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Kapitel 3.4 - Hohe Lichtkontraste beherrschen

Kapitel 3.4 - Hohe Lichtkontraste beherrschen

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8 von 8 Lesern fanden diesen Report hilfreich.

Entscheiden Sie selbst:


Mehr Lichtzeichnung - Grauverlaufsfilter simulieren - Optimierte Kontraste - Kontraste schrittweise optimieren - Der richtige RAW-Konverter - Tiefen-Aufhellung - Kontrast mit DPP - HDR-Techniken - HDR durch Belichtungsreihe - HDR mit DPP - HDR mit Photomatix - HDR mit Enfuse -   Inhaltsverzeichnis



3.4 Hohe Lichtkontraste beherrschen

 

Vielleicht kennen Sie das: Spätabends oder gar nachts läuft der Fernseher, während es draußen dunkel geworden ist. Schaltet man kein dezentes Raumlicht dazu, wird der Blick auf die TV-Mattscheibe langsam anstrengend. Grund dafür ist ein zu hoher Kontrast des Bildschirms zur Umgebung. Würde man ihn gar fotografieren und etwa die Spotmessung nutzen, dann wäre er zwar nicht überstrahlt, aber das Umfeld auf dem Foto komplett eingeschwärzt. Der Kontrast kann auch von der Kamera nicht bewältigt werden. Noch schlimmer, die Kamera bzw. der CMOS-Bildsensor bewältigt deutlich weniger Helligkeitsunterschiede als unser Gehirn.

Wir haben tagsüber selten Probleme, mit dem Kontrast klarzukommen. Anders sieht es aus, wenn bei der Pkw-Fahrt die Sonne direkt ins Gesicht fällt. Dann hilft am besten eine dezent angeklappte Sonnenblende oder aufgesetzte Sonnenbrille. Nur sobald die Sonne weg ist, sollte man sie schleunigst wieder entfernen, weil man sonst von der Straße nicht mehr viel erkennt. Hier tritt also eine Situation auf, die unser Sehvermögen vom Dynamikumfang überfordert. Direkter Sonneneinfall übersteigt im Verhältnis zur Umgebung die von uns zu bewältigenden 14 Blendenstufen.

Die 6D verarbeitet intern allerdings nur rund 11 Blendenstufen. Damit fehlen ihr schon mal 3 EV (Exposure Value = Blendenstufe). Die gelten jedoch nur für das RAW-Format, wird JPEG genutzt, landen auf dem Bild nur noch 8 Blendenstufen. Eine Diskrepanz von 6 EV zu unserem Sehvermögen. Diese 6 Stufen gelten auch für die meisten Wiedergabemedien wie Prints bzw. Monitordarstellungen. Deswegen hat sich JPEG als übergreifender Standard etabliert, weil er mit seinen 8 Stufen Dynamikumfang (8 Bit) praktisch verlustfrei überall dargestellt werden kann.

Eine niedrig stehende, stark blendende Sonne kennen alle Autofahrer. Jetzt heißt es, eine Sonnenbrille aufsetzen oder die Sonnenblende herunterklappen. Das Umfeld wird dabei stark abgedunkelt. Der Grund: Wir können nur 14 Blendenstufen verarbeiten und entscheiden uns, weniger von der Sonne geblendet zu werden, dafür aber auch entsprechend weniger vom Umfeld zu sehen.

 

Jetzt kommt es natürlich zu der Diskrepanz, dass ein Bild nicht das wiedergibt, was wir oft vor Ort gesehen haben. Zumindest wenn direkter Lichteinfall eine Rolle spielt. Ein typisches Beispiel sind Landschaftsaufnahmen, die mit blauem Himmel und reichlich Zeichnung im Bodenbereich gesehen werden, aber auf dem Foto trist mit zu dunklen Schattenfeldern bzw. ausgebranntem, reinweißem Himmel wiedergegeben werden. Wie kann man aber die fehlenden 6 Belichtungsstufen ins Bild reinbringen? Eine simple Antwort lautet: Lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen und hellen Sie das Umfeld auf. Diesmal nicht wie im dunklen TV-Wohnzimmer mit Ambiente-Licht, sondern z. B. mit Blitzlicht, Aufhellreflektoren oder Fotolampen. Damit sinkt der Motivkontrast auf ein erträgliches Niveau, im Idealfall auf genau 8 Blendenstufen. Leider hat man nicht immer die Möglichkeit, Kunstlicht einzusetzen. In weitläufigen Landschaften fehlt die Reichweite, Blitzlicht ist hier zudem aus ästhetischen Gründen – insbesondere von Naturfotografen – nicht immer erwünscht.

Links zeigt sich die Landschaft, wie sie direkt mit rund 14 Blendenstufen wahrgenommen wird. Rechts kann die Kamera jedoch höchstens 8 EV (JPEG) erfassen und zeigt daher zu dunkle Schatten und einen nicht mehr intakten Himmel.

 

Eine weitere Alternative besteht in sogenannten HDR-Techniken. Ihre 6D bietet dafür auch einen eigenen HDR-Modus mit kamerainterner Verrechnung. Dabei werden bis zu 3 EV sowohl über- als auch unterbelichtet und so zumindest theoretisch 14 Blendenstufen (–3, 0, +3) erfasst. Da aber bezahlbare und gängige Computermonitore normalerweise nicht mehr als 8 Blendenstufen anzeigen, müssen die 14 Blendenstufen der dreistufigen HDR-Reihe so weit tonwertgemappt werden, dass sie ins 8-Bit-JPEG reinpassen.

Und genau hier besteht die Krux, die oft zu unschönen Säumen, abgedunkelten Randbereichen oder einem unnatürlichen Aussehen führt. HDR hat noch immer mit dem ungelösten Problem zu kämpfen, dass in einem schon gefüllten Gefäß noch mehr Tonwerte untergebracht werden sollen. Das klappt nur, wenn bereits vorhandene komprimiert werden. Und gerade das führt eben häufig zu den genannten Artefakten. Nichtsdestotrotz ist bei sehr hohen Kontrasten die Hilfe der HDR-Technik unverzichtbar. Es stehen aber auch Alternativen zur Verfügung, deren Kontrastverarbeitung zwar begrenzter ist, die aber oft besser beherrschbar bleiben. Dazu zählt allen voran das Rohdatenformat, das ja immerhin knapp 11 Blendenstufen anbietet. Auch hier muss man die Tonwerte auf 8 EV herunterkomprimieren, wenn das volle Potenzial der RAW-Datei genutzt werden soll. Weitere Alternativen bestehen in der Anwendung der kamerainternen Belichtungsoptimierungen und auch durch die Tonwertpriorität.

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Mehr Lichterzeichnung durch Tonwertpriorität


Als seinerzeit die Tonwertpriorität mit der EOS 40D (bzw. 1D Mark III) eingeführt wurde, war ich doch sehr angetan von den neuen Möglichkeiten. Endlich mehr Zeichnung in vormals häufig ausgebrannten Lichtern. Bis mir klar wurde, was die Kamera eigentlich macht, nutzte ich den entsprechenden Parameter gerne. Wenngleich er auch gewisse Nachteile mit sich bringt, da ISO 100 nicht mehr anwählbar ist.

Tonwertpriorität

 

Die Tonwertpriorität macht genau das, was vielfach als genereller Tipp gegeben wird: Sie senkt die Belichtung um eine Stufe ab und hellt kameraintern die dann entsprechend dunkler werdenden Tiefen gleichzeitig wieder um diese Stufe auf. Unterm Strich sind damit die Lichter um eine Stufe weniger vor dem Ausbrennen gefährdet, andererseits bleibt die Zeichnung in den Tiefen aber erhalten.

Wurde die Tonwertpriorität aktiviert, dann zeigt Ihre 6D dies durch ein D+ beim ISO-Wert (auch im Sucher) an. Gleichzeitig sind die ISO-Werte 50–160 und 51200–102400 nicht mehr anwählbar. Außerdem ist die automatische Belichtungsoptimierung im Schnelleinstellungsbildschirm nicht mehr aktivierbar.

 

Wer keine RAWs aufnimmt bzw. keine Bildbearbeitung durchführen möchte, ist mit der Tonwertpriorität durchaus gut bedient. Andererseits kann man die kamerainterne Logik selbst nachstellen, indem man gleich die mittlere Belichtungsstufe um 1 EV absenkt und die Tiefen nachträglich – z. B. im Rohdatenkonverter – aufhellt. Die Ergebnisse sind im Prinzip identisch, meist sogar besser, weil die kamerainterne Aufhellung nicht mit 14 Bit arbeitet, Sie aber in einem guten Rohdatenkonverter die 14 Bit des RAW-Bildes ausnutzen können. Wenn Sie die Bildwirkung der Tonwertpriorität nachstellen, erzielen Sie oft nicht nur etwas bessere Ergeb-nisse, sondern werden auch nicht mehr durch die Grenzen – vor allem durch Beschnitt des unteren ISO-Bereichs auf 200 – behindert. Nachfolgend dazu eine kurze Schrittanleitung.

 

 

Warum die Tonwertpriorität die ISO-Werte blockiert


Unterhalb von ISO 200 können Sie keine ISOWerte mehr ansteuern, sobald die Tonwertpriorität aktiv ist. Canon nutzt diese dann nämlich kameraintern. Bei ISO 200 senkt Ihre 6D klammheimlich den Wert auf ISO 100 ab und erzielt damit die einstufige Unterbelichtung. Jetzt kann sie die Tiefen weitgehend ungestraft wieder aufhellen, da intern ja das Bildrauschen durch den niedrigeren ISO-Wert abgesenkt wurde. Tiefer als ISO 100 kann die 6D jedoch intern nicht gehen, weil ISO 50 selbst nicht nativ, sondern durch eine ganz ähnliche Technik künstlich erzeugt wird (durch eine Überbelichtung bei ISO 100). Die hohen ISO-Werte oberhalb von ISO 25600 sind ebenfalls blockiert, weil sie einfach zu wenig Spielraum in den Tiefen zum Aufhellen bieten, ansonsten wäre die interne Aufhellung durch zu grobes Korn auffällig.

 

1 Mittlere Belichtungsstufe absenken


Falls aktiv, dann deaktivieren Sie zunächst den Parameter Tonwert Priorität im Menü. Diese Schrittanleitung zeigt schließlich, wie man seine Bildwirkung nachstellt, ohne mit seinen Begrenzungen – wie den beschnittenen ISO-Werten – leben zu müssen. Stellen Sie am Programmwahlrad eines der Programme P, Tv oder Av ein. Nützlich ist auch die Wahl des RAW-Formats, da man die dunklen Bildbereiche gegenüber JPEG in der Regel weitreichender aufhellen kann. Senken Sie die mittlere Belichtungsstufe um –1 EV durch einen Linksdreh am Daumenrad ab. Falls die Kamera den Parameter nicht entgegennehmen will, tippen Sie kurz den Auslöser an.

Mittlere Belichtungsstufe absenken

 

2 Motiv ablichten


Nehmen Sie das Motiv auf. Es wäre allerdings kontraproduktiv, wenn Sie mit der Spotbelichtungsmessung auf die Lichter anmessen. Dann würde in der Regel sowieso keine Überstrahlung auftreten. Die hier vorgestellte Technik setzt im Prinzip die Mehrfachbelichtungsmessung voraus, die eben zu partiellen Überstrahlungen führen kann. Bei überwiegend hellen Motiven würde die 18 %-Grauwerteichung zuschlagen, hier empfiehlt sich dann keine einstufige Unterbelichtung, da die Kamera sowieso unterbelichtet.

Motiv ablichen

 

3 Nachträglich aufhellen


Hellen Sie selektiv die im Bild zu dunkel gewordenen Bereiche nachträglich auf. Das funktioniert in einem Rohdatenkonverter am besten, Sie können aber auch eine Tiefen/Lichter-Funktion z. B. in Photoshop nutzen.

Softwarealternativen


Die Bildbearbeitungsfunktion Tiefen/Lichter bzw. vergleichbare Funktionen finden Sie unter:
Photoshop ab CS2: Menü Bild/Anpassungen/Tiefen/Lichter.
Photoshop Elements: Menü Überarbeiten/Beleuchtung anpassen/Tiefen/Lichter.
ACDSee: Menü Extras/Öffnen im Editor/ACDSee und das Symbol Schatten/Lichter.
GIMP (Freeware): derzeit nicht verfügbar, einen Workaround finden Sie hier: www.traumflieger.de/desktop/DRI/dri_gimp.php.
Lightroom: im Modul Entwickeln den Regler Tiefen, alternativ auch Schwarz verwenden.
Digital Photo Professional: über den Button Bearbeitungsfenster die Werkzeugpalette ebenfalls über die entsprechende Schaltfläche einblenden und dort im Karteireiter RAW den Regler Schatten anheben.

 

Hier wird in Adobe Lightroom (ab Version 4.1) der Regler »Tiefen« angehoben, um die zu dunklen Schattenpartien wieder aufzuhellen.

 

Die Zeichnung in den Lichtern – hier im Wasserfall – verbessert sich bei aktivierter Tonwertpriorität, ohne dass die dunkleren Bildbereiche nachdunkeln. Das Rauschen kann in den Tiefen allerdings etwas ansteigen.

 

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Grauverlaufsfilter mit zwei Belichtungen simulieren


Der vielleicht häufigste Fall für Diskrepanzen zwischen realer Szene und späterer Bildauswertung dürfte bei der Landschaftsfotografie eintreten. Ein sonniger Himmel und dunkler Bodenbereich stellen zusammen meist einen zu hohen Kontrast dar, sodass der Fotograf vor einem Problem steht. Entweder er misst den Bodenbereich an und erntet einen ausgebrannten Himmel oder umgekehrt – der Himmel ist gut erkennbar, aber am Boden wird es zu dunkel. Nachfolgend zeigt eine kurze Anleitung, wie sich das Problem mit zwei Aufnahmen und Verlaufsmaske relativ leicht lösen lässt.

1 Kameraeinstellungen vornehmen


Im gezeigten Beispiel wird bei Belichtung auf den Bodenbereich im Himmel eine Überstrahlung von etwa 4 bis 5 Belichtungsstufen erzeugt. Damit ist klar, dass weder RAW-Format noch Tonwertpriorität diese ausgefressenen Lichter retten können (max. 3 EV machbar). Es empfiehlt sich also, jeweils für den Himmel und Bodenbereich eine separate Aufnahme durchzuführen. Dafür sollte unbedingt ein Stativ eingesetzt werden, damit identische Ausschnitte angefertigt werden können. Die EOS 6D wird zunächst wie folgt eingestellt: Programm Av, Brennweite um die 24 mm, Blende 2.8, ISO auf 800, Weißabgleich auf AWB, Qualität L, Belichtungsmessverfahren Live View, One Shot, Bildstil Standard.

2 Zwei Belichtungen aufnehmen


Setzen Sie Ihre EOS 6D auf ein Stativ und schwenken Sie auf den gewünschten Ausschnitt in der Landschaft mit Boden und Himmel. Starten Sie die Live View (Achtung, bei heller Sonneneinstrahlung nicht zu lange in die Lichtquelle halten). Ändern Sie die mittlere Belichtungsstufe auf bis zu –5, sodass der Himmel auf dem Monitor gut durchzeichnet ist. Dafür tippen Sie den Auslöser kurz an und drehen das Daumenrad gegen den Uhrzeigersinn. Lösen Sie aus.

Belichtung 1

 

Erhöhen Sie anschließend die mittlere Belichtungsstufe (bis +5), sodass der Bodenbereich ausreichend hell erscheint. Lösen Sie erneut aus.

Belichtung 2

 

Sie haben nun die zwei Aufnahmen vom selben Ausschnitt mit unterschiedlichen Belichtungszeiten durchgeführt. Jetzt geht es darum, diese mit der Software ineinander überzublenden. Wir nutzen hierfür Photoshop, Sie können aber auch Bildbearbeitungsprogramme wie das kostenlose GIMP (www.gimp.org) oder Photo-Paint einsetzen, die über Ebenen- und Maskentechnik verfügen.

Ein typisches Dynamikproblem lässt sich bei Landschaftsaufnahmen mit klarer Boden-Himmel-Trennung relativ leicht lösen: Aus zwei Belichtungen werden die jeweils hellen Bildpartien mittels Maskierung ineinander übergeblendet.

 

3 Bilder übereinanderlegen


Öffnen Sie beide Aufnahmen in Photoshop und klicken Sie auf die dunklere Aufnahme. Kopieren Sie diese durch die Tastenkombination [Strg]+[A] und [Strg]+[C]. Klicken Sie anschließend auf das Bild mit der helleren Aufnahme und fügen Sie die Zwischenablage über [Strg]+[V] ein. Fügen Sie anschließend der oberen Ebene 1 eine Ebenenmaske hinzu.

Bilder übereinanderlegen

 

4 Verlauf erzeugen


Klicken Sie in der Werkzeugleiste auf das Verlaufswerkzeug (um es sichtbar zu machen, auf dem Eimer die linke Maustaste etwas länger gedrückt halten).

Verlauf erzeugen

 

Wählen Sie einen Schwarz-Weiß-Verlauf in der oberen Bearbeitungszeile aus – falls dort ein anderer Verlauf voreingestellt ist, klicken Sie einfach mit der Maustaste auf den Verlauf.

5 Verlauf anwenden


Ziehen Sie mit der linken Maustaste den Verlauf vom unteren Ende des Horizonts mit einer schmalen Überlappung bis zum oberen Ende des Bodenbereichs. Damit wird ein weicher Übergang erzielt und das untere Bild sichtbar gemacht. Soweit entspricht die Wirkung etwa einem Grauverlaufsfilter.

Verlauf anwenden

 

Lassen Sie die Maustaste los, und der untere, helle Bodenbereich wird eingeblendet. Sie können jetzt noch mit einem Pinsel mit weißer oder schwarzer Farbe in die Maske malen, um die Übergangszone anzugleichen bzw. über den Horizont ragende Elemente dem Gesamteindruck harmonisch anzugleichen.

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Optimierte Kontraste via RAW-Format


Nicht immer bleibt ausreichend Zeit, um vom Stativ aus – wie im vorhergehenden Abschnitt gezeigt – zwei Aufnahmen mit optimiertem Kontrast durchzuführen. Einmalige Situationen, Actionaufnahmen oder z. B. timergesteuerte Bilderserien verlangen in der Regel ebenfalls nach einer optimalen Einstellung für das solitäre Bild. Der Fotograf muss oft mit einer einzigen Aufnahme vorliebnehmen und das Beste aus ihr herauskitzeln. Dafür bietet das RAW-Format ideale Voraussetzungen. Grundsätzlich sind bei der Frage, wie ein hoher Motivkontrast mit einer einzigen Aufnahme am besten eingefangen wird, zwei Ansätze denkbar:

  • Methode 1: Sie belichten so, dass die Lichter – wie im JPEG-basierten Histogramm an der Kamera angezeigt wird – nicht erst ausbrennen, und hellen die dann sehr dunkel werdenden Schattenpartien nachträglich mit der Software auf. Hierbei ist es wichtig, dass ein niedriger ISO-Wert verwendet wird, damit beim Aufhellen kein zu starkes ISO-Rauschen sichtbar wird. Bei diesem Ansatz empfiehlt sich der Verzicht auf die kameraintern wirkende Tonwertpriorität, da sie den ISO-Bereich unterhalb von 200 nicht zulässt und generell zu etwas stärkerem Rauschen in den Tiefen führt.
     
  • Methode 2: Sie belichten – unter Verwendung des RAW-Formats – so, dass die hellsten Bildpartien um bis zu 2 Blendenstufen überstrahlen, und nehmen diese Überstrahlung im RAW-Konverter zurück. Damit sind die dunklen Schattenpartien im Vorwege in der Regel schon gut aufgehellt – Sie müssen jedoch aufpassen, dass beim Tonwert-Mapping keine Fehlfarben bzw. Halos entstehen.

Mit beiden Ansätzen kommt man zunächst zu einem ähnlichen Ergebnis: Oben wurde auf den Himmel belichtet und der Bodenbereich aufgehellt. Im Detail zeigt sich jedoch ein stärkeres Rauschen als bei der unteren Variante, bei der auf den Boden belichtet wurde und die Überstrahlung im Himmel rückgängig gemacht wurde (beide Aufnahmen im RAW-Format durchgeführt).

 

Die Ergebnisse sind nach beiden Methoden zunächst vergleichbar. Allerdings offenbart ein Detailblick, dass die aufgehellten Dunkelpartien nach Methode 1 stärker rauschen, obwohl sie mit ISO 100 aufgenommen wurden. Bei Methode 2 werden die Überstrahlungen im Himmel zurückgenommen. Hier fällt das ISO-Rauschen in dunkleren Bildpartien deutlich geringer aus, aber die längere Belichtungszeit kann zu Unschärfen führen. Persönlich favorisiere ich tendenziell Methode 1, bei der auf die Lichter gemessen und die dunkleren Bildpartien später aufgehellt werden. Erfahrungsgemäß treten bei dieser Methode in der Nachbearbeitung geringere Probleme mit Doppelkonturen oder unnatürlich wirkenden Bildpartien auf (im dunkleren Bereich fallen mäßige Aufhellungen weniger als im hellen Tonwertbereich auf). Von Vorteil ist auch die kürzere Belichtungszeit, die Bewegungs- und Verwacklungsunschärfen minimiert.

Mein 6D-Tipp für Sie:


Bei wenig Zeit und schwer einzuschätzendem Dynamikumfang empfiehlt es sich, das Kamerahistogramm bzw. die Überbelichtungswarnung zu nutzen und später Schatten bzw. dunkle Bildpartien aufzuhellen (Methode 1). Haben Sie genügend Zeit für das Kamera-Setup und zur Ablichtung des Motivs, dann stellen Sie Ihre Kamera so ein, dass sie um bis zu 1 1⁄3 Belichtungsstufen im hellsten Bereich überstrahlt, und nehmen die Überstrahlung später mit dem RAW-Konverter zurück. Das Bildrauschen ist damit deutlich geringer (Methode 2).

 

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Hohe Kontraste schrittweise optimiert aufnehmen


Vorausgesetzt, Ihnen bleibt ausreichend Zeit für die Belichtungsoptimierung und Sie nutzen den richtigen Rohdatenkonverter (siehe nächsten Abschnitt), dann können Sie bei hohen Kontrasten oft noch ein hochoptimiertes Bildergebnis erzielen. Dabei lässt man die Lichter um 1 1⁄3 Stufen ausbrennen und hellt somit die Schattenbereiche auf. Die überstrahlten Lichter werden dann im Rohdatenkonverter wieder korrigiert. Achtung, wenn Sie Digital Photo Professional nutzen, dann ist dieser Workshop nicht geeignet, da die Korrekturmöglichkeiten dieser Software zu eingeschränkt sind.

1 Basiseinstellungen an der 6D


Optimale Einstellungen für Landschaftsaufnahmen sind in der Regel ISO 100, Blende 8 und das Programm Av nebst RAW-Format. Davon gibt es in anderen Szenarien zahlreiche Ausnahmen, etwa im Porträtbereich, wenn eine geringe Schärfentiefe erwünscht (kleinere Blendenzahl wie z. B. f2.8) und – falls Bewegungsunschärfen drohen – oft auch ein höherer ISO-Wert notwendig ist. Im Beispiel wird die Live View genutzt, weil man ein Livehistogramm einblenden kann. Daher ist die Wahl der Belichtungsmessmethode unerheblich (in der Live View gibt es nur eine nicht änderbare Messmethode).

Basiseinstellung

 

2 Live View starten


Starten Sie die Live View über die START/STOPTaste. Drücken Sie anschließend die INFO.-Taste so lange, bis rechts im Livebild das Helligkeitshistogramm eingeblendet wird.

Das Helligkeitshistogramm

 

3 Histogramm anschlagen lassen


Ändern Sie die mittlere Belichtungsstufe so lange, bis das Histogramm exakt rechts an den Begrenzungsrahmen anschlägt. Im Beispiel wird das via Rechtsdreh am Daumenrad ermöglicht, ggf. müssen Sie aber auch die andere Richtung wählen. Beachten Sie, dass der Ausschlag des Histogramms manchmal sehr klein ausfällt. Dann sollte auch nur dieser kleine „Vorsprung“ rechts anschlagen! Falls sich die mittlere Belichtungsstufe nicht ändern lässt, dann tippen Sie kurz den Auslöser an (Sie können dann innerhalb von sechs Sekunden die Belichtungsstufe via Daumenrad ändern).

Histogramm anschlagen lassen

 

4 Histogramm anschneiden


Bringen Sie das Histogramm über den rechten Rahmen hinaus um 11⁄3 Stufen in den Anschnitt. Das führt in den Lichtern zu einer entsprechenden Überstrahlung, die aber im nächsten Schritt im RAW-Konverter wieder rückgängig gemacht wird. Um diese 11⁄3 Stufen in den Anschnitt zu bringen, drehen Sie das Daumenrad exakt vier Rastpositionen im Uhrzeigersinn (ggf. kurz vorher den Auslöser antippen, damit das Daumenrad reagiert).

Histogramm anschneiden

 

5 Lichter- und Schattenkorrektur im RAW-Konverter


Die Lichter sind jetzt um 1 1⁄3 Stufen überstrahlt und der Schattenbereich ist im Beispiel noch immer zu dunkel. Beides korrigieren Sie in einem externen Rohdatenkonverter, im Beispiel in Adobe Lightroom. Sie können aber auch DxO Optics mit vergleichbaren Ergebnissen und – soweit das RAW-Format der 6D unterstützt wird – auch andere Rohdatenkonverter nutzen (das hauseigene Digital Photo Professional ist hingegen bei der Tonwertmanipulation zu sehr eingeschränkt).

Lichter- und Schattenkorrektur

 

Ziehen Sie den Lichter-Regler in Lightroom (oder beim RAW-Importdialog von Photoshop) so weit zurück, bis die Überstrahlungen verschwinden. Hellen Sie auch den Schattenbereich über den Regler Tiefen auf, bis Ihnen das Ergebnis zusagt. Gegebenenfalls nutzen Sie ergänzend auch den Regler Schwarz.

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Den richtigen RAW-Konverter wählen


Das Korrekturpotenzial des Rohdatenformats übersteigt die Möglichkeiten von JPEG-Bildern erheblich. Während man bei JPEG-Aufnahmen schnell zu dunkle bzw. unrettbar ausgebrannte Bildbereiche erntet, können sie im RAW-Format oft noch rekonstruiert werden. Die Frage ist nur, wie weitgehend die Korrektur möglich ist.

Das überbelichtete Chart wurde mit Digital Photo Professional korrigiert. Mehr als rund 1⁄3 Stufe ist aber in den Lichtern nicht rekonstruierbar. Mit Adobe Lightroom/Photoshop lässt sich die 6D-RAW-Datei hingegen viel weitreichender im Bereich der Lichter korrigieren. Etwa um 11⁄3 Blendenstufen.

 

Das ist auch eine Frage, mit welchem Rohdatenkonverter Sie arbeiten. Das im Lieferum fang enthaltene Digital Photo Professional (DPP) ist leider kaum in der Lage, Lichter zu retten. Es bewegt sich im Prinzip selbst bei RAW-Dateien auf dem Niveau von JPEG-Bildern und stellt darüber nur ca. 1⁄3 Belichtungsstufe mehr Korrekturpotenzial bereit. Das heißt, ausgebrannte Lichter bleiben weiterhin ausgebrannt, selbst wenn Sie den Helligkeitsregler oder den Regler für Lichter (Highlight) herunterdrehen. Canon ordnet die Korrektursektion im RAW-Karteireiter auch den Picture Styles zu und deutet damit vielleicht an, dass die Korrekturen eben auf demselben Niveau bleiben (Picture Styles decken auch nur 8 Bit ab). Viel mehr Korrekturpotenzial können Sie mit Rohdatenkonvertern von Drittanbietern nutzen, die regelmäßig die 14 Bit des Rohdatenformats Ihrer 6D ausreizen. Adobe Lightroom bietet eine Lichterrekonstruktion, die bei rund 1 1 ⁄3 Belichtungsstufen liegt, und ist damit Digital Photo Professional um eine ganze Stufe überlegen. Das gilt gleichermaßen für Adobe Photoshop (und auch Elements), das auf das gleiche RAW-Modul Adobe Camera Raw wie Lightroom zurückgreift. Auch mit DxO Optics kann man Lichter auf dem Niveau von Adobe- Produkten retten. Weitere Rohdatenkonverter werden sicherlich bald auch die 6D unterstützen.

Die deutlichen Überbelichtungen auf der Schachfigur auf einer Ahorn-Platte sind in Digital Photo Professional so gut wie nicht korrigierbar. Bei Drittanbieter-Rohdatenkonvertern wie z. B. Lightroom/Photoshop (ACR) lassen sich die Helligkeit und damit auch die Farbe hingegen sauber rekonstruieren.

 

Interessant dürfte dabei vor allem der kostenlose Konverter RawTherapee (www.rawtherapee.com) werden, der nach meinen Erfahrungen den kostenpflichtigen Rohdatenkonvertern bei den Korrekturmöglichkeiten nicht nachsteht und damit Digital Photo Professional mit den RAW-Dateien der 6D ebenfalls haushoch überlegen sein dürfte. Der Konverter Bibble (www.application-systems. de/bibble/) und auch der Phase-One-Konverter Capture One zählen ebenfalls zu den Kandidaten, die mit den CR2-Dateien Ihrer 6D mehr werden anfangen können als das leider unterbemittelte Digital Photo Professional.

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Tiefen-Aufhellung


Die Kontrastoptimierungen betreffen natürlich nicht nur überstrahlte Bereiche, sondern auch Aufhellungen in zunächst tiefdunklen Bildbereichen. Bei hoher Lichtdynamik im Motiv sind oft sowohl die Lichter als auch Schattenbereiche korrekturbedürftig. Auch hier sind Rohdatenkonverter dem hauseigenen Digital Photo Professional überlegen. Lightroom oder Photoshop, aber auch weitere Konverter bieten lineare Aufhellmöglichkeiten von 5 Blendenstufen (Belichtungsregler). Digital Photo Professional hingegen im RAW-Karteireiter nur 2 EV. Selbst wenn man die lediglich etwa 1 EV aufhellende Schattenkorrektur ergänzend nutzt, muss man dennoch oft ins RGB-Modul wechseln. Das ist an sich nachteilig, weil hier nur in 8 Bit im Bereich der Gradationskurve aufgehellt werden kann.

Im unbearbeiteten RAW sind die Schattenbereiche um 5 EV unterbelichtet und fast komplett eingeschwärzt (ISO 100). Während sich mit Lightroom diese dunklen Bildpartien noch weitgehend sauber aufhellen lassen, ist DPP überfordert und kann hier nur mithilfe des »RGB«-Karteireiters ausreichend Licht reinbringen; die Tiefen rettet das allerdings kaum.

 

Da aber schon der RAW-Karteireiter von DPP lediglich 8 Bit verarbeitet, bleibt das Niveau so oder so unterhalb der 14-Bit-Verarbeitung externer RAWKonverter.

Farbverschiebungen im RAW-Konverter vermeiden


In Lightroom und anderen Rohdatenkonvertern kann es vor allem bei hohen ISO-Werten zu Farbverschiebungen beim Aufhellen dunkler Bereiche kommen. Diese treten beim JPEG-Format nicht auf. Selbst bei RAW-Dateien in Digital Photo Professional ist das Phänomen kaum zu beobachten. Die höhere Dynamikverarbeitung führt dazu, dass die RGB-Kanäle in den Tiefen nicht mehr zueinander in Deckung liegen (z. B. ist der Grünkanal noch ausdifferenziert, der rote Kanal aber nicht mehr). Wird jetzt im RAW-Konverter aufgehellt, erfasst man nicht mehr alle drei, sondern weniger RGB-Farben. Dabei kommt dann häufig ein bläulicher, lila bzw. rosa Farbton zum Vorschein. Das Problem lässt sich lösen, wenn Sie die RAW-Datei als JPEG exportieren und anschließend wieder nach Lightroom reimportieren. Keine sehr elegante, aber durchaus gangbare Lösung.

 

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Kontrastkorrekturen mit Digital Photo Professional


Trotz der gezeigten Einschränkungen bei der Kontrastoptimierung von RAW-Bildern ist Digital Photo Professional bei Anwendern beliebt. Wohl auch deshalb, weil es schlichtweg kostenlos ist und der Kamera beiliegt. Es bietet allerdings auch Spezialfunktionen, die eng auf Ihre 6D abgestimmt sind und die anderen Konvertern komplett oder zumindest teilweise fehlen. Dazu gehört z. B. die mit dem kamerainternen Parameter Staublöschungsdaten korrelierende Entstaubungsfunktion, Objektivfehlerkorrekturen sowie die neue Mehrfachbelichtungs- und HDR-Funktion. DPP kann auch die kamerainternen Bildstile weitgehend analog anwenden bzw. nachträglich ändern, und nicht zuletzt ist es der erste Rohdatenkonverter, der die RAW-Dateien überhaupt entwicklen kann. Bei alternativen Konvertern muss man hingegen auf die Unterstützung erst noch warten. Grund genug, DPP auch hinsichtlich der Kontrastverbesserungsmöglichkeiten näher vorzustellen, auch wenn sie leider nur auf 8-Bit-Niveau liegen.

1 Bild im Bearbeitungsfenster öffnen


Wenn Sie DPP starten, wird zunächst die Thumbnail- Übersicht angezeigt. Wählen Sie das Bild mit der linken Maustaste an und klicken Sie auf den Button Edit image window (Bearb.fenster). Die Aufnahme wird jetzt im Bearbeitungsfenster geöffnet.

Bildbearbeitungsfenster öffnen

 

2 Werkzeugpalette einblenden


Blenden Sie die Werkzeugpalette ein, die rechts im Fenster angezeigt wird. Falls sie nicht sichtbar ist, klicken Sie auf die Schaltfläche Tool Palette (Werkzeugpalette) oder nutzen die Tastenkombination [Strg]+[T].

3 Belichtungskorrektur


Ziehen Sie den Regler Highlight (Lichter) auf –5 und Shadow (Schatten) auf +5. Diese Einstellungen werden auch im darüberliegenden Histogramm dokumentiert. Eingriffe in die Kurve sind hier jedoch nicht möglich.

Kontrastkorrektur mit Digital Photo Professional

 

4 Optimierungen im Register RGB


Klicken Sie auf das Register RGB und setzen Sie mit der linken Maustaste auf der diagonalen Linie im RGB-Histogramm mittig und jeweils die Mitte teilend insgesamt drei Anfasserpunkte. Ziehen Sie den unteren und oberen Anfasserpunkt mit der Maus, sodass ein Fragezeichen geformt wird. Spielen Sie etwas mit der Kurve, bis Ihnen das Bild gefällt. Eine unnatürliche Bildwirkung kann jedoch schnell entstehen, daher empfiehlt sich ein dezenter Umgang mit der Tonkurve.

Der mittlere Anfasserpunkt fixiert die Tonwertkurve. Ziehen Sie am unteren und oberen Punkt, bis ein dezentes Fragezeichen geformt ist.

 

5 Speichern


Zum Schluss kann das Bild noch ins JPEG- oder TIF-Format konvertiert werden. Dies erreichen Sie über den Menüpunkt File/Convert and save (Datei/ Konvertieren und speichern). Tipp: Sie können sich über den Menüpunkt View (Ansicht) auch einen Vorher-nachher-Vergleich einblenden lassen!

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HDR-Techniken anwenden


Sobald die Dynamik einer einzelnen RAW-Datei oder kamerainterne Hilfsmaßnahmen via automatischer Belichtungsoptimierung bzw. Tonwertpriorität nicht mehr ausreichen, bieten sich Optimierungsmöglichkeiten durch miteinander verrechnete Belichtungsreihen. Das Ergebnisbild wird dann als HDR bzw. HDRI (High Dynamic Range Image) bezeichnet. Solche HDR-Bilder können bis zu 32 Bit enthalten und damit 32 Blendenstufen abdecken. Dafür bräuchte man theoretisch eine Reihe von 13 Aufnahmen (8-Bit-Ausgangsbild und 12 Aufnahmen mit 2 Stufen Spreizung). Eine solche Bilderserie entspricht einer Bandbreite von 1⁄8000 Sek. bis über 30 Minuten Belichtungszeit. Sie wird allerdings selten benötigt und würde unser bei 14 Bit angesiedeltes Sehvermögen bereits deutlich übersteigen.

Kameraintern haben Sie zwei Möglichkeiten, um HDR-Bilder zu erzeugen: 1. Sie stellen am Programmwahlrad SCN ein und wählen »HDR-Gegenlicht« an. Nachteile: kaum Eingriffsmöglichkeiten, meist zu schwache Verrechnung und das Bild wird stets seitlich beschnitten. 2. Sie stellen eines der Kreativprogramme am Programmwahlrad ein (P/Tv/Av/M) und wählen im Menü den Eintrag »HDR-Modus«. Nachteil: Die Verrechnung ist meist zu schwach. Ist der Eintrag »HDR-Modus« eingegraut, dann wechseln Sie die Bildqualität auf JPEG oder schalten eine ggf. aktivierte AEB-Reihe ab.

 

Native HDR-Formate können 32 Bit speichern, z. B. unter Photoshop, aber auch mit dem Radiance- Format (.hdr) oder Open-EXR-Format (.exr). Nur betrachten kann man sie erst mal nicht vollständig am Monitor, weil das Display nur 8 Bit abbildet. Sie müssen erst noch entwickelt und in 8 Bit überführt werden. Dieser Prozess wird als Tonemapping bezeichnet und stellt manchmal hohe Anforderungen sowohl an das HDR-Programm als auch an den Bildbearbeiter.

Mein 6D-Tipp für Sie:


Die kamerainternen HDRFunktionen der EOS 6D greifen so dezent ein,dass man vielfach auch gleich darauf verzichten kann. Nutzen Sie lieber die AEB-Funktion und verrechnen Sie die Einzelaufnahmen mit einem externen HDR-Programm, dann bekommen Sie hohe Kontraste viel besser in den Griff!

 

 

Da HDR-Programme das Motiv als solches nicht erkennen, sind Standardentwicklungen stets der Gefahr ausgeliefert, unnatürlich zu wirken. Helligkeitssäume und befremdlich wirkende Farbflächen können dabei relativ häufig entstehen. Jetzt ist der Fotograf gefordert, um das Tonwert-Mapping har-monisch durch entsprechende Eingriffe im Bildbearbeitungsprogramm zu gestalten. Das Problem dabei ist ein generelles: Die darstellbaren 8 Bit sind bereits mit Tonwerten gefüllt und jetzt kommen bis zu 24 Bit hinzu, die dort eigentlich keinen Platz finden und teils andere Tonwerte verdrängen.

Das interne HDR-Programm der EOS 6D HDR-Gegenlicht (Scene) bzw. die Menüfunktion »HDR-Modus« bringen nur eine geringfügige Kontrastoptimierung gegenüber einem Einzelfoto. Erst eine externe HDR-Verrechnung, die hier mit Oloneo erstellt wurde, kann überzeugen.

 

Auch die kameraintere HDR-Funktion Ihrer 6D – egal ob im Scene-Programm HDR-Gegenlicht oder über die HDR-Funktion im Menü genutzt – leidet im Prinzip unter diesem Problem. Allerdings hat Canon aus den oft künstlich aussehenden Ergebnisbildern einer 5D III gelernt und daher an der EOS 6D die kamerainterne HDR-Verrechnung stark abgemildert. Das führt zwar dazu, dass der in weißen Flächen auffällige, dunkle Schleier vermieden wird. Aber die Kehrseite ist leider, dass die 6D-Ergebnisbilder wenig optimal daherkommen.

Durch eine verrechnete Belichtungsreihe können hoch kontrastreiche Szenen in einem HDR-Bild wiedergegeben werden. Im Beispiel zeigt der Fliegenpilz sowohl aufgehellte Schattenbereiche als auch einen intakten blauen Himmel.

 

Der HDR-Effekt mit seinem Kontrastausgleich ist zu schwach ausgeprägt. Wenn Sie allerdings HDRBilder mit externen Programmen entwickeln, können Sie beide Probleme vermeiden und häufig natürlich wirkende, optimierte HDR-Entwicklungen erzielen.

An der 5D III sehen kamerainterne HDR-Verrechnungen wegen Säume oder dunkler Schattenfelder oft künstlich aus (siehe Beispielbild). Ihre 6D vermeidet das Problem zwar, gleicht den Kontrast jedoch zu geringfügig im Ergebnisbild an.

 

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HDR durch Belichtungsreihe erstellen


Es lohnt sich aus den genannten Gründen, gleich auf die grundlegende Technik mittels automatischer Belichtungsreihe und externer Verrechnung einzugehen.

Erfreulicherweise ist die dafür zuständige AEBFunktion (Auto Exposure Bracketing) an Ihrer 6D von drei auf fünf und sieben Stufen und damit auf ein professionelles Niveau – wie an den 1D-Modellen – erweitert worden. Daneben bietet nur die EOS 5D Mark III unterhalb der 1D-Klasse ebenfalls diese erweiterte Belichtungsreihenfunktion.

Mit dem Android-Handy (Samsung Galaxy S III) wird die 6D mit der App DSLR Controller gesteuert. Hier kann man in der HDR-Funktion durch rote Trennlinien gleich sehen, ob die Belichtung an ihre Grenzen stoßen wird. Alternativ kann die App die Belichtungsreihe nicht nur über Belichtungszeit, sondern auch durch Blenden- und ISO-Wert-Kompensation erzeugen.

 

Sie können mit der siebenstufigen AEB-Reihe Kontraste mit bis zu 20 Belichtungsstufen bzw. – durch einen dreistufigen Spreizwert – gar auf bis zu 27 EV erfassen. 20 Stufen sind vor allem bei nächtlichen Motiven interessant, während man tagsüber mit direkter Sonneneinstrahlung sowohl die Lichter als auch tiefdunkle Schattenpartien regelmäßig mit einer vierstufigen Belichtungsreihe abdecken kann. Da die AEB-Funktion jedoch keine vier, sondern nur drei bzw. fünf Stufen anbietet, empfiehlt es sich meist, die fünfstufige AEB-Reihe mit einem zweistufigen Spreizwert zu wählen.

Wann Sie HDR-Techniken einsetzen sollten


Als Faustformel gilt: Sobald die Sonne bzw. eine Kunstlichtquelle direkt in der Szene fotografiert werden soll, empfiehlt sich der Einsatz der HDRTechnik. Und zwar mit fünf Stufen bei einem zweistufigen Spreizwert. Ist die Lichtquelle abgemildert, wie etwa bei der Sonne, wenn sie von einem Dunst- bzw. Wolkenschleier überlagert wird, dann reicht oftmals schon eine dreistufige Belichtungsreihe. Manchmal auch schon ein zu optimierendes Einzel-RAW (wie im vorherigen Abschnitt dargelegt).

 

Da die Einzelabschnitte in der Regel nicht zueinander abweichen sollten und teils sehr lange Belichtungszeiten entstehen, sollten Sie regelmäßig mit einem Stativ arbeiten. Bewegtelemente sind ebenfalls problematisch, da sie sich nur schwer zueinander in Deckung bringen lassen. Insoweit sollte das Motiv idealerweise ruhig sein. Bei Landschaftsaufnahmen sind daher windruhige Tage besonders geeignet, während Bauwerke auch bei stürmischem Wetter still halten.

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1 Belichtungsreihe auf fünf Stufen erhöhen


Da im Beispiel mit der Sonne eine direkte Lichtquelle aufgenommen wird, empfiehlt sich die Erhöhung der Belichtungsreihe von drei auf fünf Stufen. Nutzen Sie dafür die Individualfunktion C.Fn I Nr. 5 und den Menüeintrag Anzahl Belichtungsreihenaufn. Geben Sie dort 2:5 Aufnahmen vor.

Belichtungsreihe mit fünf Stufen

 

Am besten ändern Sie auch den Menüeintrag Automatisches Bracketingende auf OFF (C.Fn I Nr. 3), was zumindest hilfreich ist, wenn Sie eine längere HDR-Session planen. Dann behält Ihre 6D die im nächsten Schritt einzustellende Belichtungsreihe auch nach dem Abschalten der Kamera. Nützlich ist auch die Einstellung im Menüeintrag Bracketing-Sequenz in der Reihenfolge –, 0, + (C.Fn I Nr. 4). Sie erleichtert das Dateihandling, sodass Sie im Bildbetrachtungsprogramm eine zusammengehörige Reihenbelichtung schneller erkennen können. Wichtig ist die Einstellung auf –, 0, + auch deshalb, weil Sie im Livebild dann bei halb durchgedrücktem Auslöser bereits erkennen können, ob die Lichterpartien intakt sind!

Bracketing-Sequenz

 

Anzahl Belichtungsreihenaufnahme ins My Menu stellen


Da man nicht immer fünf, sondern auch oft drei Reihenbelichtungen benötigt, lohnt es sich, den Menüeintrag Anzahl Belichtungsreihenaufn. im My Menu abzulegen. Sie haben ihn dann im schnellen Zugriff!

 

2 Belichtungsreihe aktivieren


Aktivieren Sie die Belichtungsreihenfunktion (AEB). Sie können dafür ins Menü einsteigen und im dritten roten Karteireiter den obersten Eintrag nutzen oder über den Schnelleinstellungsbildschirm (Q-Taste) die Belichtungskorrektur anwählen. Im Schnelleinstellungsbildschirm drücken Sie am besten die SET-Taste, um dann im Untermenü Belicht. korr./AEB-Einst. mithilfe des Einstellrads (beim Auslöser) die Belichtungsreihe aufzuspreizen. Geben Sie einen Spreizwert von zwei Stufen vor. Dieser Wert ist in der Regel optimal, während man mit drei Stufen mit vielen HDR-Programmen Schwierigkeiten bekommt, da die Ergebnisse dann schnell unnatürlich wirken können. Kleinere Spreizwerte unterhalb von 2 EV sind hingegen oft unnötig und decken einen zu geringen Kontrast ab.

Belichtungsreihe aktivieren

 

3 Selbstauslöser aktivieren


Aktivieren Sie den zweisekündigen Selbstauslösermodus. Nachdem Sie den Auslöser durchgedrückt haben, führt er die Belichtungsreihe selbstständig aus. Wird er hingegen nicht aktiviert, müssten Sie den Auslöser für jede Einzelbelichtung separat drücken, was selbst bei Stativeinsatz wegen möglicher Verwackler nicht zu empfehlen ist. Wenn Sie frei aus der Hand HDR-Aufnahmen durchführen wollen, können Sie auch den schnellen Serienbildmodus einstellen und den Finger dann auf dem durchgedrückten Auslöser liegen lassen. Die Belichtungsreihe wird dann ebenfalls vollständig abgearbeitet. Im Beispiel empfiehlt sich jedoch der zweisekündige Selbstauslösermodus.

Selbstauslöser aktivieren

 

4 Belichtung prüfen


Starten Sie die Live View und drücken Sie den Auslöser halb durch. Sie können jetzt am Kameramonitor erkennen, ob die Lichter intakt und nicht mehr überstrahlt sind. Das funktioniert nur, wenn Sie den Menüpunkt Bracketing-Sequenz auf –, 0, + eingestellt (C.Fn I Nr. 4 auf 1) und keinen eingeschalteten Kompaktblitz aufgesteckt haben. Sind die Lichter dennoch überstrahlt, können Sie die mittlere Belichtungsstufe via Dreh gegen den Uhrzeigersinn am Daumenrad reduzieren. Alternativ kann auch der Cursor im Livebild auf die Lichtquelle verschoben werden. Prüfen Sie erneut, ob die bildwichtigen, hellen Bereiche intakt sind, während Sie den Auslöser halb durchdrücken. Sie können ansonsten auch die Belichtungsreihe von fünf auf sieben Stufen erhöhen (siehe Schritt 1).

Per Handy Belichtungsreihe auslösen


Nutzen Sie die Wi-Fi-Funktion, um mit Ihrer 6D per Handy die Belichtungsreihe auszulösen. Das hat u. a. den Vorteil, dass die Kamera nicht weiter berührt zu werden braucht und somit die auch nach 2 Sek. möglicherweise noch auftretenden Verwackler vermieden werden. Die App EOS Remote bietet zwar keine eigene Belichtungsreihenfunktion, aber wenn Sie an der Kamera den zweisekündigen Selbstauslösermodus und die AEB-Funktion aktiviert haben, dann wird diese Funktion auch vom Handy oder Tablet ausgelöst. Mehr zur Wi-Fi-Funktion finden Sie in Kapitel 6.3.

 

Das Motiv wird zunächst im Livebild mit der mittleren Belichtungsstufe dargestellt. Es zeigt noch ausgebrannte Lichter und zu dunkle Schattenpartien.

 

Sobald Sie den Auslöser halb durchdrücken, wird die dunkelste der Reihenbelichtungen simuliert. Hier zeigt sich jetzt die Sonne.

 

5 Auslösen


Drücken Sie den Auslöser voll durch. Jetzt werden alle Reihenbelichtungen nacheinander selbstständig ausgelöst. Ihnen liegen auf der Speicherkarte anschließend fünf Aufnahmen mit jeweils unterschiedlicher Belichtung vor.

Belichtungsreihe

 

6 Belichtungsreihenbilder verrechnen


Die Aufnahmen werden jetzt mit einem HDR-Programm Ihrer Wahl miteinander verrechnet. Sie können dafür sogar das im Lieferumfang enthaltene Digital Photo Professional nutzen, wenn Sie nur drei Reihenbelichtungen durchgeführt haben (Menü Tools/Start HDR Tool). Mehr Details dazu im nächsten Abschnitt. Da im Beispiel jedoch fünf Aufnahmen vorliegen, müssen Sie eine alternative HDR-Software verwenden. Der Markt bietet hier eine ganze Reihe von HDR-Programmen. Beliebt ist beispielsweise Photomatix, aber auch HDR Efex Pro. Persönlich nutze ich am liebsten Oloneo und auch das Lightroom-Plug-in Enfuse, das als Donationware wenigstens 1 Euro kostet. Es gibt auch kostenlose Programme wie z. B. das Traumflieger DRI-Tool. Sie können auch Photoshop nutzen, das nachfolgend kurz besprochen wird. Öffnen Sie in Photoshop im Menü Datei/Automatisieren/ Zu HDR Pro zusammenfügen. In Lightroom können Sie diese Funktion auch direkt via rechter Maustaste im Kontextmenü über Bearbeiten in/In Photoshop zu HDR Pro zusammenfügen ansteuern. Wählen Sie im anschließenden Dialogfenster über die Schaltfläche Durchsuchen die Bilddateien Ihrer Belichtungsreihe und klicken Sie dann auf OK. Der gesetzte Haken Quellbilder nach Möglichkeit automatisch ausrichten ist in der Regel hilfreich.

HDR zusammenführen in Photoshop

 

Wählen Sie im nachfolgenden Dialogfenster als Modus 16-Bit und Lokale Anpassung. Sie können dann das Tonemapping über einige Regler Ihren Vorstellungen gemäß anpassen. Speichern Sie anschließend die Photoshop-Datei.

Quelldateien

 

Modus: 16-Bit

 

Das HDR-Bildergebnis zeigt sowohl intakte Lichter als auch aufgehellte Schattenpartien.

 

HDR-Techniken sind auch für Panoramafotografen äußerst wichtig. Hier habe ich die Einzelabschnitte eines 360°-Panoramas jeweils als dreistufige Belichtungsreihe aufgenommen. Nur so konnte noch die Umgebung mit Wolkenhimmel sichtbar gemacht werden.

 

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HDR-Funktion mit Digital Photo Professional nutzen


Digital Photo Professional bietet seit Neuestem als Extra die Verrechnung von Reihenbelichtungen zu einem HDR-Ergebnisbild. Dafür müssen allerdings drei Reihenbelichtungen vorliegen. Haben Sie etwa die fünfstufige AEB-Funktion angewendet, ist Digital Photo Professional nicht mehr zur Verrechnung geeignet. Öffnen Sie Digital Photo Professional.

Selektieren Sie in der Browser-Ansicht die drei Quellaufnahmen mit der Maus ([Strg]-Taste nutzen, wenn sie nicht zusammenliegen). Wählen Sie im Menü Tools/HDR Start. Im Dialog sollten die drei Aufnahmen vorbelegt sein. Falls nicht, können Sie über die darunterliegenden Schaltflächen das jeweilige Bild der Belichtungsreihe laden oder auch ändern. Klicken Sie auf Start HDR.

Start HDR

 

Im nachfolgenden Dialog Adjust Image können Sie den Preset ändern, vor allem jedoch durch die Regler die Helligkeit, Sättigung und den Kontrast beeinflussen, aber auch Detailverbesserungen vornehmen. Spielen Sie ein wenig mit den Reglern; Sie werden ein deutlich besseres Ergebnis erzielen, als wenn Sie alternativ eine der kamerainternen HDR-Funktionen nutzen würden. Speichern Sie zum Schluss über die Schaltfläche Save As. 32-Bit-Formate werden im Export allerdings nicht unterstützt.

Adjust Image

 

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HDR-Verrechnung in Photomatix


Ein kompletter Workflow zu Photomatix würde den Rahmen des Buches sprengen, daher nachfolgend ein paar grundlegende Tipps, wie Sie durch Mittelwertbildung den Kontrastumfang steigern können. Photomatix gehört zu dem HDR-Programm der ersten Stunde und strotzt entsprechend vor Funktionen (eine kostenlose Testversion können Sie unter www.hdrsoft.com/de/ herunterladen). Allerdings erfordert das Tonwert-Mapping nach wie vor viel Feingefühl und führt nicht immer zum Ziel. Alternativ kann man aber auch die Methode Exposure Fusion nutzen, die aus der Belichtungsreihe den Mittelwert bildet. Eingriffe sind dann noch über das Dialogfeld Method/Adjust möglich. Hier erzielen Sie zusätzlich noch eine Rauschreduktion, weil in jeder Einzelaufnahme das ISO-Korn anders verteilt ist und sich ausmittelt. Die dunklen Bildbereiche können Sie daher sauberer aufhellen, als wenn Sie den alternativen Prozess Tone Mapping wählen. In der Praxis hat es sich allerdings vielfach bewährt, zunächst den Prozess Exposure Fusion anzuwenden und anschließend ergänzend den Prozess Tone Mapping zu nutzen (siehe Bild auf der nächsten Seite).

In Photomatix hat sich der Prozess »Exposure Fusion« bewährt, der auch zu einer Rauschreduktion führt. Ergänzend kann man nach Klick auf die Schaltfläche »Process« noch »Tone Mapping« zusätzlich anwenden. Das erleichtert die Tonwertaufbereitung vielfach, als wenn man »Tone Mapping« direkt anwendet.

 

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HDR-Verrechnung mit Enfuse für Lightroom


Enfuse basiert ursprünglich auf Kommandozeilen und verrechnet mehrere Aufnahmen zu einem tonwertgemappten HDR-Bild. Das Programm ist als Stand-alone, aber auch als Lightroom-Plug-in mit menügestützter Eingabe als Donationware verfügbar (www.photographers-toolbox.com/products/ lrenfuse.php).

Nach einer beliebigen Spende an den Autor Timothy Armes kann Enfuse direkt aus Lightroom im Hintergrund JPEG oder RAW-Bilder so verrechnen, dass die Ergebnisse oft überraschend ausgewogen, aber hochdynamisch ausgegeben werden. Beim Tonemapping wird eine Durchschnittsberechnung mit besonderer Gewichtung der intakten, gut belichteten Bildbereiche durchgeführt (Mertens-Kauz-Van-Reeth-Überblendverfahren). Die ist zwar nicht immer fehlerfrei, in der Mehrzahl der Verrechnungen aber sehr überzeugend. Weil eben auch eine Durchschnittsverrechnung anteilig vorgenommen wird, wird dabei auch das Bildrauschen ausgemittelt. Das Ergebnisbild ist daher weniger verrauscht als die Einzelbilder. Man kann daher bei Bedarf regelmäßig noch qualitativ hochwertige Aufhellungen am finalen Bild vornehmen. Für Lightroom-Anwender ist der Komfort natürlich besonders hoch, weil Enfuse – als Plug-in eingebunden – direkt in Lightroom aufrufbar ist und die Bildverrechnung dort auch gleich per automatischem Reimport zur Verfügung steht.

Nach Installation ist Enfuse für Lightroom unter den Zusatzmodulen aufrufbar. Ein klassisches Exportmodul mit externer Benutzeroberfläche – wie etwa für Photomatix oder HDR Efex Pro – ist wegen eingeschränkter Parameterbearbeitung auch kaum sinnvoll.

 

Wie allen HDR-Programmen bereiten auch Enfuse Motivbewegungen Probleme. Hierbei wird man in der Regel mit Photomatix bessere Ergebnisse erzielen. Das automatische Ausrichten dauert zudem in Enfuse selbst auf performanten Computern relativ lange. Bei linearen Verschwenkungen von Freihandaufnahmen ist die Korrektur zwar hilfreich, wehende Blätter, Schilf oder Äste im Wind gehen über die Kapazität des Programms aber hinaus. Damit haben allerdings prinzipiell praktisch alle HDR-Programme Probleme. Mit Enfuse können auch mehrere Lightroom-Bilderstapel im Batchmodus abgearbeitet werden.

 

Meine HDR-Softwareempfehlung für Sie:


Den im Schnitt besten und schnellsten Workflow realisiere ich mit dem HDR-Programm Oloneo. Diese HDR-Software ist daher mein Tipp für ambitionierte 6D-Fotografen! Etwas bequemer ist allerdings für Lightroom-Nutzer manchmal das Plug-in Enfuse, weil man Lightroom nicht verlassen muss.

Photomatix ist bei der automatischen Ausrichtung von nonlinearen Bewegungen sehr stark, schwächelt aber durch eine undurchsichtige Parametersteuerung. HDR Projects Platin ist ebenfalls etwas kompliziert, gibt RAW-Verrechnungen derzeit nur farbstichig in Adobe RGB aus, und die löbliche Maskierungsfunktion gegen Bewegungsfehler ist leider nur eine schwache Hilfskonstruktion, die dann keine HDR-Verrechnung mehr beeinhaltet, sondern ein Einzelbild überblendet.

Mit HDR Efex Pro von Nik konnte ich mich nie so richtig anfreunden, weil die Startverrechnung – ähnlich wie bei Photomatix – oft nicht ideal ausfällt und wegen zu schwacher Verrechnung selektive Korrekturen mittels U-Points notwendig werden. Photoshop mit dem HDRPro- Dialog bringt oft ebenfalls nur unbefriedigende, meist zu künstlich wirkende Ergebnisse; die Verrechnung von Bewegungen gelingt zudem oft nur unzulänglich. Allerdings kann man die 32-Bit-TIFF-Bilder nachträglich auch in Lightroom tonwertmappen. Dabei operiert man jedoch mit riesigen Dateien, die schnell die Festplatte füllen können.

 

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Dieser Report wurde am Mittwoch, 07. Mai 2014 erstellt und zuletzt am Mittwoch, 04. Juni 2014 bearbeitet.

Leserkommentare:


Autor: Anonym 07.04.2017 - 14:04:22
Bewertung des Reports: 5 von 5 Sternen!
Ist es möglich, das in DPP Version 4 auch Überbelichtung bis 2EV ausgewertet werden können? Es scheint mir so.

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