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Gebrauchtkamera-Studie: Kleine Modelle gewinnen deutlich an Wert

Gebrauchtkamera-Studie: Kleine Modelle gewinnen deutlich an Wert

Eine MPB-Auswertung zu europäischen Ankaufspreisen zeigt eine ungewöhnliche Entwicklung auf dem Gebrauchtmarkt: Kleine Kameras werden vielfach höher bewertet als noch vor fünf Jahren. Besonders Kompaktmodelle sowie einzelne sehr kompakte Systemkameras heben sich ab, während die Medianwerte bei DSLRs und spiegellosen Gehäusen insgesamt deutlich zurückgehen.

Inhalt 4 Abschnitte
  1. Was ist neu?
  2. Die Details
  3. Preis und Verfügbarkeit
  4. Einordnung

Was ist neu?

  • 39 von 50 betrachteten Kompaktkameras erzielten im Oktober 2026 einen höheren Basisankaufspreis als im Oktober 2021.
  • Der mittlere modellbezogene Preisanstieg bei Kompaktkameras beträgt 24 Prozent.
  • Bei 107 spiegellosen Kameragehäusen liegt der Median dagegen 22 Prozent unter dem Wert von 2021.
  • DSLR-Gehäuse entwickeln sich noch schwächer: Nur 3 von 108 Modellen steigen, der Median fällt um 34 Prozent.
  • Von allen 883 einbezogenen Kamera- und Objektivmodellen legen 127 Modelle zu, was rund 14 Prozent entspricht.

Die Details

Kompaktkameras heben sich vom Gesamtmarkt ab

Die Untersuchung vergleicht europäische Basisankaufspreise von 883 Kamera- und Objektivmodellen an zwei Terminen: dem 16. Oktober 2021 und dem 16. Oktober 2026. Innerhalb der Kamera-Kategorien zeigen vor allem kleine Modelle eine auffällige Entwicklung.

Bei den Kompaktkameras untersucht MPB 50 Modelle. 39 davon liegen 2026 über ihrem Ausgangswert von fünf Jahren zuvor. Das sind 78 Prozent; der Median der Preisveränderungen erreicht plus 24 Prozent.

Zur Kompaktkamera-Gruppe rechnet MPB nicht nur klassische Kompakt- und Reisekameras, sondern auch ausgewählte Bridgekameras. Die Preiszuwächse betreffen zwar lediglich einen kleineren Teil aller untersuchten Fotoausrüstungen, bei kompakten Kameras treten sie jedoch besonders häufig auf.

Spiegellose und DSLR-Gehäuse im Median rückläufig

Der breite Markt für spiegellose Kameragehäuse entwickelt sich anders. Von 107 einbezogenen Modellen weisen 33 im Oktober 2026 einen höheren Ankaufspreis auf als 2021. Dennoch ergibt sich über sämtliche berücksichtigten spiegellosen Gehäuse ein Medianrückgang von 22 Prozent.

Bei digitalen Spiegelreflexkameras fällt die Bilanz noch deutlicher negativ aus. Nur 3 von 108 DSLR-Modellen steigen im Wert, was rund 3 Prozent entspricht. Der Median der Preisveränderung liegt in dieser Gruppe bei minus 34 Prozent.

Damit können einzelne kleinere und ältere spiegellose Kameras deutlich von ihrer gesamten Geräteklasse abweichen. Einige Modelle gewinnen stark, obwohl der Median aller 107 untersuchten spiegellosen Gehäuse um 22 Prozent nachgibt.

Diese Kameras steigen besonders stark

Den größten prozentualen Sprung der gesamten Auswertung erzielt die Canon PowerShot G12 von 2010. Für ein Gerät im Zustand „Wie neu“ erhöht sich der europäische Basisankaufspreis von 95 Euro auf 400 Euro. Das entspricht einem Plus von 321 Prozent.

Neben mehreren Kompaktkameras fallen auch besonders kleine spiegellose Modelle auf. Dazu gehören Fujifilm X-M1, Olympus PEN E-PL3 sowie Panasonic Lumix DMC-GM1 und DMC-GM5.

  • Canon PowerShot G12: von 95 Euro auf 400 Euro, Veränderung +321 Prozent.
  • Fujifilm X-M1: von 88 Euro auf 230 Euro, Veränderung +161 Prozent.
  • Olympus PEN E-PL3: von 37 Euro auf 95 Euro, Veränderung +157 Prozent.
  • Panasonic Lumix DMC-GM5: von 180 Euro auf 435 Euro, Veränderung +142 Prozent.
  • Canon PowerShot G7 X Mark II: von 285 Euro auf 665 Euro, Veränderung +133 Prozent.
  • Canon PowerShot G7 X: von 215 Euro auf 490 Euro, Veränderung +128 Prozent.
  • Panasonic Lumix DMC-GM1: von 110 Euro auf 250 Euro, Veränderung +127 Prozent.

Unter den 25 Modellen mit den höchsten prozentualen Zuwächsen befinden sich 17 Kameras aus der MPB-Kategorie Kompaktkameras, darunter eine Bridgekamera. Die übrigen acht Geräte sind spiegellose Kameragehäuse.

Canon stellt in dieser Spitzengruppe acht Modelle. Fujifilm und Panasonic kommen jeweils auf sechs Modelle, Olympus und Sony auf jeweils zwei. Ricoh ist mit einem Modell vertreten.

Preis und Verfügbarkeit

Die genannten Werte sind europäische Basisankaufspreise für Ausrüstung im Zustand „Wie neu“ und beziehen sich auf den Vergleich vom 16. Oktober 2021 mit dem 16. Oktober 2026. Es handelt sich nicht um Jahresdurchschnittswerte und auch nicht um durchschnittlich tatsächlich ausgezahlte Ankaufspreise.

In die Auswertung flossen ausschließlich Modelle ein, für die an beiden Stichtagen ein gültiger Basisankaufspreis vorlag. Der Startwert musste mindestens 10 Euro betragen. Zusätzlich mussten in den jeweils betrachteten zwölf Monaten mindestens zehn Exemplare eines Modells an MPB verkauft worden sein; Stückzahlen von Konten mit auffälligen Aktivitäten blieben dabei unberücksichtigt.

Für jede Kategorie wurde der Median der Preisverhältnisse der aufgenommenen Modelle ermittelt. Die Zahlen sind somit weder nach Verkaufsstückzahlen gewichtete Mittelwerte noch ein Preisindex für den gesamten Markt gebrauchter Fotoausrüstung.

Da einheitliche europäische Basispreise verwendet wurden, lassen sich daraus keine Unterschiede zwischen einzelnen Ländern ableiten. Die Preise können sich ändern; ein konkretes Angebot hängt außerdem vom Zustand und der Prüfung des jeweiligen Geräts ab. Eine Anpassung an die Inflation wurde nicht vorgenommen.

Einordnung

Für Fotografen zeigt die Auswertung, dass geringe Baugröße und bestimmte ältere Modelle auf dem Gebrauchtmarkt eine Sonderrolle einnehmen können. MPB-Gründer und Geschäftsführer Matt Barker verbindet die längere Nutzung vorhandener Ausrüstung mit einem kreislauforientierten Geschäftsmodell: Der An- und Verkauf sowie die Inzahlungnahme von Fotoausrüstung sollen nach seiner Darstellung zugleich Nutzern und Umwelt zugutekommen.

MPB wurde 2011 von Matt Barker gegründet und hat seinen Hauptsitz in Brighton. Das Unternehmen unterhält Standorte in Brighton, Berlin und Brooklyn. Anders als ein Marktplatz kauft MPB Foto- und Videoausrüstung direkt von ihren Besitzern an, prüft sie, bewertet ihren Zustand und legt den Preis fest. Auch die angebotenen Kameras und Objektive werden geprüft und einzeln fotografiert. Nach Unternehmensangaben gelangen pro Jahr deutlich mehr als 600.000 Ausrüstungsstücke wieder in den Kreislauf.

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