Die Canon EOS 350 D
im Vergleich mit der 20D und 300D
ein Report von
Stefan
Gross
Teil 3 – Prozessor, Reihenaufnahmen, Dynamik
- 1. Teil 350D-Report: Überblick, Ergonomie
- 2. Teil 350D-Report: ISO-Rauschen, Hotpixel
- 3. Teil 350D-Report: 8 Megapixel, DIGIC II, Dynamik
- 4. Teil 350D-Report: Autofokus, Auslöser, Blitz
- 5. Teil 350D-Report: Individualparameter, Zubehör
- 6. Teil 350D-Report: Fazit, Wertung, Leserkommentare
Seitenüberblick
was bringen 8 Megapixel
Dampf mit dem DIGIC II
Reihenaufnahmen und Sound
Dynamikumfang
Zwischenfazit
was bringen 8 Megapixel in der Praxis ?
Die effektiv
nutzbaren 8 Megapixel des 350D-CMOS-Bildsensors stehen nominell der EOS 20D mit
8,2 Megapixel kaum nach, umso interessanter erscheint jedoch der Vergleich zur
300D. Letztere bleibt mit ihren 6,3 Megapixel knapp 2 Millionen Bildpunkte
schuldig.
In Prozenten ausgedrückt bedeutet der Unterschied immerhin einen
Zuwachs für die EOS 350D von rund 25%, der zu der Annahme verleiten könnte,
beispielsweise auf eine längere Brennweite verzichten zu können (der sogenannte
„brennweitenverlängernde“ Crop-Faktor spielt aufgrund nahezu identischer
Bildsensorabmessungen keine Rolle). Umgerechnet wäre dies beispielsweise für eine
300mm-Brennweite ein Zuwachs von immerhin 75mm – wenn die Zahlenwerte hier nicht
täuschen würden.
Tatsächlich beträgt der Grössenzuwachs
im Beispiel nur
37,5mm, da sich die
Bildpunkte auf Länge und Breite verteilen und damit halbieren. In der Praxis
tritt
der Brennweiten-
bzw. Pixelgewinn von bildwirksamen 12,5%
daher nicht so deutlich in Erscheinung wie es die höhere Pixelzahl suggerieren
mag.
Der Signalprozessor DIGIC II macht ordentlich Dampf
Canons
Entwicklungsabteilung hat den hauseigenen Signalprozessor DIGIC (digital imaging
integrated curcuit) in zweiter Generation nach der EOS 1D Mark II
der 20D und jetzt auch der EOS 350D spendiert.
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Mit ihm wird gegenüber dem DIGIC Man Die wichtige Bildkontrolle unmittelbar nach der Aufnahme wird zumindest |
Bildwechselgeschwindigkeiten bei Jpeg-Aufnahmen |
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beim Durchblättern der Aufnahmen mit knapp der dreifachen Geschwindigkeit (gilt
für Jpeg’s, für RAW’s liegt die Geschwindigkeit etwa beim 4fachen) im
Vergleich zur EOS 300D begünstigt.
Wir haben aufgrund des identischen DIGIC II gleiche Anzeigegeschwindigkeiten an
EOS 350D zur 20D erwartet, dennoch wurde die Bildanzeige von 350D zur 20D
eingehend anhand verschiedener CF-Cards beim Durchblättern, Scrollen und
Einzoomen untersucht. Es ergaben sich tatsächlich keine messbaren Unterschiede.
Gleiches gilt für die Einschaltgeschwindigkeit, die mit 0,2 Sekunden beide
Kameras praktisch unmittelbar einsatzbereit macht. Im Gegensatz dazu benötigt
die 300D ganze 2,5 Sekunden, was in spontanen Situationen zuviel sein
kann, insbesondere wenn die Kamera aus Energiespargründen aus der
Autoabschalten-Wartestellung geweckt werden soll.
Als
Ergänzung zum Thema Ergonomie der EOS 20D sei erwähnt, dass sie auch bei der Bildrückschau zu überzeugen
weiss,
denn für die gängige Praxis, bei der die Aufnahme unmittelbar am kameraeigenen
Monitor kontrolliert wird, ist die Playtaste optimal im untersten linken Feld
platziert. Im Gegensatz dazu liegt sie an der 350D/300D ein Stockwerk höher über
der Löschtaste – eine Position, die nicht ganz so intuitiv erreichbar ist.
Mit 14 Jpeg’s und 5 RAW-Aufnahmen bei drei
Aufnahmen je Sekunde platziert sich die 350D zwischen der EOS 300D (jeweils 4
bei 2,5 Bildern/Sek.) und der EOS 20D (23 Jpegs/6 Raw’s bei 5 Bildern/Sek.).
Kommt die Szene Ihres Lebens, werden Sie die EOS 20D mit 23 Jpeg-Reihenaufnahmen
zu schätzen wissen, zumal bei schnell bewegten Motiven selten alle Aufnahmen
gelingen und sich so eine grössere Auswahl für die Bildselektion am Computer
anbietet.
Wird jedoch eine längere Sequenz von 30 Sekunden betrachtet, so relativieren
sich die Unterschiede von EOS 350D und 20D, denn dort erreicht die 350D mit 47
Aufnahmen fast die gleiche Leistung wie es die 20D mit 50 Bildern schafft. Grund
ist die deutlich kürzere Zwischenspeicherzeit von 6,5 Sekunden gegenüber den
11,5 Sekunden der 20D. Die Leistung der 300D liegt mit 22 Aufnahmen unter 50%
ihrer Schwestermodelle.
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Die Aufnahmeleistung von EOS |
Viele ambitionierte Fotografen setzen allerdings auch das RAW-Format ein,
da es den Dynamikumfang des CMOS erst voll ausnutzt und durch nachträgliche Parameterveränderung mehr Spielraum für verlustfreiere Bildmanipulationen
eröffnet (nähere Infos siehe
hier). Hier kann die 350D trotz 1 RAW-Aufnahme weniger etwa mit der 20D
gleichziehen – wird anstelle einer 30-sekündigen Zeitspanne jedoch eine Minute
betrachtet, so liegt sie aufgrund der um 5 Sekunden kürzeren
Zwischenspeicherzeit sogar noch vor der 20D.
Die 300D bietet zwar nominell auch 4 RAW-Serienbilder an, jedoch ist die
Bufferung weniger intelligent, so dass extrem lange Zwischenspeicherzeiten die
Leistung auf unter 30% gegenüber ihren Geschwistern drückt.
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Wie im Jpeg-Format zeigt sich |
Sie können das jeweilige Auslösegeräusch direkt anspielen, indem Sie sich
folgendes MP3 anhören.
Nicht unerwähnt sollte natürlich sein, dass die 20D unüberhörbar den höchsten
Geräuschpegel erzeugt. Die 350D bewegt sich noch im recht gut verträglichen
Mittelfeld, um auch in geräuschkritischeren Aufnahmesituationen nicht allzu
störend zu wirken.
Einsteiger wundern sich manchmal bei Sichtung der Bildergebnisse am Computer,
dass die Landschaftsaufnahme mit hohem Lichtkontrast misslungen ist, weil
entweder der Himmel zeichnungslos oder der Bodenbereich zu dunkel abgebildet
wurde. Schuld daran ist der Bildsensor, der mit seinem Kontrastumfang dem
menschlichen Auge bei weitem nicht das Wasser reichen kann und mit seinen
etwa 8 Blendenstufen schnell überfordert ist.
Ob und wie sich der Dynamikumfang der 3 Kameras voneinander unterscheidet wurde
anhand eines kontrastreichen Motivs sowohl für das Jpeg- als auch das RAW-Format
für den hellen Bereich untersucht.
Hier zeigen sich vor allem Unterschiede zur EOS 300D, die schneller überstrahlt
und damit weniger Zeichnung in den Lichtern übrig lässt als die beiden
Schwestermodelle 350D/20D.
Unterschiede zwischen der EOS 350D zur 20D konnten im Test nicht ermittelt
werden, bei dem es darum ging, die überstrahlten Flächen in der Gesichtspartie
des Hasen durch Softwarenachbearbeitung soweit wie möglich abzusenken, um
lediglich den zeichnungslosen Bereich herauszuarbeiten wie nachfolgend gezeigt
wird:
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Die zeichnungslosen, weissen |
Zwischenfazit Bildrauschen und Bildprozessing
Wenngleich der Bonus der höheren Pixelzahl von EOS 350D und 20D gerne mitgenommen
wird, so spielen die beiden Modelle gegenüber der 300D
ihren Trumpf vor allem mit rauschfreieren Bildergebnissen in höheren Isowertbereichen aus. Kürzere Einschaltzeiten, schnelleres Bildbrowsing und
höhere Serienbildsequenz sind dem DIGIC II zu verdanken mit dem sich der
Fotograf gegenüber der 300D spürbar auf der überholspur bewegt.
Die Unterschiede beim Bildprozessing zwischen 350D und 20D sind geringfügig.
Rauscht die 20D bei ISO 1.600 geringer als die 350D so ändert sich das
Verhältnis zugunsten der 350D bei Langzeitaufnahmen, wenn auf die doch recht
zeitintensive Rauschunterdrückung verzichtet wird. Auch die Serienbildsequenz
gleicht sich einander an, wenn mehr als nur eine kurze Sequenz abgefeuert wird.
Beim Dynamikumfang zeigen beide Modelle identische Ergebnisse und liegen
deutlich vor der EOS 300D.
weiter zum 4. Teil:
Autofokus, Auslöser, Blitz
