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Glücksspiel

New York: Weniger HOPEline-Anrufe trotz Rekord bei Sportwetten

New York: Weniger HOPEline-Anrufe trotz Rekord bei Sportwetten

New Yorks jährlicher Bericht zu den Folgen mobiler Sportwetten für Menschen mit problematischem Spielverhalten weist für 2025 rund 17 Prozent weniger Anrufe bei der staatlichen HOPEline aus. Gleichzeitig stiegen die Einsätze und die Zahl neuer Selbstausschlüsse. Welche Bevölkerungsgruppen besonders stark betroffen sind, lässt sich dem Bericht weiterhin nicht entnehmen.

Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was ist neu?
  2. Die Details
  3. Preis und Verfügbarkeit
  4. Einordnung

Was ist neu?

  • Die Gaming Commission und OASAS zählen 2025 insgesamt 2.545 HOPEline-Anrufe, nach 3.064 im Vorjahresbericht: ein Rückgang um 16,9 Prozent.
  • Der Einsatzbetrag bei mobilen Sportwetten erreichte 25,38 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 12,4 Prozent; der Bruttospielertrag der Lizenznehmer stieg um 8,0 Prozent auf 2,22 Milliarden US-Dollar.
  • Die Zahl neuer Selbstausschlüsse erhöhte sich von 1.754 auf 1.887. Gemeldete Vorfälle mit Minderjährigen nahmen von 1.871 auf 1.972 zu.
  • Der Bericht enthält die Altersstruktur der Kontoinhaber, aber weder Angaben zu Behandlungsaufnahmen noch eine Auswertung dazu, welche Gruppen überproportional von Schäden betroffen sind.
  • Die Datenlücken bestehen, während die Kommission eine Regelung vorschlägt, nach der Wettanbieter gefährdete Kunden erkennen und markieren müssen.

Die Details

Berichtspflicht und HOPEline-Zahlen

Der Bericht wurde dem Gouverneur und der Legislative nach Abschnitt 1367-a(6) des Racing, Pari-Mutuel Wagering and Breeding Law vorgelegt. Das Gesetz verpflichtet die Gaming Commission gemeinsam mit dem Office of Addiction Services and Supports (OASAS), jährlich über die Auswirkungen mobiler Sportwetten auf problematisches Glücksspiel zu berichten. Dazu gehört, soweit praktikabel, die Frage nach demografischen Gruppen, die überproportional betroffen sind.

Unterzeichnet ist der Bericht von Robert Williams, Geschäftsführer der Kommission, und OASAS-Kommissarin Dr. Chinazo Cunningham. Die auf der Website der Kommission veröffentlichte Fassung trägt das Datum 31. März 2026 und wurde am 2. September 2026 aktualisiert; der Abschnitt zu Selbstausschlüssen ist mit „REVISED 10/26“ gekennzeichnet. Es ist der zweite Bericht mit Daten der neun Anbieter mobiler Sportwetten.

Im Vergleich zu 2020 stellt der Bericht bei den HOPEline-Anrufen einen Anstieg um 8,5 Prozent fest: von 2.345 auf 2.545. Als Erklärung nennt er öffentliche Informationskampagnen und Werbung der Lizenznehmer. Der Bericht für 2024 hatte damals 3.064 Anrufe ausgewiesen. Gemessen an diesen Zahlen sank die Zahl im Jahresvergleich somit um 519. Seit Januar 2022 sind Online-Wetten laut beiden Berichten der häufigste Anlass für einen Anruf. Die frühere Ausgabe bezeichnete Männer zwischen 25 und 44 Jahren als häufigste Anrufer; die aktuelle nennt kein Profil der Anrufenden.

Wettvolumen, Konten und Limits

Die Einsätze summierten sich auf 25,38 Milliarden US-Dollar über mehr als 2,02 Milliarden Transaktionen. Der Bericht führt 7,2 Millionen Konten auf, 49,8 Prozent mehr als zuvor. Zugleich sank die Zahl der im Berichtsjahr eröffneten Konten um 28,3 Prozent auf 1,54 Millionen. Für die Zählung 2025 wurden Geolokalisierungsdaten von GeoComply und OpenBet herangezogen.

Der durchschnittliche Einsatz je Konto ging um 18,6 Prozent auf 3.500 US-Dollar zurück. Von 5,34 Millionen Kontoinhabern, die freiwillig demografische Angaben machten, waren 40 Prozent zwischen 25 und 34 Jahre alt. Verlustlimits boten acht Lizenznehmer an; 2024 waren es fünf. Der Bericht nennt außerdem einen Steuersatz von 51 Prozent.

Selbstausschlüsse, Minderjährige und Hilfsangebote

Das landesweite Selbstausschlussprogramm schließt Teilnehmende von sämtlichen legalen Glücksspielangeboten aus. 2025 kamen 1.887 neue Anmeldungen hinzu, verglichen mit 1.754 im Jahr 2024. Seit dem Start des Programms 2017 summiert sich die Zahl auf 11.016.

Nur drei Anbieter meldeten Aktivitäten Minderjähriger. Der Bericht führt die geringe Zahl der Meldungen auf uneinheitliche Berichtspraktiken zurück; für die Daten des Jahres 2026 soll eine standardisierte Erfassung eingeführt werden. Ein Anbieter registrierte 785 Kontoeröffnungsversuche von Minderjährigen. Diese wurden vor einer Einzahlung für Sportwetten gesperrt, blieben aber für Fantasy-Sport offen, für den ein niedrigeres Mindestalter gilt.

Ein weiterer Anbieter entdeckte zwei Konten, die Minderjährige Ende 2024 eröffnet, mit Geld ausgestattet und bis Mitte März 2025 genutzt hatten. Nach Angaben der Kommission wird dieser Fall in einem Verwaltungsverfahren behandelt.

Der Staat weist jährlich sechs Millionen US-Dollar aus der Steuer auf mobile Sportwetten für Behandlung und Aufklärung zu. Ab 2026 kommen laut Bericht weitere sechs Millionen US-Dollar hinzu. Insgesamt beläuft sich die genannte jährliche Finanzierung damit auf 12 Millionen US-Dollar, gegenüber einem Bruttospielertrag der Lizenznehmer von 2,22 Milliarden US-Dollar bei einem Steuersatz von 51 Prozent.

Was die Anrufzahlen aussagen – und was fehlt

Betrachtet man die Reihe ab 2020, erscheinen die HOPEline-Anrufe als gestiegen. Im Vergleich zum eigenen Vorjahreswert der Behörden ergibt sich dagegen ein Rückgang um fast ein Sechstel, während das Wettvolumen um etwa ein Achtel wuchs. Eine Analyse von New Yorks Rechnungshof Thomas DiNapoli aus dem September hob laut Spectrum News den Anstieg von 8,5 Prozent seit 2020 hervor. Keine der beiden Betrachtungsweisen belegt für sich, wie verbreitet problematisches Glücksspiel ist: Die Zahl der Anrufe hängt auch davon ab, wie bekannt die Hotline ist. Warum die Anrufe zurückgingen, erläutert der Bericht nicht.

Das Gesetz verlangt eine Einschätzung dazu, welche Gruppen überproportional geschädigt werden. Die Altersangaben im Bericht beziehen sich jedoch auf alle Wettkontoinhaber und beschreiben damit den Markt, nicht die Verteilung der Schäden. Es fehlen zudem OASAS-Angaben zu Behandlungsaufnahmen und eine Aufschlüsselung der Selbstausschlüsse. Dabei hatte der Bericht von 2023 bereits festgehalten, dass das Formular für den Selbstausschluss inzwischen Geburtsdatum, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit und die meistgespielte Glücksspielart erfasst.

Eine Datenverordnung gilt seit dem 28. Februar 2026; außerdem liegt eine Regelung zu gefährdeten Wettkunden auf dem Vorschlagstisch der Kommission. Erst wenn daraus vergleichbare Daten der Anbieter hervorgehen, kann New York die gesetzlichen Fragen besser beantworten. Bis dahin bleibt der Bericht im Wesentlichen eine Erfassung des Marktes mit einer ergänzenden Zahl zu Hotline-Anrufen.

Mehr Geld, aber weiterhin niedriger Ausgangswert

Die jährlichen 12 Millionen US-Dollar für Behandlung und Prävention sind gering im Verhältnis zu den 2,22 Milliarden US-Dollar Umsatz der Lizenznehmer. Die Debatte über den Umgang mit problematischem Glücksspiel wird auch in anderen Bundesstaaten geführt: Pennsylvania hat einen neuen Ausschuss für problematisches Glücksspiel eingerichtet. Zudem gab es Berichte, wonach DraftKings Kunden nach ihren erwarteten Verlusten bewertet habe. Mit einer gesetzlichen Berichtspflicht und inzwischen geltenden Datenregeln ist New York besser aufgestellt als die meisten anderen US-Bundesstaaten, um Schäden zu messen.

Der aktuelle Bericht enthält mehr Angaben als seine Vorgänger, doch die zentrale Hotline-Zahl verdeckt einen unerklärten Rückgang. Die 2026 erhobenen Daten nach den neuen Regeln werden zeigen, ob der Bundesstaat künftig Schäden statt allein das Wettvolumen beschreiben kann.

Preis und Verfügbarkeit

Ein Produktpreis oder Verkaufstermin ist nicht Gegenstand des Berichts. Die darin genannten Fristen betreffen die Datenerhebung: Die Verordnung gilt seit dem 28. Februar 2026, und standardisierte Meldungen zu Minderjährigen sollen für die Daten des Jahres 2026 angestrebt werden.

Einordnung

Die sinkende Zahl der Hotline-Anrufe steht neben wachsenden Einsätzen und mehr Selbstausschlüssen, erlaubt aber keine verlässliche Aussage darüber, ob Glücksspielschäden insgesamt zu- oder abnehmen. Für eine belastbarere Einschätzung braucht New York vergleichbare Angaben zu Behandlung, Selbstausschlüssen und besonders betroffenen Gruppen.

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