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Glücksspiel

Hacksaw meldet Gewinnplus, bremst aber beim Spiele-Mix

Hacksaw meldet Gewinnplus, bremst aber beim Spiele-Mix

Hacksaw AB hat im dritten Quartal 2026 den Umsatz auf 58,1 Millionen Euro erhöht, verzeichnete gegenüber dem Vorquartal jedoch einen Rückgang. Vorstandschefin Ana Vrabic Verdir sieht die Ursache vor allem in einer Anfang des Jahres veränderten Produktplanung. Zugleich bleiben die Profitabilität hoch, ein Aktienrückkauf beginnt am 3. November und das Unternehmen baut sein Prediction-Markets-Geschäft personell aus.

Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was ist neu?
  2. Die Details
  3. Preis und Verfügbarkeit
  4. Einordnung

Was ist neu?

  • Der Umsatz von Juli bis September stieg um 12 Prozent von 52,0 auf 58,1 Millionen Euro und lag damit in der oberen Hälfte der am 12. Oktober genannten Spanne von 57,5 bis 58,5 Millionen Euro.
  • Das bereinigte EBIT erhöhte sich um 15 Prozent auf 48,3 Millionen Euro; die EBIT-Marge erreichte 83 Prozent nach 81 Prozent.
  • Der Periodengewinn kletterte um 18 Prozent von 38,7 auf 45,7 Millionen Euro.
  • Philippa Gregory übernimmt zum 1. Dezember die operative CEO-Funktion bei Hacksaw Gaming, während Marcus Cordes Hacksaw Markets aufbauen soll.
  • Der Verwaltungsrat startet am 3. November ein auf drei Monate angelegtes Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 20 Millionen Euro.

Die Details

Umsatz unter dem zweiten Quartal

Der an der Börse in Stockholm notierte Slot-Anbieter erzielte im Zeitraum Juli bis September 58,1 Millionen Euro Umsatz. Gegenüber den 52,0 Millionen Euro des Vorjahres entspricht dies sowohl bei berichteten Zahlen als auch bei konstanten Wechselkursen einem Plus von 12 Prozent. Die Angaben stammen aus dem Zwischenbericht für Januar bis September 2026.

Im Vergleich zum zweiten Quartal mit 59,3 Millionen Euro fiel der Umsatz allerdings um 2,0 Prozent. Unter den acht Quartalen, die der Bericht aufführt, ist dies der einzige sequenzielle Rückgang. In den drei unmittelbar vorangegangenen Quartalen hatte das Wachstum jeweils zwischen 26 und 31 Prozent gelegen.

Das bereinigte EBIT stieg von 42,1 auf 48,3 Millionen Euro und bewegte sich damit innerhalb der zuvor prognostizierten Bandbreite von 48 bis 49 Millionen Euro. Die Marge lag bei 83 Prozent nach 81 Prozent. Zum Quartalsende verfügte Hacksaw über 148,2 Millionen Euro Barmittel, verglichen mit 87,8 Millionen Euro im Vorjahr, und wies keine verzinslichen Schulden aus.

Für die ersten neun Monate erhöhte sich der Umsatz um 23 Prozent auf 175,0 Millionen Euro. Auf Basis konstanter Währungen betrug das Wachstum 27 Prozent.

Produktplanung als Bremsfaktor

In der Mitteilung vom 12. Oktober hatte Hacksaw noch schwächere Marktbedingungen und die Performance der Spiele als Erklärung genannt. Im nun vorliegenden Bericht betont Vrabic Verdir vor allem die Spieleleistung. Zu Jahresbeginn sei die Entwicklungsplanung angepasst worden, weil das Unternehmen seine Ausrichtung auf bestimmte Märkte ausgeweitet habe; dabei sei das Verhältnis der Spiele verändert worden.

Als die so geplanten Titel zuletzt veröffentlicht wurden, habe der daraus entstandene Mix nicht die historisch bekannte Leistung erbracht. Die CEO bezeichnete dies als vorübergehenden Gegenwind. Die Roadmap sei inzwischen wieder stärker auf Spielarten und Kompetenzen ausgerichtet worden, die den bisherigen Erfolg getragen hätten; kurzfristig könne die derzeitige Zusammenstellung das Ergebnis dennoch beeinflussen.

Die durchschnittliche Zahl täglicher Spielrunden nahm um 19 Prozent zu. Die zehn erfolgreichsten Spiele lieferten 52 Prozent des Bruttospielertrags, nachdem ihr Anteil zuvor bei 45 Prozent gelegen hatte. Die Zahl der hauseigenen Veröffentlichungen stieg von 12 auf 19.

Rechnerisch bedeutet ein Umsatzanstieg von 12 Prozent bei 19 Prozent mehr Runden einen um rund 6 Prozent niedrigeren Umsatz je Runde. Das spricht für ein Mix-Thema statt für mangelnde Nachfrage. Dass der Anteil der zehn führenden Titel steigt, obwohl mehr Neuheiten erschienen sind, deutet darauf hin, dass neue Spiele bislang nicht ausreichend beitragen.

Eine selbst verursachte Ursache lässt sich grundsätzlich eher korrigieren als ein schwächerer Gesamtmarkt. Die Warnung für die kurze Frist weist jedoch darauf hin, dass auch das vierte Quartal noch von der Umstellung betroffen sein könnte.

Neue Märkte und Brasilien

Im Berichtsquartal nahm Hacksaw den Betrieb in Alberta sowie in Buenos Aires City auf. Nach Quartalsende folgten der Start mit FanDuel in Connecticut und mit Bally’s Intralot im Vereinigten Königreich. Lokal lizenzierte Märkte gewannen laut Bericht als Umsatzanteil an Bedeutung, ohne dass das Unternehmen eine regionale Aufteilung veröffentlichte.

Für Brasilien erklärte Vrabic Verdir, die Regierung habe Ende September die Genehmigungen sämtlicher lizenzierter Betreiber zurückgezogen. Sie wertete dies als Abweichung vom allgemeinen Trend. Hacksaw legt keine Umsätze für Brasilien offen; Evolution hat sein brasilianisches Studio infolge des Verbots bereits geschlossen.

Führungswechsel bei Gaming und Markets

Philippa Gregory wird Marcus Cordes als operative CEO von Hacksaw Gaming ablösen. Gregory ist seit April 2022 im Unternehmen und gehört seit Januar 2025 zur Konzernleitung. Die Übergabe soll bis zum 1. Dezember erfolgen.

Cordes übernimmt den Aufbau von Hacksaw Markets, dem im Oktober gestarteten B2B-Angebot für Prediction Markets. Luke Hammett, Chief Commercial Officer von Hacksaw Gaming, rückt in die Konzernleitung auf. Gregory sieht nach eigener Einschätzung erhebliches Potenzial für das Unternehmen und verweist auf ihre Kenntnis des Geschäfts und der Mitarbeitenden.

Der Wechsel des bisherigen Leiters des Kerngeschäfts zu Hacksaw Markets unterstreicht die Priorität des neuen Bereichs. Die Plattform sei innerhalb der bestehenden Kostenbasis entwickelt worden. Gleichzeitig verdoppelten sich die aktivierten Entwicklungskosten, zu denen auch Hacksaw Markets zählt, auf 3,2 Millionen Euro.

Bislang hat Hacksaw weder Kunden noch Umsätze für die Prediction-Markets-Plattform genannt. Gregory übernimmt damit ein Slot-Geschäft, das sich während einer Korrektur seines Spiele-Mix befindet.

Preis und Verfügbarkeit

Das Aktienrückkaufprogramm über höchstens 20 Millionen Euro begann am 3. November und läuft drei Monate. Es beruht auf der Ermächtigung der Hauptversammlung vom April.

Einordnung

Hacksaw erfüllt mit 83 Prozent die auf der Strategieseite genannte langfristige Vorgabe einer EBIT-Marge von mehr als 80 Prozent. Das ebenfalls langfristig formulierte Ziel eines jährlichen Umsatzwachstums von über 30 Prozent ist für 2026 deutlich anspruchsvoller geworden: Dafür wären im vierten Quartal rund 81,7 Millionen Euro Umsatz nötig, also 41 Prozent mehr als im dritten Quartal. Margen, Liquidität und Rückkauf belegen weiterhin hohe Ertragskraft; ob das Wachstum zurückkehrt, wird vor allem die Korrektur des Spiele-Mix im vierten Quartal zeigen.

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