37 Kugelköpfe im Traumflieger-Test

überarbeitet im April 2014 (+1 Kopf)
überarbeitet im Mai 2012 (+4 Köpfe)
überarbeitet im Juli 2011 (+6 Köpfe)
überarbeitet im Jan 2010 (+3 Köpfe)
überarbeitet im Nov 2009 (+2 Köpfe)

überarbeitet im Mai 2009 (neues Wertungssystem/+2 Köpfe)


ein Traumflieger-Report / Stand April 2014

 

Zwischen Stativ und Kamera sitzt der Kopf, der mit seinen Fähigkeiten die Aufnahme entscheidend beeinflussen kann. Ist er leicht und klein, dann wird er zum angenehmen Reisepartner, hält er Kamera und Objektiv zuverlässig in der gewünschten Position, ist sein Zweck erfüllt. Eine geschmeidige Bedienung,  reichhaltige Ausstattung und hochwertige Werkstoffe wären zudem wünschenswert. Wir zeigen, welche Kugelköpfe diesen Ansprüchen gerecht werden.

Neben den zwei- und Dreiwege-Neigern bietet der Markt  eine deutlich grössere Auswahl an Kugelköpfen. Letztere haben geringere Platzansprüche, sind durch 3D-Funktion sehr schnell eingestellt und daher entsprechend beliebt. Idealerweise sollten die Kugelköpfe auch schwere Teleobjektive und Kameras mit Batteriegriff zuverlässig halten, ohne nachzusacken.

Wir haben 37 Kugelköpfe von 35 bis über 400 Euro auf ihre Qualitäten getestet. Darunter angesagte Köpfe von Arca-Swiss, Benro, Feisol, Sirui, RRS, Markins, Manfrotto, Novoflex, Gitzo und weitere.

Tragfähigkeit

Glaubt man den Herstellerangaben, dann tragen selbst kleinere Kugelköpfe idR wenigstens 4 Kilogramm. Genug, um selbst ein 300mm/2,8-Teleobjektiv und eine Profikamera zu halten. Diese Angaben treffen auch zu, wenn man den Kugelkopf in aufrechter Position oder einen extrem kleinen Lasten-Abstand mit geringer Hebelwirkung zugrundelegt. In angeschrägter Position mit angesetztem Equipment halten jedoch nur wenige ihr Versprechen und viele sacken selbst bei stark angezogenem Feststellhebel vollständig ab.

Die untersuchten 37 (+1) Kugelköpfe sollten lt. Herstellerangaben summiert rund 530 KG halten, schafften in unserem Test in der belastenden Schräglage jedoch mit insgesamt 225 KG nichteinmal die Hälfte des versprochenen Gewichts. Immerhin hielten alle Köpfe die kleinste Testkonfiguration mit einem 70-200/4,0 Teleobjektiv und der EOS 450D.

An der zweiten Testkonfiguration mit der EOS 40D und einem 70-200mm/2,8 Teleobjektiv + angesetztem Kompaktblitzgerät (Auflagegewicht 2,8 KG) scheiterten bereits 7 Köpfe. Obwohl noch immer unterhalb sämtlicher Herstellerangaben von 4 - 55 KG hielten letztlich nur 20 Köpfe das Gewicht von 3,9 KG unserer dritten Testkonfiguration mit der EOS 1D Mark III + Canon 300mm/2,8 L IS USM. Allerdings sackten hier einige Kugelköpfe nach dem Feststellen gemütlich um bis zu 2,5cm nach und hätten somit ein unscharfes Bild bei längerer Belichtungszeit erzeugt.

Nicht nur im Telebereich sondern auch der Makrobereich kann schnell mit Einstellschlitten und Makroblitz ein entsprechendes Gewicht einfordern, so dass letztlich nur rund die Hälfte der Köpfe allen gängigen Anforderungen der Kleinbildfotografie gerecht wurden. Wir haben bei der Auswahl der Testköpfe allerdings auf Mobilität geachtet und eine Eigengewichtsobergrenze bis maximal 660 gr angesetzt (Ausnahme mangels Alternative: der 840gr-Action-Griff von Walimex und der aufgrund vieler Anfragen neu aufgenommene RRS BH-55 mit 900gr). 

Verwackler-Test

Neben dem Nachsack-Test wurde die Dämpfung von Erschütterungen gemessen. Hier wurde ohne Spiegelvorauslösung mit einem 300mm-Teleobjektiv in der besonders kritischen Belichtungszeit von 1/15 Sekunde getestet, wie stark die Verwackler ausfallen. Je stärker die Aufnahme verwackelte, umso geringer fällt die Dämpfung des Kopfs aus. Solche Erschütterungen können nicht nur durch den internen Spiegelschlag entstehen sondern beispielsweise auch durch eine kleine Windboe oder beim Bedienen des Kameraauslösers verursacht werden. Von den 37 Köpfen überzeugte in dieser Disziplin - neben sechs weiteren Köpfen - vor allem der Manfrotto 468 MG RC4, Arca-Swiss Monoball Z1, RRS BH-55 sowie der Sirui K20x.

Schnellwechsel-System

Um die Kamera zum Transport schnell ab- und später wieder anzusetzen, verfügt die Mehrzahl der Köpfe über eine integrierte Schnellwechselhalterung. Diese nimmt eine unter der Kamera aufgeschraubte Wechselplatte auf und wird entweder mittels Klipp- oder Schraubschluss eingekeilt.  Klippverschlüsse sind schneller im Handling aber oft recht hakelig, denn die Platte muss schon sehr exakt positioniert sein, um ohne Nachruckeln den Klipp komplett verschliessen zu können. Hier bevorzugen wir - ganz im Gegensatz zu Stativen - Schraubsysteme wie sie etwa die arca-kompatiblen Benro-Köpfe, Feisol, Triopo, Sirui, Kirk oder der Markins-Kopf bietet.

Das an vielen Köpfen und auch als Nachrüstsatz verfügbare RC2-System (idR am RC in der Bezeichnung erkenntlich) von Manfrotto ist etwas hakeliger und nimmt die Wechselplatte zudem nur in einer einzigen Position auf. Bei Wechselhalterungen der günstigen Benro-Klasse wie etwa der KS- oder der auslaufenden KJ-Serie muss die Platte seitlich eingeschoben und ein Sicherungsbolzen eingedrückt werden. In der Praxis empfanden wir dieses Handling eher umständlich; erfreulicherweise hat Benro auf den Sicherungsbolzen bei den neuen Köpfen (B2) verzichtet und ein Ansetzen der (QR-)Platte ist neuerdings auch von allen Seiten möglich. Dies gilt auch für die Sirui-Köpfe, die man ebenfalls nicht nur seitlich sondern auch von oben benutzen kann.

Schnellwechselplatten mit Flügelschraube wie etwa bei Manfrottos RC-System (Platte 200 PL 14), an den Sirui-Köpfen oder beim Walimex FT001  erleichtern ein Umsetzen ohne Werkzeug, um die Platte beispielsweise von der Kamera auf eine Objektivschelle zu verfrachten.

Nützlich sind auch Platten, die sich mittels Geldstück oder Briefkastenschlüssel verschrauben lassen, um unterwegs ohne Werkzeug auszukommen (z.B. die QR-1 von Benro).  Kugelköpfe der gehobenen Preisklasse wie etwa der Markins Q3 werden oft ohne Schnellwechselplatte ausgeliefert, daher sollte man beim Kauf an eine entsprechende Platte denken. Eine hohe Festigkeit der Schnellwechselplatten kann ein Nachsacken in Schräglage verhindern. So sackte etwa der Walimex-Kugelkopf zunächst selbst mit der kleinsten Kamera-Testauflage um 20mm nach, weil die Schnellwechselplatte nur von Hand angezogen wurde. Mit der Flachzange festgezogen konnte die Feststell-Abweichung dann auf 6mm minimiert werden. Einige Hersteller bieten auch kamerabody-spezifische Wechselplatten an, die ein Verdrehen durch einen Rahmen um die Basis der jeweils eingesetzen Kamera verhindern. Man muss bei den Vorteilen jedoch bedenken, dass mit einem neuen Kamerabody idR auch neue, kameraspezifische und recht teure Schnellwechselplatten zu erwerben sind.

Die Systeme ohne Schnellwechselhalterung lassen sich nachrüsten (z.B. mit dem Novoflex Mini-Connect, dem erwähnten Manfrotto Schnellwechselsystem 323 oder QR-System von Markins, Triopo oder Benro) und sollten dann am besten mit Metallkleber (wie z.B. Uhu plus schnellfest) fixiert werden oder aber man verzichtet auf ein Schnellwechselsystem. Novoflex kommt letzterem an den Magicballs beispielsweise durch eine grosse Rändelschraube entgegen, die ein Ansetzen der Kamera fast so schnell wie an manchem Schnellwechselsystem erlaubt. Allerdings muss man die angesetzte Kamera schon etwas nachziehen, um eine vernünftige Festigkeit zu erreichen. Köpfe von Kaiser, der Cullmann Magnesit oder auch Novoflex Ball 40 müssen von Haus aus recht umständlich durch Umdrehungen der Kamera aufgeschraubt werden. Cullmann bietet mittlerweile allerdings auch Köpfe mit arca-swisskompatilber Halterung an (z.B. MB 6.5).

Links ohne Schnellwechsel-System wird die Kamera meist umständlich durch mehrfache Rotation um die eigene Achse aufgesetzt. Rechts wurde das Nachrüst-Schnellwechselsystem Mini-Connect (blau) von Novoflex aufgeschraubt. Die runden Platten halten i.A. recht gut in der Fassung, bei höherem, dezentralem Auflagegewicht können sie allerdings in der Schnellwechselhalterung etwas mitdrehen. Alternative mit Arca-Kompatiblität wäre z.B. das Nachrüstsystem von Triopo (siehe hier im Traumflieger-Shop).

Friktion

Eine klassische Friktion (lat.="Reibung") schränkt den Verstellweg der Feststellschraube ein und erhöht somit den Anfangswiderstand. Mit ihr verhindert man versehentliches Abkippen der angesetzten Kamera bei gelockerter Feststellschraube. Viele Köpfe bieten aber auch eine Pseudo-Friktion an, bei der einfach eine zweite Feststellschraube die Kugelkopf-Position vorfixiert. Ein Nachteil solcher Pseudofriktionen ist die steigende Anzahl von augenfälligen und in der Praxis irritierenden Bedienelementen.

Eine Friktion gehört mittlerweile zum Standard und wird an der Mehrzahl der getesteten Köpfe geboten. Bei einigen Köpfen - etwa beim Kaiser 6011, Bilora PerfectPro, Cullmann Magnesit oder Benro KS-1 - ist die separate Friktionsschraube allerdings fast so gross wie der wichtigere Feststellknopf, so dass es in der Praxis schnell zu nervigen Verwechslungen kommen kann. Rekordhalter ist der FLM-Kugelkopf 38, der neben einer separaten Friktions-Schraube mit weiteren vier auffälligen Bedienelementen daherkommt und deren routinemässige Anwendung schon eine Einarbeitungszeit voraussetzt.  Am besten haben uns die dezenten, in den Feststellknopf eingelassenen Friktionsschrauben beim Arca Swiss, bei den Sirui K-10x und K-20x, Markins Q3 (auch M10, M20) oder auch beim Novoflex Magic Ball 50 gefallen. Allerdings besteht in der Praxis durchaus die Gefahr, dass sich diese Schraube z.B. beim Transport selbständig einschraubt und unterwegs ggf. nurnoch per Werkzeug lösen lässt - sowas ist uns schon beim Markins Q3 passiert mit der Folge, dass die Fotosession vorzeigt beendet werden musste, da sich der Kopf nicht mehr lösen ließ.

Links der FLM-Kugelkopf verfügt über eine separate Friktionsschraube. Mit 5 Bedienschrauben ist er reichhaltig ausgestattet. Trotz vorbildlicher Beschriftung können allerdings so viele Buttons einer intuitiven Bedienung im Wege stehen. Rechts ist hingegen die Friktion in den Hauptfeststell-Button eingelassen (zu finden z.B. bei Sirui K-Serie, Markins, Arca-Swiss). Sie wird einfach mit dem Daumen gedreht und ist angenehm dezent.

Panorama-Platte

Um Schwenks in der horizontalen Ebene - ohne die Kugel aus ihrer Haltepostion zu lösen - zu ermöglichen, bieten eine Reihe von Köpfen eine Panoramaplatte an. Dieses Feature ähnelt im Prinzip dem dritten Weg bei Dreiwegeneigern und macht horizontal ausgerichtete Panoramaaufnahmen an den Kugelköpfen erst möglich. Zumindest dann, wenn sie über eine eigene Feststellschraube verfügen, wie dies etwa bei den vorgestellten Benro-, Kaiser-, Markins- Kirk-, Triopo-, Sirui und Arca-Swiss-Köpfen der Fall ist. Drehplatten ohne separaten Feststellknopf erleichtern immerhin beidseitige Schwenks ins Hochformat.

Allein der FLM-Kopf verfügt mit dem optionalen PRS-System über hör- und fühlbare Rasterschritte, so dass Panoramen einfach nach Gehör durchgeführt werden können (z.B. 3 Rasterklicks = ein Ausschnitt). Gänzlich ohne Drehplatte werden die MagicBalls und der Pistolengriff Manfrotto 323 RC2 gefertigt. Hier muss man ggf. das Stativ umständlicher umdrehen oder auf eine nicht immer vorhandene, drehbare Stativmittelsäule zurückgreifen.

Panoramaplatten mit separater Feststellschraube halten den Kopf in seiner Fixierung. So werden horizontale Schwenks möglich, ohne die Ausrichtung zu verlieren. Nützlich für die Horizontalausrichtung sind teils in die Köpfe integrierte Wasserwaagen (Libellen). Das Stativ muss jedoch seinerseits ergänzend über eine Libelle ausgerichtet werden, damit der Kopf nicht nach dem Schwenk in Schräglage gerät. Im Bild der Kirk BH3.

Feeling

Nicht zuletzt steigert eine wertige Verarbeitung durch einen geschmeidigen und geräuschlosen Kopf, sanfte Einstellbuttons und gut abgestimmt Komponenten die Freude am Kugelkopf. Leider sind teilweise Plastik-Schrauben, quietschende Kugeln oder wackelige Panoramaplatten anzutreffen, auf die wir in den Einzelvorstellungen auf den nächsten Seiten näher eingehen.

 

zum Dokumentanfang

 

 

 

    



 

 

News





Mercedes Coupe als 360-Grad-Panorama mit Sound und Video!


Canon EOS 600D Icon

Video-Report 600D

Web-Report 600D


Video: der optimale Fotorucksack mit Rueckenzugriff


Canons Telekonverter 1,4x und 2x III im Traumflieger-Test


Video: der Autor Stefan Gross stellt das viel gelobte Profihandbuch EOS 60D vor !


Lumix GH2 besser
als Canon DSLR ?

Powershot G12
und
Canon 70-300mm L-Objektiv


REPORT EOS 1000D !
 

NEUER RAW-Konvertest


Die Sensation !

Videobrille an Canon DSLR !


besser als die 7D ?

Der 60D-Report !


Neu: 7 edle Weitwinkel im Test


Neu: Polfilter-Test !


endlich da: der ultimative Kameravergleich !



Speicherkarten-TEST !



Flaschenhals Einsteiger-Objektiv ?



Video per Funk steuern


Canon 400mm/2,8 getestet
Sigma 100-300/4,0 getestet

Firmwareupdate EOS 1D Mark IV

zwei neue Telekonverter im Test (mit neuem Sieger)

neuer Testsieger
im Stativkopf-Test




Tipps zu Fernauslösern




Tipps zu Stativen




Panoramakopf im Selbstbau




Freeware für Lightroom
 


Traumflieger-Hintergrundinfos

Wissen


Umfrage

Traumflieger-Hintergrundinfos

Wissen


News





Mercedes Coupe als 360-Grad-Panorama mit Sound und Video!


Canon EOS 600D Icon

Video-Report 600D

Web-Report 600D


Video: der optimale Fotorucksack mit Rueckenzugriff


Canons Telekonverter 1,4x und 2x III im Traumflieger-Test


Video: der Autor Stefan Gross stellt das viel gelobte Profihandbuch EOS 60D vor !


Lumix GH2 besser
als Canon DSLR ?

Powershot G12
und
Canon 70-300mm L-Objektiv


REPORT EOS 1000D !
 

NEUER RAW-Konvertest


Die Sensation !

Videobrille an Canon DSLR !


besser als die 7D ?

Der 60D-Report !


Neu: 7 edle Weitwinkel im Test


Neu: Polfilter-Test !


endlich da: der ultimative Kameravergleich !



Speicherkarten-TEST !



Flaschenhals Einsteiger-Objektiv ?



Video per Funk steuern


Canon 400mm/2,8 getestet
Sigma 100-300/4,0 getestet

Firmwareupdate EOS 1D Mark IV

zwei neue Telekonverter im Test (mit neuem Sieger)

neuer Testsieger
im Stativkopf-Test




Tipps zu Fernauslösern




Tipps zu Stativen




Panoramakopf im Selbstbau




Freeware für Lightroom