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so funktioniert Fokus-Stacking!

so funktioniert Fokus-Stacking!

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So funktioniert Fokus-Stacking!

Mit Hilfe von Fokusstacking wird die Schärfentiefe einer Aufnahme erhöht was die Bildqualität besonders auch im Makrobereich steigern kann. Dabei werden mehrere Aufnahmen mit jeweils versetztem Fokuspunkt zu einem Bild mit erhöhter Schärfentiefe nachträglich verrechnet. Wir zeigen, wie die Technik funktioniert und mit welchen Methoden ein Stack durchgeführt wird!

Makroschlitten - kamerainternes Bracketing - Appsteuerung - PC-Steuerung - Helicon FB Tube - Schnellstacks - Kameraeinstellungen - Photoshop - Helicon Focus - Zerne Stacker - Freeware - Affinity

Besonders im Nah- und Makrobereich lässt sich mit einer Einzelaufnahme oft nur eine flache Scheibe vom Motiv scharf wiedergeben. Man spricht hier von einer zu geringen Schärfentiefe. Ein Insekt, eine kleinere Blüte oder auch Pilz wirkt kaum mehr überzeugend auf den Betrachter, der nicht nur einen Teilaspekt sondern den Eyecatcher der Szene gerne vollumfänglich betrachten möchte.

Um die Schärfentiefe zu erhöhen, kann man sich verschiedener Methoden bedienen. Kameras mit kleinem Bildsensor - wie etwa bei der Fotofunktion eines Handys - zeigen von Haus aus auch im Nahbereich schon mehr Schärfentiefe. Oder man erhöht über eine größere Blendenzahl die Schärfentiefe. Beides hat Nebenwirkungen: Mit einem Handy kann man selten zielsicher und komfortabel genug ein hochwertiges Nahbereichsmotiv einfangen und beim Abblenden entstehen bei sehr hohen Blendenwerten Beugungsunschärfen und die Belichtungszeit wird sehr lang oder ein kompensierender, höherer ISO-Wert erzeugt starkes Bildrauschen. Zudem kann die Schärfentiefe bei kleinen Motiven trotzdem zu gering ausfallen.

Der Ausweg aus dem Dilemma heißt Fokustacking. Dabei handelt es sich um eine Multibildtechnik ähnlich, wie man sie bei HDR- oder Panoramatechniken einsetzt. Nur dass dabei in der Bildreihe der Fokus jeweils stückweise verlagert wird. Dabei unterscheidet man zwischen der Aufnahme der Schärfenreihe, die als Fokus-Bracketing bezeichnet wird und der späteren Verrechnung, die als das eigentliche Fokusstacking benannt ist.

Oben zeigt das Einzelfoto eine zu geringe Schärfentiefe beim Maikäfer. Untern wurde eine Schärfenreihe als Fokus-Stack mit 18 Einzelaufnahmen bei jeweils verschobenem Fokus verrechnet. Jetzt ist der Maikäfer gut erkennbar!

 

Aufnahme der Schärfenreihe - Fokus-Bracketing


Um den Fokus jeweils schrittweise zu verlagern, kann man im einfachsten Fall in den manuellen Fokusbetrieb wechseln und manuell die Schärfe verlagern. Nach jeder Fokusverlagerung wird die Kamera ausgelöst. Das funktioniert in vielen Fällen durchaus zufriedenstellend, hat aber den Nachteil, dass der Anwender mit Fehlerquellen rechnen muss, die z.B. durch Verwackler beim Berühren eines Fokusrings am Objektiv oder durch entstehende Schärfen-Lücken in der Reihe bei zu großem Fokusabstand entstehen können.

Besonders bei sehr kleinen Motiven in Nähe des 1:1-Abbildungsmaßstabs und darüber hinaus kann zudem ein manuell verstellter Fokusring nicht mehr exakt genug einstellbar sein. Auf manuelle Schnellstacks gehen wir weiter unten näher ein.

Ein Makroschlitten ermöglicht eine feinfühlige Verlagerung der Schärfenebene. Im Bild der in extrem kleinen Schritten einstellbare Traumflieger Superstacker!

Makroschlitten

Der Ausweg aus dem Dilemma kann ein spezieller Makroschlitten sein, bei dem man z.B. über einen dort vorhandenen Feintrieb oder einen Auflageschlitten den Motivabstand zur Kamera in sehr kleinen Schritten feinfühlig verlagert und jeweils auslöst. Zwar lässt sich so teils noch eine gute Geschwindigkeit errechnen, wenn man z.B. Rotatoren (Handkurbeln) benutzt aber die Aufnahmegeschwindigkeit wird in der Praxis - selbst wenn man schnell aufnimmt - auf etwa 1 Bild/Sek. begrenzt. Sehr kleine Motive fordern jedoch oft nach Aufnahmereihen, die 30 Bilder und teils deutlich mehr benötigen.

So gesehen würde ein Makromotiv selbst mit flotter Aufnahmetechnik via Makroschlitten mindestens 30 Sek. dauern, was nur bei konstanten Lichtverhältnissen und ruhenden Motiven praktikabel ist. Unverzichtbar ist ein Makroschlitten allerdings, wenn man mit einem rein manuellen Objektiv arbeitet und sehr hohe Vergrößerungen nutzen will, wie etwa beim Einsatz eines Lupenobjektivs wie dem Canon MP-E65. Hier ist auch ein Dreh am Fokusring kaum praktikabel, weil er gleichzeitig den Abbildungsmaßstab erhöht und man so keine echte Fokusverlagerung erzielt.

kamerainterne Fokus-Bracketing-Funktionen

Schnellere und komfortablere Schärfenreihen lassen sich mit kamerainternen Fokus-Bracketing-Methoden realisieren, die ein Objektiv mit AF-Motor voraussetzen. Olympus und Panasonic bieten in einigen Modellen solch eine Fokus-Bracketing-Funktion, die den Fokus automatisiert schrittweise verlagert und die Kamera selbständig auslöst. Bei Olympus ist dies z.B. die OMD EM1 I (nach Firmwareupdate), OMD EM1 Mark 2, OMD EM 10 II + III, OMD EM 5 II. Bei Panasonic bieten z.B. die Modelle GX80, G81, GH5 und die FZ2000 eine interne Fokus-Bracketing-Funktion Dabei werden Geschwindigkeiten bis zu 4,7 Bilder/Sek. und teils - etwa bei der Olympus OMD EM1 II - sogar bis zu 8 Bilder/Sek. realisiert, vorausgesetzt man kann eine entsprechend kurze Belichtungszeit nutzen. Als generelle Schrittweite empfiehlt sich 3 und eine hinterlegte Reihe von 300 Aufnahmen. Damit lassen sich geschätzte 95% aller Makroanwendungen beim Stack sicher abdecken. Erreicht die Schärfeebene Unendlich, bricht die Aufnahmereihe automatisch ab oder - falls die gewünschte hintere Schärfenebene erreicht ist - der Anwender beendet die Aufnahmereihe manuell via Auslöser-Druck bzw. Set-Tastendruck (Panasonic).

Auch Nikon bietet an der D850 eine interne Fokus-Bracketing-Funktion mit einer Geschwindigkeit um 5 B/Sek für bis zu 300 Einzelaufnahmen, wobei auch ein vollelektronischer Verschluss nutzbar sein soll.. Bei einigen Canon DSLR kann man auch - falls man sich das traut - eine inoffizielle Firmware Magic Lantern installieren und dort eine Fokus-Stacking-Funktion nutzen, die allerdings von der Anzahl der Schritte auf 50 Aufnahmen begrenzt ist.

Fokus-Bracketing per App

Eine weitere Möglichkeit mit automatisierter Schärfeverlagerung besteht über eine App-Steuerung, wenn man die Kamera über ein Smartgerät verbindet. Apps mit automatischer Schärfenverlagerung sind z.B. für Canon DSLR "DSLR Controller", QDSLR-Dashboard (Canon, Nikon) oder Helicon Remote. Hier ist jedoch die Anzahl der nutzbaren Schritte oft auf 50 Aufnahmen begrenzt, was nicht immer ausreicht. Eine Schrittweite - der Schärfenabstand der Einzelbilder zueinander - kann zudem idR nur in bis zu drei unterschiedlichen Schritten verändert werden. Auch lässt sich kaum mehr Geschwindigkeit als 1 B/Sek. realisieren.

Bei kamerainternen Fokus-Bracketing-Funktionen lassen sich hingegen bei Panasonic und Olympus bis zu 999 Aufnahmen und 10 verschiedene Schrittweiten sowie deutlich mehr Geschwindigkeit nutzen. Für Panasonic G-Modelle wird auch eine kostengünstige App "GSimpleRelease" angeboten, die mit etwa bis zu 2 Bildern/Sek. den Fokus automatisiert verlagern kann, dabei kann der Anwender zudem ein großes LIvebild nutzen. Eine Liste der kompatiblen Kameramodelle findet sich hier. Olympus lässt derzeit (Okt. 2017) per App leider kein Fokus-Bracketing zu, wenn man die Kamera per App Olympus Image Share steuert. Bei dazu fähigen Panasonic-Modellen wird hingegen die interne Fokusbracketing-Funktion auch dann unterstützt, wenn man die hauseigene App "Panasonic Image App" verwendet.

Wer über keine kamerainterne Wifi-Funktion verfügt und so keine drahtlose Steuerung per Smartgerät nutzen kann, der hat die Möglichkeit, ggf. über eine Verbindung per USB-Kabel auszuweichen. Hierfür wird ein Android-Smartgerät mit einem sogenannten USB-Host-Ausgang benötigt, wie ihn die meisten höherwertigen Android-Smartgeräte bieten. Mini-Versionen sind hingegen idR abgespeckt und verzichten auf einen USB-Host-Ausgang. Die Verbindung per USB-Kabel benötigt dann noch ein sogenanntes USB-OTG (on the go)-Kabel, das als kleines Adapterkabel in den USB-Eingang des Smartgerätes gesteckt wird. Eine Kamera-Steuerung per App via USB-Kabel ist an Apple-Smartgeräten nicht möglich. Hier muss man auf Wifi-Funktionen zurückgreifen.

PC-Steuerung

Möglich ist auch eine Steuerung per Kabel oder drahtlos vom Notebook, Laptop oder PC aus. Helcon bietet hier eine Softwarelösung aber auch QDSLRDashboard hat hier ein entsprechendes Programm für Canon- und Nikon-DSLR parat (Sony E-Mount-Modelle werden hingegen beim Fokus-Bracketing nicht unterstützt).

Helicon FB-Tube

Die Firma Helicon hat jüngst einen schmalen Zwischenring "Helicon FB-Tube" entwickelt, der an Canon- und Nikon-DSLR den Fokus an Objektiven mit AF-Motor automatisch verlagert. Hier braucht man nur den Serienbildmodus zu starten und die DSLR verlagern über den FB-Tube den Fokus automatisch. Der Ring lässt sich auch über ein per Audiokabel und per Handy mit dem Ring verbundenes Kabel per App konfigurieren. Wir haben aber auch per Preseteinstellung eine idR treffende Schärfenverlagerung im Makrobereich mit einem Canon 100mm/2,8 bei Offenblende festgestellt. Der Ring kostet derzeit um 200 EUR und wird nur direkt vom Hersteller vertrieben. Vorteilhaft ist eine sehr hohe Aufnahmegeschwindigkeit der Schärfenreihe, wenn die Kamera über einen schnellen Serienbildmodus verfügt. Nachteil der Lösung: Der Zwischenring lässt nur Fokussierungen bis etwa max. 1m Distanz und an typischen Makroobjektiven zu. Man sollte auch berücksichtigen, dass DSLR idR über keinen vollelektronischen Verschluss verfügen und der mechanische Verschluss über sehr viele Serienbildaufnahmen zusätzlich belastet wird. Adapter-Lösungen, wo man z.B. ein Canon-Objektiv über einen Helicon FB-Tube plus Automatik-Adapter an Sony E-Mount-Kamera oder an Micro 4/3-Modellen nutzt,  haben wir schon hinbekommen, allerdings war der Betrieb in der Praxis nicht besonders stabil, so dass wir eine solche Mehrfach-Adapter-Lösung nicht empfehlen.

Manuelle Schnellstacks

Manuelle Schnellstacks sind via Dreh am Fokusring durchaus denkbar, wenn man währenddessen den Serienbildmodus und einen höheren ISO-Wert an der Kamera einstellt. Dabei drückt man den Auslöser durch und dreht gleichzeitig feinfühlig aber kontinuierlich am Fokusring. Besonders bei nicht ganz ruhigen Motiven oder Motiven, die einem wenig Zeit mit einer nur kurzen Ruhephase lassen, kann man mit dieser Methode durchaus zum Erfolg kommen. Das setzt jedoch viel Erfahrung und einen feinfühlig einstellbaren Fokusring voraus. Außerdem kann man eine 4K-Videofunktion nutzen und sie als sehr schnellen Serienbildmodus zweckentfremden. Während der Videoaufzeichnung verlagert man den Fokus via Dreh am Fokusring oder nutzt gar eine Follow-Fokus-Funktion bzw. Fokusverlagerung via Touch-AF. Später extrahiert man aus dem Video Einzelframes und kann sie immerhin mit etwa 8 Megapixel nutzen. Die Lumix GH5 bietet gar ein 6K-Fotofunktion, bei der ebenfalls ein Video aufgezeichnet wird. Hier lassen sich sogar 18 Megapixel-JPEG entnehmen.

Bei den manuellen Schnellstacks muss man jedoch mit einer gewissen Fehlerquote rechnen, vor allem durch versehentliches Überspringen von Schärfenebenen. Freihand besteht zudem die Gefahr, dass man ebenfalls durch auch nur leichtes Vor- und Zurückbewegen Schärfenebenen überspringt was später in einem inkonsistenten Stack nach sich zieht.

10 verschiedene Schnellstack-Methoden demonstrieren wir hier im Video: so funktioniert Turbostacking!

In der Traumflieger Makrowelt Ausgabe Nr. 5 zeigen wir noch ausführlicher, wie man Schnellstacks realisiert!

 

Diese Pilzgruppe Buchenschleimrüblinge haben wir mit einer Lumix GH5 und einem M.Zuiko 12-100mm/f4 bei 75mm als 36-Stack abgelichtet und in Helicon Focus Pro verrechnet. So lassen sich alle Pilze in der Schärfenebene abbilden, der Hintergrund verschwindet jedoch stimmungsvoll in der Unschärfe.

 

übrige Aufnahmeparameter an der Kamera


Bevor man ein Fokusbracketing durchführt, empfehlen sich folgende Kameraeinstellungen:

  • Programm A / AV
  • idR kleinstmögliche oder kleine Blendenzahl von z.B. f2,8 oder f4, bei sehr hohen Abbildungsmaßstäben etwa ab >=1:1 sollte man jedoch weiter Abblenden bis etwa auf f5,6 - f8, um später bei der Verrechnung Saumkanten von sich überlagenderen Bildelementen zu minimieren
  • den ISO-Wert sollte man möglichst niedrig von z.B. ISO 100 oder ISO 200 wählen, was regelmäßig den Stativeinsatz und ein ruhendes Motiv voraussetzt. Bei Wind, wechselnden Lichtverhältnissen etc. kann sich auch Auto-ISO empfehlen, man muss dann jedoch eher mit ISO-Rauschen rechnen
  • als Bildqualität nutzen wir idR JPEG. Gegenüber RAW sinkt damit der Speicherbedarf auf rund ein Drittel ab was auch den Workflow beim Verrechnen deutlich beschleunigt und auch Schärfenreihen durch einen weniger schnell gefüllten, kamerainternen Buffer ausdehnt. Bei sehr hohen Kontrasten kann aber auch RAW empfehlenswert sein. Die Einzelbilder sollten dann später im RAW-Konverter noch dynamikoptimiert werden, bevor sie im Stacking-Programm verrechnet werden
  • Wählen Sie den manuellen Fokusbetrieb und legen den Fokuspunkt etwas vor das Hauptmotiv, so dass es bei der Schärfenreihe umfänglich erfasst werden kann. Soweit Sie kamerainterne Fokus-Bracketing-Funktionen nutzen achten Sie darauf, dass die Bracketing-Sequenz per Menübefehl von "0 / - /,+"  auf "0 / +" umeingestellt wird. Andernfalls wird die Schärfenreihe nicht linear aufgenommen und wird bei der späteren Verrechnung Probleme bereiten
  • Bei internen Fokus-Bracketing-Funktionen empfiehlt sich eine Anzahl von 300 Aufnahmen und  idR als Schrittweite 3 vorzubelegen. Damit lassen sich etwa 95% aller Makro-Situationen treffend abdecken. Bei entfernteren Motiven sollte man die Schrittweite etwa auf 2 oder 1 reduzieren, da hier der Einstellweg kürzer wird. Bei sehr großen Abbildungsmaßstäben etwa ab >=3:1 kann man ggf. die Schrittweite auch auf 4 erhöhen und so mit weniger Aufnahmen die Reihe abarbeiten. An Makroschlitten sollte man bei sehr hohen Abbildungsmaßstäben (ab ca. 3:1) auf einen Feintrieb achten, der sich auch in sehr kleinen Schritten noch einstellen lässt. Nach unserer Erfahrung arbeitet hier ein Kirk-FR2-Einstellschlitten bzw. auch der Traumflieger Superstacker feinfühlig genug.
  • Stellen Sie an spiegellosen Kameras vor der Aufnahmereihe am besten einen "Geräuschlos-Modus" ein, damit der Verschluss nicht mechanisch durch die Aufnahmereihen belastet wird. Das ist auch bei Naturaufnahmen angenehmer.

 

Paarungs-Duo der Grünrüssler (Phyllobius arborator), das wir mit 57 Einzeaufnahmen durchgestackt haben. Dafür haben wir einen ruhigen Moment abgewartet. Mehr zum Stacking von Käfern finden Sie in der Traumflieger Makrowelt Ausgabe Nr. 5!

 

 

Verrechnung der Schärfenreihe - Fokus-Stacking


Eine händische Verrechnung verschiedener Schärfenebenen ist zwar z.B. mit Photoshop, Gimp etc. denkbar, oft aber kaum praktikabel bzw. selten stimmig durchführbar. Zumindest bei Schärfenreihen mit sehr vielen Einzelaufnahmen. Es empfiehlt sich daher, hier auf eine dedizierte Stacking-Funktion bzw. ein Stacking-Programm zurückzugreifen. Panasonic und Olympus bietet zwar auch eine kamerainterne Stacking-Funktion, wo die Bilder der Schärfenreihe gleich verrechnet werden. Bei Panasonic wird dies in der Post Focus-Funktion als automatische Verrechnungsoption angeboten. Die Qualität konnte uns aber selten überzeugen, so dass wir sie nur Einsteigern oder aus experimentellen Gründen empfehlen können. Außerdem kostet die interne Verrechnung Zeit, so dass man vor Ort bei der Aufnahme ausgebremst wird.

Verrechnung mit Photoshop

In Photoshop lädt man die Bilder einer Schärfenreihe und legt sie als Ebenen in einer Photoshopbilddatei übereinander. Das kann man auch automatisch mit dem Befehl "Datei > Scripten > Dateien in Stapel laden.." durchführen. Im nächsten Schritt werden alle Ebenen markiert, so dass sie hellgrau unterlegt sind. Jetzt wählt man "Bearbeiten > Ebenen automatisch ausrichten > Auto" und anschließend "Bearbeiten > Ebenen automatisch überblenden>Bilder stapeln" (nahtlose Töne und Farben aktivieren). 

Die Verrechnung kann bei einer größeren Schärfenreihe recht lange dauern und das Ergebnis lässt keine weiteren Eingriffe zu. Entweder die Verrechnung klappt oder man kann das Ergebnis kaum oder nicht gebrauchen. Unterschiedliche Verrechnungsmethoden oder Einzelbild-Korrekturen sind nicht möglich. Selbst wenn die Verrechnung zunächst klappt, fallen oft entstehende Saumkanten bei sich überlagernden Bildelemente teils sehr groß aus oder Spitzlichter stören das Verrechnungsergebnis mit Artefakten. Damit empfiehtl sich Photoshop als Stacking-Lösung nur sehr eingeschränkt.

Verrechnung mit Helicon Focus

Helicon Focus setzen wir zum Stacking bevorzugt ein, da es eine sehr hohe Verrechnungsgeschwindigkeit und auch drei verschiedene Verrechnungsmethoden bietet. Im Makrobereich empfiehlt sich oft die Methode C vor allem bei sich überlagernden Bildelemente, weil so störende Säume minimiert und auch schwache Kontraste in der Verrechnung berücksichtigt werden. Bei Spitzlichtern oder Aufnahmen mit höherem ISO-Wert kann sich hingegen die Methode B eher empfehlen, da sie hier weniger Artefakte erzeugt. Methode A führt zum rauschärmsten Ergebnis, kann aber Motivbereiche matschig und Motivkanten zu kontrastarm und schwammig darstellen. Man kann jedoch auch die Verrechnungsergebnisse miteinander kombinieren. Entweder direkt durch erneute Verrechnung der Ergebnisse in Helicon oder nachträglich z.B. via Teilmaskierung in Photoshop. Die Version Helicon Focus Pro bietet noch Korrektureingriffe über Pinsel- bzw. Stempelfunktionen, wobei man auf die Einzelbilder der Schärfenreihe zugreifen kann. Versierten Anwendern kann man die Pro-Version nur ans Herz legen!

Zerene Stacker

Ähnlich wie Helicon Focus Pro bietet auch Zerene Stacker mehrere Verrechnungsmethoden und kann auch nachträglich korrigierend in die Verrechnungsergebnisse eingreifen. Die Verrechnungsgeschwindigkeit von Zerene (Vers. 1.04) lag jedoch in unserem Test mit 11 Bildern bei 1m 10s und bei 81 Bildern bei 7m2s, wohingegen wir mit Helicon Focus (Vers. 6.7.1) mit 021s bzw. 2m43s etwa die dreifache Verrechnungsgeschwindigkeit an einem PC mit 16GB, Intel Xeon und Windows 8.1 erzielen konnten. Zerne Stacker bietet jedoch noch Drittanbieter-Scripte für Substacks, die für manche Anwender in extremeren Abbildungsmaßstäben - etwa oberhalb von 5:1 - Vorteile beim Editieren bzw. Entfernen von Saumkanten hilfreich sind und die für Helicon derzeit nicht verfügbar sind.

Verrechnung via Freeware

Wir haben zwei Freeware Tools bei dieser Reportage eingesetzt, das etwas ältere CombineZP und Picolay. CombineZP wird leider schon länger nicht mehr weiterentwickelt. Es liefert sehr gute Resultate, ist dabei aber etwas langsam. Leider stürzt Combine ZP auf neueren Windowsversionen, (insbesondere bei 64bit), gern einmal ab oder ist überhaupt nicht lauffähig. Wir haben einen ausführlichen Test von CombineZP aber unter diesen Bedingungen nicht durchführen können.
Picolay ist ein enthusiastisches Projekt von Prof. Heribert Cypionka. Picolay konnte uns zunächst nicht so überzeugen, doch während unserer Reportage ist eine neue Version erschienen, die wir nunmehr durchaus empfehlen können. Die Resultate sind  bei unseren Tests nicht ganz so scharf wie bei den anderen Programmen, aber immer noch sehr gut. Die Schärfe konnten wir nachträglich durch selektives Schärfen auf ein sehr hohes Niveau bringen. Picolay ist ein schlankes Programm, benötigt sehr wenig Speicherplatz, ist  aber trotzdem sehr langsam. Das liegt wohl auch daran, das Picolay die CPU-Kerne ( Intel XEON 4C/8T ) nicht richtig auslasten kann, im Test kommen wir nur auf 20% CPU-Last. Leider gibt es auch keine  64Bit Version. Trotzdem sollte man die Freeware in Erwägung ziehen. Zerene Stacker und Adobe Photoshop erreichen auch nicht in jedem Fall bessere Performancewerte. Nur Helicon Focus ist deutlich schneller. Picolay liegt in unserem Verrechnungstest etwa auf dem Niveau von Photoshop und ist damit rund 1/4 langsamer als Zerene Stacker und rund 3 - 4x langsamer als Helicon Focus.

Verrechnung via Affinity

Affinity Photo ist ein Bildbearbeitungsprogramm für Windows und Mac ähnlich wie Photoshop, das aber derzeit nicht als Rentversion sondern für einen einmaligen Preis um 55 EUR (Stand Okt. 2017) erworben werden kann. Es lässt sich auch eine 10tägige kostenlose Testversion herunterladen, nachdem man sich einen Download-Link hat zuschicken lassen. Das Programm bietet viele Funktionen wie etwa RAW-Verarbeitung und Ebenen-Management sowie Filtereffekte und lehnt sich in vielen Tastenfunktionen an Photoshop an. Auch Zusatzfunktionen wie ein Fokus-Stacking werden geboten. Gestartet wird die Stacking-Funktion über den Befehl "Datei > Neue Fokuskombination..." Hier wählt man via Hinzufügen die Bilder der Schärfenreihe aus und startet die Verrechnung via OK-Schaltfläche. Dabei besteht keine Auswahl hinsichtlich der Verrechnugnsmethode, genutzt wird aber ein Pyramidenalgorithmus ähnlich der Methode C unter Helicon Focus. In der Regel ist diese Methode die beste im Schnitt. Korrekturmöglichkeiten bestehen anschließen via Klonpinsel, der auf die Original-Dateien zurückgreifen kann. Der Korrekturkomfort ist nicht ganz so hoch wie bei Helicon Fokus Pro, da die Quellbilder lediglich in kleinen Quellbild-Icons angezeigt werden.

Bei unserem Test mit einem Win7-Rechner und 64 GB-Hauptspeicher zeigt sich, dass Affinity Photo zwar eine überzeugende Verrechnung zustande bringt und auf dem Niveau von Helicon Focus mit Methode C liegt, die Verrechnungsdauer ist jedoch 14x so lang.  Bei dem Test haben wir 56 JPEG (je 20 Megapixel) verrechnen lassen, was bei Affinty 7min dauert. Helicon schafft dies auf unserem Rechner in 29sek. Für Hobby-Makrofotografen oder als generelles Bildbearbeiungsprogramm ist Affinity dennoch spannend und empfiehlt sich auch wegen der modernen Oberfläche und wegen vieler an Photoshop angelehnten Funktionen eines näheren Blickes!

 


 

Links zur Makrofotografie


 

 


Dieser Report wurde am Donnerstag, 19. Oktober 2017 erstellt und zuletzt am Montag, 23. Oktober 2017 bearbeitet.


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