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Kapitel 3.8 - Kreative Langzeit- und Mehrfachbelichtungen

Kapitel 3.8 - Kreative Langzeit- und Mehrfachbelichtungen

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Entscheiden Sie selbst:


Kreative Nachtaufnahmen - Mehrfachbelichtung bei DunkelheitMehrfachbelichtung aus der Hand - Langzeitbelichtungen bei Tage - Mitzieher bei Bewegtmotiven - Inhaltsverzeichnis



3.8 Kreative Langzeit- und Mehrfachbelichtungen

 

Was ich denn jetzt noch fotografieren wolle? Das ist eine typische Frage, die mir mancher Passant stellt, wenn ich abends bei einsetzender Dunkelheit mit meiner Kamera und Stativ losziehe. Der belustigte Unterton offenbart dabei, dass sich nur wenige vorstellen können, bei Dunkelheit überhaupt sinnvoll zu fotografieren. Dabei lassen sich gerade jetzt Motive viel kreativer in Szene setzen, weil gezielte Bewegungsunschärfen entstehen. Auch entkoppelte Blitzgeräte oder Taschenlampen eignen sich bei Dunkelheit hervorragend, um ganz neue Lichtsituationen zu schaffen und Motive lichtmalerisch freizustellen oder künstliche Gegenlichtsituationen zu erzeugen. Möglichkeiten, die bei Tageslicht wegen zu geringer Lichtleistung außerhalb des Makro- bzw. Nahbereichs nicht realisierbar sind.
 

Kreative Nachtaufnahmen


Natürliche Umgebungen sehen prinzipiell bei Nacht genauso wie bei Tage aus, nur benötigt man halt eine deutlich längere Belichtungszeit. Die Umgebungslichtquelle stammt nach wie vor aus dem All. Dabei ist es bei Landschaftsaufnahmen in der Regel egal, ob sie von der Sonne oder dem Mond stammt. Nur bei bedecktem Himmel wird dieser häufig rötlich orange abgelichtet, weil er oft noch Kunstlichtquellen naher oder entfernter Städte zurückwirft.

Nachtpanorama mit Hamburger Laeiszhalle in 360°-HDR-Technik (12 x 3 Abschnitte mit 15mm/2.8-Fischauge bei f4 | ISO 100 | jeweils 1–15 Sek.).

 

Wenn Sie den unkomfortablen Bulb-Modus vermeiden wollen, dann lohnt sich ein besonders lichtstarkes Objektiv. Hier können Sie meist mit Offenblende noch im Programm Av bleiben und die Grenze bis 30 Sek. ausreizen. Dabei lässt sich auch die automatische Belichtungsreihe (AEB-Funktion) mit bis zu 7 Stufen nutzen. Interessante Objektive sind z. B. das Canon 24mm/1.4, Canon 50mm/1.2 bzw. 1.4 oder alternativ manchmal deutlich günstigere Angebote von Drittanbietern (z. B. Walimex oder Samyang).

Nachts kann man mit Taschenlampen oder entkoppelten Blitzgeräten Motive beliebig gestalten. Außerhalb des Makrobereichs ist dies bei Dunkelheit auch mit größeren Motiven wie z. B. Baumgruppen oder interessanten Gebäuden möglich.

 

Im Bulb-Modus (Programm B) muss man hingegen den Auslöser die ganze Belichtungszeit über festhalten, was kaum verwacklungsfrei möglich ist. Daher weicht man regelmäßig auf Fernauslöser mit Arretierfunktion oder Timer wie z. B. den Canon TC 80N3 aus. Timer haben den Vorteil, dass sie die Belichtung zeitgesteuert beenden, während man bei arretierten Kabelfernauslösern stets die abgelaufene Zeit im Auge behalten muss, um die Aufnahme rechtzeitig zu beenden. Kabellos funktioniert das auch mit Funktimern wie z. B. dem Hähnel Giga T PRO II oder dem Phottix Aion.

Mit sehr lichtstarken Objektiven wie etwa dem Canon 24mm/1,4 oder 50mm/1,2 können Sie auch nachts vielfach den Bulb-Modus umgehen und in Av mit Offenblende und Zeiten bis 30 Sek. bleiben. Für eine durchgehende Schärfentiefe sollten Ihre Motive allerdings wenigstens 6 m weit entfernt sein.

 

Leider fehlt im Bulb-Modus die Möglichkeit, automatische Belichtungsreihenaufnahmen für spätere HDR-Verrechnungen durchführen zu können, was einen zu nervigen Mehrfachauslösungen bzw. Zeitkontrollen zwingt.

Langzeitbelichtungen sind mit einem per USB-Kabel gekoppelten Android-Handy und der App DSLR Controller deutlich komfortabler als mit kamerainternen Mitteln der 6D. Einstellbare Zeiten, hintergrundbeleuchteter Touchscreen und sogar HDR-Funktionen im Bulb-Modus sind nachts hilfreich.

 

Das lässt sich aber z. B. durch ein gekoppeltes Android-Handy vermeiden, bei dem die App DSLR Controller auch Belichtungsreihen im B-Modus unterstützt. Um Testaufnahmen kommt man im B-Modus aber meist nicht herum, um zunächst die Belichtungshelligkeit und die dazu passende Zeit abschätzen zu können.

Langzeitbelichtungen komfortabler per Handy durchführen


Persönlich nutze ich für Langzeitbelichtungen oberhalb von 30 Sek. ein Android-Smartphone (Samsung Galaxy) mit der App DSLR Controller. Das Handy steuert dann – über ein USB-Kabel verbunden – die 6D und kann nicht nur frei wählbare Zeitvorgaben, sondern auch automatische Belichtungsreihen für HDR-Verrechnungen durchführen. Gerade bei Dunkelheit ist auch die am Handy verfügbare Touchscreen-Steuerung eine deutliche Eingabeerleichterung, zumal das Handy ja hintergrundbeleuchtet ist. Erfreulich wäre es, wenn Canon seiner App EOS Remote ebenfalls eine Langzeitbelichtungsfunktion spendieren würde. Leider ist dies bislang mit der Version 1.0.0.0 nicht der Fall, sonst könnte man das Handy auch kabellos mit der 6D kombiniert für Langzeitbelichtungen komfortabel einsetzen (siehe auch Kapitel 6.3). Mehr Informationen zur App DSLR Controller finden Sie unter www.traumflieger.de/desktop/mobil/index_android.php.

 

Nachts können Sie ungewöhnliche Lichteffekte und natürlich auch den Sternenhimmel mit langer Belichtungszeit stimmungsvoll einfangen. Siebenstufige HDR-Verrechnungen mit dem Canon 24/1.4 USM II bei Offenblende und ISO 1600 (Belichtungszeit bis 30 Sek.).

 

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Mehrfachbelichtungen bei Dunkelheit


Mehrfachbelichtungen sind eine neue spannende Funktion, die nach der 1D X und 5D III jetzt auch an Ihrer 6D verfügbar ist. Die Idee ist nicht neu, sondern wird seit Langem von Analogfotografen genutzt.

Man belichtet den Film zunächst mit einem Motiv, schwenkte auf ein weiteres und belichtet dasselbe Foto erneut. So entsteht eine Art Collage. Problem dabei: Nur in unbelichteten, dunklen Bildbereichen ist Platz für die zweite bzw. weitere Belichtung. Sonst entsteht ein milchig diffuses Foto, weil sich die bisherigen Belichtungen miteinander vermischen. Zwar kann das auch als Stilmittel eingesetzt werden, überzeugender wirken meist aber Mehrfachbelichtungen, deren Teilbereiche jeweils vor einem dunklen Hintergrund aufgenommen und dann schön kontrastreich dargestellt werden.

Auch Digitalfotografen können diese Technik bereits ohne die Mehrfachbelichtungsfunktion nutzen. Klassisch – aber im digitalen Zeitalter dennoch nur wenigen geläufig – ist die sogenannte Huttechnik bei Feuerwerkaufnahmen. Diese arbeitet so: Im Langzeitbelichtungsprogramm (Programm B) und bei festgehaltenem Auslöser (idealerweise per Kabelfernauslöser) hält zunächst ein Hut vor dem Objektiv Lichteinfall ab. Sobald das Feuerwerk am Himmel zu sehen ist, wird der Hut weggenommen und danach wieder aufgesetzt. Das Prozedere wird dann mehrfach immer bei Feuerwerksaktivität am Himmel wiederholt.

Mit der Mehrfachbelichtung haben Sie aber eine einfachere und weniger störanfällige Methode an Bord, die nicht nur als kreatives Mittel, sondern auch für Zwecke der Belichtungsoptimierung eingesetzt werden kann. Dazu zeige ich Ihnen im Folgenden einen kurzen Workshop mit einem Waldkauz, zu dem anstelle eines schwarzen ein stimmungsvollerer Waldhintergrund besser passt.

Durch Anwendung der Mehrfachbelichtungsfunktion lässt sich der Waldkauz stimmungsvoller in Szene setzen, als wenn er nur vor einem schwarzen Hintergrund fotografiert wird.

 

Das Problem stellte sich mir, als ich im nächtlichen Wald junge Waldkäuze (sogenannte Ästlinge) in völliger Dunkelheit ablichten wollte. Am Rande sei bemerkt, dass solch ein Unterfangen nicht ganz ungefährlich ist, wenn die Elterntiere noch auf ihre Schützlinge aufpassen. Der britische Naturfotograf Eric Hosking verlor bei solch einer Aktion durch einen angreifenden Waldkauz ein Auge.

Für die Käuzchen brauchte ich eine kurze Belichtungszeit, um sie scharf einzufangen. Dazu nutzte ich einfach einen Systemblitz, mit dem ich das erste Bild aufnahm. Der Hintergrund sollte allerdings nicht in völlige Dunkelheit getaucht, sondern noch vom Blätterdach und Himmel angedeutet sein. Für dieses zweite Bild ist eine mehrminütige Belichtungszeit nötig gewesen, weil er tatsächlich vor Ort schlichtweg schwarz war und vom Blitzlicht reichweitenbedingt nicht mehr erfasst wurde. Daher war zudem der Stativeinsatz unabdingbar. Letztlich sollten dann beide Aufnahmen miteinander kombiniert werden, was mit der Mehrfachbelichtungsfunktion der 6D ganz einfach funktioniert. Gehen Sie dazu wie folgt vor:

 

 

1 Kameraeinstellungen wählen


Setzen Sie Ihre 6D auf ein Stativ mit einem geeigneten Objektiv (im Beispiel mit einem Canon 300mm/4.0L IS USM). Als Erstes aktivieren Sie die Mehrfachbelichtungsfunktion. Dafür wählen Sie im vierten roten Karteireiter den vorletzten Menüeintrag Mehrfachbelichtg. aus. Fehlt er, dann aktivieren Sie eines der Kreativprogramme Av, Tv, P, M oder B am Programmwahlrad.

Kameraeinstellungen wählen

 

Falls er eingegraut sein sollte, dann ist ggf. noch eine andere Funktion aktiv, wie z. B. die High-ISO-Multi-Shot-Rauschunterdrückung (NR), oder Sie haben eine Reihenbelichtung (AEB) voreingestellt. Schalten Sie in diesem Fall diese Funktion ab. Wählen Sie im nachfolgenden Menü unter Mehrfachbelichtg. Aktivieren, die Mehrfachbel. Strg Additiv und eine Belichtungsanzahl von zwei Bildern.

Tippen Sie kurz den Auslöser an, dann verschwindet das Menü zur Mehrfachbelichtung. Die Funktion ist jetzt aber aktiv, was Sie z. B. im oberen LC-Display oder im Schnelleinstellungsbildschirm anhand des kleinen Icons erkennen können.

Mehrfachbelichtung aktivieren

 

2 Einstellungen für die erste Aufnahme wählen


Da hier bei völliger Dunkelheit der Waldkauz scharf eingefangen werden soll, wird Blitzlicht eingesetzt (siehe hierzu auch Kapitel 5). Das Blitzlicht vermeidet allein durch eine kurze Abbrenndauer Bewegungsunschärfen des Motivs, dennoch sollte die Belichtungszeit an der Kamera nicht unnötig lang sein, weil sonst ggf. doch noch Bewegungsunschärfen aus der Umgebung eingefangen würden. Wechseln Sie daher ins Programm M (Av wäre in der Regel ungeeignet, weil die 6D dann standardmäßig versucht, das Umfeld durch eine entsprechend lange Zeit aufzuhellen). Im Beispiel wird eine Zeit von 1⁄60 Sek., eine kleine Blendenzahl von f4.0 und ein ISO-Wert von 400 gewählt. Im Gegensatz zu einem niedrigeren ISO-Wert erhöht er die Reichweite des abgegebenen Blitzlichts.

Verschlusszeit

 

Stellen Sie am besten mithilfe einer leistungsstarken Taschenlampe auf das Motiv scharf. Zwar bieten die Speedlites ein Autofokushilfslicht auch bei Dunkelheit, doch das greift vor allem bei weiter entfernten Motiven bzw. im Naturbereich nicht immer. Im Beispiel hab ich einfach meine kleine LEDLampe Fenix E-15 zum Fokussieren genutzt, die am Schlüsselbund stets dabei ist (siehe auch Kapitel 4.5). Überraschenderweise störte das den Waldkauz überhaupt nicht weiter.

Die kleine LED-Lampe Fenix E-15 nutze ich auch für Scharfstellzwecke bei Dunkelheit. Sie ist extrem lichtstark (ca.80–100 m Reichweite) und am Schlüsselbund immer dabei. Alternativ wäre auch eine NiteCore Sens Mini mit ähnlicher Leistungsstärke zu nennen.

 

 

 

Die LED-Lampe hat auch den Vorteil, dass ich bedarfsweise den Videomodus selbst bei völliger Dunkelheit nutzen kann, was mit Blitzlicht nicht möglich wäre. Lösen Sie dann aus.

Blitzlicht Aufnahme

 

3 Langzeitbelichtung durchführen


Lassen Sie das Stativ und den gewählten Ausschnitt unverändert. Im Beispiel hat der junge Waldkauz nach einigen neugierigen Blicken den Standort gewechselt, sodass der Ast frei wurde. Ansonsten würde er durch die jetzt folgende Langzeitbelichtung unscharf, weil auch subsumierte Mikrobewegungen dann Unschärfen erzeugt hätten.

Bulb

 

Stellen Sie den B-Modus an Ihrer 6D ein. Das Speedlite habe ich jetzt abgeschaltet, weil nur noch Umgebungslicht eingefangen werden sollte. Da der Auslöser im Bulb-Modus die ganze Zeit gedrückt werden muss, empfiehlt sich der Einsatz eines arretierbaren Fernauslösers oder Timers. Sie verhindern so bei langen Belichtungszeiten Unschärfen, die beim Durchdrücken des Auslösers direkt an der Kamera sogar an stabilen Stativen regelmäßig entstehen würden. Erwähnt wurde ja auch schon die Möglichkeit, ein App-gesteuertes Android-Handy für Langzeitbelichtungen mit deutlich erhöhtem Komfort an der 6D zu nutzen. Machen Sie die Aufnahme. Im Beispiel wird eine Zeit von 120 Sek. genutzt.

Langzeitbelichtung ca. 120 Sek.

 

4 Ergebnis begutachten


Das Mehrfachbelichtungsergebnis liegt Ihnen jetzt nach einer kurzen Verrechnungspause auf der Speicherkarte vor. Prüfen Sie das Ergebnis und wiederholen Sie es bei Nichtgefallen ggf. mit modifizierten Kameraparametern.

Das Mehrfachbelichtungsergebnis fusioniert kameraintern sowohl die erste Blitzbelichtung vom Waldkauz als auch die Langzeitbelichtung im Bulb-Modus.

 

Mein 6D-Tipp für Sie:


Sie können die Mehrfachbelichtung auch nachträglich am Computer durchführen. Das hat den Vorteil, dass man die Originalbilder behält (im Gegensatz zur 5D III können Sie an der 6D die Einzelbilder in der Mehrfachbelichtungsfunktion nicht separat speichern) und auch verschiedene Entwicklungsmethoden nachträglich anwenden kann. In Digital Photo Professional wählen Sie im Menü Extras/Composition-Werkzeug starten. Unter Photoshop können Sie die Einzelbilder jeweils in eine separate Ebene laden und in der Ebenen-Palette die Methode Aufhellen nutzen.

 

Unter Photoshop können Sie den kamerainternen Mehrfachbelichtungseffekt mit Originalbildern nachstellen. Dafür legen Sie für jedes Einzelbild eine separate Ebene an und ändern die Ebenenmethode auf »Aufhellen«. Die untere Ebene scheint jetzt hindurch.

 

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Mehrfachbelichtung frei aus der Hand


Die Mehrfachbelichtung kann auch in weniger anspruchsvollen Szenarien sogar frei aus der Hand genutzt werden. Wichtig ist auch hier ein dunkler Hintergrund. Sie können z. B. abends in einem erleuchteten Raum bei geöffnetem Fenster zwei Aufnahmen durchführen. Eine erfasst das Fenster mit dem schwarzen Umfeld, eine weitere kann ein beliebiges Motiv sein, das dann im Fensterrahmen erscheint. Im Beispiel wird einfach ein Wandbild genutzt.

Das Ganze erinnert vielleicht ein wenig an eine Photoshop-Montage; der große Vorzug ist aber die elegante Leichtigkeit, mit der Sie auch ohne Computerzugriff mit Ihrer 6D schon vor Ort ein kreatives Bildergebnis erzielen. Und damit ggf. erst auf Ideen kommen, für die sich eine spätere Ausarbeitung mit Photoshop & Co. lohnt.
 

1 Mehrfachbelichtung aktivieren


Die Einstellungen sind identisch zu Schritt 1 des vorherigen Workshops (Mehrfachbelichtg. Aktivieren, die Mehrfachbel. Strg Additiv und eine Belichtungsanzahl von zwei Bildern).
 

2 Erste Aufnahme durchführen


Öffnen Sie bei Dunkelheit ein Fenster, während das Zimmer innen gut beleuchtet ist. Das Verfahren funktioniert am besten bei weißen Wänden und hellem Fensterrahmen. Von draußen sollten keine weiteren Lichtquellen hereinscheinen. Ein geöffnetes Fenster ist wichtig, um Reflexionen des Fensterglases zu vermeiden. Es wird eine reinschwarze Fläche im Rahmen benötigt, Fensterreflexionen führen sonst entweder zu Schlieren oder einer komplett fehlerhaften Verrechnung.

Erste Aufnahme durchführen

 

Nutzen Sie am besten das Programm Av, stellen Sie Auto-ISO oder einen ISO-Wert ein, der zu keinen Verwacklungsunschärfen führt. Nehmen Sie dabei noch ausreichend von der Wand und dem Umfeld auf. Das Bild darf auch nicht zu dunkel werden. Erhöhen Sie ggf. die mittlere Belichtungsstufe (Auslöser kurz antippen und das Daumenrad im Uhrzeigersinn nach rechts bewegen), sodass der Innenraum näherungsweise weiß wird, aber nicht völlig überstrahlt. Lösen Sie aus.

ISO-Auto

 

3 Zweite Aufnahme durchführen


Nehmen Sie die zweite Aufnahme auf. Im Beispiel wird ein Bild an der gegenüberliegenden Wand gewählt. Das sollte mindestens so groß wie das geöffnete Fenster sein. Gehen Sie ggf. näher ran oder nutzen Sie an einem Zoomobjektiv die Telestellung. Lösen Sie aus.

Zweite Aufnahme durchführen

 

4 Verrechnung


Eine weitere Verrechnung ist nicht nötig, auf Ihrer Speicherkarte liegt bereits das Bildergebnis vor.

Im Fensterrahmen kann ein beliebiges Motiv allein durch die Mehrfachbelichtungsfunktion Ihrer 6D eingeblendet werden.

 

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Langzeitbelichtungen bei Tage


Sie können auch bei Tageslicht Langzeitaufnahmen durchführen. Eine beliebte Anwendung sind verschleierte Wasserfälle oder Springbrunnen, die mit längerer Verschlusszeit auf den Sensor gebannt werden. Meist reicht – je nach Fließgeschwindigkeit – eine Zeit zwischen 1⁄8 und 1⁄15 Sek., um den Wasserlauf ausreichend verschwimmen zu lassen.
 

1 Programmeinstellungen wählen


Aktivieren Sie das Programm Av, geben Sie dort ISO 50 (L) vor und erhöhen Sie die Blendenzahl auf f16.

Blende F16

 

Der Klassiker: Verschleierte Wasserfälle wie hier in Venezuela können bei Tage mit längerer Verschlusszeit aufgenommen werden. Oben mit kurzer Verschlusszeit bei 1⁄100 Sek. wird der Wasserfall in der Bewegung eingefroren, unten mit längerer Belichtungszeit von 1⁄10 Sek. wird er verschleiert.

 

2 Belichtungszeit kontrollieren


Tippen Sie jetzt den Auslöser kurz an. Dann wird Ihnen die ermittelte Belichtungszeit angezeigt. Sie sollte etwa um 1⁄10 Sek. oder länger liegen. Ist sie deutlich kürzer, dann erhöhen Sie weiter die Blendenzahl z. B. auf f22. Jetzt treten zwar im Detail beugungsbedingte Unschärfen auf, meist ist aber der Verwischeffekt durch eine längere Belichtungszeit wichtiger als minimale Detailunschärfen.

Blende F22

 

Vorteile durch Graufilter nutzen


Einen noch stärkeren Verwischeffekt erzielen Sie, wenn die Belichtungszeit weiter ausgedehnt wird. Dann werden auch sich auftürmende Wellen am Strand oder ziehende Wolkenfelder fast oder vollständig geglättet. Will man das bei Tage erreichen, braucht man einen Graufilter, der am besten mehrere Blendenstufen an Licht schluckt. Mit ihm lässt sich auch oft noch eine kleine Blendenzahl für gestalterische Zwecke erreichen. Wollen Sie in hellen Umgebungen mit kleiner Blendenzahl und Ihrer 6D filmen, dann empfiehlt sich außerdem der Einsatz eines Graufilters. Hier können Sie – im Gegensatz zum Fotomodus mit ISO 50 – minimal ISO 100 wählen und würden mit sehr kleinen Blendenzahlen schnell an die kürzeste Belichtungszeit von 1⁄4000 Sek. stoßen und Überbelichtungen hinnehmen müssen.

 

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Mitzieher bei Bewegtmotiven


Auch wenn es gerade für den Anfang ein schönes Erfolgserlebnis ist, wenn man es schafft, ein sich schnell bewegendes Motiv bis auf Pixelebene scharf abzubilden, so fehlt diesen Bildern oftmals eine beeindruckende Wirkung, da die Bewegung im Bild nicht vermittelt wird. So wirkt ein Motiv oft viel dynamischer und damit interessanter, wenn ihm die Bewegungsrichtung noch anzusehen ist und im Bild Mitziehunschärfen enthalten sind.

Die Mitziehtechnik basiert auf dem Prinzip, dass Sie Ihre 6D synchron zur Motivbewegung seitlich mitziehen und dabei eine lange Verschlusszeit nutzen. Diese Zeit sollte Handverwackler vermeiden und stellt daher auf die Faustformel ab. Mit einem 200-mm-Teleobjektiv reicht daher etwa 1⁄200 Sek., um das Bewegtmotiv scharf einzufangen, Handverwackler zu vermeiden und durch die Mitziehbewegung das Umfeld in die Unschärfe zu bringen. Mit aktivem Bildstabilisator oder gar vom Stativ z. B. mit einem Video- oder Panoramakopf können dann noch längere Zeiten genutzt und der Schärfe-Unschärfe-Effekt ausgeprägter wiedergegeben werden.

Mehr Dynamik und gezielte Bewegungunschärfen können durch Mitzieher erreicht werden (Reiter bei 1/4; Sek. | f11 | ISO 100 | 28 mm mitgezogen).

 

Als Ausgangsbasis für Mitzieher frei aus der Hand dienen die Einstellung ISO AUTO und das Programm Av. Nutzen Sie möglichst ein Motiv, das sich quer zur Ihrem Standpunkt bewegt, und verfolgen Sie es kontinuierlich mit Ihrer 6D. Planen Sie am besten die Schärfeebene vor und verwenden Sie den manuellen Fokusbetrieb. Gerade bei Mitziehern ist ein funktionierender Autofokus nicht immer gewährleistet oder kostet ggf. zu viel Zeit zum Scharfstellen. Aktivieren Sie am besten auch den schnellen Serienbildmodus und halten Sie den Finger am Auslöser durchgedrückt. Jetzt ist die Chance sehr groß, dass aus der Serie eine oder mehrere Aufnahmen gelingen.

Empfehlenswerte Ausgangsbasis für kontrollierte Freihandmitzieher mit Ihrer EOS 6D: Programm Av, Auto-ISO und der Serienbildmodus.

 

Sie können alternativ auch das Programm Tv nutzen und dort z. B. mit längeren Zeitvorgaben experimentieren. Geben Sie für ein 50-mm-Objektiv z. B. 1⁄25 Sek. oder für 28 mm 1⁄13 Sek. vor. Wenn Sie dabei weiterhin Auto-ISO nutzen, wird die Logik die Blendenzahl stufenweise erhöhen, was aber bei Mitziehern meist nicht weiter stört, weil die erwünschten Unschärfen allein durch die Bewegung im Umfeld erzeugt werden. Dehnen Sie die Zeit allerdings zu weit aus, sind Überbelichtungen die Folge.

 

Links wird die Bewegung mit kürzerer Verschlusszeit eingefroren, während rechts durch die längere Zeit und mitgezogen mehr Dynamik im Bild entsteht.

 

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Dieser Report wurde am Mittwoch, 14. Mai 2014 erstellt und zuletzt am Mittwoch, 04. Juni 2014 bearbeitet.


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