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home - Fototechnik - 27 Kugelköpfe im Test |
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Das an vielen Köpfen und auch als Nachrüstsatz verfügbare RC-System (idR am RC in der Bezeichnung erkenntlich) von Manfrotto ist etwas hakeliger und nimmt die Wechselplatte zudem nur in einer einzigen Position auf. Bei Wechselhalterungen der günstigen Benro-Klasse wie etwa der KS- oder der auslaufenden KJ-Serie muss die Platte seitlich eingeschoben und ein Sicherungsbolzen eingedrückt werden. In der Praxis empfanden wir dieses Handling eher umständlich; erfreulicherweise hat Benro auf den Sicherungsbolzen bei der neuen J-Serie verzichtet und ein Ansetzen der (QR-)Platte ist neuerdings auch von allen Seiten möglich. Schnellwechselplatten mit Flügelschraube wie etwa bei Manfrottos RC-System (Platte 200 PL 14) oder beim Walimex FT001 erleichtern ein Umsetzen ohne Werkzeug, um die Platte beispielsweise von der Kamera auf eine Objektivschelle zu verfrachten. |
Nützlich sind auch Platten, die sich mittels Geldstück oder Briefkastenschlüssel verschrauben lassen, um unterwegs ohne Werkzeug auszukommen (z.B. die QR-1 von Benro). Kugelköpfe der gehobenen Preisklasse wie etwa der Markins Q3 oder Benros J-Serie werden oft ohne Schnellwechselplatte ausgeliefert, daher sollte man beim Kauf an eine entsprechende Platte denken. Eine hohe Festigkeit der Schnellwechselplatten kann ein Nachsacken in Schräglage verhindern. So sackte etwa der Walimex-Kugelkopf zunächst selbst mit der kleinsten Kamera-Testauflage um 20mm nach, weil die Schnellwechselplatte nur von Hand angezogen wurde. Mit der Flachzange festgezogen konnte die Feststell-Abweichung dann auf 6mm minimiert werden. Einige Hersteller bieten auch kamerabody-spezifische Wechselplatten an, die ein Verdrehen durch einen Rahmen um die Basis der jeweils eingesetzen Kamera verhindern. Man muss bei den Vorteilen jedoch bedenken, dass mit einem neuen Kamerabody idR auch neue kameraspezifische und recht teure Schnellwechselplatten zu erwerben sind.
Die Systeme ohne Schnellwechselhalterung lassen sich nachrüsten (z.B. mit dem Novoflex Mini-Connect, dem erwähnten Manfrotto Schnellwechselsystem 323 oder QR-System von Markins, Triopo oder Benro) und sollten dann am besten mit Metallkleber (wie z.B. Uhu plus schnellfest) fixiert werden oder aber man verzichtet auf ein Schnellwechselsystem. Novoflex kommt letzterem an den Magicballs beispielsweise durch eine grosse Rändelschraube entgegen, die ein Ansetzen der Kamera fast so schnell wie an manchem Schnellwechselsystem erlaubt. Allerdings muss man die angesetzte Kamera schon etwas nachziehen, um eine vernünftige Festigkeit zu erreichen. Köpfe von Kaiser, der Cullmann Magnesit oder auch Novoflex Ball 40 müssen von Haus aus recht umständlich durch Umdrehungen der Kamera aufgeschraubt werden.

Links ohne Schnellwechsel-System wird die Kamera meist umständlich durch mehrfache Rotation um die eigene Achse aufgesetzt. Rechts wurde das Nachrüst-Schnellwechselsystem Mini-Connect (blau) von Novoflex aufgeschraubt. Die runden Platten halten i.A. recht gut in der Fassung, bei höherem, dezentralem Auflagegewicht können sie allerdings in der Schnellwechselhalterung etwas mitdrehen. Alternative mit Arca-Kompatiblität wäre z.B. das Nachrüstsystem von Triopo (siehe hier im Traumflieger-Shop).
Friktion
Eine klassische Friktion (lat.="Reibung") schränkt den Verstellweg der Feststellschraube ein und erhöht somit den Anfangswiderstand. Mit ihr verhindert man versehentliches Abkippen der angesetzten Kamera bei gelockerter Feststellschraube. Viele Köpfe bieten aber auch eine Pseudo-Friktion an, bei der einfach eine zweite Feststellschraube die Kugelkopf-Position vorfixiert. Ein Nachteil solcher Pseudofriktionen ist die steigende Anzahl von augenfälligen und in der Praxis irritierenden Bedienelementen.
Eine Friktion gehört mittlerweile zum Standard und wird an der Mehrzahl der getesteten Köpfe geboten. Bei einigen Köpfen - etwa beim Kaiser 6011, Bilora PerfectPro, Cullmann Magnesit oder Benro KS-1 - ist die separate Friktionsschraube allerdings fast so gross wie der wichtigere Feststellknopf, so dass es in der Praxis schnell zu nervigen Verwechslungen kommen kann. Rekordhalter ist der FLM-Kugelkopf 38, der neben einer separaten Friktions-Schraube mit weiteren vier auffälligen Bedienelementen daherkommt und deren routinemässige Anwendung schon eine Einarbeitungszeit voraussetzt. Am besten haben uns die dezenten, in den Feststellknopf eingelassenen Friktionsschrauben beim Arca Swiss, der neuen Benro J-Serie, Markins Q3 (auch M10, M20) oder auch beim Novoflex Magic Ball 50 gefallen.

Links der FLM-Kugelkopf verfügt über eine separate Friktionsschraube. Mit 5 Bedienschrauben ist er reichhaltig ausgestattet. Trotz vorbildlicher Beschriftung können allerdings so viele Buttons einer intuitiven Bedienung im Wege stehen. Rechts beim Benro ist die Friktion in den Hauptfeststell-Button eingelassen. Sie wird einfach mit dem Daumen gedreht und ist angenehm dezent.
Panorama-Platte
Um Schwenks in der horizontalen Ebene - ohne die Kugel aus ihrer Haltepostion zu lösen - zu ermöglichen, bieten eine Reihe von Köpfen eine Panoramaplatte an. Dieses Feature ähnelt im Prinzip dem dritten Weg bei Dreiwegeneigern und macht horizontal ausgerichtete Panoramaaufnahmen an den Kugelköpfen erst möglich. Zumindest dann, wenn sie über eine eigene Feststellschraube verfügen, wie dies etwa bei den vorgestellten Benro-, Kaiser-, Markins- Kirk-, Triopo und Arca-Swiss-Köpfen der Fall ist. Drehplatten ohne separaten Feststellknopf erleichtern immerhin beidseitige Schwenks ins Hochformat.
Allein der FLM-Kopf verfügt mit dem optionalen PRS-System über hör- und fühlbare Rasterschritte, so dass Panoramen einfach nach Gehör durchgeführt werden können (z.B. 3 Rasterklicks = ein Ausschnitt). Gänzlich ohne Drehplatte werden die MagicBalls und der Pistolengriff Manfrotto 323 RC2 gefertigt. Hier muss man ggf. das Stativ umständlicher umdrehen oder auf eine nicht immer vorhandene, drehbare Stativmittelsäule zurückgreifen.
Panoramaplatten mit separater Feststellschraube halten den Kopf in seiner Fixierung. So werden horizontale Schwenks möglich, ohne die Ausrichtung zu verlieren. Nützlich für die Horizontalausrichtung sind teils in die Köpfe integrierte Wasserwaagen (Libellen). Das Stativ muss jedoch seinerseits ergänzend über eine Libelle ausgerichtet werden, damit der Kopf nicht nach dem Schwenk in Schräglage gerät. Im Bild der Kirk BH3.
Feeling
Nicht zuletzt steigert eine wertige Verarbeitung durch einen geschmeidigen und geräuschlosen Kopf, sanfte Einstellbuttons und gut abgestimmt Komponenten die Freude am Kugelkopf. Leider sind teilweise Plastik-Schrauben, quietschende Kugeln oder wackelige Panoramaplatten anzutreffen, auf die wir in den Einzelvorstellungen auf den nächsten Seiten näher eingehen.
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