkameras natürlich herausragend und liegt auf
DSLR-Niveau – einzigartig! Dass man aber meist ein, zwei Sekunden warten muss,
bevor sie auslöst bzw. das Livebild wieder anzeigt, kann bei Bildserien oder
Spontanaufnahmen nerven. Und auch das generelle Ansprechverhalten bei der
Funktionssteuerung dürfte flotter sein.
Da Canon nach eigenem Bekenntnis mit der G1x
auch als massgebliche Zielgruppe
ambitionierte DSLR- bzw. Berufsfotografen anspricht und ihnen eine
leichtere Zweit- oder Backup-Kamera an die Hand geben möchte, müssten
natürlich auch entsprechend professionelle Steuerungsmöglichkeiten
vorhanden sein. Sprich: wenn schon der Autofokus und Serienbildmodus
langsam ist, dann sollte wenigstens ein brauchbarer manueller Fokus
geboten werden. Gerade der wird von erfahrenen Anwendern für gezielte
Aufnahmen oft benötigt. Und hier
sieht es an der G1x leider ziemlich düster aus, denn noch immer lässt sich
nur die von Powershot
G-Modellen gewohnte, mikrige
im Livebild nutzen und man kann nur
schwammig über das Daumenrad scharfstellen. Gerade auch im noch fokussierbaren
Nahbereich passiert es ab und an, dass sich der Autofokus auch bei
eingeengtem Fokusrahmen ungewollt im Hintergrund verfängt und als
Ausweichlösung nervt der manuelle Fokusbetrieb einfach.
Obendrauf kommt
noch der Lapsus, dass RAW-Aufnahmen bei der Bildkontrolle mit 10x-Zoom
unscharf dargestellt werden. Canon sollte sich bei der manuellen
Fokussierung und Bildkontrolle einmal bei Panasonics Lumix-GH-System
umsehen, das bietet am (Wechsel-)Objektiv einen elektronisch sehr fein
übersetzten Scharfstellring, der beim Eingriff im manuellen Fokusbetrieb
automatisch eine hocheingezoomte Sucherlupe auf dem Kameramonitor aufruft.
So geht das!
Das Objektiv ist ein teils schmerzlicher Kompromiss…
Canon hat natürlich beim Objektiv wegen der viel grösseren Sensorfläche
einen Kompromiss zwischen Eigengewicht, Baulänge und optischen Leistungen
finden müssen. Dem fällt leider die geniale Spezialfähigkeit bisheriger
Powershotmodelle zum Opfer, im Nahbereich auf engstem Raum flexible
Perspektiven und Motive ab 3,5cm formatfüllend ablichten zu können. Auf
diese Möglichkeiten muss man jetzt verzichten, will man nicht auf Zubehör
mit Anpassungsring und Nahlinse ausweichen. Die G1x kann von Haus aus nur maximal
unsägliche 22cm in der Breite fokussiert ablichten und verlangt nach
reichlich Distanz. Zudem ist die Lichtstärke mit f5,8 im Telebereich auch
nicht gerade professionell, damit können Freistelleffekte kaum noch
realisiert werden. Der Vorteil des rauschfreieren
Sensors schmilzt hier wegen der geringeren Lichtstärke dahin.
Noch immer nervt das kombinierte Speicherkarten- und Akkufach, das stets
sicher von einer Schnellwechselplatte beim Stativeinsatz verriegelt wird.
Da heisst es Schrauben und nochmals schrauben, wenn z.B. nach knappen 250
Aufnahmen der Akku oder eben mal die – noch immer spiegelverkehrt
einzulegende – Speicherkarte getauscht werden muss.
Vom optischen Sucher kann man kaum mehr als schlechten Witz oder als
schnödes Designelement sprechen. Hatten wir schon erwähnt, dass die G1x im
Programm AV oder M je nach Zoomstellung nur 1/1.600Sek. als kürzeste
Belichtungszeit zulässt Ja haben wir. Umständlich, hier erst noch den
ND-Filter gegen Überbelichtungen einschwenken zu müssen.
Vielleicht sollte man aber die Messlatte etwas niedriger hängen;
wohlwissend, dass Kompaktkameras eben kompromissbehaftet sind. Immerhin
bietet die G1x viele Direktzugriffstasten, ein praktisches und von DSLR
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Die G1x kann dank Fernauslöser-Anschlussbuchse z.B. mit dem Hähnel Combi TF auch per Funk kabellos ausgelöst werden. Als |
gewohntes Einstellrad direkt
in Nähe des Auslöser und es wird – für Kompakte keineswegs selbstverständlich –
überhaupt ein RAW-Format angeboten. Und man kann mit der G1x
einwandfreie Aufnahmen auch bei Lowlight durchführen.
Ein Vierfachzoom mit
effektivem Bildstabilisator ist auch nicht zu verachten. Immerhin ist der
Weitwinkel mit f2,8 noch relativ lichtstark – und optisch selbst bei
Offenblende bis in den Randbereich wirklich brauchbar! Klasse auch das
flexibel einsetzbare, hochauflösende Schwenkdisplay und der ND-Filter kann
eben auch für kontrollierte Bewegungsunschärfen verwendet werden. Oben
drauf kommt noch der Luxus mit den zwei frei programmierbaren
Customprogrammen und als Bonus finden auch Canon Speedlites oder
kompatible Blitzgeräte Unterstützung!
Nicht jede Kompakte hat zudem einen Fernauslöser-Anschluss; die G1x bietet erfreulicherweise eine
entsprechende Buchse (2,5mm Klinke), mit der man z.B. auch
Funk-Fernauslöser nutzen kann (siehe rechts z.B. die Möglichkeiten mit dem
Hähnel Combi TF). Wegen nahezu durchgehender Metallbauweise ist die
G1x ausserdem einfach edel; dafür allerdings auch schwer wie ein kleiner
Ziegelstein.
Den 534gr gewichtigen G1x-Body muss man nämlich auch schleppen,
den spürt man einfach; egal ob
in der Foto-Seiten- oder Jackentasche.
Eine schlankere
Powershot
G12 macht sich gewichtstechnisch zwar auch bemerkbar, wiegt mit rund
400gr aber doch weniger. Oder eine
Lumix GH-2 ist zwar etwas voluminöser, bietet eher Kunststoff-Feeling,
liegt dafür aber besser im Griff und wiegt auch nicht mehr als die G1x.
Von der Auflösung und dem Rauschverhalten muss man auch keine
praxisrelevanten Abstriche machen und kann sogar im 3:2-Verhältnis RAWs
ablichten. Zugegeben, die Lumix kostet mit einem Zoom wie z.B. einem
14-42mm (28 – 84mm) im vergleichbaren Pancake-Format zwar noch etwas mehr,
bietet dafür aber einen vollwertigen Videomodus mit manueller Steuerung
und externem Mikrofonanschluss. Und sie deckt auch den Nahbereich ab. Auch
bei ihr muss man Kompromisse bei der Speichergeschwindigkeit machen. Dafür
bietet sie einen (druckempfindlichen) Touchscreen und brauchbaren
(elektronischen) Sucher. Dumm bloss, dass man sich in die Lumix-Bedienung
relativ lange einarbeiten muss. Letzteres gilt im Prinzip aber auch für
die G1x, wenn man nicht schon eine andere Powershot-G-Kamera kennt.
Warum geben wir
ihr einen „Kauftipp kompakt“ Einfach, weil die G1x
eben noch kompakt ist und eine generell hervorragende Bildqualität bietet.
Und weil unsere Wertung eben jeder Kompakten ab einer 50%-Gesamtleistung
einen Kauftipp spendiert. DSLR bzw. die spiegellosen DSLM (M = mirrorless) müssen für einen Tipp allerdings schon
wenigstens 70% erreichen. Gespannt sind wir natürlich, wie die
spiegellose EOS-M abschneiden wird, der allerdings ein paar Tasten fehlen
und die ohne Sucher auskommt….
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Schluss-Fazit:
Wer eine noch handliche Kompaktkamera ohne Abstriche bei der Bildqualität sucht,
ist mit der G1x gut beraten. Vorausgesetzt, man kann auf den unmittelbaren
Nahbereich verzichten und fotografiert eher ruhige Motive. Natürlich gelingt
auch mancher Schnappschuss; immerhin bietet die G1x auch eine automatische
Gesichts- und Lächelerkennung; sogar eine Motivverfolgung. Aber mit ein, zwei
Sekunden Verzögerung muss man im normalen Fotobetrieb nach Drücken des Auslösers
schon rechnen.
Und edel ist sie auch, denn der Body ist fast komplett auf Metall
gefertigt. Dies und die etwas grössere, auf den CMOS-Sensor angepasste
Optik, machen die G1x allerdings etwas voluminöser und schwerer. Jetzt
beult man schon eine Jackentasche aus und spürt auch die 534 Gramm.
Wer allerdings die eierlegende Wollmilchsau erwartet, wird enttäuscht. Sie
kann nur von der Bildqualität aber nicht von der grundlegenden Haptik und
Geschwindigkeit mit einer DSLR mithalten. Manche spiegellose Systemkameras
wie z.B. eine Lumix GH-2 kommt da schon eher mit, wenngleich sie wegen
Vollkunststoff-Gehäuse nicht ganz so wertig wie eine G1x erscheint und mit
Wechselobjektiven auch etwas teurer wird.
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Report Teil 1
[Teil 2]
| Leserkommentare: |
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| Derzeit sind hier 9 Kommentare vorhanden: rolix: Etwas zu kurz kommt bei der Betrachtung m.E. das Digitalzoom- das wird als unbrauchbar abgetan – aber man sollte berücksichtigen, dass durch den erheblich größeren Chip selbst bei Zoom-Faktor 7,7fach (bez. auf 35mm KB etwa 220mm Brennweite) eine Chip-Breite von 9,7mm verfügbar ist – die hier verschiedentlich zum Vergleich herangezogene G12 hat nur 7,42mm CCD-Breite – und die Ergebnisse die so erzielbar sind, bewegen sich mindestens auf dem Qualitätsniveau der G12(die hatte ich vorher und kann das beurteilen). Und was die immer wieder bemängelte Makrofähigkeit angeht – mit einer simplen 3fach-Vorsatzlinse von Helioplan z.B. erreiche ich gerade mit einem leichten Digitalzoom eine eine außerordentliche Qualität – Beispielaufnahmen z.B. von einer Gottesanbeterin – stelle ich gern zur Verfügung. Ich denke, bei den vielen Tests der G!X wird immer der Fehler gemacht, dass man die Kamera mit der fotografischen eierlegenden Wollmilchsau vergleicht. Aber die gibt es nicht – leider. Von den vielen kompakten Digitalkameras die ich seit 15 Jahren hatte, liefert diese die beste Bildqualität – und wenn ich mir andere Kompakte im APSC-Format ansehe – dann sind die meist teurer und leisten weniger. wolfgang strobel: die gx1 liefert bessere Bilder als z-b- die Fuji Pro 1 – die angeblich Bilder ähnlich einer Vollformart liefern soll. Mein Vergleich zeigt aber, dass die Canon GX1 bessere Bilder liefert. Die Canon D6 übertrifft beide genannten Kameras. ZEHNER www.slowfoto.de: Nachtrag: fehlende Tasten und fehlender Sucher sind bei der Baugröße für mich ein Fremdwort, im Gegenteil, der Touchscreen der EOS M ist aktuell wohl der innovativste, die Apps 3/HDR und 4/Nachtaufnahme ohne Stativ ein Hammer! ZEHNER www.slowfoto.de: Lieber Stefan, für den Nahbereich, den manuellen Fokus und die Geschwindigkeit solltest Du Dir unbedingt die im Preis gefallene EOS M anschauen, vielleicht auch wegen des 11-22 STM mit IS, meinem Lieblingszoom. Sie ist meine immer dabei geworden… Florian H.: Danke für den tollen Bericht! Du bringst die wichtigsten Dinge immer gut auf den Punkt!!! Wolfgang Seemann: Ich bin durch Zufall auf den Traumflieger-Test gestoßen und begeistert. Jugibur: Danke für deinen objektiven Bericht, Stefan! Schade, dass diese Kamera für meine Begriffe wieder nicht zu Ende gedacht ist. Gerade weil die Kamera wegen ihres kontrastbasiertem AF niemals mit einer Spiegelreflex mithalten kann, hätte man sie in den anderen Bereich stärken sollen. Die Bildqualität ist ja unbestritten gut, aber das ist heute im Vergleich zur Konkurrenz in dieser Preisklasse kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Jens Wende: … ich habe sie mir wegen der beeindruckenden Bildqualität gekauft – dass ist es, was ICH von einer Kamera erwarte, die mich auf meinen Kurzreisen begleitet. Nach G7, G10, G11 und G12 ist die G1 X eine würdige Alternative. Für Sport und Kids, für qualifizierte Makroaufnahmen, für Teleaufnahmen etc. gibt es besseres Equipment. Meine Motive sind eher statisch und soll es für ein riesiges Ausgabeformat sein hilft mir meine EOS 5DM2. Das daraufsitzende EF50 f/1.4 macht zwischen f/2.8 und f/11 große Freude. Ich betreibe selektive Selektion – die eierlegende Wollmilch… gibt es wohl nicht bezahlbar. Bernd Slawinski: Überzeugend und informativ zudem. Gut!
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