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41 Megapixel-Handy vs DSLR

41 Megapixel-Handy vs DSLR
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12 von 13 Lesern fanden diesen Report hilfreich.

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Laborauswertung - App-Steuerung - Praxis - Fazit - 100%-Bildbeispiele - Video - Links

Das Handy Nokia Lumia 1020 bietet eine Fotofunktion, die auf einen Bildsensor mit 41 Megapixel zurückgreift. Damit löst es nominell höher als jede derzeit erhältliche DSLR unterhalb des Mittelformats auf. Kann man das Nokia möglicherweise als Alternative zu einer DSLR nutzen? Wir haben es genauer untersucht und ziehen auch Vergleiche zu den Fotofunktionen anderer Handys.

Dieser Traumflieger-Report wird weder direkt noch indirekt von den Herstellern gesponsert und wurde daher so objektiv wie möglich verfasst !

Nokia Lumia 1020: Nokia bietet das Handy Lumia 1020 mit einer Fotofunktion an, die auf einen 41 Megapixel-Bildsensor zurückgreift. Rückseitig ist das von Zeiss stammende 26mm-Objektiv nur leicht erhaben. AF-Hilfslicht und Blitz sind auch mit an Bord.

Warum die schwere DSLR einpacken, wenn man nicht auch mit der Handy-Fotofunktion möglicherweise ähnlich hochaufgelöste Bildergebnisse erzielen kann? Persönlich suchen wir schon lange nach einer Alternative, um z.B. auf einem gemütlichen Waldspaziergang spontan bodennahe Motive, Waldklee, Miniblüten aber auch Pilze einzufangen. Ein Handy ist schön schmal, da lässt es sich einfach aus der Hemdtasche zücken und unkompliziert auch mal in schwierigen Positionen, etwa den Stamm hinauf oder für eine Pilzunterkappen-Perspektive einsetzen.

Seinerzeit haben wir einige Versuche mit dem Samsung Galaxy S3 unternommen und mussten selbst bei gutem Licht ernüchtert erkennen, dass der Autofokus nur allzuoft nicht den naheliegenden Eyecatcher sondern irgendwo im Hintergrund fokussiert. Das ist uns auch häufig mit Kompaktkameras z.B. mit den Canon Powershot G-Modellen passiert, was zuverlässige Bildergebnisse kaum realisierbar macht. Für Android haben wir daher nach alternativen Foto-Aufnahmeapps gesucht, die den AF-Betrieb abschalten. Fehlanzeige, wir konnten keine passende App dafür finden.

Foto-App auf DSLR-Niveau

Das derzeit für rund 700 Euro erhältliche Nokia Lumia 1020 wird hingegen vom Hersteller mit einer bereits vorinstallierten App "Nokia Pro Cam" versorgt, bei der sich der Autofokusbetrieb bedarfsweise abschalten lässt. Auch Parametereingriffe zur Belichtungszeit und dem ISO-Wert werden als Steuermöglichkeiten auf DSLR-Niveau beworben. Natürlich reizt auch die extrem hohe Auflösung von 41 Megapixel. Die ist zwar schon im älteren Handy "Nokia Pureview 808" verbaut, das nutzt jedoch noch ein älteres von Nokia entwickeltes Symbian-Betriebssystem. Jetzt unter Windows Phone musste Nokia auf Microsoft warten, bis der Hersteller die Möglichkeit integrieren konnte, mit Bildern oberhalb von 8 Megapixel umzugehen.

von wegen 41 Megapixel

Die Bilder eines ersten Praxistests aus dem Fenster bei schönem Wetter schauen wir uns genauer an. Das Nokia speichert zwei Versionen, eine 5 Megapixel-Version und parallel - soweit aktiviert - auch eine "41 Megapixel-Variante". Hoppla, das sind ja garkeine 41 Megapixel, wie etwa direkt auf dem Handy mit dem Schriftzug "41 Megapixel | Pureview Zeiss" zu lesen, sondern maximal 38 Megapixel. Der Sensor wird nämlich vom Objektiv garnicht voll ausbelichtet, so dass schonmal 3 Megapixel verloren sind. Nicht viel;  aber seriös scheint die prominent beworbene Megapixelangabe nicht. Canon hätte seine EOS 70D auch als 40 Megapixel-DSLR umjubeln können, die diesen hohen Wert nur für Livebild-Autofokuszwecke aber im Foto eben nur 20 Megapixel nutzt.

Ernüchterung bei 100%-Ansicht

Das erste Bildergebnis in der High Res-Variante liegt mit 7.136 x 5.360 Pixeln vor. Eingezoomt wirkt es schwammig, leicht unscharf. Der 1:1,5 Zoll Bildsensor des Nokia ist zwar erheblich grösser als in den meisten Smartgeräten und auch als bei vielen Kompaktkameras, aber er wird vom Zeiss-Objektiv mit 26mm Brennweite stets mit Offenblende bedient. Mit f2,2 ist das fest eingebaute Weitwinkel-Objektiv schön lichtstark aber es lässt sich nicht weiter abblenden, dabei würden ansonsten auch sofort Beugungsunschärfen auftreten. Die Kehrseite: Weitwinkel mit hoher Lichtstärke zeigen bei Offenblende meist leicht unscharfe Bildergebnisse; an der Systemkamera hilft Abblenden, beim Handy - und eben auch beim Nokia - fehlt diese Möglichkeit aus genanntem Grund.

schwammig: während die parallel abgespeicherte, kleinere 5 Megapixel-Bildvariante noch scharf wirkt, sieht es bei der 38 Megapixel-Version am Nokia bei 100%-Ansicht ziemlich schwammig und unscharf aus.


iPhone, Samsung Galaxy und EOS 70D

Auch die weiteren Aufnahmen mit dem Nokia sehen in der hochaufgelösten Version auf 100% eingezoomt meist etwas unscharf, leicht vernebelt aus, selbst bei besten Lichtbedingungen, bei denen es auf den niedrigsten ISO-Wert von 100 zugreift. Auffällig auch, dass an unserem Nokia der rechte, äussere Randbereich deutlich schwächer als im Zentrum oder linksseitig abbildet. Immerhin kann man die 38 Megapixel ja z.B. auf die Hälfte via externer Bildbearbeitungsfunktion (z.B. mit unserer Freeware) und dann immer noch knapp 20 Megapixel mit besserer Qualität nutzen.

Zum Vergleich werden zwei weitere Handys herangezogen, die wir auch tagsüber aus dem Fenster mit der jeweiligen Standard-Fotoapp nutzen. Das iPhone 5 sowie ein Samsung Galaxy Note 2 bringen jeweils rund 8 Megapixel (3.264 x 2.448). Die Bildergebnisse wirken auch bei 100%-Ansicht scharf sind aber nominell natürlich viel geringer als das Nokia aufgelöst. Ergänzend nutzen wir auch eine EOS 70D mit dem Kitobjektiv 18-55mm IS STM, die wir im JPEG-Format und in Weitwinkelstellung (29mm Kleinbild) sowie im Autofokusbetrieb auslösen. Die Bildergebnisse sind auch hier bei 100%-Ansicht nicht auf Spitzenniveau angesiedelt erscheinen aber besser als am Nokia.

Da die Fotoergebnisse in unterschiedlichen Grössenformaten vorliegen, werden sie auf die 20 Megapixel der EOS 70D skaliert. Beim Nokia also verkleinert und an den beiden anderen Handys entsprechend - mit Photoshop CC - hochgerechnet. Hier zeigt sich das Nokia noch immer leicht verschwommen, kann aber mit der 70D durchaus mithalten, je nachdem, welches Detail betrachtet wird. Insgesamt scheint das Nokia jedoch noch einen leichten Vorsprung zu behalten. Wohlgemerkt, wir sprechen hier nicht von der maximalen Auflösung der EOS 70D, die sie im RAW-Format und mit ordentlichen Objektiven zu leisten im Stande ist. Das iPhone 5 und auch Samsung Galaxy Note 2 fallen hingegen von der Auflösung ab und erreichen nicht die Qualität der beiden anderen Testkandidaten. Subjektiv betrachtet liegen sie aber nicht sehr weit weg, man muss schon genauer und kritisch bei 100%-Bildschirmansicht die Details begutachten. Ein flüchtigerer Blick würde hier kaum Unterschiede erkennen.

angeglichen: bei Skalierung der Handy-Bilder auf die Grösse der EOS 70D (20 Megapixel) zeigt das Nokia im Detail - über alle Bildbereiche beurteilt - noch einen minimalen Vorsprung gegenüber der 70D. Das iPhone 5 und auch das Samsung Note 2 zeigen hier mit ihren realen 8 Megapixel-Bildern zwar etwas diffusere Ergebnisse, subjektiv beurteilt fallen sie aber nicht sehr weit ab. Die Farbsäume der EOS 70D-JPEG-Bilder liessen sich leicht korrigieren, wir haben sie aber "out of the Box" so belassen.


Im Labor liegt das Nokia knapp vorne

Jetzt nehmen wir die Modelle ins Labor und untersuchen die Linienauflsöung im Standard-Verfahren. Unsere Profi-Testsoftware bescheinigt dem Nokia eine Auflösung von bis zu 3.261 Linien in der Bildhöhe. Maximal wären 5.360 möglich, sie erreicht also immerhin im Bildzentrum 61% des möglichen Wertes, allerdings nutzt sie dabei eine starke, kamerainterne Überschärfung. Korrigiert ergeben sich 2.711 Linien im Maximum und damit nur - aber immerhin - 50% der nominellen Auflösung. Im erweiteren Zentrum wird sie dann mit 2.213 und im Randbereich mit 1.750 Linien schwächer. Durchschnittlich erreicht das Nokia damit 2.222 Linien. Das iPhone bringt es im Maximum auf 1.772 und durchschnittlich auf 1.569 Linien. Auch das Samsung Note 2 ähnelt dem iPhone-Wert, maximal 1.627 und durchschnittlich 1.570 Linien liegen praktisch auf demselben Auflösungsniveau. Die EOS 70D schafft hingegen mit dem Setobjektiv bei Offenblende (Weitwinkel) maximal 2.056 und durchschnittlich 1.969 Linien. Gewinner ist das Nokia beim Auflösungstest, die Bildergebnisse sind allerdings mit einem starken Farbstich versetzt, der auch - in milderer Form - am Samsung, nicht jedoch am iPhone bzw. der 70D auftritt. Auch wenn die 70D messtechnisch dem Nokia unterlegen ist, wirken die 100%-Briefmarkenabschnitte subjektiv dennoch qualitativ insgesamt überzeugender.

Labormessung: Im Bildzentrum zeigt das Nokia Lumix 1020 die beste Detailauflösung, während sie im Randbereich z.B. gegenüber der 70D deutlich nachlässt. Über alle Abschnitte betrachtet, gewinnt das Nokia zwar den messtechnischen Auflösungstest, an der 70D wirken sie subjektiv jedoch in der Summe klarer.

 

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Nokia APP-Steuerung

App-Logik: Das Nokia bietet keine klassischen Programme, sondern verschiedene Parameterkonstellationen. Solange der Wert auf Auto steht, greift eine vollautomatische Logik. Steht der Wert für ISO abweichend von Auto z.B. auf 3.200, dann wählt das Nokia selbständig einen dazu passenden Zeitwert, solange dort Auto hinterlegt wurde.

Wird sowohl ISO als auch Zeit vorgegeben, dann wird damit die Logik des Programm M nachgestellt. Ob es zu einer Unter- oder Überbelichtung kommt, lässt sich nicht im Livebild ablesen, jedoch zeigt ein Hinweis unter "+-", ob mit einer korrekten Belichtung zu rechnen ist.

Die vorinstallierte App "Nokia Pro Cam" bietet Korrekturmöglichkeiten für die mittlere Belichtung (+-3EV) sowie benutzerdefinierte Werte für ISO (100 - 4.000), Zeitwerte (1/16.000 - 4s) sowie Änderungen des Weissabgleichs. Im Livebild wird jedoch nur der Weissabgleich und die Belichtungskorrektur angezeigt. Parametereinstellungen für die Belichtungszeit bzw. den ISO-Wert sind nicht erkennbar. Damit wirft einen das Nokia teils in analoge Zeiten zurück, wo externe Belichtungsmesser nötiger waren. Auswirkungen der Parameter können nurnoch in der Bildwiedergabe nachträglich kontrolliert werden, was auch mühsam ist, weil der Speichervorgang allein schon 4 Sekunden benötigt.

Der Autofokus-Betrieb lässt sich erfreulicherweise abschalten, so dass sich Motive von 15cm bis unendlich mit einem Schieberegler manuell fokussieren lassen. Leider kann man sich hier nicht ins Livebild einzoomen, so dass sich die Schärfeebene kaum gezielt auf dem 4,5''-Monitor abpassen lässt. Von einer Steuerungsmöglichkeit auf DSLR-Niveau kann also kaum die Rede sein. Immerhin bietet das Nokia aber gegenüber anderen Smartgeräten erweiterte Eingriffsmöglichkeiten.

Die vom Hersteller als verlustfrei beworbene 3x-Zoomfunktion kann uns allerdings nicht überzeugen. Man erreicht sie ausserhalb des manuellen Fokusbetriebs via Einspreizgeste. Sie greift zwar auf das Original-Bildmaterial der 32 Megapixel-Bildversion (in 16:9) zurück und generiert daraus einen Beschnitt, da aber die 100%-Ansicht der High Resolution-Version bereits schwammig und unscharf ausfällt, gilt das gleiche auch für das gecroppte Zoomergebnis, das ausschliesslich auch nur mit 5 Megapixel vorliegt.

Schnappschüsse bei wenig Licht? Fehlanzeige, zwar kann das Nokia bis ISO 4.000 manuell hochgedreht werden, aber in der Automatik nutzt sie höchstens ISO 800. Da werden Motive in der blauen Stunde nicht etwa stimmungsvoll sondern schlicht viel zu dunkel abgelichtet. Uns sind auch bei wenig Licht einige Motive unnötigerweise verwackelt, weil ISO 800 einfach nicht ausgereicht haben.

Im Menü ist auch ein zweisekündiger Selbstauslöser vorhanden sowie automatische Reihenbelichtungen mit 3 (bis +-2EV Spreizwert) sowie 5 (insgesamt +-3EV) Belichtungen. Die Pausen zwischen den automatisch ausgelösten Einzelbildern ist mit 4 Sekunden wegen des unmittelbaren Speichervorgangs sehr lang. Für Freihand-HDR braucht man dann schon ein gutes, externes HDR-Programm, das Ausschnittsverschiebungen sauber korrigieren kann. Motivbewegungen etwa durch im Wind wehende Blätter, sich bewegende Personen etc. verbleiben jedoch regelmässig als Bildfehler eben auch wegen der langen Pausen zwischen den Einzelaufnahmen.

Nokia Pro Cam-App: Weissabgleich und mittlere Belichtung lassen sich anpassen und werden im Livebild simuliert. Auch der ISO-Wert und die Belichtungszeit kann manuell verändert werden, eine Vorschau im Livebild wird hingegen nicht geboten. Letzteres verhindert vorhersehbare Bildergebnisse, man muss hier idR im Trial- und Error-Verfahren über die Bildwiedergabe mühsam die gewünschte Helligkeit ermitteln.

 

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Praxis im Nahbereich

Für uns ist der erwähnte Nahbereich wichtig, um Eyecatcher gezielt im Vordergrund festzuhalten. Nähert man sich entsprechend an, dann zeigen auch die kleinen Smartgeräte-Bildsensoren eine Schärfe-Unschärfe-Relation, wie man sie aus der DSLR-Welt auch auf grössere Distanzen kennt. Wegen fehlender Livebild-Zoomfunktion am Nokia müssen wir auch an diesem Handy auf den Autofokusbetrieb ausweichen. Als Motiv wählen wir recht grosse Waldpilze.

Das iPhone fokussiert hier beharrlich und regelmässig stets im Hintergrund, obwohl das Livebild eine saubere Fokussierung anzeigt. Offenbar wird nach dem Auslösen eine Neujustierung vorgenommen und die im Hintergrund kontrastreicheren Baumstämme präferiert. Am Samsung Note 2 gelingen etwa 50% der Nahbereichsfokussierungen, die Hälfte wird scharf, der Rest zeigt den unerwünschten Fokus im Hintergrund. Gleiches gilt für das Nokia, bei dem nur etwa jede zweite Aufnahme wunschgemäss fokussiert. Nur an der Canon DSLR gelingen praktisch alle Nahbereichsfokussierungen sauber, die wir per Fingertouch am Monitor auslösen.

Erwähnt sei allerdings, dass auch die Smartgeräte im Nahbereich fokussieren können, wenn der Hintergrund nicht oder nur schwach kontrastiert - doch oft kann man sich das in der Praxis dann ja leider nicht aussuchen. Vermeintlich sauber eingefangene Nahbereichs-Eyecatcher fallen später bei der genaueren Bildkontrolle vielfach wegen Fehlfokussierung enttäuschend aus.

 

 

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Fazit


Handy ja, aber.. nur für die DSLR-Fernsteuerung. Dafür braucht man aber ein Android- oder ein iOS-Smartgerät. Unter Windows Phone gibt es dafür leider noch keine Apps wie etwa die geniale Android-App DSLR-Controller für Canon DSLR. Mit der Fotofunktion kann ich auch am Nokia Lumia 1020 kaum mehr als Schnappschüsse machen, da nehme ich lieber eine Extrakamera mit, ansonsten reichen mir für spontane Gelegenheitsaufnahmen eben auch herkömmliche Fotohandy-Funktionen mit 8 Megapixel.

Fehlende Parametersimulation im Livebild, nicht vorhandene Zoommöglichkeiten im manuellen Fokusbetrieb und eine insgesamt viel zu langsame Auslösefrequenz von einem Bild alle 4 Sekunden lassen am Nokia an Komfort zu wünschen übrig. Wir sehen hier keine wirkliche Alternative zu spezialisierten Kameras. Sogar Kompaktkameras bieten hier oft mehr Einstellmöglichkeiten, eine höhere Geschwindigkeit und oft auch Zoommöglichkeiten ins Livebild nebst Parameter-Vorschau. Die 38 Megapixel des Lumia 1020 schrumpfen tatsächlich auf 41% und damit auf eine reale Auflösung von durchschnittlich rund 16 Megapixel. Die bekommt man dann aber im lichtstarken Weitwinkelbereich angeliefert, was selbst für DSLR schon ein guter Wert wäre.

Da bei Smartgeräten und eben auch dem Nokia ein RAW-Format fehlt, sind nachträglich Korrektureingriffe in die JPEG-Aufnahmen stark verlustbehaftet. Unnötig scheint am Nokia auch die übergrosse JPEG-Datei, die meist um 12 - 13 Megabyte liegt. Hätte der Hersteller sich doch einfach auf nominell 20 Megapixel beschränkt, müsste die Auflösung nicht schlechter sein aber die Dateien wären erheblich kleiner geblieben. Farbstiche bei neutralen Motiven sind am Nokia zudem stark ausgeprägt, was bei gut durchmischten Aufnahmesituationen kaum auffällt, zeigte sich unter farbneutralen Fotolampen an weissen Flächen: zum Rand wird das Motiv deutlich erkennbar magenta- und in der Mitte cyanstichig. Für Reproaufnahmen ein schwer lösbares Problem, das auch nachträglich kaum korrigierbar ist.

Wer in der Smartgerätewelt bleiben möchte und hier eine hohe Fotoauflösung nutzen will, ist mit dem Lumia 1020 sicherlich gut bedient - vorausgesetzt man kann sich mit dem Betriebssystem Windows Phone arrangieren. Noch fehlen allerdings viele speziellere Apps, die man unter Android bzw. iOS z.B. zur Drahtlossteuerung einer DSLR findet. Für uns ist das Nokia jedoch weder eine ernsthafte, schlanke Alternative zu einer DSLR, noch zu einer spiegellosen Systemkamera. Nicht nur wegen der eingeschränkten App-Funktionen sondern auch, weil die Touchscreenbedienung frickelig sein kann. Wehe man vertippt sich aus Versehen, trifft nicht die Mini-Steuerelemente oder verdeckt mit der Hand ungewollt das Objektiv. Da wird das Handling unnötig filigran, auch wenn man immerhin eine Hardware-Taste als Auslöser nutzen kann.

Ein Sucher fehlt ausserdem; der wird auch bei Sonneneinstrahlung - egal ob optisch oder elektronisch - zur Pflicht, um Displayspiegelungen zu umgehen und das Motiv noch erkennen zu können. Abblenden ist mit Smartgeräten ebenfalls nicht möglich. Gezielte Schärfe-Unschärfenverhältnisse können auf konstante Distanzen daher nicht umgesetzt werden. Die eingebauten Blitzgeräte in den Handys leuchten zudem z.B. in Gegenlichtsituationen nur den unmittelbaren Nahbereich aus, das reicht oft nicht, ausserdem wirkt dann die Bildabstimmung meist unnatürlich.

Die Fotofunktion eines Smartgeräts ist eben noch immer kein auch nur annähernd vollwertiger Ersatz für eine Kamera sondern taugt regelmässig wenig mehr als für simple Schnappschüsse mit entsprechend hoher Ausschussrate. Daran ändert auch das Nokia Lumia 1020 leider kaum etwas.

 

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100%-Bildbeispiele vom Nokia Lumia 1020 (High Resolution - nur für Mitglieder)



 

 

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Video-Demo


Hier gehts zum ausführlichen Traumflieger Demo-Video der Nokia Lumia 1020-Fotofunktionen

 

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Weiterführende Links


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Dieser Report wurde am Freitag, 20. September 2013 erstellt und zuletzt am Montag, 23. September 2013 bearbeitet.

Leserkommentare:


Autor: Anonym 19.01.2014 - 08:48:43
Bewertung des Reports: 4 von 5 Sternen!
Hallo, seit kurzem speichert das Lumia 1020 die Bilder auch als DNG. Könntet Ihr das Bitte in die Bewertung mit aufnehmen? Wie ist die Qualität nun zu beurteilen? Danke und Grüße

3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Anonym 01.01.2014 - 12:54:24
Bewertung des Reports: 5 von 5 Sternen!
Nur braucht man für fotografische Notizen keinen 700¤-Boliden, da tuts auch das einfache Android-Gerät mit 8MP für 200 oder weniger. So halt ichs ja auch bei meiner Oldierestauration, wenn ich was aufzeichnen muss, aber die Kompaktknipse grad vergessen hab.

0 von 0 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Karl 08.11.2013 - 06:44:29
Bewertung des Reports: 4 von 5 Sternen!
Auch wenn die Bilder der D70 besser sind, der Abstand zum Handy ist doch relativ klein. Für fotographische Notizen reicht das Handy allemal aus. Zumal wenn man die BQ im Verhältnis zur Größe der Kamera betrachtet. Hier ist das Handy unschlagbar.

4 von 9 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

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