New Brunswick hat Bill 8 zur Änderung des Gaming Control Act vorgelegt. Der Entwurf schafft eine Grundlage für Online-Live-Casino-Angebote, reserviert deren Betrieb jedoch faktisch für eine staatliche Stelle und nicht für private Glücksspielunternehmen. Eine mögliche Marktöffnung für private Anbieter prüft die Provinz zwar parallel, konkrete Schritte oder Termine dafür gibt es bislang nicht.
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Was ist neu?
- Finanz- und Treasury-Board-Minister René Legacy brachte Bill 8 am 27. Oktober ein; die Debatte in zweiter Lesung begann am 28. Oktober und wurde anschließend vertagt.
- Der Entwurf definiert ein Live-Casino-Angebot als Online-Casinospiel, das von einer live auftretenden Person durchgeführt, begleitet oder präsentiert wird.
- Als Betreiber kommt ausschließlich eine Gesellschaft aus einer interprovinziellen Lotterievereinbarung infrage, wenn das Kabinett sie zur Provinzbehörde bestimmt.
- Für private Betreiber, Live-Studios und Zulieferer enthält Bill 8 weder ein Zulassungs- noch ein Registrierungsverfahren.
- Vorgaben für Live-Casinos sollen erst später per Verordnung festgelegt werden.
- Die Provinz untersucht private Online-Anbieter, hat dazu aber weder einen Zeitplan noch Unterlagen für eine Konsultation veröffentlicht.
Die Details
Neue Begriffe im Glücksspielgesetz
Als Sponsor des Gesetzentwurfs tritt René Legacy auf, der für die Liberalen den Wahlkreis Bathurst vertritt. Der vorgelegte Text ergänzt das Gaming Control Act um zwei Definitionen. Ein Online-Casino-Lotteriesystem beschreibt darin ein von der New Brunswick Lotteries and Gaming Corporation (NBLGC) über eine Online-Plattform geführtes Lotteriesystem mit casinoähnlichen Spielen.
Ein Live-Casino-Lotteriesystem ist nach dem Entwurf eine Unterform dieses Online-Casino-Angebots. Entscheidend ist, dass die casinoähnlichen Spiele durch eine reale, live handelnde Person ausgerichtet, unterstützt oder vorgestellt werden.
Betrieb bleibt bei einer staatlichen Konstruktion
Die wesentliche Änderung betrifft die Befugnisse der NBLGC. Mit Zustimmung des Lieutenant-Governor in Council dürfte die Gesellschaft einen Vertrag mit einer nach einer interprovinziellen Lotterievereinbarung gegründeten Körperschaft schließen. Diese Körperschaft kann damit als Behörde der Provinz bestimmt werden, um in New Brunswick Online-Casino-Angebote einschließlich Live-Casino-Angeboten zu betreiben.
Zugleich erweitert Bill 8 die Verordnungskompetenz des Kabinetts. Sie soll Lotteriesysteme erfassen, die von der NBLGC geführt und durch eine andere staatliche Stelle betrieben werden. Außerdem darf das Kabinett Lizenzgebühren per Verordnung festsetzen; in Kraft treten die einzelnen Regelungen an den Daten, die durch Proklamation bestimmt werden.
Die Konstruktion passt in der Praxis zu Atlantic Lottery. Die Lotteriegesellschaft gehört den vier Atlantikprovinzen und ist die einzige Einrichtung, die die im Gesetzentwurf beschriebenen Voraussetzungen erfüllt.
Regierung verweist auf Wandel und Sicherheit
Zur Vorstellung von Bill 8 erklärte Legacy, die Modernisierung des Gaming Control Act solle mit der Entwicklung des Glücksspiels Schritt halten. Public-Safety-Minister Robert Gauvin begründete die Änderung laut Berichten damit, dass sie in der Provinz eine sicherere Alternative zu nicht regulierten Angeboten schaffen werde.
Nach Darstellungen zur Regierungsankündigung stammt das Konzept für Live-Casinos von Atlantic Lottery. Die operativen Einzelheiten sollen erst mit späteren Vorschriften folgen.
Private Marktöffnung bleibt ein separates Verfahren
Der Gesetzesentwurf folgte eine Woche auf die Bestätigung der Provinzregierung, dass sie private Online-Glücksspielanbieter prüft. In einer gegenüber Brunswick News abgegebenen Erklärung verwies Legacy darauf, dass sich Online-Glücksspiel fortlaufend verändere und sowohl regulierte als auch unregulierte Optionen zahlreicher würden.
Bislang liegt jedoch weder ein bevorzugtes Marktmodell vor noch gibt es einen veröffentlichten Zeitplan oder ein Konsultationspapier. Bill 8 eröffnet privaten Casinos daher keine Möglichkeit, Live-Casino-Spiele anzubieten. Auch private Studios und Spielzulieferer erhalten im Entwurf keinen geregelten Zugang.
Andere Provinzen setzen auf offene Märkte
Ontario ließ private Betreiber im April 2022 auf seinen Online-Glücksspielmarkt. Alberta nahm seinen regulierten Markt am 13. Juli 2026 in Betrieb. Das Modell Ontarios beschäftigt zudem den Supreme Court of Canada, der sein Urteil zum Plan einer internationalen Spielerpoolung vorbehalten hat.
New Brunswick geht mit Bill 8 einen engeren Weg. Der Entwurf schafft zunächst für die staatliche Lotterie ein Live-Dealer-Angebot, während die spätere Marktstruktur noch offen bleibt. Falls es zu Wettbewerb kommt, könnte dieser damit auf einen öffentlichen Betreiber treffen, der dann bereits Live-Casino-Tische anbietet.
Offene Compliance- und Lieferfragen
Live-Casino-Angebote bringen zusätzlich Lieferketten für Studios in ein System, dessen Crown Corporation ein schwieriges Jahr erlebt hat. FINTRAC, die kanadische Finanzermittlungsstelle, verhängte gegen die NBLGC eine Geldbuße von C$399,712.50, umgerechnet etwa $290,000. Anlass war, dass drei Meldungen zu verdächtigen Transaktionen nicht eingereicht worden waren.
Wie Studios und Spielelieferanten zugelassen werden sollen, beantwortet Bill 8 nicht. Die ausstehenden Verordnungen müssen auch klären, an welchen Orten Tische betrieben werden dürfen. Anbieter von Studiolösungen wie Evolution werden diese Regeln insbesondere mit Blick auf mögliche Hosting-Standorte verfolgen.
Preis und Verfügbarkeit
Bill 8 wurde am 27. Oktober eingebracht; die Beratung in zweiter Lesung startete am 28. Oktober und wurde vertagt. Ein Termin für die späteren Verordnungen, für den Start von Live-Casino-Angeboten oder für eine Öffnung gegenüber privaten Online-Betreibern ist nicht bekannt. Die vorgesehenen Gesetzesänderungen gelten jeweils erst ab einem per Proklamation festgelegten Datum.
Einordnung
Für Spieler und die Glücksspielbranche bedeutet der Entwurf zunächst keine Liberalisierung des Marktes in New Brunswick. Er modernisiert vor allem die rechtliche Grundlage für ein von Atlantic Lottery geprägtes staatliches Live-Casino-Angebot. Die grundlegende Entscheidung über private Betreiber steht weiter aus und beruht bisher allein auf der Erklärung des zuständigen Ministers.
