Willkommen beim
Offenen Objektiv Test
Version 2.0 ! Wir stellen ein neues Verfahren vor, mit dem sich eigene
Objektive hinsichtlich der Schärfeleistung testen, vergleichen und die Ergebnisse hier veröffentlichen lassen.
Teilen Sie uns Ihre Testergebnisse mit und erhalten Sie im Gegenzug kostenlosen
Zugriff auf die Testdatenbank !
Testen Sie Ihre Objektive !
Falls Sie zwischendurch 1 – 2 Stunden Zeit und Musse haben und eine
Canon DSLR besitzen, dann nehmen
Sie sich doch einmal ihre Objektive vor und testen die Abbildungsleistung nach
dem hier vorgestellten Verfahren. Dabei
lässt sich die Erkenntnis gewinnen, welches Ihrer Objektive am besten arbeitet
und ab welcher Blendenzahl und Brennweite das Objektiv die höchste Auflösung
im
Bildzentrum zeigt.
Der Test ist
gleichzeitig ein perfektes Foto- und Kameratraining. Sie durchlaufen dabei einen
kompletten Workflow und können davon auch in anderen Aufnahmesituationen
profitieren.
Wird der Test gewissenhaft durchgeführt, dann erhalten Sie Aufnahmen, die
qualitativ den in einschlägigen Internetforen gezeigten Testbildern idR deutlich
überlegen sind. Sie können Ihre Ergebnisse auch hier veröffentlichen und
erhalten damit gleichzeitig einen kostenlosen Zugriff auf die Testdatenbank.
Als Testmotiv wären alle möglichen, unbewegten Vorlagen wie Häuser-Fassaden,
Briefmarken oder Schriftzüge geeignet. Hier im offenen Objektivtest wird jedoch
ein 5-Euro-Schein verwendet. Neben der einheitlichen und hochaufgelösten
Druckqualität spricht auch
seine weite Verbreitung zu seinen Gunsten. Nachfolgend wird das Verfahren
beschrieben, mit dem Sie unter standardisierten Bedingungen Objektive testen,
vergleichen und auch hier veröffentlichen können.
das Testmotiv
Als Testvorlage wird ein möglichst knitterfreier 5-Euroschein verwendet, der
plan am besten auf ein Harcover-Buchdeckel mit Tesafilm (lässt sich
rückstandsfrei wieder entfernen) befestigt wird. Sie können die Vorlage so bequem
auf einem Tisch aufstellen und die Kamera optimal dazu ausrichten.
Das Zielmotiv ist ein 100%-aufgelöster Ausschnitt des 5-Euro-Scheins am rechten
Rand der Rückseite. Dieser Ausschnitt wird bei verschiedenen Blendenstufen und
Brennweitenbereichen stets in derselben Grösse abgelichtet. Das erleichtert die
brennweiten- und objektivübergreifende Vergleichbarkeit der Testaufnahmen.
Der Test im Detail
Bevor Sie den Auslöser durchdrücken, werden etwas Platz, gute Lichtverhältnisse
und geeignete Kameraeinstellungen benötigt.
Ohne eine sorgfältige Planung des Testaufbaus wäre ansonsten kein Verlass auf
die Ergebnisse. Es empfiehlt sich daher, die Einstellungen in Ruhe vorzunehmen.
Step1 - Platzbedarf und Lichteinfall
Der Abstand zur Testvorlage ändert sich je nach getesteter Brennweite. Soll etwa
ein 300mm-Objektiv untersucht werden, dann sind ca. 4,20 Meter Abstand nötig,
bei 50mm sind etwa 70 cm notwendig. (ca. 1,40m je 100mm Brennweite, kann jedoch
je nach Objektiv und Kamera leicht variieren). Planen Sie also zunächst
entsprechenden Platz ein.
Achten Sie auf einen gleichmässigen Lichteinfall ohne direktes Gegenlicht. In
letzterem Fall würde sonst Streulicht das Testergebnis verfälschen und den
Schärfeindruck absenken. Zwei Lichtquellen von links und rechts im Winkel von
120 Grad stellen das Optimum dar.
Step 2 - Stativ und Fernbedienung
Setzen Sie ein Stativ ein. Es ist unbedingte Voraussetzung, selbst wenn gute
Lichtverhältnisse vorliegen. Nur so lässt sich die Kamera plan zur Vorlage
ausrichten und der Ausschnitt exakt bestimmen.
Verwenden Sie ausserdem – soweit vorhanden – einen Fernauslöser. Er reduziert
versehentliche Verwackler, die beim Durchdrücken des Auslösers entstehen können
bzw. er hilft auch um die Kameraposition nicht zu verändern. Steht Ihnen kein
Fernauslöser zur Verfügung, dann lässt sich alternativ der Selbstausöser-Modus
(Drive-Taste bzw. an der 400D/350D/300D über die Bildfrequenztaste
) an der Kamera benutzen.
Step 3 - Kamera-Setup einstellen
Das Kamerasetup wird so gewählt, dass sich die Blendenstufen bequem einstellen
und eine aussagefähige Bildqualität erzielen lässt.
Achten Sie bei den folgenden Anweisungen bezüglich der Menüoperationen darauf,
dass die Werteingabe mit der SET-Taste abgeschlossen wird
Wählen Sie das Programm AV am Moduswahlrad
Stellen Sie im Menü unter Qualität L-fein
(bzw. "grosses Bild") ein.
(das alternative RAW-Format wäre zwar auch denkbar, aber die
Auswertungsergebnisse sind vom jeweils eingesetzten RAW-Konverter abhängig und
daher nicht übergreifend vergleichbar)
Wählen Sie im Menü den Punkt "Bildstile" an und aktivieren "Standard"
(EOS 400D/30D/5D). Für die EOS 10D/300D/350D und 20D wählen Sie den Menüpunkt
"Parameter" und aktivieren "Parameter 1" (nach unserer Messung entsprechen sich
Bildstil "Standard" und "Parameter 1").
Steuern
Sie im Menü den Punkt „Individualfunktionen (C.Fn.)“ an. Wählen Sie dort die
Individualfunktion 07 (EOS 400D/350D*), Individualfunktion 13 (EOS 30D/5D),
Individualfunktion III / 15 (EOS 1D Mark III) bzw.
Individualfunktion 12 (20D/10D) aus und stellen den Wert auf „1: Eingeschaltet“.
Sie haben damit die Spiegelvorauslösung aktiviert, so dass der Schwingspiegel
bereits vor der eigentlichen Aufnahme hochklappt und keine
Verwacklungsunschärfen verursacht (bei Einsatz eines Fernauslösers den Auslöser
zur Aufnahme zweimal drücken).
*an der EOS 300D ist die Spiegelvorauslösung nur mit dem
Firmware-Hack verfügbar. Falls Sie ihn nicht an Ihrer 300D einsetzen, dann
ist der Test nur bis etwa 100mm-Brennweite zuverlässig.
Stellen Sie mit der ISO-Taste einen
ISO-Wert
von 100
ein.
Wählen Sie über die AF-Taste den Modus "One Shot" vor.
Mit dem Button "WB" wird der Weissabgleich bei Kunstlicht auf die
Glühlampe, bei Tageslicht auf AWB eingestellt. Es steht Ihnen natürlich
frei, auch einen manuellen Weissabgleich z.B. mit einer Graukarte oder einer
anderen farbneutralen Vorlage vorzunehmen.
Als Messmodus
empfiehlt sich die
Einstellung "Selektivmessung" (an der 300D die
Sterntaste drücken) bzw. - soweit vorhanden - auch die Spotbelichtungsmessung
(EOS 30D/5D/1D Mark III).
Mit der Autofokus-Messfeldwahltaste
wird das zentrale
AF-Feld aktiviert.
Stellen Sie zum Schluss am Objektiv den AF/MF-Schalter in die
Position AF
Step 4 - Ausrichten und Zielausschnitt bestimmen
Um Unschärfen durch Verschwenken zu vermeiden, sollte die Kamera planparallel
zum Testmotiv ausgerichtet werden. Ausserdem ist die Entfernung so zu wählen,
dass sich eine definierte Abbildungsgrösse des 5-Euro-Ausschnitts erzielen
lässt. Diese ist von der zu testenden Brennweite abhängig.
Bei Zoomobjektiven werden 3 Brennweiten getestet: die Startbrennweite,
Endbrennweite und eine mittlere Brennweite. Die mittlere errechnet sich über die
Formel Startbrennweite + (Endbrennweite - Startbrennweite)/2 (Für das
Kitobjektiv Canon 18-55mm wäre das aufgrundet 37mm (18mm + (55mm-18mm)/2)).
Um die Kamera auszurichten und die richtige Entfernung zu bestimmen, gehen Sie
wie folgt vor:
Verwenden Sie zum Ausrichten eine ggf. vorhandene Wasserwaage am Stativ oder
stellen Sie die Kamera direkt vor dem 5-Euroschein auf und richten sie auf Sicht
horizontal und vertikal gerade aus.
Entfernen Sie die Kamera vom Motiv je nach zu testender Brennweite.
Für 100mm sind etwa 1,40m Abstand zu wählen, bei 50mm wären es ca. 70cm (nur als
Richtwert zu verstehen, kann je nach Kamera bzw. Objektiv variieren). Kontrollieren Sie durch den Sucher, ob das Motiv horizontal und vertikal
gerade ausgerichtet ist.
Nutzen Sie das zentrale, im Sucher eingeblendete AF-Feld und stellen
die Entfernung der Kamera (nicht die Brennweite ändern) wie nachfolgend gezeigt
ein:
Hinweis: einige wenige Objektive verfügen über eine zu hohe
Mindestdistanz, so dass sich bei der Startbrennweite nicht auf den definierten
Zielauschnitt scharfstellen lässt. Vergrössern Sie in diesem Fall den
Motivabstand und erhöhen die Brennweite, bis der Zielausschnitt zutreffend
wiedergegeben wird.
Fixieren Sie den Stativkopf, nachdem der Zielausschnitt zutreffend
eingestellt wurde. Damit werden später Verschiebungen vermieden, die durch
Kamera- bzw. Objektivbedienung entstehen könnten.
Korrigieren Sie den Abstand solange, bis Sie
die Referenzgrösse von 225 Pixelbreite und 100 Pixelhöhe erreicht haben
(hier kommt es nicht auf einen Pixel an, Sie sollten aber der Zielgrösse
schon auf 5 Pixel nahe kommen). Dafür empfiehlt es sich, die
rechtsstehende Referenz-Datei auf den Computer zu laden (rechte Maustaste
und "Bild speichern unter.." wählen) und jeweils mit der aufgenommen Datei
bei 100%-Computermonitor-Ansicht abgleichen.
Step 5 - Schärfenreihe durchführen
Da auf den Autofokus nicht immer hundertprozentig Verlass ist (er variiert an
einigen Kameras/Objektiven leicht bzw. neigt manchmal auch zum konstanten Front-
bzw. Backfokus, Infos siehe
hier) sollte eine Schärfenreihe durchgeführt werden. Die macht etwas
Arbeit, belohnt jedoch mit zuverlässigeren Testergebnissen. Gehen Sie wie folgt
vor:
Fokussieren Sie zunächst via halb durchgedrücktem Auslöser im AF-Betrieb auf
das Motiv, so dass es scharf gestellt ist und lösen aus.
Stellen Sie den AF-MF-Schalter am Objektiv in die Position MF. Drehen den
Einstellring (Achtung, nicht die Brennweite ändern) in die ganz rechte Position,
wechseln die Betriebsart am Objektiv wieder zurück auf AF und lösen aus.
Stellen Sie den AF-MF-Schalter erneut in die Position MF, drehen jetzt den
Einstellring nach ganz links und stellen den Schalter zurück auf AF. Lösen Sie
aus.
Jetzt liegen drei Aufnahmen vor, die im Autofokusbetrieb durchgeführt wurden.
Kopieren Sie diese auf den Computer und wählen die schärfste von den dreien aus.
Diese dient als Referenz für die nächsten Aufnahmen, die manuell fokussiert
werden.
Stellen Sie den AF/MF-Schalter am Objektiv in die Position MF.
Drehen Sie den Einstellring so, dass ein möglichst scharfes Bild im Sucher
erscheint und lösen aus.
Transferieren Sie diese Aufnahme an den Computer und vergleichen sie mit dem
zuvor im Autofokusbetrieb ermittelten, schärfsten Bild.
Ist die manuell fokussierte Aufnahme schärfer, dann haben Sie diesen
Abschnitt erfolgreich abgeschlossen. Falls die Aufnahme unschärfer erscheint,
dann wiederholen Sie die vorhergehenden Schritte
und
, bis die manuelle
Aufnahme wenigstens die gleiche Schärfe zur Autofokus-Referenzdatei erreicht.
Hinweis: Achten Sie darauf, dass sich kein (UV-)Filter vor dem
Objektiv befindet und ein ggf. vorhandener Bildstabilisator ausgeschaltet ist !
Step 6 - Reihe mit Blendenstufen aufnehmen
Der Aufbau ist jetzt sauber kalibriert und Sie können die Testreihe mit
verschiedenen Blendenstufen durchführen. Die Schalterstellung am
Objektiv
befindet sich weiterhin in der MF-Position bei unveränderter Scharfstellung !
Machen Sie 5 Aufnahmen mit einem Abstand von einer ganzen Blendenstufe (idR drei
Rasterpositionen am Hauptwahlrad).
Beginnen Sie mit der Offenblende und stellen dazu die kleinstmögliche F-Zahl
ein. Drehen Sie das Hauptwahlrad
soweit nach links, bis
sich der Zahlenwert nicht mehr ändert und lösen aus.
Erhöhen Sie die Blendenzahl via Rechtsdreh um drei Rasterpositionen (falls
Sie die Option in den Individualfunktionen auf 1/2 Blendenstufen geändert haben,
wären es zwei Rasterpositionen). Die F-Zahl erhöht sich damit um eine ganze
Blendenstufe. Z.B. von 2,8 auf 4,0, von 5,6 auf 8,0. Lösen Sie aus.
Erhöhen Sie die F-Zahl noch 3x um eine Blendenstufe und lösen jeweils aus.
Insgesamt liegen Ihnen dann 5 Aufnahmen mit einem Abstand von einer Blendenstufe
vor.
Falls Sie ein Zoomobjektiv nutzen, dann wiederholen Sie die Steps 4 - 6, um
auch für die mittlere und die Endbrennweite Testdateien aufzunehmen.
Step 7 - Testaufnahmen auswerten
Die Test-Aufnahmen sollten jetzt verglichen und ausgewertet werden. Stellen Sie
zunächst sicher, dass Ihnen die manuell fokussierten Testdaten vorliegen und
öffnen Sie diese mit einem Bildbetrachtungsprogramm bei 100% Ansicht.
Scrollen Sie zum Testausschnitt und vergleichen die Bildschärfe mit den
Referenz-Dateien, die wir Ihnen hier bereitstellen
(Sie können auch auf das rechtsstehende Bild klicken). Entnehmen Sie den
Referenz-Dateien den zugehörigen Schärfewert und füllen Sie auf Wunsch das in
Step 8 bereitgestellte
Formular aus. Sie erhalten dann gleichzeitig Zugriff auf die Testdatenbank
(falls Sie die Daten nicht veröffentlichen möchten, dann können Sie auch eine
Excel-Vorlage für die eigene
Auswertung nutzen). Es empfiehlt sich ausserdem, die ermittelten Schärfe-Werte
separat zu notieren.
Hinweis: Neben der Bildschärfe im Bildzentrum sind auch die
Randbereiche relevant. Um diese zu testen wäre jedoch ein aufwändiges Verfahren
notwendig, das sich nicht im Rahmen des offenen Tests sondern idR nur in einem
professionellen Testlabor realisieren lässt. Chromatische Abberationen
(Farbränder), Vignettierungen (Randabdunkelung), Verzeichnung,
Streulichtempfindlichkeit bzw. Rückspiegelungen des Bildsensor (Geisterbilder)
sind weitere Beurteilungskriterien, die in diesem Test aus Gründen eines
vertretbaren Aufwands unberücksichtigt bleiben.
Step 8 - Testdaten veröffentlichen
Posten Sie Ihre Ergebnisse !
*Ihr Name und die Emailadresse werden nicht an
Fremde weitergegeben und auch nicht für Werbemails verwendet ! Die
Angaben dienen ausschliesslich eventuellen Rückfragen unsererseits
bzw. um Ihnen die Zugangsdaten zum Test zu mailen.
** Die verwendeten Kameraeinstellungen werden von uns
gegengeprüft. Falls Sie nicht dem hier vorgestellten Verfahren
entsprechen, können wir Ihre Angaben leider nicht verwenden. Prüfen Sie
diese daher bitte genau, bevor Sie das Formular absenden, da
wir nachträgliche Korrekturen aus verfahrenstechnischen Gründen
nicht mehr entgegennehmen können.
***Aus
Qualitätssicherungsgründen weisen wir darauf hin,
dass bei fehlerhaften oder von unseren Erfahrungswerten stark
abweichenden Schärfewertangaben die Testergebnisse unberücksichtigt
bleiben bzw. wir uns zwecks Klärung ggf. mit Ihnen in Verbindung
setzen und dann idR eine Original-Bilddatei incl. Exifdaten
benötigen.
Haben Sie bitte Verständnis, dass wir - soweit offensichtlich oder
mutmasslich fehlerhafte Angaben an uns abgesendet werden - den
Zugang zum geschützten Teil des Tests nicht gewähren können.
Umfrage
Welcher Brennweitenbereich ist für Sie am interessantesten und sollte im offenen
Objektivtest bevorzugt berücksichtigt werden ?