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Die Canon EOS 400D im Praxisvergleich mit der EOS 350D und EOS 30D TEIL 3 – Sensorreinigun



Die Canon EOS 400D

im Praxisvergleich mit der EOS 350D und EOS 30D


TEIL 3 –
Sensorreinigung, Autofokus, Serienbilder

ein Report von
Stefan Gross


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Sensorreinigung
Autofokus
Serienbilder
Kartengeschwindigkeit
Farbwiedergabe
Sound
Akku
Zwischenfazit


Sensor-Reinigung

Den hauptsächlich
beim Objektivwechsel entstehenden Sensor-Verunreinigungen hat Canon erstmals an
der EOS 400D mit einer ganzen Reihe von Massnahmen den Kampf angesagt.
Kernelement ist hierbei eine bewegliche, antistatische Filterschicht vor dem Bildsensor, die
mittels eines

piezoelektrischen
Elements in hochfrequente Schwingungen versetzt wird und so zumindest
locker sitzende Staubpartikel
abschütteln soll.

Canon nutzt den standardmässig verwendeten Infrarotsperr- und
Tiefpassfilter und kommt somit ohne zusätzliche, die optische Qualität
reduzierende Komponenten aus. Zusätzlich sollen durch abriebfestere Materialen
im Gehäuseinneren bzw. beim Gehäuseschutzdeckel Schmutzpartikel minimiert
werden. Das

bei Bedarf
abschaltbare Procedere der automatischen Reinigung wird
beim Ein- bzw. Ausschalten der Kamera durchgeführt und nimmt knapp eine Sekunde
in Anspruch. Spontanaufnahmen sind trotz aktiver Reinigungsfunktion dennoch
möglich: Wird der Auslöser unmittelbar nach dem Einschalten der Kamera gedrückt,
dann lässt sich die 400D sofort auslösen, ohne dass der Reinigungsprozess
gestartet wird.


Software-Cleaning

Gegen stärkere
Verunreinigungen, die sich üblicherweise nur mittels einer manuellen

Feuchtreinigung
beseitigen lassen,  bietet die EOS 400D zumindest eine
softwaregesteuerte Hilfe: Im neuen Menüpunkt „Staublöschungsdaten“ kann eine
Blaupause der Verunreinigung anhand einer neutralen Fläche aufgezeichnet und
nachträglich mit der im Lieferumfang enthaltenen Software aus den Bilddateien
herausgerechnet werden.


Reinigungs-Experiment

Uns interessierte,
wie gut Canons Doppeltstrategie in der Praxis funktioniert. Dafür haben wir dem
Sensor der EOS 400D eine ordentliche Portion Hausstaub spendiert und die
automatische Sensorreinigung sowie die softwaregesteuerte Lösung erprobt.
Nachfolgend eine Dokumentation:

Step 1
wir bringen eine nicht zu knappe Ladung
Staub auf den Sensor der 400D auf

Step 2
und machen anschliessend ein Testfoto
an
einer neutralen Fläche mit hoher Blendenzahl

Step 3
die automatische Sensor-Reinigung wird
gestartet und dreimal wiederholt

Step 4
erneut wird ein Testfoto aufgenommen – nicht ganz clean, aber deutlich
weniger Staubflecken

Step 5
wir starten den Menüpunkt Staublöschungsdaten und führen die im Handbuch
auf S. 112 beschriebenen Schritte durch

Step 6
ein Motiv wird aufgenommen; die gröberen Staubpartikel (s. Step 4) sind
weiterhin zu erkennen

Step 7
Im Men Extras von Digital Photo Professional wird das Stempel-Werkzeug
und anschliessend „Staublöschungsdaten anwenden“ angewählt

Step 8
wir begutachten das Ergebnis und stellen fest, das einige aber nicht alle
Flecken erkannt und entfernt wurden

Canons Reinigungstechnologie in der EOS 400D macht Sinn, denn in unserem Versuch
wird ein Grossteil des Staubs entfernt bzw. nachträglich durch die Software
eliminiert. Ein hundertprozentiges Ergebnis konnten wir jedoch nicht erzielen.
Der auf dem Sensor verbliebene Reststaub liess sich übrigens weitgehend
unproblematisch mit einem Blasebalg entfernen. Im Ergebnis kann der EOS
400D-Fotograf zwar eher aber nicht ganz auf ergänzende Reinigungsutensilien wie

Blasebalg
bzw. Lösungen zur Feuchtreinigung verzichten.


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Autofokus

Anzahl und
Anordnung der Autofokusmessfelder sind an der EOS 400D der 30D angeglichen. 9
statt der bisherigen 7 Felder decken zumindest das zentrale Sucherfeld etwas
engmaschiger als an der EOS 350D ab. Das soll bei der Zielverfolgung von
Bewegtmotiven im

AI-Servo
Vorteile bringen, da das Motiv bei automatischer
Messfeldwahl an eine grössere Anzahl kompakt gruppierter Felder weitergereicht werden kann.

Die
seitlichen AF-Felder liegen an der EOS 400D/30D jedoch recht zentral, so dass
sich z.B. bei aussermittiger Kompositionen eher Mess-Probleme als an der EOS 350D
ergeben können. Unschärfen durch notwendige Verschwenkungen zumindest im
Nahbereich und bei kleiner Blendenzahl können die Folge sein.

Der zentrale

Kreuzsensor
ist – im Gegensatz zur EOS 350D – an der EOS 400D und 30D für
Objektive mit einer Anfangsblende von 2,8 und kleiner mit doppelter Genauigkeit
ausgelegt. Dieser separate Betriebsmodus des zentralen Kreuzsensors benötigt
ausreichend Licht bei der Offenblendmessung und setzt daher lichtstarke
Objektive voraus. Ob er in der Praxis reale Vorteile bringt lässt sich wohl –
ähnlich wie bei der ETTL2-Technologie – nur schwer nachweisen.


nachgemessen

Der EOS
400D-Messbereich ist lt. technischer Daten für das Autofokus-Modul um eine
Blendenstufe empfindlicher geworden und deckt jetzt  mit -0,5 –
18 EV denselben Bereich wie an der EOS 30D ab (EOS 350D 0,5 – 18 EV). Nach unserer Messung
übertrifft die Kontrasterkennung der EOS 400D die der 30D allerdings deutlich
und liegt auch im Vergleich zu anderen EOS DSLR klar mit 0,3 Blendenstufen
erforderlichem Mindestkontrast an der Spitze. Ergo: mit der 400D lässt sich der
Autofokus bei kontrastschwachen, unbewegten Motiven bzw. in halbdunklen Location
optimal nutzen und schlägt selbst Profimodelle wie die EOS 5D in dieser
Disziplin.

 


Bewegtmotive

Canon DSLR’s bieten
drei Autofokusbetriebsarten: Neben dem One-Shot für statische Motive und dem
AI-Focus für Mischsituationen findet sich der AI-Servo-Betriebsmodus, bei dem
der Autofokus permanent nachgeführt wird und der sich besonders für actionreiche
Aufnahmesituationen eignet.

Die Erkennungsrate
für den AI-Servo haben wir anhand mit rund 60 km/h fahrender Pkw jeweils am
Canon 70-200/2,8 L USM  getestet. Dabei mussten wir – wie schon
im Report
zur EOS 30D – erneut zur Kenntnis nehmen, dass die Trefferquote an der EOS 30D
mit durchschnittlich 30% an scharfen Aufnahmen recht mager ausfällt. Die EOS
350D liefert immerhin 41 % und die EOS 400D mit 58% eine vergleichsweise gute
Erkennungsrate. Wenngleich die EOS 400D von der Leistung mit durchschnittlich 3
Bildern/Sek. nicht auf dem Geschwindigkeitsniveau der 30D (5 Bilder/S.)
angesiedelt ist, so sind fast doppelt soviele Bilder im AI-Servobetrieb
verwertbar. Das relativiert die niedrigere Serienbildgeschwindigkeit zugunsten
der EOS 400D.


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Serienbilder

Die 400D verdoppelt
mit 27 Jpeg und 10 RAW-Aufnahmen gegenüber der EOS 350D die Anzahl der

verzögerungsfrei
auslösbaren Serienbilder und erreicht damit den Level der EOS 30D (30 Jpegs /
11 RAWs). Mit den 10 RAW-Aufnahmen in Serie übertrifft die 400D sogar noch nicht
allzu betagte Modelle des mittleren Preissegments wie etwa die EOS 20D (6 Raw)
und empfiehlt sich damit auch für ambitionierte Actionfotografen, die auf das
RAW-Format setzen.

Die reale
Verarbeitungsgeschwindigkeit haben wir bei ISO 800 für ein durchschnittliches
Motiv mit der Sandisk-Extreme IV, 2GB nachgemessen. Dabei bestätigten sich
Canons Angaben sowohl von der Anzahl als auch der Geschwindigkeit. Betrachtet
man einen Zeitraum von 10 Sekunden, dann werden an der EOS 400D  28 Jpeg
bzw. 14 RAW-Aufnahmen gespeichert. Damit liegt ihre Speicherleistung um rund 20%
niedriger als an der EOS 30D, übertrifft die EOS 350D jedoch um durchschnittlich
18%.


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Kartengeschwindigkeit

Nicht nur im
Serienbildmodus sondern auch im One-Shot-Betrieb kann der Fotograf ausgebremst
werden, wenn die Auslösefrequenz eine bestimmte

Mimimaldauer
unterschreitet.
Abhängig von der Kapazität des internen Speichers muss die Kamera die Datenlast
schliesslich auf die CF-Card ablegen und bietet erst nach der Zwangspause die
volle Auslöserate wieder an. Die Dauer ist dabei auch vom Speichermedium
abhängig. Wir haben daher 5 verschiedene Compact-Flash-Cards an einem durchschnittlich detaillierten Motiv getestet und
die Datenrate in Megabyte pro Sekunde ermittelt. Dabei interessierte uns auch,
ob die Kooperation Sandisks mit Canon bei der aktuellen Extreme IV Früchte
trägt:

 

Die EOS 400D
benötigt durchschnittlich 1,5 Sekunden, um eine RAW-Aufnahme auf der
Compact-Flash-Card abzulegen. Das schaffen die EOS 30D und 350D in 1,09 Sekunden
deutlich flotter, wenngleich das

Datenvolumen
ihrer RAWs um 25% kleiner als an
der 400D ausfallen. Die Unterschiede der 400D zur 30D bewegen sich jedoch in einer recht
begrenzten Bandbreite, so dass auch der EOS 400D Fotograf kaum länger auf die
volle Einsatzbereitschaft seiner Kamera warten muss.

Geht es um das
letzte Quentchen an Geschwindigkeit, dann lohnt die neue SanDisk Extreme IV,
denn sie erreicht zwar an der DSLR bei weitem nicht die vom Hersteller
angegebene, maximale Datenrate von 40MB/Sek., führt aber das Testfeld eindeutig
an. An der EOS 400D und 30D lassen sich mit ihr bei voll ausgeschöpfter
Serienbildfrequenz immerhin bis zu 3 Sekunden Pausenzeit einsparen.


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Farbwiedergabe

Der Bildprozessor

DIGIC II
werkelt in allen drei Kameras und ist u.a. für den Weissabgleich und
die Farbwiedergabe des Jpeg-Bildformats zuständig. Es mag also nicht
verwunderlich sein, dass die Modelle farbwiedergabetechnisch zueinander
identisch arbeiten. Diese Tatsache bestätigt auch Canons hohe Fertigungsqualität
und exakte Kamera-Kalibrierung.

Gravierende
Farbabweichungen zur idealen Referenz des GetragMcBeth-Colorchart konnten wir
weder beim automatischen Weissabgleich bei Tageslicht noch in
Kunstlichtsituationen feststellen, wenngleich kleinere Verschiebungen
beispielsweise im Bereich der grünen- und violetten Farbtöne und eine etwas
stärkere Sättigung zu nennen sind.

Wer den
Weissabgleich nicht dem Bildprozessor der Kamera überlassen möchte, kann
natürlich auch auf das an allen Modellen angebotene RAW-Format zurückgreifen und
beispielsweise mit dem im Lieferumfang enthaltenen Digital Photo Professional
nachträglich und verlustfrei den  Weissabgleich oder den Farbraum ändern.


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Sound

Unvergessen und für
geräuschkritische Locations durchaus problematisch ist das EOS 20D-Auslösergeräusch.
Canon hat jedoch den Schwingspiegel im Gehäuse in nachfolgenden Modellen weicher
gefedert und den Auslöse-Pegel an allen hier getesteten Kameras auf ein
verträgliches Niveau abgesenkt.

Die von der EOS
400D produzierte Geräuschkulisse ist etwa mit der EOS 30D vergleichbar,
wenngleich letztere einen satteren Grundsound erzeugt. Am dezentesten und bisher an
geringer Lautheit unerreicht ist jedoch nach wie vor das Auslösegeräusch der 350D.

Hören sich die
Auslösesounds der drei Kameras in diesem

mp3-File
(740 kb) an. Weitere Sounds zu anderen Canon-DSLR finden sich
in der

Sounds & Songs-Rubrik


Akku

Canon gibt die
Akkulaufzeit für die EOS 400D mit 500 Auslösungen an. Rund 17% weniger als für
die EOS 350D (600 Auslösungen ohne Blitzlicht bei 20 Grad). Schuld an der
geringeren Zahl dürfte der ernergieschluckende, automatisch auf dem TFT-Monitor
eingeblendete Info-Screen sein. Die EOS 30D mit ihrem rund doppelt so grossem
1.390 mAH-Akku schafft dagegen 1.100 Auslösungen.

Die Zahl der
Auslösungen ohne eingeschalteten Info-Screen (LC-Display) haben wir
timergesteuert für die 400D nachgemessen. Dazu wurde die 400D direkt mit dem
Notebook gekoppelt und mit Hilfe der Intervall-Funktion des im Lieferumfang
enthaltenen Programms „Camera Windows“ unter Verwendung des RAW-Formats
ausgelöst.

Bei einer
Umgebungstemperatur von 20 Grad hielt sie 3 Stunden und 35 Minuten durch und
löste 2.148 mal aus. Wenngleich zu berücksichtigen ist, dass weder der Autofokus
noch ein Rückschaubild zum Einsatz kamen, ist diese Auslöserate erstaunlich
hoch. Bei

realem Praxiseinsatz
konnten wir im Vergleich zur EOS 350D keine
gravierenden Leistungsunterschiede erkennen; hier lassen sich durchaus 600-700
Auslösungen erzielen. Genug Reserve, um damit rund zwei Tage zu fotografieren.


Zwischenfazit

Die EOS 400D weiss
nicht nur bei der respektablen Sensorreinigungsleistung zu überzeugen, sondern
überrascht zudem mit ausgezeichneten Werten im Autofokusbetrieb. Besonders bei
Bewegtmotiven fällt die geringere Auslösesequenz im Serienbildbetrieb gegenüber
der 30D durch die hohe Trefferquote im AI-Servo praktisch nicht ins Gewicht. In
Sachen Farbwiedergabe, Auslösegeräusch und Akkuleistung liegen die drei Modelle
nicht weit auseinander, so dass die 400D  in diesem 3. Teil des Reports
insgesamt die Nase vorn hat.


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