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Testbericht EOS 6D, Teil 3


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gelungen: die 6D ist schön leise, relativ kompakt und bietet insbesondere gegenüber APS-C-Modellen eine deutlich bessere Bildqualität. Damit wunschlos glücklich?

Genial wäre sicherlich noch ein eingebautes Schwenkdisplay mit Touchscreen aber das ist leider der 650D/700D vorbehalten. Als Workaround rüste ich die 6D dank WLAN und App-Steuerung halt einfach mit einem Handy auf.

Um die Eingangsfrage aufzugreifen: ja, das 6D-Konzept geht auf! Die EOS 6D erfüllt genau den Wunsch, den man von ihr beim Upgrade ins Vollformat erwartet: Sie arbeitet deutlich rauschfreier, bietet mehr Freistellpotenzial und eine höhere Auflösung als jede Canon DSLR im APS-C-Format. Dass sie nicht den Auflösungsrekord im Vollformat ergattert war dabei zu erwarten, hier liegen die 5D III und die 5D II noch einen Tick vorne. Ob man den Unterschied in der Praxis ausserhalb von Auflösungs-Testcharts dann letztlich erkennt, wagen wir aber im Regelfall zu bezweifeln. Dennoch spielt er eine gewisse Rolle und schlägt sich in unserer Wertung nieder.

Ein paar Sparmassnahmen bemerkt man gegenüber der deutlich teureren EOS 5D III vor allem beim Autofokus. Hier bietet die 6D mit den rautenförmig angeordneten 11 AF-Feldern eine zu zentrierte Feldabdeckung. Die erschwert – wie an der 5D II – aussermittige Kompostionen etwas. Man kann sich aber ausserhalb des Nahbereich über Schärfespeicher (halber Auslöser-Druck) und Schwenk oder über den Livebild-AF dennoch behelfen. Das zentrale AF-Feld ist an der 6D allerdings für Lowlight noch empfindlicher als an den beiden anderen Vollformatern.

Zugegeben, eine 5D III hat noch ein paar Extras wie die elektrifizierte Mattscheibe mit einblendbaren Gitterlinien, statt einer sogar eine zweite Achse bei der digitalen Wasserwaage, einen schnelleren Serienbildmodus, zwei Speicherkartenfächer, die besser erreichbare Abblendtaste und einen 100%-Sucher. Beim Videobetrieb kann sie dezente Eingriffe in den Aufnahmepegel vornehmen und bietet eine Kopfhörer-Kontrolloption. Dies und ein paar Nettigkeiten wie speicherbare Originalbilder bei der HDR- und Mehrfachbelichtungsfunktion sowie ein Bildvergleich in der Playfunktion lässt sich Canon dann allerdings auch mit einem satten Aufpreis zur 6D vergüten.

Die 5D II punktet hauptsächlich gegenüber einer 6D mit einer messtechnisch etwas höheren Auflösung und ein paar Parametern wie der kürzeren Verschluss und Blitzsynchronzeit. Wirklich relevant sind die Unterschiede aber kaum. Die 6D hält dem auch gegenüber der 5D III das leiseste Auslösegeräusch und bislang bei Canon DSLR einzigartige Funktionen wie die interne GPS- und WLAN-Fähigkeit entgegen. Wer das nicht braucht, kann allerdings auch mit der 5D II hervorragend fotografieren und filmen. Auch in Sachen Kontrastverarbeitung stellt die 5D II noch immer die beste Bildqualität zur Verfügung, man sollte dann jedoch im RAW-Format mit einem guten Rohdatenkonverter arbeiten!

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Lohnt das Upgrade von kleinen DSLR auf die 6D?

Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten. Die kleinen DSLR haben ein paar Vorzüge, die bei Canons Vollformatern derzeit nicht zu finden sind.  An einigen APS-C-Modellen bietet Canon z.B. einen Schwenkmonitor (600D/60D/650D/700D), der bei dezenten Aufnahmen oder in schwierigen Aufnahmepositionen sehr hilfreich sein kann. Um den Komfort zu geniessen, muss man die Vollformatmodelle schon mit einem Handy auf dem Blitzschuh nachrüsten oder sich ggf. bei der mit Klappmonitor ausgestatteten Sony Alpha 900 umsehen.

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Vorteilhaft ist auch der kamerainterne Blitz an den kleineren Modellen, der im Gegenlicht oder bei interessanten Eyecatchern schnell einsatzbereit ist und dem Bild mehr Knackigkeit und Aufhellung verschafft. Canons Vollformatmodelle wollen hier erst noch mit externen Kompaktblitzgeräten bestückt werden, können dann allerdings regelmässig dank Schwenkreflektor auch indirekt und damit weicher blitzen. Wer allerdings die interne Drahtlos-Blitzfunktion an kleinen Canon DSLR ab der dreistelligen Klasse zu schätzen weiss, muss an externen Geräten oft noch einiges investieren, um den Komfort nachzurüsten. Der Cropfaktor mit automatischer Brennweitenverlängerung von 1,6 und eine Idee mehr Schärfentiefe im Nahbereich sind weitere Proargumente für die APS-C-Modelle.

Vielleicht entscheidender ist aber die Bildqualität, die an den Vollformatmodellen ein- bis zwei Stufen höher ausfällt. Man gewinnt effektiv mehr Rauschfreiheit sowohl im Foto- als auch Videomodus, einen Tick mehr an Auflösung und kann Motive besser vor dem Hintergrund lösen. Wer im RAW-Format aufnimmt, kann sogar ausbrennende Spitzlichter besser als an den kleinen DSLR nachräglich korrigieren.

Beugungsbedingte Unschärfen treten erst in höheren Blendenzahlen (ab f11 anstelle ab f8) auf, so dass man im Nahbereich eben auch stärker abblenden und die Zeitverlängerung über einen höheren, weil rauschfreieren ISO-Wert kompensieren kann.  Insoweit zieht das Argument mit der höheren Schärfentiefe an APS-C-Modellen nicht wirklich, aber die Schärfentiefe z.B. für besser freigestellte Portraits zu verringern klappt eben nur bei den Vollformatmodellen (siehe Schärfentiefe-Vergleich)! Ausserdem ist der Sucher deutlich grösser und die Kamera liegt zumindest gegenüber den drei- und vierstelligen Canon DSLR besser in der Hand. Der Komfort ist hier auch wegen des praktischen Daumenrads spürbar gesteigert.

Man sollte sich aber klar machen, dass man nicht bei jedem Motiv einen Vorteil durch Vollformatkameras realiseren wird. Bei besten Lichtbedingungen kann man auch mit einem Handy wirklich gute Aufnahmen z.B. im Landschafts- oder Architekturbereich einfangen. Nur liegen die eben oft nicht vor und dann gilt: je grösser der Bildsensor und je besser das Bedienkonzept der Kamera, umso bessere Ergebnisse lassen sich erzielen!

Ein Upgrade ins Vollformat wird allerdings teuer, weil man noch an passende Objektive denken sollte. Die EF-S-Objektive sind jetzt rein mechanisch nicht mehr kompatibel und einige Dritthersteller-Linsen etwa von Sigma mit DC oder Tamron mit Di II-Bezeichnungszusatz können zwar noch genutzt werden, führen aber idR zu starken Randabschattungen. Ein Standardzooom kostet im Vollformat ab 400 Euro aufwärts. Wer das Set mit einem empfehlenswerten Canon 24-105mm/4,0L IS USM erwägt, muss gegenüber dem Solo-Body oft noch 800 Euro zusätzlich einkalkulieren, hat dann jedoch ein durchgehend lichtstarkes Zoom mit L-Status.

Ja, der Status sollte nicht ganz vergessen werden; ein Vollformatmodell ist schlicht eindrucksvoller, insbesondere wenn man es im professionellen Umfeld einsetzen will. Wer mit einer kleinen DSLR beim Kunden aufkreuzt, wird nicht wirklich für voll genommen, wie wir schon leidlich erfahren mussten.


Was kaufen: 6D, 5D Mark 2 oder Mark 3?

Wer grossen Wert auf Geschwindigkeit und einen ausgereiften Autofokusbetrieb legt, ist mit der 5D III derzeit am besten bedient.  Sie liefert unterm Strich auch die meisten Funktionen, fasst sich aus dem Vollformat-Trio am sattesten – fast schon bullig – an und bietet beim Videomodus die professionellsten Ausstattungsmerkmale.

Aber Hand aufs Herz, brauchen Sie das unbedingt In unserem  multifunktionalem Einsatz mit Tendenz zu eher ruhigen Motiven wie Landschaft, Panoramen, Reise-, Makro- bzw. Nachtaufnahmen sind Geschwindigkeit und Autofokus nicht allzu entscheidend. Die 6D passt für diesen Bereich vortrefflich. Sie ist die leichteste und schlankeste DSLR aus dem Trio und punktet eben mit den Sonderfunktionen  wie GPS und WLAN. Genau hier ist eben auch die Tablet-Steuerung spannend, auch wenn alternative Lösungen wie die App DSLR Controller oder der Camranger noch mächtiger und auch bei den 5D-Modellen einsetzbar sind.

Wer eine 5D II bereits nutzt, ist mir ihr nach wie vor hervorragend unterwegs. Es ist auch kein schlechter Tipp, sich jetzt noch eine neue zuzulegen, einfach weil die Bildqualität stimmt. Aber funktional ist vieles an der 6D schlichtweg moderner. Sie bietet den praktischen Livebild-Videoumschalter, eine umfassendere Reihenbelichtungsautomatik und bessere Zugriffe z.B. im Fotolivebild via Q-Taste.

In unseren Umfeld würden wir derzeit die EOS 6D aus dem Trio kaufen, weil sie ein extrem gutes Preisleistungsverhältnis und aktuelle Ausstattungsfeatures bietet!

JW Player goes here

weitere Videos zur EOS 6D:

Technische Daten
Markteinführung September 2012
(erhältlich seit November 2012)
 weitere Ausstattung:
Preis UVP 1.999 EUR (solo)
verschiedene Kits mit Objektiven verfügbar
  • Videomodus mit Full HD (1.080) mit 30p /25p/24p, HD (1.280 x 720) mit 60p/50P – Formate MOV (h264) eingebautes Monomikrofon (automatisch und manuell pegelbar), Anschluss für externes (Stereo-)Mikrofon, automatische Aufzeichnungsverlängerung bis 29m59s, All-i-Unterstützung, Timecode
  • Daumenrad und LC-Display
  • grosser optischer Sucher mit 97%-Bildabdeckung (0,71fach), Dioptrienverstellung -3 bis +1m, einblendbare Wasserwaage (einachsig), wechselbare Mattscheiben
  • gesichertes Programmwahlrad mit Programm-, Blenden-, Zeitautomatik, manueller und Bulb-Modus, 2 Customprogramme, Scene-Programme, CA und Vollautomatik
  • Belichtungsmessung mit 63 Zonen. Messmethoden: Mehrfeld, Mittenbetont, Selektiv und Spot (auch in der Liveview verfügbar)
  • eingebautes WiFi mit Steuerung per Mobilgerät (über die App „EOS Remote“ für Android und iOS, incl. Fotolivebild und Kameraparameter-Steuerung, Videolivebild ist derzeit noch nicht verfügbar).
  • eingebaute GPS-Funktion incl. Logger-Modus
  • Digitale Wasserwaage am Monitor einblendbar (einachsig)
  • Weissabgleich auch manuell und mit Kelvin-Werten einstellbar
  • Belichtungsreihen-Funktion für 2, 3, 5 und 7 Aufnahmen maximal 3 EV-Spreizabstand, wird optional per 2 Sek. Selbstauslöser automatisch durchgeführt
  • HDR-Funktion (3 Belichtungen, nur für JPEG)
  • Mehrfachbelichtungsfunktion (2 – 9 Belichtungen, speicherbar nur im JPEG-Format)
  • interne RAW-Bildentwicklung
  • Anschlussbuchsen Fernauslöser (N3-Buchse), Mikrofon-Eingang (3,5mm Stereoklinke), USB (Vers. 2.0), HDMI-Out
  • Speicherkarten-Unterstützung: SD, SDHC, SDXC (auch UHS-1), EyeFi
  • Kamera-Akku LP E6
  • verfügbares Zubehör: Batteriegriff BG-E13
  • zahlreiche Objektive verfügbar – eine Auswahl finden Sie incl. Tests hier

Firmware-Updates finden Sie hier!

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Bild-Sensor

20,2 Megapixel (CMOS) im 3:2-Format
24 x 36mm | 6,6µm-Pixel

Serienbilder – 4,5 Bilder/Sek. (max. 17 RAW in Folge)
Bildformat

max. 5.472 x 3.648 Pixel
JPEG, RAW, auch parallel

Monitor 3“ mit 1.040.000 (Sub-)Pixel
Autofokus

11 AF-Felder mit Phasenerkennung ausserhalb der Liveview. Davon 1 Kreuzsensor mit -3EV Empfindlichkeit.

In der Liveview und im Videomodus Kontrastautofokus (relativ langsam), Gesichtserkennung

ISO-Bereich ISO 50 – 102.400, im Video bis ISO 25.600, Auto-ISO 100 – 25.600, Mindestverschlusszeit bis 1/250s definierbar bei Auto-ISO
Belichtung 1/4.000 bis 30sek., Langzeitbelichtung unbegrenzt (B-Modus)
Korrektur +-5 EV (im Video und Livebild +-3EV)
Gehäuse 755gr  incl. Akku | 14,4 x 11 x 7,1cm
vordere und hintere Gehäuseschale aus Magnesiumlegierung, obere Verschalung aus Polykarbonat

 

ISO 2.500 – f4,0 – 1/40s
Canon 24-70mm/4,0L IS USM@28mm
Original (JPEG konvert.)
 
ISO 6.400 – f4 – 1/4000s
Canon 24-70mm/4,0L IS USM@24mm
Original (JPEG konvert.)

Original-RAW (23,7 MB, für Mitglieder)

  

 

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  • Teil 1 (Body, Sucher/Monitor, Autofokus)
  • Teil 2 (ISO-Rauschen, Bildauflösung, Serienbilder, HDR, WLAN, GPS, Videomodus)
  • alles zur EOS 6D
  • Tests und Tipps zu Canon DSLR
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Donnerstag, 17. September 2026