Konamis Geschäftsbereich Gaming & Systems hat im ersten Halbjahr bis zum 30. September 2026 den Gewinn um 154,4 Prozent auf 2,414 Milliarden Yen gesteigert. Höhere Verkäufe des Solstice-49C-Gehäuses trugen zum Wachstum bei; zugleich sind inzwischen mehr als 150.000 Spielautomaten mit dem Casino-Managementsystem SYNKROS verbunden.
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Was ist neu?
- Der Segmentumsatz wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 41,3 Prozent auf 25,112 Milliarden Yen, rund 159 Millionen US-Dollar.
- Der Geschäftsgewinn stieg von 949 Millionen auf 2,414 Milliarden Yen; die Marge verdoppelte sich von 5 auf 10 Prozent.
- Konami führt die höheren Geräteverkäufe auf den Solstice 49C zurück.
- SYNKROS ist nun auf über 150.000 Spielautomaten im Einsatz, darunter auch auf Schiffen von Carnival Corporation.
- Die Jahresprognose für Gaming & Systems bleibt bei 46,0 Milliarden Yen Umsatz und 6,5 Milliarden Yen Gewinn.
Die Details
Konami veröffentlichte die Halbjahreszahlen am 29. Oktober. Der Umsatz von Gaming & Systems lag bei 25,112 Milliarden Yen nach 17,768 Milliarden Yen im Vorjahreszeitraum. Pachinko- und Pachislot-Geräte werden in einem anderen Geschäftsbereich ausgewiesen.
Gerätegeschäft in Nordamerika und Australien
Das Unternehmen bezeichnete die Märkte in Nordamerika und Australien als stabil. Neue Casinos und der Ersatz bestehender Geräte sorgten dort für zusätzliche Platzierungen. Als Grund für die höheren Stückzahlen nannte Konami den Solstice 49C mit seinem gebogenen 49-Zoll-Display. Auch den Solstice 27 und den 75-Zoll-Solstice SuperNova zeigte das Unternehmen auf der Global Gaming Expo 2026, auf der IGT seine neue Marke vorstellte.
In Nordamerika erzielte die Bomberman-Reihe die höchsten Inhaltsverkäufe von Konami. In Australien liefen Dragon Rush und Bull Rush Stampede gut. Das Unternehmen machte weder die ausgelieferten Stückzahlen noch die regionale Aufteilung des Segmentumsatzes öffentlich.
Mehr Installationen für SYNKROS
Die Zahl der mit SYNKROS verbundenen Spielautomaten hat nach Unternehmensangaben die Marke von 150.000 überschritten. Das System wird in weiteren Casinos sowie auf Kreuzfahrtschiffen der Carnival Corporation eingeführt. Für das Quartal führt Konamis Präsentation neue Installationen in Kalifornien und Arizona auf. Zudem baute das Unternehmen Installationen der Class-II-Technik in Texas und Washington aus.
Zum iGaming-Geschäft nennt Konami lediglich das Vorhaben, beliebte Inhalte auf weiteren Online-Plattformen verfügbar zu machen. Online-Umsätze wurden nicht ausgewiesen.
Videospiele bestimmen die Konzernbilanz
Der Konzernumsatz legte um 37,0 Prozent auf 307,975 Milliarden Yen zu, umgerechnet rund 1,95 Milliarden US-Dollar. Der den Eigentümern des Mutterunternehmens zurechenbare Gewinn stieg um 70,5 Prozent auf 79,238 Milliarden Yen beziehungsweise rund 502 Millionen US-Dollar. Laut Konami waren beide Werte Halbjahresrekorde. Digital Entertainment steuerte 107,5 Milliarden Yen Geschäftsgewinn bei.
Konami erhöhte seine Gesamtjahresprognose: Beim Umsatz rechnet der Konzern nun mit 583 statt 505 Milliarden Yen, beim Nettogewinn mit 135 statt 101 Milliarden Yen. Als Gründe nannte er eFootball und Yu-Gi-Oh!. Für Gaming & Systems blieb die Vorhersage unverändert: 46,0 Milliarden Yen Umsatz, etwa 291 Millionen US-Dollar, und 6,5 Milliarden Yen Geschäftsgewinn, rund 41 Millionen US-Dollar. Im Geschäftsjahr bis März 2026 hatte das Segment 43,1 Milliarden Yen Umsatz und 3,6 Milliarden Yen Gewinn erzielt.
Umsatzplus schlägt sich im Gewinn nieder
Der Segmentumsatz nahm um etwa 7,3 Milliarden Yen zu, der Geschäftsgewinn um rund 1,5 Milliarden Yen. Damit entfiel ungefähr ein Fünftel der zusätzlichen Erlöse auf den Gewinn. Die Marge lag viermal so hoch wie im Vorjahr. Das Ergebnis hängt jedoch stark an einer Produktfamilie: Konami weist selbst darauf hin, dass Produkteinführungen der Konkurrenz einen stärkeren Produktreiz erfordern. Aus den Unterlagen geht außerdem nicht hervor, welcher Anteil aus einmaligen Geräteverkäufen und welcher aus wiederkehrenden System- und Spieleerlösen stammt.
Die Prognose verlangt ein profitableres zweites Halbjahr
Aus den gerundeten Unternehmenszielen ergeben sich für Oktober bis März noch etwa 20,9 Milliarden Yen Umsatz und 4,1 Milliarden Yen Gewinn. Im Vorjahreszeitraum waren es rund 25,3 Milliarden Yen Umsatz und 2,7 Milliarden Yen Gewinn. Die Prognose setzt folglich geringere Erlöse, aber höhere Gewinne voraus: Die Marge müsste sich gegenüber den 10 Prozent des ersten Halbjahres auf knapp 20 Prozent erhöhen. Konami erläuterte nicht, warum es an den Zielen festhält. Da bereits 55 Prozent des Jahresumsatzziels erreicht sind, wirkt diese Vorgabe vorsichtig; anspruchsvoller ist das Gewinnziel.
Eine kleine Konzernsparte mit Gewicht für Branchenkennzahlen
Gaming & Systems macht etwa 8 Prozent des Konzernumsatzes und rund 2 Prozent des Geschäftsgewinns aus. Dennoch gehört Konami neben Aristocrat und Light & Wonder zu den drei Aktien, die den AGEM-Index vor allem prägen. Ein Branchenmaßstab für Ausrüster bildet dadurch teilweise auch die Entwicklung eines Videospielverlags ab.
In Japan war Konami Gaming im Juli laut AGBrief der erste Gerätehersteller, der bei der Casino Regulatory Commission einen Lizenzantrag einreichte. Das geschah vor der geplanten Eröffnung von MGM Osaka im Jahr 2030. Konami richtet den Blick damit auch auf Japans erstes Casino-Resort.
Termine
Konamis aktuelle Jahresziele für Gaming & Systems gelten für das laufende Geschäftsjahr. Die Geräteanträge in Japan wurden im Juli eingereicht; MGM Osaka soll 2030 eröffnen.
Einordnung
Die Casino-Sparte hat ihre Marge auf 10 Prozent erhöht, gestützt durch den Verkauf einer Gerätefamilie und die wachsende SYNKROS-Basis. Für die zweite Jahreshälfte erwartet Konami weniger Umsatz, aber deutlich mehr Gewinn. Ob sich der Margensprung fortsetzt, wird daher vor allem an der Umsetzung dieser unveränderten Prognose zu messen sein.
