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Canon EOS 760D im großen Traumflieger-Test - Teil 2

Canon EOS 760D im großen Traumflieger-Test - Teil 2

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Entscheiden Sie selbst:

Canon EOS 760D im Traumflieger-Test - TEIL 2

 

Hier im 2. Teil besprechen wir den Video-Modus, die Wifi-Funktionen und machen dann das Fazit

Video-Modus - Wifi-Funktionen - Fazit - technische Daten - Rangliste - Links - Leserkommentare - Test TEIL 1

 

Video-Modus mit neuer HDR-Funktion


Wie von neueren Canon DSLR gewohnt, bietet auch die EOS 760D einen Videomodus, der Full HD mit bis zu 30 Bildern/Sek. unterstützt. Aktiviert wird er direkt am Einschalter mit einer zweiten Position. Diese schon am Vorgänger zu findende Schalterposition hat den Vorteil, dass der Videomodus die am Programmwahlrad gewählte Logik nutzt. Ist dort der Modus M eingestellt, dann wird auch der Videomodus mit manuellen Werten für Blende, Zeit und ISO gesteuert. Während der 500D-Anwender noch ohne manuellen Videomodus auskommen muss, so wird bei der 550D und 600D der manuelle Modus erst etwas versteckt im Menü aktiviert.

Neben Full-HD bietet die EOS 760D auch HD-Video (720p) mit bis zu 60 B/Sek. oder SD-Video (480p) mit 30 B/Sek. Dabei nutzt die 760D das MP4-Format und nicht wie sonst üblich einen MOV-Container. MP4 hat den Vorteil, dass es sich auf Android-Smartgeräten problemloser abspielen lässt, während sich MOV eher in der iOS-Welt wohl fühlt.

Neuer Video-Autofokus

Den modernisierten Video-Autofokus mit Hybrid CMOS AF III haben wir schon im Autofokusteil besprochen. Generell führt er die Schärfe sanft im Video nach, ohne dass störende Pumpeffekte auftreten. Da jedoch nur vereinzelte Pixel für das Phasenverfahren genutzt werden, dürfte eine EOS 70D bzw. 7D Mark 2 mit dem Dual Pixel-Verfahren (80% aller Pixel werden herangezogen) idR überlegen sein.

Neben dem Einzelfeld-AF im Videomodus kann auch eine Gesichtserkennung oder Motivverfolgung genutzt werden. Dabei hat die Erkennung als solche jedoch nichts mit dem Scharfstellvorgang zu tun, so dass man zwischendurch stets mit gewissen Schärfeverlagerungen rechnen muss, selbst wenn die Gesichtserkennung einen klaren Rahmen um ein Gesicht zieht.

Neues Standard- und Light-Video

Neu an 760D ist die Wahl einer Video-Bildqualität, die entweder Standard oder Light heisst und die für alle Größen wählbar ist. Bei der Standard-Qualität zeichnet die 760D in Full HD mit 28,8 MBit/Sek. auf während die Light-Variante nur 11,6 MBit/Sek. nutzt. Mit der Light-Qualität will Canon die Abspielmöglichkeit auch auf leistungsschwächeren Geräten sicherstellen. Die Qualität ist aber für Full-HD schon grenzwertig. Üblich ist eine solche Datenrate eher für HD-Video mit weniger als der halben Bildfläche. Werden etwa hochdetaillierte Motive wie Bäume oder Sträucher mit viel Laub gefilmt, wird die Light-Version solche Motivbereiche eher flächig darstellen.

Bei gehobenen, neueren Canon DSLR wie einer 5D III oder 7D II bzw. 6D wird hingegen die Wahl zwischen All-i und IPB geboten. Dabei wird bei All-i ebenfalls eine ca. 3x größere Videodatei erzeugt, die aber das Video unkomprimiert (ohne Keyframes) aufzeichnet und daher leichter im Videoschnitt bearbeitet bzw. auf leistungsschwächeren Computern flüssiger abspielbar ist. Canon nutzt jedoch auch in IPB immerhin rund 44 MBit/Sek. und daher eine größere Datenbasis als an der 760D.

Bei 29m59s stoppt die Aufzeichnung

Generell gilt - wie praktisch für alle Systemkameras - auch an der 760D die Aufzeichnungsobergrenze von 29m59s. Der Zoll ist schuld, der sonst die Kameras mit höheren Einfuhrabgaben wie bei Camcordern belegt. Die Aufzeichnung in einer Videodatei wird allerdings auch durch die maximale Größe von 4GB bestimmt. Diese Größe erreicht die 760D bereits nach ca. 17 Min. in Full HD und bei Standard-Qualität. Dann legt sie selbständig eine neue Datei an, ohne die Videoaufzeichnung bis zur Höchstdauer von 29m59s zu unterbrechen. Es empfiehlt sich, später die Dateien im Videoschnitt aneinanderzureihen, ansonsten muss man die Videos getrennt abspielen.

Stereoton nur mit STM-Objektiven genießbar

Den Ton zeichnet die 760D über ein internes Stereomikrofon auf. Wie bisher kann auch der Ton manuell gepegelt und externe Mikrofone via Eingangsbuchse eingekoppelt werden. Insbesondere bei Tonaufzeichnungen mit dem internen Stereomikrofon können Objektive mit Bildstabilisator und bei Autofokusbetrieb auch der Antriebsmotor teils erhebliche Störgeräusche erzeugen. Canon hat daher vor einiger Zeit die STM-Objektive mit Steppermotor entwickelt und bietet schon eine ganze Reihe davon an (z.B. 18-55mm IS STM, 10 - 18mm IS STM, 18 - 135mm IS STM, 55 - 250mm IS STM). Diese STM-Objektive stellen nicht nur pumpfreier im kontinuierlichen Videobetrieb scharf sondern sind praktisch auch unhörbar, so dass sie sich für den Moviemodus besonders eignen!

HDR-Movie mit schwacher Wirkung

Wer den neuen HDR-Videomodus nutzen will, muss das Programmwahlrad auf eine andere Position als P / AV / TV / M stellen und über den Schnelleinstellbildschirm per Fingertouch das Icon für HDR-Video aktivieren. Die 760D lässt sich so nur in der Vollautomatik steuern und die Videoqualität wird auf 720p festgeschrieben.

Bei unseren Tests fanden wir die HDR-Movie-Funktion insgesamt enttäuschend. Die Wirkung ist kaum zu erkennen und das Bild wirkt vergleichsweise wenig scharf. Lichter werden nur wenig abgedunkelt und Schatten teils noch dunkler als ohne HDR-Funktion wiedergeben.

Miniatur-Effekt nur mit Zeitraffer

Neu ist auch ein Miniatur-Effekt, der sich im Video anwenden lässt. Hier wird nur eine schmale, änderbare Position im Bild scharf gezeichnet, während die übrigen Bildbereiche deutlich unschärfer aufbereitet werden. Dies simuliert die Bildwirkung, wie man sie üblicherweise hauptsächlich aus dem Makrobereich kennt und verführt zu der Annahme, dass man eine Miniwelt gefilmt hätte. Hilfreich sind hier erhöhte Filmpositionen etwa von einem Hochhaus auf ein Stadtzentrum oder einem Hügel auf eine Alm herab.  Die 760D nötigt den Videofilmer aber beim Miniatur-Effekt dazu, hier wenigstens einen 5-fach (oder 10x bzw. 20x) Zeitraffer zu kombinieren. Das soll vermutlich einen wuseligen Eindruck verstärken, dürfte aber einige Anwender stören, die keinen Beschleunigungseffekt nutzen wollen.

Schnappschuss und Videozoom

Wie an der 700D bietet auch die 760D eine Videoschnappschuss-Funktion, bei der 4sekündige Szenen automatisch aneinandergereiht werden. Es lassen sich auch verschiedene Schnappschuss-Videos kameraintern erstellen. Generell ist das eine praktische Funktion, um etwa vom Urlaubsort schnell ein paar kleine aber abwechslungsreiche Videos zu erstellen, ohne später auf ein mächtiges Videoschnittprogramm zurückgreifen zu müssen.

Videozoom mit Nebenwirkungen

Wie an der EOS 70D findet sich auch an der 760D ein 3 - 10x Zoom im Videomodus, der sich nur bei Full-HD-Aufnahmen nutzen lässt. Dabei wird das Bild generell digital interpoliert. Bei Aktivierung des Zooms wird der Sensor allerdings zunächst gecroppt, was weitgehend verlustfrei geschieht.

Der native Crop liegt bei Full HD bei einem Zoomfaktor von 3,1x (6.000  / 1.920 Pixel) also nahe beim 3x-Startzoom. Im Direktvergleich zu einem JPEG bei 100%-Ansicht ähnelt der 3x-Zoom im Video dem Ergebnis, wenngleich der Zoom nicht ganz so detailliert wirkt, aber von der Schärfe nicht allzu weit abfällt.

Man kann sich auch im laufenden Video via Daumenrad (Druck auf Position oben bzw. unten) weiter bis auf 10x einzoomen. Dann wird der Bildeindruck jedoch sichtlich unschärfer und zeigt seine zunehmende, digitale Natur. Empfehlenswert sind höhere Zoomfaktoren daher nur in kleineren Ausgabeformate, etwa wenn die Videos auf einem Handy oder in einem kleinen Player-Fenster abgespielt werden. Ansonsten fällt der Zoom oberhalb der 3x-Startvergrößerung als qualitativ unzureichend auf.

gewohnte, durchschnittliche Videoqualität

Generell zählt der Videomodus bei Canon DSLR nicht zu den hochauflösendsten im Markt der Systemkameras.  Und wir sprechen hier nicht etwa vom zunehmend häufiger anzutreffenden 4K- bzw. Ultra HD-Modus mit 2.160p, dem sich Canon - außer bei einer sündhaft teueren EOS 1Dc  - hartnäckig verweigert. Nein, auch in Full HD zieht etwa Panasonic mit einer wesentlich höheren Bildschärfe an Canon DSLR vorbei.

Die EOS 760D lösst dabei mit unserem Testobjektiv 24mm/1,4L II bei f5,6 mit 728 Linien in der Höhe im üblichen Canon DSLR-Durchschnitt auf. Und bleibt dabei mit 67% noch weit vom Full HD-Standard von 1.080 Linien entfernt. Während Panasonic mit der Lumix GH4 zur Referenzklasse zählt und den Full HD-Standard erreicht. In UHD ist die Effektivität immerhin noch bei 80% angesiedelt (1.738 Linien, mit Lumix 12-35mm bei 12mm/f5,6).

Nichtdestotrotz hat der Videomodus an Canon DSLR durchaus Vorzüge. So zählt der Video-Autofokus insbesondere mit Dual Pixel (70D / 7D II) zu den stärksten am Markt, wobei man sicherlich auch die 760D mit dem Hybrid CMOS AF III zu den besseren AF-Systemen zählen kann. Punkten kann die 760D auch durch eine angenehm neutrale Farbwiedergabe und recht gute Lowlight-Performance, bei der man Videos noch bis ISO 3.200 durchaus genießen kann, ohne dass sie zu stark verrauscht wirken.

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Wifi-Funktion


Kamerainterne Wifi-Funktionen sind eine praktische Sache. Damit können nicht nur Bilder etwa an ein Smartphone oder zu Facebook transferiert werden, sondern auch die Kamera kabellos ferngesteuert werden. Eine interne Wifi-Funktion bietet Canon für seine Systemkameras derzeit nur an der 6D, 70D, M3 und jetzt auch an der EOS 760D. Doch es gibt Leistungsunterschiede. Während die EOS 6D und 70D auch eine drahtlose Verbindung zum Computer aufbauen und über die Fernsteuerungs-Software (EOS-Utlitiy>Fernaufnahme) genutzt werden kann, so wird dies der EOS 760D verwehrt; das Icon "Fernaufnahme (EOS Utility)" fehlt in der WLAN-Funktion.

Nichtsdestotrotz kann die 760D drahtlos Bilder zu einem DNLA-fähigen Monitor, anderen, ebenfalls mit Wifi ausgerüsteten Kameras senden, Bilder an einen WLAN-fähigen Drucker schicken oder auch in der Canon-Cloud "Image Gateway" kostenlos im Web veröffentlichen. Canon bietet auch eine Datenstation "Connect Station", die kabellos Bilder oder Filme speichert.

Und es gibt die Möglichkeit, die EOS 760D vom Smartgerät aus incl. Fotolivebild und Parameterzugriff über die kostenlose App "Camera Connect" fernzusteuern. Die Verbindungsaufnahme kann über NFC vorgenommen werden, was derzeit nur mit einigen Android-Smartgeräten funktioniert, die mit ihrem Sensor an die linke Unterseite der 760D gehalten werden.

Die App selbst bietet einen Fokusrahmen, der sich per Fingertipp verschieben lässt. Erstaunlicherweise gelingt es uns nicht, per Fingertipp nicht nur den Rahmen sondern auch den Fokus zu setzen oder auch gleichzeitig auszulösen. Erst wenn wir den Fokus über die zunächst noch über den Befehl ""Einstellungen > AF Taste einblenden" via Schaltfläche triggern, wird automatisch scharfgestellt. Und auch erst, wenn wir die Schaltfläche für die Dauer des Fokusvorgangs festhalten. Das ist nicht nur umständlich, sondern verhindert auch spontane Schärfeverlagerungen.

Immerhin hat Canon etwas an der Benutzerfreundlichkeit gefeilt. Denn die früher gebräuchliche App "EOS Remote" war beim Einstellen der Parameter für Zeit-, Blende- oder ISO-Wert umständlich programmiert. Neben dem Parameter-Triplet kann auch die mittlere Belichtungsstufe oder der Fokus via Schaltflächen manuell verlagert werden. Änderungen am Programmwahlrad quittiert die 760D gerne einmal mit dem Verlust der WLAN-Verbindung, die dann neu aufgebaut werden darf. Das Programm M wird immerhin auch im Bulb-Modus unterstützt, unpraktischerweise muss jedoch der Software-Auslösebutton für die Dauer der Langzeitbelichtung festgehalten werden. Dabei hat Canon es ja schon direkt an der 760D geschafft, Langzeitbelichtungen per Fingertipp auf den Touchmonitor zu starten und später durch erneuten Fingertipp einfach zu beenden. Die App wirkt dagegen noch sehr stiefmütterlich.

Noch immer ist es bei Canon nicht möglich, den Videomodus per Smartgerät zu steuern, die WLAN-Verbindung wird dann schlicht unterbrochen. Das ist für Videofilmer einfach bitter, die das Smartgerät gerne als Kontrollmonitor nutzen wollen. Hersteller wie Sony (A7 II, A7s), Samsung (NX1) und allen voran Panasonic (Lumix GH3, GH4, FZ1000, LX100 etc.) schaffen es doch auch, nicht nur ein Videolivebild am Smartgerät darzustellen, sondern dort auch Parametereingriffe zu gewähren.

DSLR Controller und Camranger sind die besseren Alternativen

Sei es drum mag mancher Anwender denken. Dann werden einfach andere Apps genutzt. Das funktioniert auch mit der App DSLR Controller (für Android). Damit kann die EOS 760D direkt über die Wifi-Funktion im Smartphone-Modus eine Verbindung aufbauen. Die Funktionalität ist um ein vielfaches höher als in der Canon App. Soll auch der Videomodus genutzt werden, kann man entweder eine Verbindung per USB-Kabel aufbauen oder kabellos eine zwischengeschaltete TP Link-Box MR3040 nutzen.

Auch mit der App Camranger (iOS und Android) sind wir in der Lage, eine Verbindung zur EOS 760D aufzubauen. Die App nutzt eine eigene Box, die dann auch den Videomodus unterstützt. Auch Camranger ist funktional der Canon-App haushoch überlegen und bietet z.B. HDR-Funktionen, Schärfenreihen und als Besonderheit in der iOS-App sogar einen Abblend-Button, um die Schärfentiefe exakt abzulesen.

 

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Fazit / Wertung


Halbstark: Die 760D wirkt wie ein jugendlicher Halbstarker. Nicht nur der etwas kantigere, schon breitschultigere Body mit LC-Display und Daumenrad wirkt fast schon erwachsen. Die EOS 760D bietet eben auch wirklich Leistungen auf einem gehobenen Level.

 

Dazu zählen sicherlich 19 Kreuzsensoren, eine gute AF-Lowlight-Fähigkeit, ein sehr flotter AF-Betrieb und eine generell gut bestückte Ausstattung. Halbstark aber deswegen, weil eine EOS 70D einfach in vielen Belangen technisch noch immer überlegen ist. Sie ist schneller und hat schlicht mehr Funktionen. Der Bildsensor liegt unterm Strich auf ähnlichem Qualitätsniveau. Der 24 Megapixel-Sensor der 760D ist den 20 Megapixeln einer 70D praktisch ebenbürtig aber keineswegs haushoch überlegen.

 

Letztlich wäre ich wirklich begeistert, wenn der 760D-Verkaufspreis erheblich unter dem einer 70D läge. Solange das nicht der Fall ist, rate ich ambitionierteren Anwendern, sich die 70D als Alternative ernsthaft zu überlegen. Oder sich etwa bei den Spiegellosen umzusehen. Nicht nur Canon hat mit der EOS M3 eine hübsche Tochter, auch Sony, Panasonic und Samsung machen mächtig Dampf (siehe den Kamera-Direktvergleich)!

Canon verspricht ein ganz neues Niveau - dem stimmen wir nur bedingt zu!

Canon verspricht mit der EOS 760D, dass der Anwender seine fotografischen Möglichkeiten auf ein ganz neues Niveau heben würde. Als Gründe werden der von 18 auf 24 Megapixel upgedatete Bildsensor, der erweiterte Autofokus und die vielfältigen Steuerungsmöglichkeiten angeführt. Können wir dem zustimmen?

Jein, denn der Bildsensor ist zwar minimal besser als die vormalige 18 Megapixel-Generation, da er bei guten Lichtverhältnissen eine Idee mehr an Auflösung zulässt. Dafür rauscht er aber auch minimal stärker, was man in Lowlight zumindest erahnen kann. Von einem ganz neuen Niveau kann man hier wohl kaum sprechen. In Prozenten ausgedrückt liegt er in unserer RAW-Analyse - alles in allem - doch nur etwas unspektakuläre 3% über dem bisherigen Sensor.

Der von 9 auf 19 Sensoren angewachsene Autofokus ist sicherlich in manchen Situationen hilfreich, da er eine bessere Feldabdeckung bietet. Auch die Gruppierungsmöglichkeiten können durchaus hilfreich sein. Die Lowlight-Empfindlichkeit bleibt aber auf dem gewohnten Niveau. Und der Sucher ist sogar noch etwas - wenn auch nur minimal - kleiner geworden als an der 700D.

Daumenrad - Touchscreen - Wifi

Was Canon mit den vielfältigen Steuerungsmöglichkeiten meint bleibt etwas unklar. Den praktischen Touchscreen kennt man schon von der 650D/700D aber das Daumenrad ist neu. Und das kann durchaus Freude und einen höheren Bedienkomfort als mit den vormaligen 4 Pfeiltasten vermitteln.  Erfreulich ist auch die integrierte Wifi-Funktion, mit der man von der 760D z.B. via Smartgerät entkoppelt operieren kann. Wenn man sie denn auch wirklich nutzt. Wir tun das häufiger, vor allem dann, wenn wir vor der Kamera und/oder im Bodenbereich operieren. Die Funktion ist auch sehr praktisch, wenn man schnell mal Bilder auf einem großformatigerem Tablet präsentieren möchte, die noch auf der Speicherkarte in der Kamera schlummern. Schmerzlich vermissen wir aber die kabellose Unterstützung des Videomodus.

Ansonsten sind ein paar Video-Gimmiks hinzugekommen wie Miniatur-Effekt oder Videozoom. Wirklich große Sprünge macht die 760D damit aber nicht und der vollautomatische Video-HDR-Modus (HD-Qualität) hat uns eher enttäuscht. Beim Video-AF gewinnt die 760D durch eine größere Phasen-Abdeckung etwas mehr Sicherheit, was durchaus begrüßenswert ist.

Wir sind von der 760D durchaus angetan!

Wenn unser Fazit jetzt insgesamt etwas nüchtern klingen mag so sollte man nicht die Tatsache übersehen, dass Canon mit der 760D einen kompakten aber wirklich fazinierenden Body abliefert, der nicht nur durch das Daumenrad sondern auch durch das neue LC-Display an Attraktivität gewinnt. Die Ausstattung ist für die mittlere Preisklasse insgesamt fulminant, denn wer eine Canon DSLR auch wegen des ungeschlagen großen Objektivangebots, der hohen Fertigungsqualität und intuitiven Bedienung bevorzugt, erhält ein Rundum-Sorglos-Paket. Touchfähiger Schwenkmonitor, integrierten Blitz mit Drahtlosfähigkeiten inklusive.

Zur 70D wird die Luft dünner!

Aber im Vergleich zur bisherigen Generation fallen die Modernisierungen dennoch moderat aus. Vieles ist einfach schon im sehr guten Vorgänger verbaut. Der 760D-Anwender wird sicherlich Freude an dem doch etwas aufgehübschten Body und erweiterten Autofokus gewinnen. Wer die Wasserwaage im Sucher oder am Monitor einblendet, findet ebenfalls eine kleine, willkommene Hilfe. In der Praxis würden wir aber nicht von einem neuen Niveau sprechen, das Canon in seiner Werbung suggerieren will. Dafür wäre eine ganz neue Technologie erforderlich, wie sie seinerzeit mit der Liveview, dem neu eingeführten Videomodus etc. Einzug hielt. Canon setzt schon seit Jahren eher auf eine schleichende Evolution und bringt keine Revolution. Zumindest wenn man den aktuellen 50 Megapixel-Sprung in der 5Ds/R einmal außen vor lässt. Der kleine Sprung von 18 auf 24 Megapixel ist in der dreistelligen Klasse kaum spürbar.

Betrachtet man die EOS 760D im Vergleich zur EOS 70D, dann sieht man zwar einige Gemeinsamkeiten wie LC-Display, Wifi, Daumenrad. Auch den Schwenkmonitor und Touchscreen und gar das AF-System mit 19 Kreuzsensoren teilen sie sich. Insoweit fallen die Innovationen mit Blick auf die zweistellige Canon-Klasse sogar sehr mager aus. Die 70D hat aber den deutlich größeren Sucher, mehr Serienbildgeschwindigkeit und einen doppelt so großen Puffer (15 statt 7 unverzögerte RAW). Der Wifi-Modus kann auch zur PC-Remotesoftware eine Verbindung aufbauen, der Dual Pixel im Video und Livebild ist generell dem Hybrid AF einer 760D technologisch voraus. Und eine AF-Feinjustierung bietet die 70D bei AF-Sorgen, die 760D nicht!

Schaut man sich die Belichtungsmöglichkeiten der 70D mit 1/8.000 Sek., einer bis zu 7stufigen Reihenbelichtung an oder der Möglichkeit, ein Customprogramm zu nutzen, dann steht die 760D demgegenüber doch mit 1/4.000 Sek., einer 3stufigen Reihenbelichtung und weder mit Customsteuerung noch Customprogramm deutlich zurück. Punkten kann die 760D  eigentlich nur mit dem um rund 200gr leichteren und etwas kompakteren Body. Wer den haben will, ist bei der 760D sicherlich hervorragend aufgehoben. Wer mehr Leistung wünscht, fährt mit der derzeit kaum teureren 70D insgesamt besser!

Insgesamt erhält die EOS 760D in unserer Wertung 74% und 4 Sterne - eine durchaus gute Wertung und generelle Empfehlung für die 760D!

Wer eine ca. 50 Euro günstigere EO 750D als Alternative in Betracht zieht, muss auf das LC-Display, Daumenrad und ein paar Videogimmiks wie Videozoom, HDR-Video und Miniatur-Effekt verzichten. Wir empfehlen, die 760D zu erwägen, da Daumenrad und LC-Display den Aufpreis durchaus wert sind. Wer lieber die Rechtshandbedienung beim Programmwahlrad und Einschalter bevorzugt, für den könnte aber die 750D auch sehr attraktiv sein!

 

  • gute Bildqualität mit aktuellem 24 Megapixel-APS-C-Bildsensor
  • hervorragende, wie von Canon gewohnte Verarbeitung des Bodys
  • mit Daumenrad, LC-Display und Pin- bzw. Schalter-Sicherungen hochklassige Ausstattungsmerkmale
  • für DSLR gut ausgestatteter AF mit 19 Kreuzsensoren
  • moderner Livebild und Video-AF (Hybrid CMOS AF III)
  • touchfähiger Schwenkmonitor
  • integrierter Blitz mit Drahtlosfähigkeiten
  • Abblendtaste für Schärfentiefe-Kontrolle
  • besondere erhabene ISO-Taste
  • integrierte Wifi-Funktion
  • externer Mikrofon-Anschluss
  • externer Fernauslöser-Anschluss
  • Livebild-Effekte (JPEG)
  • relativ leicht und kompakt
  • sehr gutes Zubehör- und Objektivangebot (marktführend)
  • kleiner Sucher
  • relativ kleiner Serienbildpuffer (7 RAW in Folge)
  • nur 3stufige Reihenbelichtung
  • kaum Verbesserungen gegenüber einer 70D, dafür technisch teils deutlich abgespeckt
  • HDR-Video kaum überzeugend
  • etwas schnappend klingendes Auslöse-Geräusch

 

 

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technische Daten


 

Technische Daten EOS 760D (incl. Unterschiede EOS 750D)
UVP 699 EUR (750D) / 749 EUR (760D)
Markeinführung Mai 2015
Sensor 24,2 Megapixel, APS-C (22,3 x 14,9mm), 1,6x-Crop, 3,72µm-Pixel (Pitch)
Bildformate 3:2: 6.000 x 4.000 - 4:3: 5.328 x 4.000 - 16:9: 6.000 x 3.376 - 1:1: 4.000 x 4.000. RAW, JPEG, RAW+JPEG parallel. Auch kleinere Bildformate für JPEG verfügbar (L, M, S1, S2, S3)
Autofokus 19 Kreuzsensoren, empfindlich -0,5 - 18EV (in Liveview 0-18EV), Ai Fokus, One Shot, Ai Servo, 19 AF, Einzelfeld-Af, Zone / Im Livebild und Video kontinuierlicher AF Hybrid CMOS AF III mit Gesichtserkennung, Motivverfolgung, Flexizone-Mulit, FlexiZone Single
ISO-Bereich 100 - 12.800, erweiterbar auf 25.600 (Video ISO 100 - 6.400, 12.800 erw.), Auto-ISO 100 - 6.400, Anpass. 1EV-Schritte
Belichtung 30s - 1/4000s, Bulb, Korrektur +-5EV, Anpassung in 1/2 oder 1/3 Schritten, AEB 3 Aufnahmen +-2EV Spreizung in 1/3 oder 1/2 EV kombinierbar mit Selbstauslöser, mit AF-Feldern verknüpfte Mehrfeldmessung, Selektiv-Messung (6%), Spotmessung (3,5%), mittenbetonte Integralmessung
Weißabgleich Auto, 9 verschiedene Situationen (z.B. Schatten, Tageslicht, Kunstlicht etc.), Custom (ca. 2.000 - 10.000 Kelvin), WB-Korrektur, WB-Bracketing
Serienbilder 5 Bilder/Sek., 8 RAW und 940 JPEG unverzögert in Folge (SD UHS-I), Silent-Serienbildmodus mit 3B/Sek.
Monitor 3'' mit 1,04k - schwenkbar, touchfähig (kapazitiv)
Sucher optisch 0,82x (auf KB 0,51x), 95% Abdeckung, -3 - +1dpt-Anpassung, Mattscheibe nicht wechselbar
Blitz eingebaut, Leitzahl 12 (ISO 100), Synchronzeit 1/200s, synch. auf 1. + 2. Verschlussvorh., Drahtlosfähigkeiten, Speedlites aufsteckbar
Video Full HD 1.080 30/25/24p - HD 720 60/50p - SD 480 30/25p, MP4 / H.264, manuelle Tonpeglung, eingebautes Stereomikrofon, Aufzeichnung max 29m59s, max. 4GB Dateigrösse mit automatischer Neuanlage, manuelle Kontrolle über ISO, Zeit und Blende. Videoschnappschuß-Modus. Nur EOS 760D: HDR-Video mit 720 30p/25p und Miniatur-Effektfilter, Videozoom 3x- 10x
Wifi vorhanden mit NFC-Unterstützung, Bildtransfer an Smartgeräte via Camera Connect App (Android-Version), Bildupload in die Cloud (irista), Kamerafernsteuerung incl. Fotolivebild
Speicherkarten SD / SDHC / SDXC (UHS-I kompatibel)
Extras einachsige Wasserwaage auf dem Monitor und im Sucher, Flacker-Erkennung bei Leuchtstoff-Röhrenlicht
Buchsen Mini-HDMI-Out (Typ C), Mini-USB (inkl AV-Out via beigefügtem Adapterkabel), externer Mikrofon-Anschluß 3,5mm Stereoklinke, Fernauslöser-Anschluß 2,5mm Miniklinke
Akku LP-E17, reicht für 440 Aufnahmen (23 Grad, 50% Blitz), Batteriegriff BG-E18 ansetzbar
Gehäuse Kunststoff, 131,9 x 100,7 x 77,8mm
Gewicht 555gr (EOS 750D) bzw. 565gr (EOS 760D) jew. inkl. Akku und Speicherkarte
Objektive Wechselobjektive mit Canon EF oder EF-S-Anschluss

 

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Dieser Report wurde am Dienstag, 18. August 2015 erstellt und zuletzt am Montag, 14. September 2015 bearbeitet.


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