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Kapitel 4.3 - Typische Schärfeprobleme vermeiden

Kapitel 4.3 - Typische Schärfeprobleme vermeiden

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Entscheiden Sie selbst:


Sehr kleine Schärfeebene - Unschärfen bei wenig Kontrast - Schärfeprobleme bei Offenblende - Unschärfen bei großen Blendenzahlen vermeiden - Unschärfen bei Front-Backfokus - Schärfeprobleme durch falsche Belichtungszeit - Unschärfen bei fehlender Nachbearbeitung - Definition der Bildschärfe - Schärfentiefe und Zerstreuungskreise - Verwackler und Bewegungsunschärfe - Unschärfen durch flimmernde Luftschichten - Fehlender Kontrast bei Gegenlicht - Inhaltsverzeichnis



4.3 Typische Schärfeprobleme vermeiden

 

Nicht immer ist die EOS 6D bzw. die dahinterstehende Technik schuld, wenn ein Bild nicht die erwartete Bildschärfe zeigt. Der menschliche Faktor hinter der Kamera kann ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen. Die Gründe für Unschärfen sind vielfältig, sodass Ihnen ein Blick auf die Ursachen beim Verständnis hilft. Das kann Ihnen ggf. viel Mühe sparen, falls Sie an eine Reparatur des Equipments denken. Ein angedachter Serviceaufenthalt Ihrer EOS 6D oder der Objektive in einer Reparaturwerkstatt kann sich möglicherweise erübrigen, weil sie keine Schuld an unscharfen Bildern trifft, sondern unveränderliche physikalischoptische Phänomene dahinterstecken.
 

Sehr kleine Schärfeebene


Vor allem bei Einsteigern kommt es vor, dass Bilder als unscharf empfunden werden, die dennoch technisch einwandfrei sind. Dabei wird dann manchmal übersehen, dass eine Bildebene sehr wohl die nötige Schärfe aufweist, lediglich die Schärfentiefe im Bild nicht das gesamte Motiv erfasst.

Abhilfe: Die Blendenzahl im Programm Av erhöhen, sich weiter vom Motiv entfernen bzw. eine kleinere Brennweite wählen. Bei Makroaufnahmen bzw. im Nahbereich lässt sich allerdings trotzdem nicht immer die Schärfentiefe über das komplette Motiv ausdehnen.

Auf den ersten flüchtigen Blick scheint das Makro einer Gitarren-Kopfplatte zunächst unscharf. Tatsächlich ist aber zwischen den beiden Pins ein schmales Schärfeband auszumachen.

 

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Unschärfen bei wenig Kontrast


Kontrastarmut tritt z. B. bei diesigem Wetter auf oder wenn keine seitliche Lichtquelle vorhanden ist. Typisch sind Naturaufnahmen, denen konturierendes Licht fehlt. Solche Bilder wirken schnell unscharf und der Fotograf kann auch durch nachträgliche Bildbearbeitung bzw. Nachschärfung nicht immer – oder mit Nachteilen beim Bildrauschen – etwas daran drehen.

Ähnliches passiert, wenn Personen im Gegenlicht stehen und keine frontale Aufhellung wie durch einen Aufhellblitz erfolgt. Selbst wenn Sie hier stark überbelichten, um die Gesichter ausreichend aufzuhellen, wird Streulicht um sich greifen und den Kontrast erheblich absenken. Hier lassen sich dann keine vernünftig scharfen Aufnahmen erzielen.

Abhilfe: Andere Lichtverhältnisse abwarten oder z. B. durch frontalen bzw. seitlichen Blitzlichteinsatz für Strukturkontraste sorgen. Gegebenenfalls sollte man auf solche Motive auch verzichten.

Kontrast erhöhen durch Tonwertspreizung


Manchmal lässt sich ein kontrastarmes und damit oft unscharf wirkendes Bild noch retten, indem die Tonwerte gespreizt werden. Manche Bildbearbeitungsprogramme haben hierfür eine automatische Funktion zur Bildverbesserung. In Photoshop wird die Gradationskurve aufgerufen und die Markierungsdreiecke werden jeweils an den linken rechten Rand des „Gebirges“ verschoben.

 

Gegenlicht kann den Kontrast so stark dämpfen, dass die Aufnahme – trotz korrekter Scharfstellung – unscharf wirkt. Die linke Aufnahme wirkt größtenteils unscharf, während rechts der Kontrast viel besser und daher auch der Schärfeeindruck höher ist.

 

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Schärfeprobleme bei Offenblende


Bei der Endbrennweite erzielen viele Zoomobjektive keine optimale Schärfe, zumindest wenn bei mäßigen Lichtverhältnissen die Offenblende gewählt wird. Solche Probleme haben nicht nur Einsteiger- Objektive, sondern sie sind insbesondere bei sehr lichtstarken Festbrennweiten anzutreffen.

Abhilfe: Wählen Sie eine höhere Blendenzahl, falls ausreichend Licht vorhanden ist, bzw. setzen Sie ergänzend ein Stativ oder ggf. einen Bildstabilisator ein.

Bei Offenblende und stark auf f25 abgeblendet ergeben sich im Detail (siehe Abschnitte unten) Unschärfen, die bei f10 nicht auftreten.

 

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Unschärfen durch zu große Blendenzahlen vermeiden


Hohe Blendenzahlen, mit denen beispielsweise eine große Schärfentiefe im Makrobereich erzeugt werden soll, führen insbesondere bei Ausschnittsverwertung zu Unschärfen. Die Blende ist dann zu klein und erzeugt Beugungsunschärfen, d. h., das Licht wird diffus an den Lamellenrändern gebrochen. Die optimale Blende, bei der die größtmögliche Schärfentiefe ohne Verlust von Detailschärfe erreichbar ist, liegt an Ihrer 6D bei rund f10.5. Diese Blendenzahl wird auch als förderliche Blende bezeichnet und kann ermittelt werden, indem die Pixelbreite (Pixelpitch) durch den Faktor 0,61 dividiert wird (an der 6D also 6,6 μm / 0,61 = 10,8).

Sie gilt allerdings nicht mehr im extremen Makrobereich, weil die Blende hier viel näher an der Scharfstellebene liegt und somit einen erheblich größeren Einfluss ausübt. Hier muss man oberhalb eines Abbildungsmaßstabs von 1:1 jeweils eine ganze Blendenstufe reduzieren – für 2:1 rund f8, für 3:1 rund f5.6 etc.

Abhilfe: Machen Sie ggf. eine Schärfenreihe und verrechnen Sie die Aufnahmen später zu einer höheren Schärfentiefe (in der Regel nur mit unbewegten Motiven sinnvoll). Oder konzentrieren Sie sich auf die bildwichtigsten Elemente wie etwa die Augenpartie bei Insekten und verzichten Sie auf durchgehende Schärfe unter Verwendung einer kleineren Blendenzahl.

 

Das Canon 50mm/1,2L USM teilt sein Schicksal auch mit anderen sehr lichtstarken Objektiven. Bei Offenblende werden Details noch relativ unscharf, erst abgeblendet erreicht es eine sehr hohe Abbildungsleistung. Oberhalb von f10 sind dann Beugungsunschärfen Ursache für eine reduzierte Ebenenschärfe.

 

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Unschärfen durch Front- oder Backfokus


Der sogenannte Front- bzw. Backfokus kann im Autofokusbetrieb auftreten, wenn die Abstimmung der Kamera mit den Objektiven nicht optimal harmoniert. Das heißt, obwohl die EOS 6D auf Scharfstellung erkennt, stellt das Objektiv nicht sauber auf die Schärfeebene scharf.

Abhilfe: Sie können gewisse Unschärfen ggf. tolerieren, die AF-Feinabstimmung (zweiter Karteireiter, letzte Seite) oder aber die Kamera bzw. Ihre Objektive von den Servicewerkstätten sauber justieren lassen. Mehr Details erfahren Sie in Kapitel 4.7.

Bei konstanten Fehlfokussierungen kann die AF-Feinabstimmung im Menü Ihrer 6D Abhilfe schaffen. Details dazu finden Sie in Kapitel 4.7.

 

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Schärfeprobleme durch falsche Belichtungszeit


Vor allem sich bewegende Motive erfordern eine kurze Belichtungszeit, damit sie nicht ungewollt in die Unschärfe laufen. Ähnliches gilt bei Aufnahmen aus der Hand, die aufgrund einer zu langen Belichtungszeit zu Verwacklungsunschärfen führen. Wacklige Stative im Außeneinsatz, ein nachsackender Stativkopf oder im Makro- bzw. Telebereich der Spiegelschlag können ebenfalls zu Verwacklungsunschärfen führen:

Auch die Live View kann – soweit nicht der Silent- Modus aktiv ist – gewisse Probleme durch den sich unmittelbar vor der Belichtung schließenden zweiten Verschlussvorhang im Makrobereich erzeugen.

Abhilfe: Setzen Sie möglichst lichtstarke Objektive, Bildstabilisatoren sowie solide Stative und Stativköpfe ein. Gegebenenfalls bietet sich auch ergänzendes Licht wie Fotolampen oder der Blitzgeräteeinsatz zur Belichtungszeitverkürzung an.

Durch Mitzieher lassen sich zudem trotz fehlender Lichtstärke oft noch lange Belichtungszeiten an sich bewegenden Motiven nutzen, wenn die Bewegungsrichtung quer zur Kamera verläuft.

Nur wenn alle Parameter stimmen, gelingen hochaufgelöste Details (f9 | ISO 400 | 1⁄200 Sek. | 90mm Makro, Hochplateau-Orchidee in Brasilien, bei Windruhe frei aus der Hand abgelichtet).

 

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Unschärfen bei fehlender Nachbearbeitung


Bei kleineren Bildausgabeformaten etwa für Präsentationen im Internet und beim Print beispielsweise im Postkartenformat können Aufnahmen flau und unscharf wirken. Nachverkleinerungen erfordern jedoch regelmäßig eine Nachschärfung, um einen hochaufgelösten Eindruck zu hinterlassen.

Abhilfe: Schärfen Sie die Bilder mit einer Bildbearbeitungssoftware ggf. im Batchbetrieb nach. Adobe Lightroom bietet z. B. im Exportdialog entsprechende Einstellungsmöglichkeiten (Ausgabeschärfe in verschiedenen Stärken und für unterschiedliche Ausgabemedien).

Manche Motive wirken bei idealen Kontrasten auch ohne Nachschärfung in kleinen Ausgabeformaten hochdetailliert, wie etwa der abgebildete Sarus-Kranich. Normalerweise sollte jedoch eine Nachschärfung erfolgen.

 

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Definition der Bildschärfe


Bildschärfe lässt sich umgangssprachlich recht gut als hochaufgelöste und fein detaillierte Bildwiedergabe umreißen. Dennoch besteht manchmal keine einheitliche Ansicht darüber, ob eine Aufnahme wirklich scharf, ggf. überscharf oder zu wenig detailliert präsentiert wird. Zumindest erlebt man in Bilddiskussionen immer wieder Auseinandersetzungen und Uneinigkeit über den Schärfeneindruck einer Arbeit. Das subjektive Empfinden hängt dabei von verschiedenen Kriterien ab – sicherlich spielen ein geschultes Auge, das Vorwissen und vor allem unmittelbare Bildvergleiche zu ähnlichen Motiven anderer Fotografen eine Rolle. Fehlen letztere Vergleiche, kann man recht schnell unsicher werden, ob ein Bild wirklich scharf wiedergegeben ist.

Bildschärfe als objektiver Begriff


Analytiker und Wissenschaftler geben sich mit einem subjektiven Begriff von Bildschärfe nicht zufrieden und operieren lieber mit objektiven Zahlenwerten. Schärfe wird dort als das Trennvermögen von Linienpaaren angegeben. Eine wichtige Rolle spielt zudem der Kontrast, denn ohne Kontrast ist auch Schärfe nicht möglich. (Eine Linie, die sich vom Untergrund aufgrund mangelnden Kontrasts nicht abhebt, wird als solche auch nicht wahrgenommen.) Wie gut z. B. eine DSLR auflöst, wird seit wenigen Jahren gemeinhin nur noch in Kombination mit Objektiven ermittelt, da sie als Gesamtsystem verstanden werden. Die Kontrastübertragung (auch als Modulationsübertragungsfrequenz = MTF bezeichnet) gibt dabei an, wie viele Linienpaare bezogen auf die Bildhöhe des Sensors noch voneinander getrennt wiedergegeben werden können. Dabei müssen sie einem definierten Mindestkontrast entsprechen (z. B. bei MTF 50 wenigstens 50 % des Ausgangskontrasts). Die EOS 6D kann mit hochwertigen Objektiven theoretisch bis zu 3.648 Linien in der Bildhöhe auflösen. Wird ein via Bildstil und hohem Schärfenparameter abgelichtetes Bild untersucht, können die Linienangaben auch über der maximalen Bildauflösung liegen. Analyseprogramme wie Imatest erkennen aber solche Überschärfungen und geben entsprechende Hinweise aus.

 

Fotografen unterscheiden allerdings recht genau verschiedene Arten von Schärfen bzw. Unschärfen: Detailschärfe, Schärfentiefe, Bewegungs- und Verwacklungsunschärfen. Als Detailschärfe wird meist die subjektiv empfundene Auflösung einer einzelnen Bildebene verstanden. Bei Porträts wird beispielsweise gerne mit selektiver Schärfe gearbeitet, d. h., der Hintergrund wird unscharf (das sogenannte Bokeh) und das Gesicht hochdetailliert – mit einer entsprechenden Detailschärfe – aufgenommen.

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Schärfentiefe und Zerstreuungskreise


Bei der Schärfentiefe geht es um den Raum (die Tiefe) im Bild, den der Betrachter noch als hochaufgelöst wahrnimmt. Landschaftsaufnahmen empfinden wir meist als gelungen, wenn das Bild vom Vordergrund bis in den Hintergrund durchgehend scharf abgebildet ist. Das Bild verfügt dann über eine hohe Schärfentiefe. Die Schärfentiefe hängt dabei vom Zerstreuungskreis-Durchmesser ab, der für das Kleinbildformat etwa bei 1⁄30 mm oder 1⁄1500 der Sensordiagonale angenommen wird. An Ihrer 6D entspricht 1⁄1500 der Diagonale mit 43 mm = 0,03 mm. Der Zerstreuungskreis darf umso kleiner werden, je geringer die Sensordiagonale ist. Man spricht daher auch von einer höheren Schärfentiefe bei kleineren Bildsensoren.

Nur wenn der Zerstreuungskreis sowohl für entfernte als auch für nahe Motivdetails unterhalb von 0,03 mm bleibt, werden beide gleichzeitig als scharf wahrgenommen.

 

Die Größe der Zerstreuungskreise und damit der Schärfentiefeneindruck einer Aufnahme hängen direkt von der verwendeten Brennweite bzw. der Entfernung zum Motiv ab. Je mehr Zerstreuungskreise unterhalb der Mindestgröße (an der EOS 6D also mit 0,03 mm angenommen) liegen und dem Betrachter daher bei gut 30 cm Betrachtungsabstand noch als nicht voneinander getrennte Punkte erscheinen, umso tiefer dehnt sich der Schärfenraum im Bild aus.

Besonders nachts kann man mit Unschärfen auch kreativ arbeiten. Hier erzeuge ich in sogenannter LAPP-Technik (Light Art Performance Photography) eine ufoähnliche Strichspur mit rotierenden Taschenlampen, muss dabei jedoch lange still stehen, um nicht slebst unascharf abgelichtet zu werden (14mm | f8 | ISO 125 | 31 Sek.).

 

Nähert sich der Fotograf räumlich oder durch Verwendung einer größeren Brennweite einem Motiv, umso kleiner wird die Schärfentiefe. Vereinfacht gesprochen ist der Lichteinfallwinkel eines näher gelegenen Motivs weiter geöffnet und stellt so nur wenige Ebenen innerhalb des zulässigen Zerstreuungskreis-Durchmessers auf der Sensorebene bereit. Das Gleiche gilt für eine weiter geöffnete Blende: Auch hier läuft der Einfallwinkel des Lichts weniger spitz als bei kleiner Blende auf die Sensorebene zu, sodass nur wenige Zerstreuungskreise unterhalb der zulässigen Mindestgröße bleiben.

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Verwackler und Bewegungsunschärfe


Bewegungs- und Verwacklungsunschärfen unterscheiden sich von der entfernungs- oder blendenbedingten Unschärfe. Bewegt sich ein Motiv bei längerer Verschlusszeit, kommt es zu Bewegungsunschärfen. Um die für das Motiv passende Verschlusszeit einzustellen, werden die Entfernung und Bewegungsgeschwindigkeit sowie die Bewegungsrichtung einbezogen. Die Verschlusszeit für ein sich zur Kamera senkrecht bewegendes Motiv ermittelt sich aus der Entfernung in Metern dividiert durch die Bewegungsgeschwindigkeit m/Sek. x 1.500. Durch Mitzieher lässt sich die Zeit weiter reduzieren. Für Flugmotive sind z. B. Zeiten von 1⁄1000 Sek. und kürzer empfehlenswert.

Verwacklungsunschärfen resultieren aus der Kameraeigenbewegung. Diese Art der Unschärfe wird meist als technischer Fehler angesehen, kann jedoch – wie bereits dargestellt – für kreative Zwecke genutzt werden, wenn die Bewegungsrichtung kontrolliert wird.

Abhilfe: Um Verwacklungsunschärfen zu vermeiden, gilt folgende Faustformel: Die Verschlusszeit sollte wenigstens dem Kehrwert der Brennweite in Sekunden entsprechen. Für eine Brennweite von 250 mm wäre demnach eine Verschlusszeit von 1⁄250 Sek. erforderlich, um Verwacklungsunschärfen zu vermeiden. Diese Faustformelzeit kommt auch zur Anwendung, wenn Sie Auto-ISO an Ihrer EOS 6D nutzen. Ist z. B. eine 50-mm-Brennweite angesetzt bei Einstellung auf Auto-ISO, dann wird Ihnen im Programm Av (Anwahl der mittleren Belichtungsstufe) in der Regel 1⁄50 Sek. angezeigt.

Bildstabilisatoren reduzieren diese Eigenbewegung meist um 2 bis 4 Blendenstufen. Für das Canon 70-200/4L IS USM wird beispielsweise eine Kompensation von bis zu 4 Blendenstufen angegeben. Bei der Endbrennweite von 200 mm wäre zunächst eine Belichtungszeit von 1⁄200 Sek. erforderlich, zuzüglich Bildstabilisatoren-Kompensation würde sie sich dann auf 1⁄13 Sek. reduzieren – zumindest bei wirklich ruhigen Händen. Bei meinen Versuchen konnte ich jedoch die Faustformelzeit statistisch nicht nachvollziehen und meine Hände zittern vermutlich nicht überdurchschnittlich. Von zehn Aufnahmen nach der Faustformelzeit konnte nur eine sehr hochaufgelöste Aufnahme realisiert werden. Bei Verkürzung um die Hälfte lag die Quote lediglich bei drei scharfen Aufnahmen. Nutzen Sie daher die Faustformelzeit als Orientierung bei aktivem Bildstabilisator, ohne Bildstabilisator empfehle ich eine Zeit, die um den Faktor von rund 2,5 kürzer liegt (z. B. 100 mm Brennweite = 1⁄100 Sek. / 2,5 = 1⁄250 Sek.).

Bildstabilisatoren im Videomodus


Wird im Videomodus der 6D ein Objektiv mit Bildstabilisator angesetzt und aktiviert, dann ist der Bildstabilisator automatisch permanent in Betrieb (im Fotomodus ist ansonsten der Auslöser halb durchzudrücken). Das testweise verwendete Canon 28-300 L IS USM hat am Stativ dabei keine Bewegungsunschärfen während der Videoaufzeichnung erzeugt (die Stativerkennung funktioniert daher offenbar sehr gut). Die Geräuschentwicklung kann an einigen Objektiven (z. B. dem Canon 300mm/4.0 L IS USM) im ISBetrieb recht hoch sein und bei Verwendung des internen Mikrofons Störgeräusche bei der Videoaufzeichnung erzeugen. Gegebenenfalls sollte man daher auf den stabilisierten Betrieb verzichten.

 

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Flimmernde Luftschichten bei weit entfernten Motiven


Motive in großer Entfernung können schnell unscharf geraten, weil die Luftschicht dazwischen wie ein trüber Filter wirkt. Besonders wenn die Luft in Bewegung – etwa durch aufsteigende Hitze – gerät, kommt es zum typischen Flimmern, mit dem vor allem Naturfotografen z. B. in Afrika konfrontiert sind. Trotz lichtstarker Teleobjektive ernten sie oft unscharfe Bilder. Auch in Mitteleuropa wird man mit dem Problem konfrontiert, wenn man z. B. den Mond im Winter bei geöffnetem Fenster ablichten will. Die aus dem warmen Zimmer strömende Luft erzeugt wellenartige Bewegungen, die zu Bildunruhen führen. Selbst wenn Sie draußen einen Blick mit dem Telezoom auf unseren Trabanten werfen, liegen dazwischen so viele Luftschichten, dass aus einer ganzen Serie nur wenige scharfe Bilder gelingen.

Abhilfe: Es empfiehlt sich daher, bei Astroaufnahmen oder Naturimpressionen aus großer Distanz stets eine ganze Aufnahmeserie durchzuführen. Später können Sie dann die wenigen Bilder herausfiltern, bei denen Luftbewegungen keine Rolle gespielt haben und die somit scharf abgelichtet wurden.

Durch sich bewegende Luftschichten werden Astroaufnahmen häufig unscharf, selbst wenn Sie mit Ihrer EOS 6D 100 % exakt fokussiert haben. Ich nehme daher regelmäßig eine ganz Bilderserie im Serienbildmodus auf. Später werden dann die scharfen Aufnahmen selektiert. Oft sind das nur wenige aus einer großen Gesamtzahl.

 

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Fehlender Kontrast bei Gegenlicht


Nicht nur zu geringes Umgebungslicht (unterhalb des Arbeitsbereichs von –3 EV), sondern auch zu schwache Kontraste stellen das AF-System vor ein Problem. Der Fotograf hat dann oft nur die Chance, für zusätzliches Licht zu sorgen oder etwa einer kontrastdämpfenden Gegenlichtsituation beispielsweise durch eine andere Perspektive aus dem Weg zu gehen.

Bei Gegenlicht setzt das entstehende Streulicht manchmal die Kontraste so stark herab, dass die Autofokussensoren nicht scharf stellen können.

 

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Dieser Report wurde am Montag, 26. Mai 2014 erstellt und zuletzt am Mittwoch, 04. Juni 2014 bearbeitet.


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