Wer vor der
Anschaffung einer Digitalkamera steht, dem stellt sich vermutlich nicht nur die
Frage nach dem Modelltyp, sondern auch die generelle Frage, ob
es eine Kompakte sein soll oder doch lieber ein Vertreter aus dem Lager der
digitalen Spiegelreflexkameras. Die Ausstattungmerkmale der Kompaktkameras mit 8 Million
Pixel Auflösung, Videoaufzeichnung, Klappdisplay und
hochvergüteter Objektive wie z.B. das 28-200mm-Zoomobjektiv auf der Canon Powershot
Pro 1 machen die Entscheidung nicht unbedingt leicht.
In diesem Test soll
gezeigt werden, wie sich die Canon Pro 1 gegenüber einer digitalen
Spiegelreflexkamera wie der Canon 300d bzw. 10d schlägt und welche Vor- und
Nachteile sich in der Praxis ergeben. Daneben wird ein Seitenblick auf das
ältere Kompaktkamera-Modell Canon G2 geworfen, die mit 4 Mio Pixel zwar schon
zwei Generationen hinter den aktuellen Modellen zurückliegt, in ihrer
Abbildungsleistung jedoch durchaus noch mit Digitalkameras neueren Datums
mithalten kann.
Mit einem
Strassenpreis von derzeit rund 900 Euro schlägt die Anschaffung der Pro 1 zu
Buche und belastet damit das Budget gleichermassen wie beispielsweise die Canon
300d incl. dem im Bundle enthaltenen Objektiv 18-55mm. Die Pro 1 bietet
allerdings ein hochvergütetes Objektiv mit 28-200 mm der
L-Klasse
und deckt
damit eine grössere Bandbreite von Aufnahmesituationen ab. Zudem liegt die
Nahgrenze im Makromodus bei 3 cm und damit dringt die Pro 1 in den Bereiche vor,
der ansonsten idR nur mit Makrospezialobjektiven auf den Spiegelreflexkameras
bei Abbildungsmassstäben von 1:1 erreichbar werden.
Ersteindrücke
und Bedienung
Trotz ihrer
Kompaktheit wirkt die Pro 1 auf Anhieb professionell. Metallummantellung,
schwarzes Design und vor allem auch das relativ hohe Gewicht vermitteln einen
sehr hochwertigen Eindruck, der eher auf der Ebene der Canon 10d als der Canon
300d angesiedelt scheint. Ein erster Blick auf das Handbuch zeigt mit den 210
Seiten gegenüber 140 der Canon 300d, dass hier noch mehr erläuterungsbedürftige
Technik im Gehäuse steckt.
Ein wichtiges Feature ist die
Brennweitenverstellung, die im Gegensatz zu am Gehäuse angebrachten Tastern
bei Kompaktkameras (z.B. Canon G 2) jetzt ganz ähnlich wie bei den
Spiegelreflexkameras direkt am Objektiv vorgenommen wird. Auch lässt sich
hier im manuellen Fokussiermodus die Schärfeebene einstellen. Dies
allerdings nicht ganz verzögerungsfrei, da letztlich die Kraftübertragung
mittels Mikromotor bewerkstelligt wird.
Hier zeigt sich bereits, dass die
Kamera generell nicht an die Anwendungs-geschwindigkeit der digitalen
Spiegel-reflexkameras heranreicht.
Auch beim
Ausschalten führt zunächst das Objektiv in die kleinste
Brennweiteneinstellung zurück. Damit ist sie für den Transport zwar wieder
schön kompakt, dennoch kostet dies etwas Zeit und es besteht die Gefahr,
dass der Mikromotor Probleme bekommt, weil z.B. das Objektiv nicht frei
zurückfahren kann. Im letztgenannten Fall gibt die Kamera allerdings eine
Warnmeldung aus und unterbricht den Mikromotor dankenswerterweise nach ein
paar Sekunden.
Ohne Frage, das dreh- und schwenkbare Klappdisplay zählt zu den Highlights
der Canon-Kompaktkameras und macht ihren Einsatz sehr flexibel. Selbstprotraits via 180-Grad-Drehung lassen sich genauso unproblematisch
bewerkstelligen, wie über-kopf- oder Bodenaufnahmen. Damit ist die Kamera
selbst einem Winkelsucher an der Spiegelreflexkamera weitaus überlegen.
Neben dem
Display lässt sich das Bild bei der Aufnahme auch durch den Sucher
kontrollieren.
Multifunktional
dafür etwas gewöhnungs-bedürftig ist die Schalteinheit zur Inbetriebnahme
der Pro 1. Aus Sicherheitsgründen muss zunächst ein Mikroknopf bei
gleichzeitiger Linksdrehung eingedrückt werden, um die Pro 1 zu starten.
Rechtsseitig gedreht wechselt die Kamera in den Bildwiedergabemodus. Zum Ausschalten muss
der separate Fronttaster
nieder-gedrückt werden.
Dies ist kein simpler
Durchlichtsucher wie z.b. an der Canon G2, sondern ein Echtbildsucher, bei
dem das Bild entsprechend der eingestellten Brennweite mit angepasst wird.
Das ganze wird allerdings nicht optisch wie an der Spiegelreflexkamera
dargestellt, sondern über eine elektronisches Bildebene, die mit
235.000 Pixel Auflösung zwar noch einen recht guten Eindruck der
Motivsituation zulässt, Details gehen hier jedoch unter und es kann in der
Abbildungsleistung mit dem Spiegelreflex-Sucherbild natürlich nicht mithalten.
Der kompakten
Bauweise wegen mag die Kamera für zierliche Hände durchaus geeignet
erscheinen, wer jedoch mit etwas grösseren Händen ausgestattet ist, dem
liegt sie allerdings keineswegs mehr so gut im Griff. Insbesondere das
drehbare Hauptwahlrad war mir persönlich deutlich zu klein und feinfühlig –
kein Vergleich zu den ergonomischen Schaltelementen an der 300d oder 10d.
Dafür passt die Pro 1 allerdings incl. Objektiv ohne weiteres in eine kleine
Gürtel- oder Handtasche und lässt sich damit praktisch überallhin mitnehmen
– bei den grösseren Spiegelreflexkameras gehört dagegen zumindest eine
auffälligere Fotoumhängetasche zum Pflichtprogramm.
die Canon Pro 1 im Grössenvergleich zur Canon 300d. Obschon
die 300d hier mit Batteriegriff zusätzlich ausgestattet ist, kommt sie auch
ohne diesen deutlich voluminöser daher.
Fotopraxis
Die
Betriebsbereitschaft liegt nach Betätigen des Einschalttasters mit 2,8 Sekunden
zwischen der 300d (etwa 3 Sekunden) und der Canon 10d (etwa 2,3 Sekunden). Damit
ist sie ziemlich flott und lässt sich auch bei spontanen Motivsituationen recht
schnell zum Einsatz bringen.
Doch jetzt zur
konkreten Praxis: Gegen das Gespann aus Canon 10d und den Objektiven Canon
28-105mm/3,5-4,5 sowie dem Makrospezialisten Tamron SP 90mm/2,8 musste sich die
Pro 1 mit ihrem ebenfalls recht lichtstarken Zoomobjektiv von 2,4 – 3,5 messen.
Dafür ging’s in den nächsten Vorgarten, wo ausreichend Blumen standen, um hier
ein paar Nahaufnahmen sowie Bewegtaufnahmen von Schwebefliegen zu machen. Das
Nachmittagssonnenlicht ist zu grell für das Display der Pro 1, so dass die
Aufnahmen durch den Sucher vorgenommen werden müssen. Genervt stelle ich fest,
dass der Autofokus selten trifft. Dies liegt vor allem an dem sich ständig
variierenden Nahbereich, um schnell mal an ein Insekt auf einer Blüte
herantreten zu können oder etwas weiter wegzugehen, um eine Blütengruppe zu
erwischen. Das Handbuch klärt auf: im Telenormalbetrieb ab 90mm liegt die
Nahgrenze bei 1 Meter, der Makromodus (Über Tastendruck erreichbar) fordert eine
Distanz von 30 – 50 cm und der zusätzliche Supermakromodus (2facher Tastendruck
über Men und Settaste) lässt nur einen Bereich von 3 – 30 cm bei maximal 90mm
Brennweite zu. Ich bin also ständig am Tastendrücken, um den unterschiedlichen
Distanzen gerecht zu werden – hier ist offensichtlich mehr Praxis erforderlich,
um sich an dieses Procedere gewöhnen zu können.
Der Vorteil
liegt hier natürlich in der Möglichkeit, keinen Objektivwechsel vornehmen zu
müssen, wenn es in den Makrobereich hineingeht – mit der Spiegelreflex komme
ich dennoch viel besser klar, denn selbst mit Makroobjektiv habe ich die
Möglichkeit ohne ständiges Umschalten die Entfernung innerhalb einer grossen
Bandbreite zu variieren.
Ich gebe zu,
die Aufnahmesituation im Vorgarten ist ein wenig von Hektik geprägt, denn
ich möchte ein paar Schwebefliegen im Fluge erwischen und die lassen mir
meist zu wenig Zeit, um in aller Ruhe den Fokus zu setzen. Auch ein
Stativeinsatz ist hier eher unpraktisch, da ich schnell ein paar Schritte
von einer Blumengruppe zur nächsten machen muss, um keine Gelegenheit zu
verpassen.
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Mohnsamenkapsel aus der Hand fotografiert |
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| Canon Pro 1 | Canon 10d/28-105 mm |
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manuelles Fokussieren
Mit der Canon
10d ist die Taktik dennoch nicht allzu problematisch: Ich stelle am Objektiv
auf manuellen Fokusbetrieb da der Autofokus hier zu wenig „Angriffsfläche“
findet. Sobald eine Schwebefliege in der Luft schwirrt, drücke ich den
Auslöser halb durch und korrigiere anschliessend entweder die Distanz zum
Motiv oder mittels Fokussierring. Der Blick durch den Sucher lässt mich
nicht im unklaren, ob ich richtig fokussiert habe. Passt die Situation, dann
mache ich schnellstmöglich drei oder vier Aufnahmen nacheinander und kann im
Vorwege recht gut abschätzen, ob die Aufnahmen eine Chance auf gute Qualität
haben.
Auch die Pro 1 lässt sich ja im manuellen Fokusbetrieb nutzen, sobald jedoch
der Auslöser vor der eigentlichen Aufnahme aus Geschwindigkeitsgründen
einmal halb durchgedrückt wurde, lässt sich die Kamera nicht mehr
nachfokussieren. Hier hilft lediglich die Korrektur über den Motivabstand.
Als etwas unbequem stellt sich auch das permanente Festhalten des MF-Tasters
beim manuellen Fokussieren heraus. Der Taster ist zwar
dankenswerterweise auf der Rückseite des Kameragehäuses anstelle eines
winzigen Umschalter am Objektiv angebracht, es fehlt jedoch die Möglichkeit,
die Kamera in einen manuellen Dauerfokusbetrieb zu versetzen, bei dem der
Zugriff auf die Nachfokussierung aktiv bleibt. Wie im vorigen Abschnitt
beschrieben, benötigt auch hier der Mikromotor bzw. der Prozessor ein wenig
Zeit, um das Objektiv nachzufokussieren.
Serienbilder
und Bildrauschen
Das Handbuch
spricht von schnellen Serienaufnahmen mit 2,5 Bildern pro Sekunde zumindest
für die grobe Auflösung. Um diesen Modus zu aktivieren ist ein Umschalten
von dem Standard-Serienbildmodus (1 Bild/Sek.) auf den
High-Speed-Serienbildmodus erforderlich. Im letztgenannten Modus bleibt das
Display zwischen den einzelnen Auslösungen dunkel. In der Praxis lassen sich
jedoch etwa 1,8 Bilder/Sek. erreichen, wenn ein Durchschnitt über die
gesamte Serie von etwa 8 Bildern in Folge betrachtet wird. Im
Standard-Serienbildmodus bei feiner oder superfeiner Auflösung konnte ich
dagegen sogar 13 Bilder in Folge auslösen, bevor die Kamera zum
Zwischenspeichern etwas ins Stocken kommt. Im Vergleich dazu bringt die
Canon 300d nur 4 Bilder und die 10d deren 9, dafür allerdings durchgehend
mit 2,5 bzw. 3 Bildern pro Sekunde vor allem auch in den hohen
Bildauflösungen, was sich im Versuch mit der
Schwebefliege oder ähnlichen Bewegtmotiven als Vorteil herausstellt.
Die Schwebefliege verharrt kaum länger als ein oder zwei Sekunden still in
der Luft, wobei mit der Pro 1 hochaufgelöst eben auch nur 1 bis 2 Aufnahmen und nicht etwa
3 bis 6 wie beispielsweise mit der Canon 10d möglich sind.
Bei Bewegtmotiven sind Bewegungsunschärfen meist ein unerwünschter
Nebeneffekt. Um diese zu reduzieren, bietet sich der Einsatz von
lichtstarken Objektiven in Verbindung mit dem Hochstellen der Iso-Werte an.
Die Pro 1 (wie auch die G2) bieten hier die Werte von 50 – 400 an. Die obere
Grenze ist also im Gegensatz zur Canon 10d (bis 3.200) oder der 300d (bis
1.600) nicht sonderlich hoch dimensioniert, dafür sollten die Iso 50 auf
geringeres Rauschverhalten schliessen lassen, als der kleinstmögliche Wert
an der 10d/300d mit Iso 100. Tatsächlich sieht das ganze ein wenig anders
aus, wie hier zu sehen:
| Canon Pro 1, ISO 100 | Canon 10d, ISO 400 |
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| Iso 50 – Pro 1 | Iso 100 – Canon 300d | Iso 200 – Pro 1 | Iso 200 – Canon 300d |
Problematisch wird
das Bildrauschen allerdings meist erst, wenn hoch aufgelöste Aufnahmen bei
einfarbigen Flächen gezeigt werden. Ich würde jedoch generell mit der Pro 1
nicht über Iso 100 aufnehmen, wohingegen Iso 400 an der 300d/10d in vielen
Aufnahmesituationen noch sehr akzeptable Ergebnisse zeigt. Vergleichbares
Rauschverhalten der Pro 1 bei Iso 200 wird an der 300d erst in der höchsten
Stufe bei 1.600 erreicht. Das Bildrauschen von Pro 1 und Canon G 2 liegt
übrigens auf einer Linie.
Autofokus
Um ausserhalb des
zentralen Bereiches den Fokuspunkt setzen zu können, bietet die Pro 1 ein
Verschieben des AF-Messfeldes in fein abgestuften Schritten an (19 x 11
Schritte) an, wohingegen Canon 10d/300d mit 7 verschiedenen Messfeldern glänzen,
wobei hier jedoch keine Zwischenbereiche wie an der Pro 1 anwählbar sind.
Hier hilft dann nur ein Kameraschwenk.
In der Praxis bevorzuge ich jedoch die 7 Messfelder der digitalen
Spiegelreflexkamera, da die Anwahlgeschwindigkeit höher ist und die an der Pro 1
nicht unterstütze Mehrfeldmessung in einigen Anwendungsfällen Vorteile bieten
kann.
Das Fokusmessfeld
zeigt an der Pro 1 jedoch eine Merkwürdigkeit, die auf eine stillschweigende
Mehrfeldmessung oder aber auf eine ungewollte Verschiebung des Fokuspunktes
hindeutet, wie in den Beispielen rechts zu
sehen.
| Die Kamera wurde hier im AF-Betrieb auf die mittlere Blüte zentriert, jedoch wird der Hintergrund scharf abgebildet. |
Auch hier wird der Fokus auf den Baumpilz in der Mitte gesetzt und wieder werden Bäume im Hintergrund scharf gestellt. |
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In solchen
Gemischt-Situationen hilft offenbar nur ein Umschalten in den manuellen
Fokusbetrieb.
Ein Vergleich der
Fokussiergeschwindigkeit der Pro 1 zu den Spiegelreflexkameras hängt natürlich
auch immer vom jeweils eingesetzten Objektiv ab. Im Durchschnitt bringt es die
Pro 1 auf etwa 50 % der Geschwindigkeit, die sich an der 300d z.B. mit
Kitobjektiv oder dem Canon 100-300 USM erzielen lässt. Generell war
festzustellen, dass die Pro 1 eine etwas schwächere Erkennungsrate als die
Spiegelreflexkameras bei gleicher Blende und Brennweite zeigt (umgerechnet auf
35mm-Kleinbildformat). Während z.B. das Canon 100-300 USM zielsicher auch bei
nicht ganz idealen Lichtverhältnissen den Fokus setzt, so ist die Pro 1 doch
manchesmal unschlüssig und der Fokus sucht vergeblich sein Ziel.
Bildqualität und
Schärfeleistung
Die schon im
Display sichtbare Randabdunkelung (Vignettierung) bei Offenblende bzw.
Verzeichnungen bei Weitwinkeleinstellung nagen etwas am Image des
„L“-Güteprädikates. Ob die Optik hinsichtlich der Schärfeleistung den
hohen Ansprüchen gerecht wird und wie sie im
Vergleich zu einer Reihe von Wechelobjektiven für die Canon Spiegelreflexkameras
dasteht, wurde unter den kontrollierten Bedingungen des
offenen Objektivtestes ermittelt. Die Ergebnisse können Sie hier sehen:
Auswertung für Canon Pro 1 (Member) und Auswertung für die
Canon G2 (free)
was noch ?
zu nennen wäre hier
sicherlich noch die vielgescholtene Auslöseverzögerung der Kompaktkameras, die
im Gegensatz zur Canon 300d/10d auch an der Pro1 spürbar, wenngleich mir nicht
allzu gravierend zu sein schien.
Ein weiterer Unterschied ist das Ausbremsen im Einzelbildmodus bei
eingeschalteter Bildvorschau. Während die Spiegelreflexkameras bei schnellen
Aufnahmen nacheinander auf die Vorschau verzichten und der nächsten Aufnahme die
Priorität zuweisen, beharrt die Pro 1 auf dem Vorschaumodus, was zu einer
Verzögerung von etwa einer weiteren Sekunde führt.
Apropos
Bildvorschau: werden an der Pro1 Langzeitaufnahmen im Kreativmodus „M“
vorgenommen, dauert die Bildverarbeitung genauso lange, wie die Aufnahmezeit.
Der maximalen Belichtungszeit von 15 Sekunden (30 Sekunden bei 300d/10d bzw. bis
zu 2 Stunden im Bulb-Modus) folgt eine 15 sekündige Wartezeit, bis sich das Bild
im Display zeigt, bzw. bevor die nächste Aufnahme gemacht werden kann. Canon
300d/10d sind dagegen sofort nach der Aufnahme wieder einsatzbereit.
Letztgenannte nutze ich persönlich vorwiegend im Kreativmodus „AV“, bei dem ich
die Blende z.B. für die Tiefenschärfe einstellen kann und automatisch eine Zeit
zugewiesen bekomme. Diesen Modus wie auch den Modus „TV“ (automatische Zuweisung
der Blende) begrenzt jedoch die Pro1 mit maximal 1 Sekunde Belichtungszeit, so
dass man hier gezwungen wird, in lichtschwächeren Situationen im Modus „M“ sowohl
Blende als auch Belichtungszeit manuell einzustellen.
Im Gegensatz zur G2
lässt sich die Pro1 übrigens aus dem Play-Modus zur Bildansicht jederzeit direkt
in den Aufnahmemodus versetzen, ohne dafür einen separaten Tastendruck
erforderlich zu machen. Genauso wie bei der 300d/10d reicht es, den Auslöser
anzutippen, um aus der Bildansicht heraus sofort Aufnahmen machen zu können.
| gefleckter Schmalbock auf Bärenklau Canon Pro 1 |
Marienkäfer auf Topinambur – Canon Pro 1 |
Schwefelköpfe am Wegesrand – Canon Pro 1 |
| (Grossbild via Mausklick) | (Grossbild via Mausklick) | (Grossbild via Mausklick) |
Fazit
Im Rahmen dieses
Berichtes wurden bei weitem nicht alle Features der Pro1 näher beleuchtet, die
Fähigkeiten der Kamera gehen z.B. durch den eingebauten Timer und
Videoaufzeichnungsmöglichkeiten noch über die standardmässig angebotenen
Leistungen der Spiegelreflexkameras hinaus.
Wenngleich sie durch Geschwindigkeitsnachteile, das fehlende optische
Echtsucherbild, Bildrauschen und Einschränkungen im Ausbau z.B. auf grössere
Brennweiten durch Wechselobjektive oder um in den Genuss eines Bildstabilisators
zu kommen für mich keine wirkliche Alternative zur
digitalen Spiegelreflexkamera ist, so zeigt sie doch in vielen Bereichen wie der
erweiterten Makrofähigkeit, dem 7-fach-Zoom, höher auflösenden Bildsensor und
besseren manuellen Fokussiermöglichkeiten einen deutlichen Fortschritt gegenüber
der Canon G2.
Die
Preisunterschiede bei Spiegelreflexkameras wie etwa von Sony oder Canon
sind teilweise sehr gro?. Für das Einsteigermodell von Canon EOS 1100D mit
Objektiv sind
Preise ab ca. 300 Euro fällig.
Neben der Portabilität macht sie der Einsatz des Klappdisplays zu einem wirklich
praktischen Werkzeug, das ich bei meinen Aufnahmen im bodennahen Bereich bereits
mit der G2 schätzen gelernt habe und nicht missen möchte. In der Fototasche wird
sie daher neben der Spiegelreflexkamera zukünftig ihren festen Stammplatz
einnehmen.
Stefan tf
Weitere Links
Kurznachricht:
Goldmedaille für die Pro 1 (www.digitalkamera.de)
Herstellerinfo:
http://www.canon.de/presse/infos/fot/powershot_pro1/$a
Kurzbericht:
http://www.henner.info/pro1.htm
Test:
http://www.digitalkamera.de/Info/News/21/87.htm
| Leserkommentare:
Derzeit sind hier 14 Kommentare vorhanden: toutou: hallo, mich würde interessieren wie das bild „Schwefelköpfe am Wegesrand“ so geschossen wurde, dass der hintergrund unscharf ist. ich schaff das einfach nicht weil die kamera automatisch alles immer scharf stellt (blende ist ganz offen), ich würd aber gern ein bisschen mit der tiefenschärfe spielen. kann mir das wer erklären? Froescher Dieter: Dieter F. Habe meine Pro 1 im Jan 2005 gekauft und seither ca 3000 Bilder geschossen, war sehr zufrieden. Im letzten Urlaub gabs bei Zoom ueber mooooo: Die meisten meiner Bilder sind unscharf, weil fälschlicherweise auf den Hintergrund fokussiert wurde. Matthias Zimmermann: Anfang 2008 und die Pro1 läuft immer noch bei mir, neben diversen DSLR´s. Eine bessere Kompakte zur Nachfolge habe ich noch nicht gefunden.Hier mal zwei Nachtaufnahmen mit der Pro1 Ich finde, bei Nacht läuft sie zur Hochform auf Gruß Ute B.: Ich bin mit dieser Kamara sehr zufrieden. Eine Spiegelreflex kommt für mich erst in Frage, wenn man nicht nur über den Sucher fotografieren kann und das Display schwenkbar ist. Im Gegensatz zur Pentax K110D ist die Pro1 durchaus flexibler, hat einen stärken Zoom und auch durch den Supermakro kann man u.U. bessere Bilder machen. Wenn es dunkel ist, geht ohne Stativ nix, aber das nehme ich gern in Kauf. Ich habe auch den Telekonverter und auch damit kommen sehr gute Bilder als Ergebnis. Aber wie wir ja alle wissen, keine Kamera ist perfekt….. : Also meine Erfahrungen mit der Pro 1 sind eientliche alle sehr gut bis Spitze. Bis auf eine Punkt wenn es dunkel wird, finde ich brauch mann gar nicht anfangen mit Bilder schießen Mikymaus: Also, ich denke, dass die Canon Powershot Pro 1 eine Kamera ist, deren Qualitäten erst später erkannt werden. Es ist die einzige Kamera mit den Superlinsen und z.B. einem Monitor mit über 200.000 Pixel und alles in höchster Verarbeitung. Canon hat damit wohl ein Modell auf den Markt gebracht, welches zu gut war für den Markt. Das Neue ist der Feind des Guten, so schon Schopenhauer. Heute, im Jahre 2006 gibt es keine neue Kamera, die qualitativ in der Verarbeitung besser ist. Mike: ich bin euch sehr dankbar für den ausführlichen Bericht. Eigentlich kann eine Kamera nicht schlecht sein, wenn sich so viele Menschen damit beschäftigen. Ich wollte sie mir als Auslaufmodell 2006 kaufen, weil die Linsen so gut sind. Aber ihr habt mir gezeigt, dass es sich nicht lohnt, es scheint eben eine nicht ausgereifte Kamera zu sein. Claus: … gegenüber einer DSLR. Der Autofocus den ich dabei immer(!) benutze ist sehr treffsicher wenn auch kein Speedking. Aber es zählt immer das Ergebnis. Ich habe momentan eine Nikon8800 zum Vergleich. Ich gebe sie wieder zurück … eine Katastrophe (Autofocus noch langsamer und vor allem er ist nicht so treffsicher. Soll mal einer auf einen Käfer am Stengel scharfstellen wenn etwas weiter dahinter die Wiese den Autofocus ‚lockt‘) Claus: Nach anfänglicher Skepsis benutze ich die Pro1 inzwischen als AllInOne Kamera neben der 300D ständig. Man kann mit allen kleinen Fehlern gut leben – die Bilder entschädigen allemal durch ihre Qualität in Schärfe und Farben und vor allem gute Kontraste. Ich benutze sie viel im Supermakromodus. Der Wermutstropfen ist dabei leidiglich die Reduzierung der Auflösung auf 4 Megapixel. Das tut richtig weh. Ansonsten ist hier das Klappdisplay plus die höhere Tiefenschärfe einfach eindeutiger Vorteil …
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