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Glücksspiel

Corinthians und Esportes da Sorte streiten über Sponsoren-Aus

Corinthians und Esportes da Sorte streiten über Sponsoren-Aus

Esportes da Sorte will den Hauptsponsoringvertrag mit Corinthians trotz eines Jahresvolumens von R$150 Millionen ohne Strafzahlung beenden. Der Wettanbieter beruft sich auf Brasiliens vorläufige Maßnahme 1.394, die Lizenzen beendet und Wettwerbung untersagt. Corinthians bewertet die Vereinbarung dagegen als ausgesetzt und verlangt bei einem endgültigen Rückzug eine vertragliche Entschädigung.

Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was ist neu?
  2. Die Details
  3. Preis und Verfügbarkeit
  4. Einordnung

Was ist neu?

  • Esportes da Sorte teilte Corinthians am Montag, dem 26. Oktober, den gewünschten Vertragsausstieg ohne Strafzahlung mit.
  • Die vorläufige Maßnahme 1.394 untersagt nach Darstellung des Unternehmens den weiteren Betrieb sowie Sponsoring und institutionelle Präsenz von Wettanbietern.
  • Corinthians will den Vertrag bis zur Entscheidung des Kongresses lediglich ruhen lassen und sieht bei einer Kündigung eine nicht veröffentlichte Vertragsstrafe vor.
  • Die im Februar 2026 verlängerte Vereinbarung läuft bis Dezember 2029 und sieht R$150 Millionen pro Jahr vor, umgerechnet etwa 29 Millionen US-Dollar.
  • Der Konflikt fällt zeitlich mit der öffentlichen Anhörung des Obersten Bundesgerichts am 3. November zusammen, zu der Corinthians neben neun weiteren Vereinen eingeladen ist.

Die Details

Esportes da Sorte ist seit Juli 2024 Hauptsponsor von Corinthians. Das Unternehmen erklärte, der Wegfall der Betriebslizenzen durch die MP 1.394 mache die Erfüllung seiner Pflichten unmöglich. Weil Sponsoring und Markenpräsenz nicht mehr zulässig seien, sei eine Fortsetzung der Partnerschaften nicht umsetzbar.

Nach der Position des Wettanbieters sollen die Vereinbarungen ohne Kosten oder Sanktionen für beide Seiten beendet werden können. Das Unternehmen bezeichnete diesen Schritt als den vorgesehenen normalen Ablauf der Verträge. Esports da Sorte erklärte außerdem, man sei zu neuen Gesprächen bereit, falls die Maßnahme ausgesetzt oder geändert werde. Die Erklärung sprach von mehreren Partnerschaften, nannte aber keine weiteren Vereine.

Corinthians hält dem entgegen, dass die Vereinbarung „ausgesetzt und nicht beendet“ sei. Der Klub möchte diesen Zustand beibehalten, bis der Kongress über die Maßnahme abgestimmt hat. Nach seiner juristischen Einschätzung muss Esportes da Sorte die vertragliche Entschädigung zahlen, falls der Ausstieg dennoch vollzogen wird.

Die Höhe dieser Strafzahlung ist nicht bekannt. Die Anwälte beider Seiten sprechen zugleich über eine einvernehmliche Beendigung oder über neu austarierte Vertragsbedingungen. Damit hängt der Ausgang sowohl von der Vertragsklausel als auch von der weiteren politischen Entwicklung ab.

Finanzielles Gewicht der Partnerschaft

Die ursprüngliche, auf drei Jahre angelegte Vereinbarung wurde am 25. Juli 2024 bekanntgegeben und mit R$309 Millionen bewertet. Das entspricht ungefähr 59 Millionen US-Dollar. Bei der Verlängerung im Februar 2026 wurde ein fester Jahresbetrag von R$150 Millionen bis Dezember 2029 festgelegt.

Zusätzliche Boni könnten den Wert nach Angaben aus dem Umfeld des Klubs auf R$200 Millionen pro Saison erhöhen, etwa 38 Millionen US-Dollar. Corinthians schätzt, dass für die Jahre 2027 bis 2029 mindestens R$480 Millionen auf dem Spiel stehen. Das entspricht rund 92 Millionen US-Dollar an möglichen Einnahmen.

Wie die Wettmaßnahme wirkt

Die vorläufige Maßnahme wurde am 25. September veröffentlicht. Sie untersagte die Veröffentlichung neuer Werbeverträge, setzte bestehenden Sponsoringvereinbarungen eine Frist bis zum 5. Oktober für die Entfernung von Wettmarken und nahm Wettseiten ab dem 6. Oktober vom Netz.

Esportes da Sorte stellte nach Inkrafttreten der Regelung auch die Zahlungen an Ceará ein, einen weiteren gesponserten Klub. Wettanbieter hatten Vereine bereits vor Veröffentlichung der Maßnahme gewarnt, dass Sponsoringverträge beendet werden könnten. Corinthians bestätigte den Eingang einer entsprechenden Mitteilung von Esportes da Sorte.

Die vorläufige Geltung als Kern des Streits

Eine brasilianische vorläufige Maßnahme gilt 60 Tage und kann um weitere 60 Tage verlängert werden. Ohne eine Umwandlung in ein Gesetz durch den Kongress verliert sie ihre Wirkung. Bis zum 30. Oktober war der zuständige gemeinsame Ausschuss noch nicht eingesetzt. Die Frist für eine Beratung lief am 23. November ab.

Parlamentarier reichten 99 Änderungsanträge ein. Mehrere davon sehen die Wiederherstellung von Lizenzen vor. Corinthians setzt darauf, dass die Maßnahme scheitert oder verändert wird. Esportes da Sorte behandelt den Lizenzverlust dagegen bereits als ausreichend endgültig für einen sofortigen Ausstieg, signalisiert aber ebenfalls Gesprächsbereitschaft bei einer Änderung.

Welche Auslegung sich durchsetzt, könnte zum Maßstab für andere Vereine werden. Die eine Seite sieht eine vorübergehende Unterbrechung bis zur politischen Entscheidung, die andere einen sofort auslösbaren Beendigungsgrund.

Vorbelastung durch einen früheren Lizenzstreit

Die Partnerschaft hatte bereits zuvor eine regulatorische Krise überstanden. Im Januar 2025 begrenzte Richter André Mendonça vom Obersten Bundesgericht die landesweite Wirkung von Lizenzen der staatlichen Lotterie von Rio de Janeiro, Loterj.

Esportes da Sorte verfügte damals noch über keine bundesweite Lizenz und benötigte deshalb eine Genehmigung, um die Marke weiterhin auf den Trikots von Corinthians, Grêmio, Bahia und Ceará zu zeigen. Der aktuelle Konflikt geht jedoch weiter: Diesmal richtet sich das Hindernis gegen den gesamten Wettsektor.

Genau daraus leitet Esportes da Sorte seine Auffassung ab, die Verträge würden einen kostenfreien Ausstieg vorsehen. Die konkrete Klausel wurde von keiner Seite veröffentlicht. Eine unabhängige Bewertung der Forderungen ist deshalb nicht möglich.

Preis und Verfügbarkeit

Es handelt sich nicht um ein neues Sponsoringangebot, sondern um einen laufenden Vertrag. Die Vereinbarung wurde im Februar 2026 bis Dezember 2029 verlängert und mit R$150 Millionen jährlich beziffert; mögliche Boni können den Saisonwert auf R$200 Millionen steigern.

Eine Entscheidung über den Ausstieg liegt noch nicht vor. Corinthians will zunächst die Abstimmung im Kongress abwarten. Die öffentliche Anhörung des Obersten Bundesgerichts ist für den 3. November angesetzt; Corinthians gehört zu den zehn eingeladenen Klubs.

Einordnung

Der Streit zeigt, wie stark die vorläufige Wettmaßnahme in bestehende Sportpartnerschaften eingreift. Esportes da Sorte fordert einen sofortigen und kostenfreien Rückzug, während Corinthians auf einer Aussetzung bis zur politischen Klärung besteht. Ob eine Strafzahlung anfällt, entscheidet letztlich eine nicht veröffentlichte Vertragsklausel zusammen mit dem weiteren Schicksal der Maßnahme im Kongress.

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