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Kapitel 1.1 - Evolution der Panorama-Fotografie

Kapitel 1.1 -  Evolution der Panorama-Fotografie

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Panorama-Malerei - Fotografie erobert Panorama - rotierende Kameras - aktuelle Historie - alles auf einmal - kleiner und leichter - Inhaltsverzeichnis



1.1 die Evolution der Panorama-Fotografie


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Der Begriff Panorama stammt aus dem Griechischen und bedeutet „All-Sicht“ (Pan=all und horama=sicht). Umgangsprachlich wird der Begriff etwa auf Anhöhen und von Berggipfeln für den dort unverstellten, weitläufigen Rundumblick genutzt. Grundsätzlich wird er unter fotografischen Gesichtspunkten für einen Bildwinkel ab 100 Grad und mehr bezeichnet.

 

Genauso wichtig wie der Winkel ist das breite Format, das unserem Gesichtsfeld nahekommt. Der Fernsehstandard hat sich z.B. weitgehend vom früher üblichem 4:3-Verhältnis zum 16:9-Format geändert, weil er unserem natürlichem Betrachtungswinkel näherkommt. Viele Panoramen basieren letztlich auf diesem breiten Gesichtsfeld und stellen somit die natürliche Sichtweise her, die auch in dem bei DSLR-Kameras üblichem 3:2-Verhältnis nicht ausreichend gegeben ist.

Nachfolgend wird zunächst die Geschichte der Panoramen kurz nachgezeichnet, um schliesslich zum Schwerpunktthema des Buches zu gelangen: die digitale Panoramafotografie, die mit einer DSLR durch Aufnahme und Montage mehrerer Bildabschnitte zu einer eindrucksvollen und manchmal auch kreativen Bildimpression gelangt.

Panoramen kommen unserem natürlichen Gesichtsfeld am nächsten, während typische Kameraformate mit 4:3 oder 3:2 den Blick einengen.

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Panorama-Malerei


Historisch gesehen wurde das Wort „Panorama“ vom irischen Maler Robert Barker geprägt, der ein Wandgemälde mit Rundumblick bereits 1788 erstellte und zum Patent anmeldete. Für drei Schilling konnte man sich in Edingburgh (Schottland) in einer Rotunde von zentraler Position aus die Stadt als zylindrische Grossbildfläche per Rundumblick betrachten. Später stellte Barker in grösserem Masstab mit Rundbau-Durchmesser von 30 Metern auch in London mit zunehmendem Erfolg aus.

Diese begehbaren Panorama-Kunstwerke können als Vorläufer heutiger Unterhaltungsmedien wie Film und Kino angesehen werden. Früher dienten sie seit dem 18. Jahrhundert dem aufkommendem Bürgertum der Unterhaltung und vermittelten durch ihre realistische Darstellung ein Empfinden, sich direkt im Geschehen zu befinden.

Zunächst wurden eher städtische und ländliche Panoramen gezeigt während später zunehmend auch historische Schlachten beliebter wurden.  Trotz der aufkommenden und als Medium konkurrierenden Fotografie waren sie etwa in grossflächigen Panorama-Darstellungen des deutsch-französischen Krieges von 1870/1871 - den Patriotismus fördernd – nach wie vor verbreitet.

In jüngerer Zeitgeschichte beauftragte die ehemalige DDR anlässlich des 450. Jahrestages des deutschen Bauernkrieges den Maler W. Tübke, der in den Jahren 1976 bis 1987 ein sehr aufwändiges, 123m langes und 14m hohes Panorama mit Hilfe von einigen Assistenten schuf. Ausgestellt wird es seit 1989 in der thüringischen Kleinstadt Bad Frankenhausen. Eine allerdings millionenschwere Investition, die seinerzeit kurz vor dem Mauerfall in weiten Bevölkerungskreisen als wirtschaftlich unverhältnismässig angesehen wurde und die vielen als reines Propagandamittel und zur Verherrlichung eines idealisierten, marxistischen Geschichtsverständnisses galt.

Innsbrucker Rotunde (Rundgebäude), in dem auf einem Riesenpanorama Schlachtszenen des Tiroler Volksaufstandes von 1809 gezeigt wurden (bis zum Jahre 2010). Bild von Sebastian Stabinger.
Das älteste, begehbare Panorama wurde von M. Wocher in den Jahren 1809 bis 1814 gemalt. Es findet sich in der Schweiz und zeigt im Schloss Schadau am Thuner See auf einer Fläche von 7,5 x 38 Metern Einblicke auf die Thuner Altstadt.



Das älteste aus historischer Zeit erhaltene Städtepanorama zeigt Salzburg und Umland im Jahre 1825. Das vom Maler Johann Michael Sattler erstelle Panorama wird im Salzburger Museum ausgestellt und weist eine Breite von 25,5m und eine Höhe von 4,86m auf. Bildquelle: Wikimedia Common.

Auch heutzutage werden neue, begehbare Panoramen erstellt und können gegen Eintrittsgeld besucht werden. Der Berliner Künstler Asisi hat z.B. Panoramen von Rom, dem Mount Everest oder auch ein 360-Grad-Panorama von Amazonien erstellt. Im Asisi Panometer in Leipzig steht der Besucher auf einer 6 Meter hohen Plattform und blickt auf das derzeit weltgrösste 360-Grad-Panorama. Ein 106 Meter langes und 30 Meter hohes Regenwald-Panorama, das multimedial durch Urwaldklänge untermalt wird.

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Die Fotografie erobert die Panoramawelt


Auch wenn die Malerei geschichtliche und technische Gemeinsamkeiten zur Fotografie aufweist, so bestand ab Ende des 19. Jahrhundert zunehmend die Möglichkeit, sich durch fotografisch bestückte Bände und Magazine, abwechslungsreiche Bilderwelten Daheim anzusehen. Der Bildeindruck war zwar nicht ganz so impressiv, wie ihn Grosspanoramen in einer Rotunde vermitteln. Immerhin werden in einem aufgeschlagenen Magazin, Zeitung oder Buch mit doppelseitigem Druck aus der Nähe betrachtet aber auch grossflächige Bilder präsentiert, die im Format einem Panorama zumindest nahekommen.

Um Panoramen fotografisch aufzunehmen bediente man sich zunächst der simplen Technik, mehrere Einzelbilder einer Szene nebeneinander wie bei einem Puzzle auszubreiten, um einem panoramaähnlichen Gesamtbildeindruck möglichst nahezukommen. Das funktionierte jedoch nur lückenhaft, denn die mit Silbersalzen beschichteten Metall- oder Glasplatten liessen sich schwer ausreichend eng gruppieren. Im digitalen Zeitalter ist das Zusammenfügen von Einzelbildern hingegen – dem sogenannten Stitching – erheblich unproblematischer. Das funktioniert nicht nur lückenlos sondern auch ohne Anschlussnähte oder perspektivische Inkonsistenzen wie später ausführlich beschrieben.

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Schwinglinsen und rotierende Kameras


Auch um die Nachteile durch zeitliche und damit im Geschehen lückenhafte oder unlogische Aktivitäten der Einzelbilder zueinander zu vermeiden, wurden Fotoapparate entwickelt, die einen besonders grossen Bildwinkel ablichten konnten. Die heutzutage bei DSLR-Panorama-Anwendern so beliebten Fischaugenobjektive kamen allerdings erst viel später auf den Markt (1968 von Nikon, 1973 von Canon) und lichtstarke Weitwinkelobjektive waren im 19. Jahrhundert ebenfalls noch nicht verfügbar. Typisch waren eher Linsen für den Portraitbereich, die allerdings mit meist 20 Grad für Panoramen einen viel zu kleinen Winkel abdeckten.

Man behalf sich daher mit beweglichen Systemen, bei denen das Objektiv anfangs mittels Handkurbel und später auch elektrisch im Halbkreis über eine gebogene Aufnahmeplatte oder wie bei den Al-Vista Panorama Kameras gegen 1899 über Rollfilm geführt wurde. Diese Schwinglinse belichtete daher stets nur einen Teil der Gesamtaufnahme und deckte nach komplettem Lauf immerhin einen Bereich von 150 - 180 Grad ab. Vergleichbar ist die Methode mit einem ruhig gehaltenen, menschlichen Kopf, bei dem die Pupille über das Gesichtsfeld wandert und partielle Ausschnitte scharf fokussiert (im gelben Fleck).

 

Historisches, ausrollbares Panorama (Istanbul um 1935) mit einer Breite von 1,50m und hochdetailliert ausgearbeitet.

 

Später wurde das Prinzip um voll rotierende Panoramakameras erweitert, bei denen nicht die Linse geschwenkt sondern das ganze Kameragehäuse um 360 Grad auf einem zahnradgetriebenen Plattenteller gedreht wurde. Damit der Film jedoch an unterschiedlichen Stellen belichtet werden konnte, rotierte er gegenläufig im Gehäuse. Verwirklicht wurde dieses Rotationsprinzip in den cirkut-Modellen, die Kodak Anfang des 20. Jahrhunderts in Stückzahlen produzieren liess.

Historische Panorama-Kameras


Die Historie fotografischer Panoramen beginnt im Prinzip zeitgleich mit dem Beginn der Fotografie.  Zwar hat J. N. Nièpce das erste Foto mit einer camera obscura schon 1824 abgelichtet. Praktikable Fotoapparate wurden jedoch erst durch ein von L.J.M Daguerre erfundenes Entwicklungsverfahren – der Daguerreotypie – ab 1839 bereitgestellt.

1843:  Bereits 1843 meldet der Österreicher Joseph Puchberger ein Patent auf die erste historische Panoramakamera an, die mittels Handkurbel getriebener Schwinglinsen einen Bildwinkel von 150 Grad abdeckte und das Bild auf einer lichtempfindlichen, versilberten Kupferplatte (der Daguerreotypie) mit einer Breite von rund 61cm aufzeichnete. Eine ähnliche Kamera wird ein Jahr später von dem im Paris lebenden Deutschen, Friedrich von Martens, vorgestellt.

1857: M. Garella patentiert eine rotierende Panoramakamera, die bis zu 360 Grad durch ein uhrwerkähnliches Zahnrad erfasste und mit einer feststehenden Linse arbeiten konnte.

1899: die Multiscope & Film Company nimmt die Produktion von Al-Vista Panorama Kameras auf und nutzt den gegen Ende des Jahrhunderts zunehmend populärer werdenden Rollfilm in seinen Panoramakameras. Dabei wird eine Schwinglinse um bis zu 180 Grad vor dem halbzylindrisch gebogenen Rollfilm vorbeigeführt.

1904: W.J. Johnston patentiert eine um 360 Grad rotierende Panorama-Kamera, die ab 1905 durch Eastmans „Panoramic Camera Company“ produziert wird. Eine vor allem in Amerika beliebte „cirkut“-Rotationskamera, die auf einem Stativ um die volle Drehachse rotierend mit einem im Inneren gegenläufig bewegenden Rollfilm arbeitet. Belichtet wird durch einen 6,3mm breiten Spalt auf einer Filmbreiten mit bis zu 16 inch (rund 41cm) für ein Foto.

1944: Die Solar Aircraft Company entwickelt für die US Navy eine stationäre Weitwinkelkamera, die auf 120’er Rollfilm (6,15cm Höhe) bis zu 7 ¼ inch (18,4cm) ausbelichtete. Mit ihr konnte die Marine sowohl den Abschuss als auch Impact von Torpedos fotografisch auf einem Bild festhalten.

1976: Linhof bringt seine Technorama 612 PC-Panoramakamera heraus. Sie belichtet auf einem 120’er Rollfilm 6 x 12cm aus.

1982: Der japanische Hersteller bringt die Fuji G617 heraus, die auch heutzutage noch von zahlreichen Panoramafotografen für Bildbände und grossformatige Kalender genutzt wird. Die G617 belichtet 6 x 17cm auf 120’er oder 220’er Rollfilm und kann mit 4 verschiedenen Objektiven bestückt werden. Belichtungszeiten sind von unendlich (bulb) und 1sek. bis 1/500sek. möglich.

1988: Die schweizerische Seitz Phototechnik AG bringt die Roundshot-Panoramakamera heraus, die um 360 Grad auf einem Stativ rotierend und durch einen Spalt belichtend fünf verschiedene Filmformate bedient (110, 35mm, 70mm-220 und 5‘‘).

1992: Das Kamerawerk Dresden bringt die Noblex 150 heraus. Eine um 360 Grad rotierende aber auf 146 Grad belichtende Panoramakamera, die den übrigen Weg nutzt, um auf eine konstante Rotationsgeschwindigkeit zu kommen. Belichtet wird auf Rollfilm mit einem 50mm-Objektiv in einem 5 x 12cm-Format auf 120’er Rollfilm.

 

Die Panorama-Kamera Cirkut #8 wurde ab 1907 in New York produziert. Sie nutzt eine feststehende Linse und belichtet durch einen 6,35mm grossen Spalt. Die Kamera wird auf einem Teller um bis zu 360 Grad rotiert, während im Inneren ein Rollfilm gegenläufig gedreht wird. Für ein 360-Grad-Foto wurde eine Gesamt-Belichtungszeit von rund 10 Sekunden benötigt bei einer Abschnittsbelichtungszeit zwischen 1/2 und 1/12 Sek.

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Aktuelle Historie


Beide Systeme sind auch heutzutage gebräuchlich. Elektronisch gesteuerte Schwinglinsen, die über einen halbzylindrisch gebogenen Rollfilm geführt werden, produzierten bis vor kurzem die Kamerawerke Dresden mit den analogen Noblex-Modellen, die sowohl Kleinbildfilme (Noblex 135) als auch mittelformatige Rollfilme (Noblex 150 und 175) ausbelichten. Die Noblex 175 nutzt dabei einen diagonalen Winkel von 138 Grad und belichtet einen 120’er Rollfilm mit 5 x17cm aus. Digitalisiert man den analogen Film mit einem hochwertigen Scanner, dann ist immerhin eine Auflösung von etwa 7.500 x 22.000 Pixel möglich.

Rechts die Noblex 135 und links die Noblex 150. Beide Panoramakameras arbeiten mit Schwinglinsen und sind auch heutzutage vielfach im Gebrauch – auch wenn sie aktuell nicht mehr hergestellt werden (die Bilder wurden freundlicherweise vom Profi-Panoramafotografen Dieter Gross/Neustadt zur Verfügung gestellt).

Rotierende Panoramakameras werden von der Seitz AG mit den Roundshot-Modellen D2x und D3 gefertigt. Diese sitzen auf einem rotierenden Teller und die Kamera dreht sich um 360 Grad. Die Gesamt-Aufnahme wird mit einem Scann-Rückteil zeilenweise insbesondere bei der D3 extrem hochauflösend durchgeführt. Die Vertikalauflösung beträgt maximal 7.500 Pixel während die Breite und Drehzeit vom eingesetzten Objektiv abhängt.  Mit einer 80mm-Brennweite liegt die horizontale Auflösung bei 62.000 Pixel und die Gesamtbelichtungszeit bei nur 3 Sekunden. Im Vergleich lassen sich mit einem noch schnellen 15mm-Fischauge an einer DSLR (Vollformat-Sensor) mit 4 Aufnahmen rund 7.000 x 14.000 Pixel erreichen, wobei die Horizontalauflösung deutlich geringer ausfällt und die Belichtungsgesamtzeit in der Praxis auch regelmässig – selbst mit einem Motorkopf - über 3 Sekunden angesiedelt ist.

Preislich liegen allerdings auch Welten zwischen den Systemen. Eine Roundshot D3 mit dem hochauflösenden Scanrückteil liegt oberhalb von 30.000 Euro während eine DSLR-Ausrüstung mit Panoramakopf nur einen Bruchteil davon veranschlagt.

Die Roundshot D3 von Seitz rotiert um 360 Grad und zeichnet mit einem digitalen Scanrückteil  360-Grad-Bilder extrem hochaufgelöst z.B. mit 50mm in 2 Sekunden mit einer Auflösung von 295 Mio Pixel (7.500 x 39.270) auf (Foto: Seitz Medientechnik AG).

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Alles auf einmal


Naheliegend ist noch ein drittes Prinzip, bei dem ohne Rotation ein einziges Bild im Panoramaformat aufgenommen wird. Dafür konnten ab den 1940’er Jahren recht lichtstarke Weitwinkelobjektive genutzt werden. Linhof und Fuji nutzen hierfür analogen Rollfilm, der in einem Format mit bis zu 6 x 17cm in einer einzigen Aufnahme ausbelichtet wird. Die Linhof Technorama 617 (ab 1976) oder auch die Fuji G617 (ab 1982) werden auch heutzutage in aktualisierter Version von meist professionell arbeitenden Panoramafotografen verwendet.

Die Linhof Technorama 617x III nimmt auf analogen 120’er oder 220’er Rollfilm mit 6 x 17cm auf  und beugt optional mittels Shiftadapter gegen stürzende Linien im Architekturbereich vor (Foto: Linhof).

Digital lässt sich ein solch grosses Format derzeit nur in Scann-Technik bewältigen. Hier führte die Seitz AG ab 2007 seine 6x17 Digital im Markt ein, die mit Digitalscann-Rückteil bis zu 7.500 x 21.250 Pixel in einer Sekunde aufzeichnet. Preislich muss man etwa bei einer aktuellen Linhof 617s III incl. Objektiv oder der digitalen Seitz 6x17 im fünfstelligen Euro-Bereich investieren.

Die Seitz 6x17 Digital ist die derzeit einzige „OneShot“-Panoramakamera, die digital 6 x 17cm per gekoppeltem Flachbettscanner verarbeiten kann. Mit dem zur D3 kompatiblen Rückteil lassen sich sagenhafte 7.500 x 21.250 Pixel in einer Sekunde aufzeichnen (Foto: Seitz Phototechnik AG).

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Kleiner und leichter


Grossformatige Panoramakameras sind für Berufsfotografen noch hinnehmbar, viele Semiprofis und vor allem Hobbyfotografen wollen es jedoch kompakter und damit im Transport komfortabler haben. Durch Mobilität und Kompaktheit wurde seinerzeit ab 1925 auch die von Leica eingeführte Kleinbildkamera sehr populär. Auf das 35mm-Kleinbildformat setzen schliesslich auch analoge Panoramakameras wie die Noblex 135 oder die Hasselblad XPan auf, die in der Filmhöhe zwar auf 24mm beschränkt sind, dafür aber die Breite von 36mm sprengen und 65 bzw. 66mm ausbelichten.

Je kleiner der Film bzw. später dann die Bildsensoren, umso schwieriger wird es, einen ausreichend grossen Objektiv-Bildwinkel bereitzustellen. Digitale Kompaktkameras wie z.B. aktuelle Canon Powershot-Modelle erreichen mit nominell sehr kleinen 6,1mm-Brennweiten nur einen umgerechneten Bildwinkel von 24mm. Schuld ist der extrem kleine Bildsensor, der mit einer Breite von 7,6mm keinen grösseren Winkel zulässt. Die nahestliegende Lösung heisst hier Mehrfachaufnahmen unter Zurhilfenahme des kamerainternen Stitch-Assistenten. Dank RAW-Unterstützung und manuellem Programm lassen sich jedoch auch mit der Powershot hochwertige Panoramen aufnehmen.

Dass noch mehr Bildwinkel im Kompaktformat geht, beweist Panasonic mit seinen MicroFourThirds-Modellen der Lumix-G-Baureihe. Hier steht ein 8mm-Fischauge mit 180 Grad-Winkel in der Bilddiagonalen für die spiegellosen Systemkameras mit Sensorbreiten von 17mm bereit. Während sich die Lumix-Modelle zwar schon bildqualitativ den DSLR stark annähern, so sind doch Komforteinbussen etwa wegen fehlenden optischen Suchers oder wegen langsamer Speicherraten vor allem im RAW-Format und bei Nutzung von Belichtungsreihen hinzunehmen. Das Leichtgewicht und die kompakten Abmessungen machen aber vieles wett. Eine Lumix GH-2 mit dem 8mm-Fischauge veranschlagt gerademal rund 600 Gramm. Nicht viel mehr als eine kompakte Powershot und knapp halbsoviel wie eine APS-C-DSLR mit Fischauge.

Die Powershot G12 bietet als anspruchsvolle Kompaktkamera ein Zoomobjektiv bis 24mm (Kleinbild), RAW-Format und manuelle Steuerungsmöglichkeiten. Für einfache Panorama-Aufgaben ist ein Stitch-Motivprogramm vorhanden.


Digitale Spiegelreflex

Die nächstgrössere Klasse stellen APS-C-Sensoren der Spiegelreflexkameras mit rund 22,5mm Breite. Hier wird der Rekord von Sigma mit dem 4,5mm/2,8-Vollkreis-Fischauge gehalten. Legt man es drauf an, lässt sich z.B. mit einer Canon EOS 1100D oder 700D und dem Fischauge mit rund 1.000 Gramm vergleichsweise leicht und kompakt in ausgereifter Spiegelreflextechnik fotografieren. Hinzu kommt für anspruchsvolle Panoramen noch ein Stativ nebst Stativkopf, die aber abgestimmt auf das Kameragewicht mit insgesamt um 2,5KG praktikabel handhabbar sind.

Zylindrisches 360 Grad Alpenpanorama mit der Canon Powershot frei aus der Hand in HDR-Technik abgelichtet. Das Stitching war allerdings wegen der enthaltenen Fehler sehr aufwändig. Insgesamt wurden 9 x 3 Aufnahmen im Hochformat verrechnet und ergeben ein Panorama mit 18.300 x 3.300 Pixel.

Optimaler sind aus bildqualitativen Gründen die sogenannten Vollformat-Bildsensoren, die dem Kleinbildformat mit 24 x 36mm weitgehend entsprechen. Nikons D800, Sony A 850/A900 oder die Canon 6D, 5D bzw. 5D Mark II/III sind noch relativ kompakt in den Gehäuseabmessungen, bieten aber ausreichend Sensor-Grundfläche, um mit 15mm-Diagonalfischaugen-Objektiven 180 Grad-Bildwinkel abzudecken. Um den Vollkreis von 360 x 180 Grad zu schliessen, benötigt man wenigstens 5 Aufnahmen, kann die Anzahl jedoch auch mit 8mm-Fischaugen auf 3 Auslösungen reduzieren. Damit geht eine höhere Aufnahme-Performance einher, die sich bei Bewegtmotiven aber auch bei Verwendung von Belichtungsreihen zur Bilddynamikverbesserung und auch bei Nachtaufnahmen geschwindigkeitssteigernd auswirkt. In der 800gr Gewichtsklasse plus Objektivgewicht sind noch sehr leichte Nodalpunktadapter verfügbar, die sich bei Windruhe auch mit einem Leichtstativ kombinieren lassen. Mit rund  3 KG kann man sich bei guten Bedingungen incl. Stativ noch relativ unbeschwert auf die Panorama-Fototour machen.

Links die Panasonic Lumix GH2 und rechts die Canon EOS 600D, beide mit Schwenkdisplay und einem 15mm-Diagonalfischauge (KB). Die Lumix ist ingesamt leichter und noch etwas kompakter, während die DSLR einen optischen Sucher und eine höhere Speicherrate bietet.


Noch mobile Profiklasse

Noch einen Grössenschritt weiter gehen professionelle DSLR, wie etwa eine Canon 1Ds III/1D X oder Nikon D3x, die auch über einen kleinbildkonformen Vollformatsensor verfügen, durch den integrierten Hochformatauslöser, Abdichtungen und aufwändigeres Innenleben jedoch voluminöser und rund doppelt so schwer wie die semiprofessionellen Pendants daherkommen. Für robuste Outdooreinsätze mit überraschenden Witterungsverhältnissen sind sie zwar optimal, steigern aber vom Gewicht und Volumen auch das Zubehör. Ein stabileres Stativ, grösserer Stativkopf bzw. Nodalpunktadapter und passende Taschen wollen beim Transport berücksichtigt sein. Unterhalb von 5 – 7 KG wird man kaum auf die Panorama-Fototour gehen können. Zumindest wenn man aus qualitativen Gründen nicht freihändig arbeiten will.

Canon-Flaggschiff 1Ds III mit dem Canon 8-15mm Fischaugen-Zoom. Wiegt beides zusammen  rund 2 KG und fordert nach einem entsprechend leistungsfähigen Stativ nebst Panorama-Kopf. Kamera und Objektiv kosten zusammen etwa 7.000 Euro.


Digitales Mittelformat

Steigt man ins digitale Mittelformat ein, werden zwar keine klassischen Panoramaformate geboten, aber die derzeit grössten Bildsensoren bieten mit 33 x 44mm mehr Auflösungspotenzial, um ein Panorama nachträglich am Computer auszuschneiden. Der Einstieg liegt in der 10.000 Euro-Preisklasse und bietet etwa bei einer Pentax 645D eine im digitalen Kleinbildformat noch unerreichte Nominalauflösung von 40 Megapixel. Hasselblad bietet von 31 bis zu 80 Megapixel ebenfalls digitale Mittelformater und auch der Erfinder der Kleinbildkamera, Leica, ist mit der 37,5 Megapixel-Kamera S2 in den Markt eingestiegen.

Das Gewicht steigt gegenüber professionellen Kleinbild-DSLR vor allem auch durch schwerere Objektive, deren Normalbrennweite idR ab 55mm anstelle von 44mm beginnen. Schwerer sind sie auch regelmässig aufgrund des grösseren, glastechnisch zu bedienenden Bildkreises.
Pentax bietet für seiner 645D immerhin ein 25mm-Objektiv, das nur knapp über 1KG wiegt und einer kleinbildkonformen Brennweite von 19,5mm entspricht. In ähnlicher Gewichtsklasse liegt das Leica Summarit S 2,5/35mm für die S2, wenngleich der Bildwinkel mit diagonal 75 Grad nur einem 28mm-Objektiv im Kleinbildformat entspricht.

Die Pentax 645D zählt zum digitalen Mittelformat und bietet einen 40 Megapixel-Sensor. Mit einem 25mm-Objektiv kann es einen diagonalen Bildwinkel von rund 95 Grad abbilden (Foto: Pentax).

 

Die vor allem für 360-Grad-Panoramen so nützlichen Fischaugen-Objektive sind zwar für analoge Mittelformatkameras z.B. mit dem Zeiss F-Distagon oder Arsat 3,5/30mm vorhanden, leuchten jedoch am digitalen Mittelformat mittels Adapter wegen kleineren Sensors (33 x 44mm gegenüber z.B. 60 x 60mm) nur einen geringeren Bildwinkel aus. Anstelle von 180 Grad in der Diagonalen bleiben nurnoch rund 116 Grad übrig. Hohe Investitionsbereitschaft und mehr Sportlichkeit beim Transport wird den digitalen Mittelformatanwendern in jedem Fall abverlangt.

Der nächste Sprung läge wieder bei den Digital-Scannersystemen, wie sie von Seitz bereits vorgestellt wurden und auch von Panoscan mit der MK-3 angeboten werden. Mit einer maximalen Horizontalauflösung von 65.000 Pixel (6.000/9.000 Pixel vertikal) und einer minimalen Rundum-Belichtungszeit von 7 Sekunden lässt sich an der Panoscan der Vollkreis hochaufgelöst und noch relativ flott schliessen. Ein Rollwagen-Stativ für das angeschlossene Steuerungssystem und Notebook stemmt dann auch die 4,3kg schwere Kamera und setzt gute Zubringerwege voraus. Um 30.000 Euro wollen angelegt werden und damit bleibt sie einem engen Kreis hochprofessioneller Panoramafotografen vorbehalten.

Hauptzielgruppe und Thema des Buches sind allerdings DSLR-Anwender mit einer Budgetierung, die zwar ausbaubar aber meist auch für Hobbyfotografen noch erreichbar ist.

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Dieser Report wurde am Montag, 13. Januar 2014 erstellt und zuletzt am Dienstag, 21. Januar 2014 bearbeitet.


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