
2025-08-15: Auf eine neue kompakte Kamera der X-E-Reihe von Fujifilm mussten Anwender vier Jahre warten. Die X-E5 bringt dafür zahlreiche Neuerungen mit: einen aktuellen 40-Megapixel-Sensor, erstmals in dieser Modellfamilie eine Sensor-Shift-Stabilisierung, bis zu 13 Aufnahmen pro Sekunde trotz hoher Auflösung, Video mit 6,2K bei 30 Bildern pro Sekunde im Open-Gate-Modus oder 4K mit 60 Bildern pro Sekunde inklusive USB-Streaming sowie ein hochwertiges, teilweise aus dem Vollen gefrästes Leichtmetallgehäuse. Zusammen mit dem neuen 23-mm-Pancake als Kitobjektiv tritt die Kamera gegen die Fujifilm X100VI an, bleibt durch ihr X-Bajonett aber deutlich vielseitiger. Dieser Test untersucht Handhabung, Praxistauglichkeit und Bildqualität der Fujifilm X-E5.
Das teilweise gefräste Oberteil vermittelt bei der Fujifilm X-E5 einen ausgesprochen hochwertigen Eindruck. Zugleich bleibt die Kamera sehr kompakt, was insbesondere dem kleinen 23-mm-Objektiv zu verdanken ist. Bei den Abmessungen bewegt sie sich in einer ähnlichen Klasse wie die X100VI. [Foto: MediaNord]
Optisch rückt die X-E5 noch näher an die X100VI heran. Dazu trägt neben dem Gehäusedesign vor allem das neue 23-mm-Setobjektiv bei. Die gefräste obere Gehäuseschale lässt die Kamera edler erscheinen als das Vorgängermodell, macht sie jedoch nicht grundsätzlich widerstandsfähiger. Der mittlere Teil besteht weiterhin aus Kunststoff und wird durch die großflächige Gummierung weitgehend verdeckt. Diese könnte allerdings mehr Halt bieten, denn wirklich rutschfest ist sie nicht.
Eine kleine Ausformung für die Finger an Vorder- und Rückseite verbessert die Ergonomie gegenüber der X-E4. Einen zusätzlichen Originalhandgriff zur Vergrößerung der Griffzone bietet Fujifilm diesmal allerdings nicht an. Ebenfalls unverändert fehlt eine Abdichtung gegen Staub und Spritzwasser. Einen solchen Schutz findet man in dieser Preiskategorie beispielsweise bei der X100VI oder bei Systemkameras von Nikon und OM System. Mit weniger als 450 Gramm ohne Objektiv und unter 540 Gramm inklusive Kitoptik bleibt die X-E5 angenehm leicht. Das Gewicht passt gut zum kleinen Gehäuse und unterstützt den hochwertigen Gesamteindruck.
Der Daumenansatz auf der Rückseite schafft Platz dafür, dass die Q-Menü-Taste wieder an ihrer früheren Position sitzt. AF-L und AE-L sind weiterhin in einer gemeinsamen Taste zusammengefasst; Fokus und Belichtung können deshalb nicht unabhängig voneinander gespeichert werden. Neu hinzugekommen ist ein kleiner Fronthebel. Wie bei der GFX100RF und der X100VI stehen fünf Bedienoptionen zur Verfügung: ein kurzer Ausschlag nach links oder rechts, ein langer Ausschlag in beide Richtungen sowie ein Druck auf den Hebel. Jeder dieser Wege kann mit einer beliebigen Funktion belegt werden. Auch die nicht beschriftete Taste auf der Oberseite lässt sich frei konfigurieren.
Obwohl nur wenige Tasten vorhanden sind, stellt die X-E5 damit eine bemerkenswerte Zahl direkt erreichbarer Funktionen bereit. Zusätzlich gibt es zwei Multifunktionsräder mit Druckfunktion; bei der X-E4 fehlte das hintere Rad. Hinzu kommen das weiterhin zu leicht laufende Einstellrad für die Belichtungskorrektur und ein Fokusjoystick. Klassische Vierwegetasten sind nicht vorhanden. Die Navigation erfolgt stattdessen über den Joystick oder die Einstellräder.
Das Zeitenrad mit einer Position für die Programmautomatik stammt noch von der Vorgängerin. Für eine Kamera, die sich eher an erfahrene Fotografen als an Einsteiger richtet, ist diese Lösung ausgesprochen praktisch. Das Bedienprinzip orientiert sich stark an klassischen Kameras: Mit einem XF-Objektiv samt Blendenring wird die Öffnung direkt am Objektiv gewählt, während das große Rad auf der Oberseite die Verschlusszeit steuert. Die ISO-Einstellung liegt auf dem vorderen Einstellrad. Da das Zeitenrad keine Drittelstufen anbietet, können diese Zwischenwerte über das hintere Rad eingestellt werden.
Wer sich für spiegellose Systemkameras interessiert und Unterstützung bei der Auswahl sucht, findet in einem passenden E-Book eine Marktübersicht. Darin werden die Eigenschaften dieses Kameratyps, wichtige Ausstattungsmerkmale und zentrale Kaufkriterien erklärt. Enthalten sind 92 derzeit erhältliche Modelle mit ihren Besonderheiten, einer kurzen Beschreibung und einer Einschätzung, die auf bis zu drei Testberichten basiert. Die PDF-Ausgabe umfasst 252 Seiten und kostet 9,99 Euro; zusätzlich steht eine kostenlose Leseprobe mit 20 Seiten zur Verfügung.
Bei Fujifilm-Objektiven ohne Blendenring – davon gibt es nur wenige – wird die Blende über eines der Multifunktionsräder verändert. Im Livebild muss man dann auf eine relativ kleine Anzeige im Monitor oder elektronischen Sucher achten, die verrät, welcher Parameter gerade über das Rad gesteuert wird. Sowohl Blendenring als auch Zeitenrad besitzen eine Automatikposition. Dadurch kann der Fotograf frei festlegen, welche Belichtungseinstellung er manuell übernimmt.
Das Korrekturrad für die Belichtung läuft bei der X-E5 auffallend leicht. Es sitzt ungeschützt an der hinteren rechten Ecke der Oberseite und verfügt über keine Verriegelung. Beim Ein- oder Auspacken in einer Tasche kann sich der eingestellte Wert deshalb schnell unbeabsichtigt verändern. Vor jeder Aufnahme sollte kontrolliert werden, welche Korrektur tatsächlich gewählt ist – häufig stimmt sie nicht mehr mit der zuletzt verwendeten Einstellung überein.
Fujifilm hat bereits bei der X-T50 und der X100VI ein spezielles Rad für die Filmsimulationen eingeführt. Bei der X-E5 befindet es sich nicht frei zugänglich auf der Oberseite, sondern ist in die obere Rückwand eingelassen. Ein kleines Fenster auf der Oberseite zeigt die momentan gewählte Simulation an. Auch funktional wurde das Konzept weiterentwickelt. Wie die anderen aktuellen Kameras des X-Systems stellt die X-E5 insgesamt 20 Filmsimulationsvarianten bereit.
Das Filmsimulationsrad verfügt über zehn Positionen. Sechs davon sind direkt mit bestimmten Looks belegt, darunter Provia als Standard, das kräftige Velvia, das sanftere Astia, Classic Chrome und Reala Ace. Die mit „C“ markierte Stellung öffnet über das Menü den Zugriff auf alle 20 Varianten. Neu sind FS1, FS2 und FS3. Dort können entweder drei zusätzliche Filmsimulationen hinterlegt oder eigene Rezepte gespeichert werden. Jedes dieser Rezepte erlaubt die Anpassung von 13 Parametern, wodurch sich sehr unterschiedliche individuelle Bildstile erstellen lassen.
Mit dem links oben angeordneten Sucher erinnert die X-E5 an eine Messsucherkamera. Diese Position empfinden wir als angenehm. Bei der Betrachtung mit dem linken Auge befindet sich die Kamera nahezu mittig vor dem Gesicht. Wer das rechte Auge nutzt, behält auf der linken Seite ein relativ freies Sichtfeld, berührt den Monitor nicht mit der Nase und erreicht die Bedienelemente bequem.
Der rückwärtige Monitor ist als Touchscreen ausgeführt. Wie bei der X-E4 lässt er sich nach unten und oben neigen; für Selbstporträts oder zur Kontrolle von Videoaufnahmen kann er sogar um 180 Grad nach oben geschwenkt werden. [Foto: MediaNord]
Beim elektronischen Sucher setzt Fujifilm auf bereits bekannte Technik. Die Auflösung von 2,36 Millionen Bildpunkten liefert ein ausreichend detailliertes Bild, gehört aber nicht mehr zur Spitzenklasse. Die auf das Kleinbildformat umgerechnete Vergrößerung von 0,62-fach entspricht ungefähr der typischer DSLRs aus der Mittelklasse. Inzwischen bieten jedoch sowohl andere Hersteller als auch Fujifilm selbst deutlich größere Sucher.
Eine besonders brillentaugliche Darstellung darf man deshalb nicht erwarten. Wenn möglich, sollte die Brille auf die Stirn geschoben und der Dioptrienausgleich im Bereich von -4 bis +2 dpt genutzt werden. Das reduziert zugleich störendes Streulicht im Sucher. Ein Näherungssensor schaltet den EVF automatisch ein, sobald die Kamera ans Auge geführt wird. Bilddarstellung und Reaktionsverhalten geben keinen Anlass zur Kritik. Insgesamt handelt es sich um einen guten Standardsucher, der sich aber nicht durch außergewöhnliche Eigenschaften hervorhebt.
Der Monitor kann weiterhin nach oben und unten geklappt werden. Auf diese Weise sind Aufnahmen im Querformat aus niedriger Perspektive ebenso einfach möglich wie Bilder über den Köpfen einer Menschenmenge. Durch das vollständige Hochklappen um 180 Grad eignet sich der Bildschirm außerdem für Selfies und als Kontrollanzeige bei Videoaufnahmen.
Mit 7,5 Zentimetern Diagonale fällt das Touchdisplay nicht besonders groß aus. Positiv ist jedoch das Seitenverhältnis von 3:2: Beim Fotografieren wird das Livebild nicht durch schwarze Balken zusätzlich verkleinert. Die Auflösung beträgt nur 1,04 Millionen Bildpunkte und liegt damit sogar unter dem Wert der X-E4. Angesichts des deutlich höheren Preises ist diese Einsparung schwer nachvollziehbar. Die maximale Helligkeit bleibt mit knapp 800 cd/m² auf dem Niveau des Vorgängers. Dadurch ist der Monitor auch bei starkem Umgebungslicht gut ablesbar. Eine automatische Helligkeitsregelung fehlt allerdings; bei Bedarf muss der Nutzer den Wert selbst erhöhen.
Im Sucher und auf dem Monitor können zahlreiche Hilfsanzeigen eingeblendet werden. Dazu gehören ein Raster und eine dreidimensionale elektronische Wasserwaage, die sowohl die horizontale als auch die vertikale Ausrichtung kontrolliert. Damit lassen sich schiefe Horizonte und stürzende Linien vermeiden. Außerdem stehen eine Belichtungsvorschau und ein Live-Histogramm bereit. Das Livebild berücksichtigt selbstverständlich auch den eingestellten Weißabgleich sowie aktivierte Filter und Filmsimulationen.
2025-06-12: Ein teilweise CNC-gefertigtes Gehäuse, ein stabilisierter 40-Megapixel-Sensor und 6K-Video machen die X-E5 zur bislang hochwertigsten und leistungsfähigsten Kamera der Reihe.
2025-08-10: Der Test des 23 mm F2.8 an der X-E5 klärt, ob die kompakte und preisgünstige Optik neben ihren kleinen Abmessungen weitere Stärken besitzt.
2025-07-23: Das Objektiv weist nur wenige optische Schwächen auf und erreicht eine hohe Auflösung. Bis ISO 800 fällt die Bildqualität gut aus, bis ISO 3.200 bleibt sie akzeptabel.
2025-10-23: Elektronischer Sucher, 26 Megapixel, ein Hybrid-Autofokus mit Motiverkennung, 20 Serienbilder pro Sekunde sowie 6K-Aufnahmen mit 30 und 4K-Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde sind für weniger als 1.000 Euro erhältlich.
2025-11-12: Die beste Bildqualität wird bei ISO 200 erreicht und bleibt bis ISO 800 sehr hoch. Jenseits von ISO 3.200 wird die Qualität kritisch.
2026-04-14: Das APS-C-Weitwinkelobjektiv entspricht 25 mm am Kleinbild, besitzt Autofokus, fokussiert bis auf 18 Zentimeter und integriert den USB-C-Anschluss in den hinteren Objektivdeckel.
2026-06-16: Die ersten APS-C-Objektive der Evo-Familie kommen mit STM-Autofokus und Blendenring und werden in Varianten für drei verschiedene Kameraanschlüsse angeboten.
2026-06-18: Die kompakte Pancake-Festbrennweite verfügt über eine USB-C-Schnittstelle, einen integrierten Schutz und eine unveränderliche Lichtstärke von F4.5.
2024-10-10: In diesem Test wurde eine lichtstarke APS-C-Festbrennweite sowohl unter Laborbedingungen als auch im fotografischen Alltag ausführlich geprüft.
2024-11-17: Dieser Test nimmt ein Ultraweitwinkelzoom genau unter die Lupe und zeigt dessen erfreuliche wie auch problematische Eigenschaften.
Für die Messung der Bildqualität kommt seit 2011 der DXOMARK Analyzer zum Einsatz.
Benjamin Kirchheim, 48, beendete 2007 sein Informatikstudium an der Universität Hamburg mit dem Abschluss Baccalaureus Scientiae. Bereits seit 1998 arbeitete er journalistisch für unterschiedliche Atari-Computermagazine und befasst sich seit 2000 mit digitaler Fotografie. Ab 2004 war er zunächst freiberuflich als Autor und Tester tätig. 2007 wechselte er als fest angestellter Redakteur in eine Redaktion in Lübeck. Zu seinen Fachgebieten zählen Kameratests, aktuelle Kameranachrichten und praktische Fototipps.
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