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besser blitzen mit Canon-DSLR Teil 5 ein Report von Herbert Waldhecker und Stefan Gross Ge



besser blitzen
mit Canon-DSLR
Teil 5

ein Report von
Herbert Waldhecker
und

Stefan Gross


Seitenüberblick
Umgebung ausblenden
Raw und Blitz

rote Augen vermeiden

 

Umgebung ausblenden

Eine hervorragende – von Einsteigern oft wenig beachtete –
Gestaltungsmöglichkeit bietet der Blitzlichteinsatz bei störendem Umfeld. Dieses
lässt sich schrittweise bzw. auch komplett sogar bei Tageslicht ausblenden ,
wenn als Hauptlichtquelle das Blitzlicht eingesetzt wird. Entscheidend ist
hierbei der Einstrahlwinkel des Blitzlichtes, das den Hintergrund nicht mit
erfassen darf und somit nur das Hauptmotiv ausleuchtet. Besonders wenn der
störende Hintergrund recht nah am Motiv liegt, wird ein von der Kamera entkoppeltes Blitzgerät Pflicht, um das Blitzlicht seitlich platzieren zu
können. Canon bietet hierfür neben der teureren, kabellosen Lösung via

Transmitter ST-E2 (um 180 Euro) auch das für rund 50 Euro erhältliche
„Off Camera Shoe Cord 2“ – Kabel an, mit dem sich der Blitz seitlich von der
Kamera platzieren lässt.

Kameraparameter beachten
Um den Hintergrund abzudunkeln sind zudem die Kameraeinstellungen entscheidend,
denn um das Umgebungslicht auszublenden, wird eine kurze Belichtungszeit, eine kleine Blende (hohe Blendenzahl, am besten
um f=14) und ein niedriger ISO-Wert (ISO 100 oder an der 5D auch ISO 50)
gefordert. Die Kameraeinstellungen werden im Programm-Modus M vorgenommen und
führen idR dazu, dass wenig oder kein Umgebungslicht  eingefangen wird. Da der
Blitz vor allem im Nahbereich erheblich heller als das Umgebungslicht
leuchtet, sammelt die Kamera somit selbst am Tage grösstenteils das vom
Blitzgerät
erzeugte Licht ein.

mehrere Lichtquellen nutzen
Damit bei dieser Technik das Licht jedoch nicht zu eindimensional wirkt und mit
harten Schlagschatten versehen wird, ist ein zweites Blitzgerät und/oder ein
zusätzlicher Reflektoreinsatz sinnvoll.
Im nachfolgenden Bildbeispiel wurde die rechtsseitge Obstschale bei vollem
Tageslicht (!) mit Hilfe zweier entkoppelter Blitzgeräte und einem Silberreflektor ausgeleuchtet,
der Effekt ist aber auch bei Einsatz eines einzigen, von der Kamera entkoppelten
Blitzgerätes möglich, wenngleich das Motiv dann weniger reichhaltig modelliert
würde:

stufenweise ausblenden
In Verbindung mit der Kurzzeitsynchronisation lässt sich diese Methode dazu
verwenden, um
unter Beibehaltung der Schärfentiefe den Hintergrund stufenweise auszublenden.
Voraussetzung ist ein Motiv im Nahbereich, denn bei hellem Umfeld ist eine sehr
kurze Verschlusszeit von bis zu 1/8000 Sekunde notwendig. Hier reicht die Power
der Blitzgeräte meist nicht aus, um grossflächig bzw. weit genug auszuleuchten.

Im Beispiel rechts kommen zwei Blitzgeräte zur Anwendung (hinter dem Motiv setzt
das Speedlite 430 EX im Slavebetrieb Gegenlichtakzente und zur Aufhellung der
Frontansicht dient das Speedlite 580 EX).  Der Vorteil der am Blitzgerät
aktivierten Kurzzeitsynchronisation ermöglicht hier mit f=2,8 eine konstante
Schärfentiefe. Verwendung findet das Programm M, in dem stufenweise die
Belichtungszeit von 1/80 bis 1/8000 Sekunde verkürzt wird.

 

Nutzen bei Naturaufnahmen
In der Fotopraxis lässt sich ein abgedunkelter Hintergrund hervorragend
nutzen, wenn hinter dem Hauptmotiv ein unruhiges bzw. unpassendes Umfeld liegt
oder durch zu helles Licht ablenkt. Besonders interessant wird die Anwendung bei
Motiven im Nahbereich, die für einen sorgfältigen Aufbau der Kompaktblitze
genügend Zeit lassen, ohne wegzulaufen. Pilze- oder Blumenmotive sind hierfür
geradezu ideal.

Soll z.B. eine Pilzgruppe als ganzes scharf abgebildet werden, dann reicht die
Schärfentiefe oft auch weit in den Hintergrund hinein und die potentiellen
Störfaktoren des Umfeldes lassen sich über den Abdunkelungseffekt optimal
eliminieren.

Ein weiterer Vorteil kommt zum Zuge, wenn eine Bildserie z.B. für einen Kalender
oder eine Collage erstellt werden soll. Zeigen die Aufnahmen jeweils
unterschiedliche Hintergründe, fehlt oft die Verbindung der Aufnahmen untereinander;
auch hier kann der einheitlich abgedunkelte Hintergrund  seine Stärke
ausspielen und lenkt den Betrachter schneller auf das Hauptmotiv.


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RAW und der Blitz

Viele Fotografen setzen das RAW-Format heute schon durchgängig ein, weil ihnen
u.a. die Vorteile des größeren Dynamikumfangs bewusst sind. Das sollte ganz
besonders für Aufnahmen mit Blitzlicht gelten, da sich harte Schlagschatten
bilden können bzw. Vordergrundmotive zur Überstrahlung neigen.
Probleme mit zu hohem Kontrastumfang lassen sich bei Verwendung des RAW-Formats
jedoch häufig noch ausgleichen. Besser als etwa die ab Photoshop
CS 2 verfügbare und beliebte Methode „Tiefen/Lichter“ ist ein RAW-Konvertierungsprogramm, mit dem sich Überstrahlungen in gewissen Grenzen
optimaler zurückkorrigieren lassen als unter Verwendung des Jpeg-Bildformats.

Um ein Höchstmass an Korrekturenmöglichkeiten zu realisieren, ist die richtige
Wahl des RAW-Konverters von Vorteil.
Neben dem von Haus aus gelieferten Digital Photo Professional von Canon werben
weitere Programme wie etwa Adobe Camera RAW, Bibble, Capture One, ACDSee Prof.
oder auch der RAW Shooter um die Gunst der Fotografen. Während Bibble in der
Version ab 4.7 erstaunliche Leistungen bei der Rücknahme von Überstrahlungen (highlight recovering) aufweist, gefällt uns der

RAW-Shooter im Gesamtworkflow & Design am besten. Details zum RAW-Format
finden Sie im

RAW-Report
.

Tipp:
Besonders in naturnahem Umfeld mit wenig Umgebungslicht kann der Blitz kühl und
flach wirken. Setzen Sie hier ggf. lieber auf das RAW-Format und nutzen die
Aufhellmöglichkeiten im RAW-Konverter (siehe dazu ein
Bildbeispiel).


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Rote Augen vermeiden

Oft zeichnen sich Blitzlichtaufnahmen von Personen dadurch negativ aus, dass in
den Augen ein unnatürlich rotes Leuchten zu sehen ist. Diese Effekt wird durch
das von der Netzhaut reflektierte Blitzlicht hervorgerufen und ist mit zwei
einfachen Techniken gut zu bekämpfen.

Die beste Möglichkeit besteht darin, den Blitz möglichst weit aus der Achse der
Kamera zu entfernen, da Reflektionen verstärkt auftreten, sobald das Blitzlicht
in einer Linie mit dem Objektiv in das Auge der zu fotografierenden Person
fällt. Dabei ist ein externes Blitzgerät schon deutlicht unkritischer als der
eingebaute Blitz. Beim entfesselten Blitzen treten rote Augen in aller Regel gar nicht mehr auf.
Auch
nimmt mit wachsender Entfernung der Person zur Kamera die Gefahr der roten
Augen zu. Man sollte Augenpartien also möglicht nicht aus zu großer Entfernung
anblitzen.

Der ?Rote Augen- Effekt lässt sich allerdings auch durch Pupillenverengung
reduzieren. Die zu fotografierende Person wird dazu kurz vor dem Blitz etwas
?geblendet was zu einer Verkleinerung der Pupillen führt. Entweder übernimmt
das Blitzgerät diese Aufgabe durch eine Salve von kurzen Blitzen oder eine
kleine eingebaute Lampe im Kameragehäuse wird kurz vor dem Foto eingeschaltet.

Als unterstützende Maßnahme sollten zusätzlich alle in der Nähe befindlichen
Lampen eingeschaltet werden. Das dann hellere Umgebungslicht führt schon von
allein zu einer erheblichen Verengung der Pupillen und sorgt außerdem nicht nur
hinterher in den Fotos für eine gleichmäßigere Ausleuchtung des Raumes, sondern
auch zu einer geringeren Lichtmenge, die das Blitzgerät zusteuern muss, was den
Effekt ebenfalls weiter zu mildern hilft.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die meisten
Bildbearbeitungsprogramme mittlerweile in der Lage sind ?rote Augen auch noch in
der Nachbearbeitung zu beseitigen. Empfehlenswerter ist es jedoch, den Effekt
bereits während der Aufnahmesituation zu vermeiden.

Tipp:
mittels Druck auf die Schärfentiefenprüftaste an der Kamera
lässt sich an einigen externen Blitzgeräten eine Blitzsalve abfeuern. Hilfreich ist die Funktion, um den
Schattenverlauf im Vorwege beurteilen zu können oder bei kleiner Blende die
Beurteilung der Schärfentiefe (abgeblendet via Schärfentiefenprüftaste) durch
den Sucher zu erleichtern.


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Freitag, 18. September 2026