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Panasonic Leica DG Nocticron 42,5mm / 1,2 Asph. im Test

Panasonic Leica DG Nocticron 42,5mm / 1,2 Asph. im Test

Aufrufe: 23.103

11 von 13 Lesern fanden diesen Report hilfreich.

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Ausstattung - Handhabung - Demo-Video (Mitglieder) - Bildqualität - Direktvergleich - Fazit - Technische Daten - Übersicht alle M4/3-Objektive - Links - Leserkommentare


Wir testen im RAW-Format - erfahren Sie, warum wir dieses Gütesiegel verwenden!


Portrait-Lichtriese für Mikro 4/3:

Leica 42,5mm f1,2 im Traumflieger-Test

Leica bietet für spiegellose Systemkameras im µ4/3-Standard ein besonders lichtstarkes Portrait-Objektiv mit f1,2. Die Ausstattung beinhaltet einen optischen Bildstabilisator sowie manuellen Blendenring. Der Autofokus wird durch einen schnellen Linearmotor angetrieben. Die UVP liegt bei anspruchsvollen 1.599 EUR während sich der Straßenpreis um 1.250 EUR etwas milder gestaltet. Lohnt die hohe Investition?

Ein Traumflieger-Report, Nov. 2015

Wir werden weder von Panasonic noch von Leica gesponsert!
 

 

Ausstattung


Das Leica DG Nocticron 42,5mm f1,2 bietet eine typische Portraitbrennweite mit hoher Lichtstärke. Leica wählt die Bezeichnung Nocticron was übersetzt "Nachtzeit" bedeutet (nocti = "Nacht", cron = "Zeit"). Noch lichtstärkere Objektive mit f0,95 bzw. f1,0 bezeichnet Leica mit Noctilux, etwas weniger lichtstarke mit f1,4 Summilux.

Mit dem Leica 42,5mm kann man an Mikro 4/3-Systemkameras einen Bildwinkel nutzen, der auf Kleinbild umgerechnet 85mm entspricht, wobei die Lichtstärke voll erhalten bleibt, die Schärfentiefe jedoch mit f2,4 am Vollformat-Sensor vergleichbar ist. Das Objektiv verspricht daher trotz 2x-Crop auch an den µ4/3-Bildsensoren eine gute Freistellmöglichkeit. Die Lichtstärke von f1,2 bietet zudem Möglichkeiten, auch bei sehr schwachem Umgebungslicht noch mit niedrigen ISO-Werten aufnehmen zu können. In der späten Abenddämmerung oder in nächtlichen, schwach beleuchteten Strassen-Szenerien lassen sich auch dank integrierten Bildstabilisators oft noch scharfe Freihand-Aufnahmen mit einem ISO-Wert bis 400 realisieren!

Das Nocticron wiegt ohne Streulichtblende schon beachtliche 425gr. Setzt man die im Lieferumfang enthaltene, metallene Streulichtblende an, dann summiert sich das Gewicht auf 504 Gramm. Vergleicht man das Leica beispielsweise mit einem von der Lichtstärke identischem Canon 85mm/1,2L USM II, dann sind hier allerdings schon über 1.000 Gramm hinzunehmen.

Im Inneren sind am Leica 42,5mm 14 Linsen in 11 Gruppen verbaut , von denen 2 als asphärische, 1 als ED (extra Low Dispersion) und die Frontlinse als UHR-Version ausgeführt sind (Ultra High Refractive).

Das Nocticron bietet eine Nano-Oberflächenvergütung sowie einen optischen Bildstabilisator nebst AF/MF-Umschalter. Der Einstellring zur manuellen Fokussierung ist elektronisch übersetzt. Zusätzlich findet sich ein Blendenring, der neben einer Automatik-Stellung Blendeneinstellungen von f1,2 bis f16 mit Rastpositionen für Drittel-Blendenstufen bietet. Der Blendenring wird derzeit allerdings nur von Panasonic Lumix-Modellen unterstützt und hat an Olympus-Systemkameras keine Wirkung (getestet an der Olympus OMD EM1 und EM5 II).

Das Bajonett ist in Metall ausgeführt, ein Dichtungsring als Wetterschutz ist nicht verbaut.

Der Lieferumfang bietet neben einer im Inneren gegen Reflexionen samtig mattierten Metall-Streulichtblende auch einen Front-Snap-Deckel sowie eine rückseitige Schutzkappe. Außerdem ist ein faltbarer Objektiv-Köcher aus Nylon enthalten . An Dokumenten findet sich eine mehrsprachige Bedienungsanleitung mit einem 10seitigen, deutschsprachigem Teil, ein Warnhinweis, das Objektiv niemals allein an der Streulichtblende zu halten sowie ein Verweis auf eine 24-monatige, europaweite Herstellergarantie.

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Handhabung und Anwendung


 

Aufgrund des schon spürbaren Gewichts von rund 500gr incl. der Streulichtblende empfiehlt sich der Einsatz meist mit einer stützenden, zweiten Hand, damit das Nocticron nicht kopflastig wird. Dies ist auch aus haptischen Gründen empfehlenswert, denn der Metailltubus und vor allem auch der butterweich laufende, ebenfalls in Metallbauweise gefertigte Scharfstellring fühlen sich extrem wertig an. Der Einstellring hat einen optimalen Laufwiderstand und lässt sich wunderbar geschmeidig bedienen. Er ist elektronisch übersetzt, was einer besonderen Laufruhe zu Gute kommt. Allerdings hat er den Nachteil, dass man nach dem Einschalten der Kamera eine zuvor festgelegte MF-Position verliert. Der manuelle Fokus gelingt auch in der Lupe exakt mit einem optimalem Feinjustierungs-Einstellweg.

Die Sucher- bzw. Monitorlupe lässt sich auch einfach via Dreh am Scharfstellring aufrufen, wenn man sich im MF-Betrieb befindet. Das gelingt sogar im AF-Betrieb, um noch eine Schärfenkontrolle bzw. manuelle Feinjustierung vorzunehmen. Für letzteres muss an Panasonic-Kameras im Menü unter "Custom-Einstellungen" der Eintrag "AF+MF" aktiviert sein, während man an Olympus-Modellen die AF-Betriebsart "S-AF MF" wählt.

Eine Distanzskala wird an Panasonic-Systemkameras im Sucher bzw. am Monitor angezeigt, wenn man im MF-Betrieb den Fokus verlagert. So lässt sich schnell die Richtung bestimmen, um in den Nahbereich oder auf Unendlich zu fokussieren.

Logik am Blendenring

Ähnlich hochwertig wie der Einstellring lässt sich auch der Blendenring bedienen, der spielfrei aber mit einer angenehmen Leichtgängigkeit die Blendenzahl in Drittelstufen einstellbar macht. Das funktioniert jedoch nicht an Olympus- sondern nur an Panasonic-Systemkameras. Dabei kann man jedoch auch die rot markierte A-Position nutzen, um die Blende am Einstellring der Kamera vorzunehmen, was bei Olympus-Modellen unabhängig von der Position sowieso Standard ist. Eine Entrastung des Einstellrings ist nicht vorgesehen, so dass man Blendenänderungen im laufenden Video mit kamerainternen Mikrofonen akustisch noch aufzeichnet. Panasonic bietet aber per Software-Buttons (in A-Position) am Touchmonitor auch geräuschlose Blendenänderungen, wenngleich man hier mit feinen Helligkeitssprüngen rechnen muss.

Bildstabilisator und Einsatz in Lowlight

Dank hoher Lichtstärke und eines integrierten, optischen Bildstabilisators können mit dem Nocticron auch Freihand-Aufnahmen bei sehr wenig Licht scharf gelingen. Die Effektivität des optischen Bildstabilisators hat Panasonic bzw. Leica nicht weiter spezifiziert. Der Bildstabiilisator wird am Leica mit "Power O.I.S." bezeichnet was ihn gegenüber der bis 2008 bei Panasonic verbauten "Mega O.I.S."-Version als optimiert ausweist. Dabei soll der Power OiS auf Mikroverwackler doppelt so schnell wie an der älteren Version ansprechen.

Ein Effektivitätstest lässt sich nur aufgrund von einer statistischen Reihe als ungefährer Wert ermitteln. Sitzend frei aus der Hand in relativ ruhiger Haltung haben wir mit dem Leica an Panasonic-Kameras noch unverwackelte Aufnahmen bis zu 1/6s und bei Olympus mit integriertem 5-Achsen-Bildstabilisator (z.B. OMD EM1, EM5) sogar noch 1/2s realisieren können**. In der Street stehend aber aus einer aktiveren Halterung heraus sind 1/30s adäquater, sonst drohen dennoch Verwacklungsunschärfen bei 100%-Ansichten. Daraus kann man eine Effektivität von etwa 4,3EV ableiten*.

Auf Auto-ISO verzichten und über 3 Stufen an Rauscharmut gewinnen!

Nutzt man Auto-ISO, dann stellt z.B. eine Lumix GX8 oder eine Olympus OMD EM1 im Programm A die Verschlusszeit bei wenig Licht auf 1/100s ein und passt den ISO-Wert an. Da man die ISO-Logik (bis auf eine generelle Limitierung) nicht ändern kann, verschenkt man so bei ruhenden Motiven reichlich Potenzial bzw. nutzt unnötig hohe ISO-Werte, da sich ja am Nocticron oft 1/30s in Lowlight nutzen ließe.

Es empfiehlt sich daher, den ISO-Wert bei Freihandaufnahmen manuell so anzupassen, das man etwa um 1/30s liegt und kann das ISO-Rauschen gegenüber der Auto-ISO-Automatik um über 3 Stufen reduzieren***. Spielen Bewegtmotive bei Freihandaufnahmen eine Rolle, dann kann man idR die Auto-ISO-Logik bzw. bei Panasonic auch iISO nutzen. Gernell empfiehlt es sich natürlich, hier ein wenig selbst mit den Einstellungen Erfahrungen zu sammeln. Der Verwacklungsgrad hängt dabei oft auch von den Umständen und der individuellen Handhaltung ab.

*Nimmt man 1/30s als längstmögliche, unverwackelte Verschlusszeit für das Nocticron an, dann ist die Zeit 2,8 Lichtstufen länger als nach der Faustformel unverwacklete Freihandaufnahmen gelingen sollen (Kehrwert der Brennweite in Sek. / Cropfaktor: 1s / (42,5mm / 2) = 1/85s). Die Faustformel kann aber mittlerweile nicht mehr für 100%-Monitoransichten als zutreffend angesehen werden. Sie ist um etwa 1 - 2 EV zu lang. Nimmt man einen Mittelwert von 1,5 EV an, um den die Faustformel zu modifizieren ist, dann ergibt sich eine Effektivität für den Power OIS am Leica 42,5mm von ca.  4,3 Stufen an Verwacklungsausgleich.

** Bei Olympus empfiehlt es sich, den Schalter am Objektiv auf "Aus" zu stellen, damit der kamerainterne Stabilisator zum Zuge kommt.

*** Die Variante Programm "S" und dort 1/30s Sek. in Kombination mit Auto-ISO vorzugeben wäre ein eleganter Workaround. Leider hat sie den Nachteil, dass bei ausreichend Licht die Blende geschlossen wird, selbst wenn man sie über den manuellen Blendenring bei Panasonic vorwählt. Sie wird dann einfach elektronisch überstimmt. Weitere Nebenwirkung: Auto-ISO startet bei Panasonic erst bei ISO 200, selbst wenn man die ISO-Erweiterung freischaltet. Bei Olympus wird erst sobald 1/8000s zu einer Überbelichtung führen sollte LowISO gewählt, insoweit wird man sehr häufig mit ISO 200 starten und verschenkt damit eine Stufe. Letzteres kann beim Aufhellen von Tiefen im RAW-Format ungünstig sein, da mit einem erhöhten Rauschniveau verbunden.

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Demo-Video (Mitglieder)


 

 

Wie gut ist das lichtstarke Leica Nocticron 42,5mm / 1,2? Wir zeigen in einem exklusiven Mitglieder-Video (43min, HD-Qualität!), wie es sich in der Auflösung, Haptik, bei Portraits, im Nahbereich und im Gegenlicht schlägt. Gezeigt wird auch das Bokeh und Vergleiche zu Alternativobjektiven. Außerdem demonstrieren wir, wie es an verschiedenen Kameras wie einer Lumix GX8, Olympus OMD EM1, Olympus OMD EM5 II und Lumix GH3 / GH4 ausbalanciert ist.

Videodauer ca. 43min.

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Bildqualität


Die Bildqualität haben wir am 20 Megapixel-Bildsensor einer Panasonic Lumix GX8 im RAW-Format untersucht. Herausragend ist dabei die Bildschärfe bereits bei Offenblende bis weit in den Randbereich hinein. Uns ist bisher kein zweites Objektiv dieser Lichtstärke bekannt, das bei einer vergleichbaren Öffnung eine ähnlich durchgehende Feinzeichnung bietet. Selbst ein hochgelobtes Sigma Art 50mm/1,4 oder ein sehr teures Zeiss Otus 55mm/1,4 oder Otus 85mm/1,4 kann in Sachen Randschärfe bei Offenblende (am Vollformat-Sensor) nicht mit dem Nocticron mithalten.

Ein an der GX8 adaptiertes Canon 50mm/1,2L USM bzw. ein angesetztes Leica 25mm/1,4 oder Voigtländer 25mm/0,95 müssen wir für ähnliche Auflösungs-Werte schon auf f2 abblenden. Das Nocticron gewinnt somit einen Auflösungs-Vorsprung von durchschnittlich rund 1,3 Blendenstufen.

Dennoch zeigt unser Nocticron bei offener Blende im linken Randbereich noch leichte und auch in der Praxis erkennbare Unschärfen, während sie im rechten Randbereich nicht auszumachen sind. Wir haben daher noch ein zweites Objektiv getestet und hier sind bei Offenblende linksseitige Randunschärfen sogar noch etwas stärker ausgeprägt, während die Schärfe am rechten Rand zunimmt, er aber nicht die Auflösung unseres ersten Testexemplares erreicht. Insgesamt lässt sich die Schärfe am Nocticron generell abgeblendet noch etwas steigern aber in der Anwendungspraxis ist bereits die extreme Offenblende von f1,2 zumindest im Zentrum und erweiterten Zentrum hochdetailliert und nahezu uneingeschränkt einsetzbar.

Insgesamt ergibt sich an der Lumix GX8 eine durchschnittliche Linienauflösung von 2.174 Linien (bei 3:2) und damit ein Rekordwert bei µ4/3-Objektiven (Stand Nov. 2015). Die Randauflösung erreicht dabei einen herausragenden Wert von 94% der zentralen Auflösung. Das zweite Nocticron Test-Objektiv erreicht insgesamt eine durchschnittliche und noch sehr hohe Auflösung von 2.081 Linien, auch wenn die erwähnten Randunschärfen bei Offenblende etwas stärker ausgeprägt sind.

 


Getestet mit der Panasonic Lumix GX8 (3:2 Verhältnis und 18 Megapixel) im RAW-Format mit Adobe Lightroom ab Vers. CC 2015 bei Standardeinstellungen und aktueller Prozessversion 2012 entwickelt. Wir nutzen hierfür ein Testchart im 3:2-Format . Wertangaben in Linien je Bildhöhe nach MTF50. Max.-Wert = 2.808 Linien (am Olympus 12-40mm). Mess-Software Qick MFT. Nicht kompatibel zu Messungen für Canon Vollformat, kompatibel zu Canon APS, Samsung NX, Sony, bedingt kompatibel zu m4/3 (GH3).

Farbsäume können problematisch sein

Das Nocticron gibt sich auch im RAW-Format verzeichnungsfrei und zeigt bei Tageslicht und normalen Kontrasten praktisch keine Farbsäume (max 2 Pixel). Lightroom weist allerdings darauf hin, dass ein internes Korrekturprofil angewendet wird. Wir haben uns daher das abgelichtete Testchart im RAW-Format in RAW-Therapee ohne Korrekturprofil angesehen; können aber auch hier weder nennenswerte Farbsäume oder Verzeichnungen ausmachen.

Im Gegenlicht oder bei reflektierenden bzw. glänzenden Gegenständen sind am Nocticron aber teils deutliche Farbsäume erkennbar, die eine starke Korrektur erforderlich machen können. Sie sind auch teils im Bokeh zu finden, was eine Korrektur schwierig macht.


Vignettierungen sind am Nocticron bei Offenblende mit 1,5 Stufen noch erkennbar. Sie lassen sich abgeblendet auf f2 mit dann schon unmerklichen 0,3 Stufen oder über Korrekturslider im RAW-Konverter minimieren.

optimiertes Kontrastverhalten

Bei der Kontrastwiedergabe brilliert das Nocticron und übertrifft in der Klarheit zahlreiche andere Objektive, die wir unten getestet haben. Davon profitiert der Anwender vor allem in Gegenlichtsituationen, wo eine Wiedergabe mit geringerem Streulicht bzw. reduziertem Schleier am Leica 42,5mm möglich ist. Linsenflecken sind allerdings nicht vollständig ausgemerzt sondern bewegen sich auf einem normalen Niveau.

 

 

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100%-Direktvergleich / Feinzeichnung & Bokeh


Nachfolgend finden Sie einen Direktvergleich der Lumix GX8 mit dem Leica 42,5mm / 1,2 in verschiedenen Blendenstufen zu anderen Objektiven / Kamerakombinationen. Dabei können Sie über die Schaltfläche "0" auch das Bokeh prüfen. Hier wird der Hintergrund mit höherer Blendenzahl stärker durchzeichnet. Der Hintergrund ändert sich auch in Abhängigkeit von der genutzten Brennweite: Je größer die Brennweite, um stärker verdichtet er sich, was zu einem geringeren Schärfentiefeneindruck führen kann mit dem Vorteil, das Motiv stärker freizustellen.

Alle Zoomobjektive werden in der Endbrennweite und bei Offenblende gezeigt (Ausnahme: Panasonic G Vario 100-300mm wird aus Platzgründen bei 234mm = 568mm KB gezeigt). Das Bildformat ist hier ausnahmsweise JPEG mit den jeweiligen Standardeinstellungen, als Weißabgleich ist AWB vorgewählt. Farbabweichungen der Bilder zueinander - bei Aufnahme mit derselben Kamera - liegen hauptsächlich an der unterschiedlichen Farbtransmission der jeweiligen Objektive.

Der Abstand der Kamera (Sensorebene) zur Skulptur ändert sich mit der genutzten Brennweite, denn sie ist immer in annähernd gleicher Größe abgelichtet. Die Lumix GX8 mit dem Leica 42,5mm / 1,2 nutzt eine Motivdistanz von rund 1,2m. Mit dem Lumix 100-300mm haben wir uns hingegen schon auf rund 6m von der Skulptur entfernt! Die Pflanze (Dracaena) steht 2m und die Regalwand rund 7m hinter der Skulptur. Die Skulptur selbst hat eine Gesamthöhe von 30cm, was etwa einer normalen Kopfgröße entspricht.

 

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Fazit


Kamera-Upgrade: Ein hochwertiges, lichtstarkes Objektiv steigert die Leistung einer Systemkamera. Im Fall vom Leica 42,5mm ist der Leistungsvorsprung enorm. Ich vermeide hohe ISO-Werte und kann bereits bei Offenblende eine hervorragende Feinzeichnung realisieren. Hinzu kommt eine herausragende Haptik in durchgehendem Metalldesign und ein butterweich laufender Fokusring.

 

Dafür bin ich bereit, etwas mehr in das System zu investieren, selbst wenn das Leica mit einem etwas höherem Gewicht und Volumen an der spiegellosen m4/3-Systemkamera zuschlägt. Derzeit (Nov. 2015) habe ich mich für die Lumix GX8 mit dem Leica 42,5mm entschieden. Erst im Gespann transportiert das Duo eine für mich derzeit maximale Leistung, die ich sonst erst in der 5.000 Euro Preisklasse (z.B. mit einer A7R II + Zeiss Batis 85mm/1,8) realisieren könnte.

 

Aber das Leica hat natürlich die genannten Alternativen. Ein Lumix 42,5mm / 1,7 ist ebenfalls lichtstark, deutlich günstiger und kommt haptisch auch hochwertig rüber. Wer sich aber maximieren will, kommt um das Leica 42,5mm kaum herum. Nicht zu vergessen: auch per Automatik-Adapter kann man lichtstarke Canon-Objektive montieren, die teils auch noch leicht daherkommen. Und ein Walimex 85mm / 1,4 ist auch wirklich ein kleines Bokehwunder am Mikro 4/3-Sensor (Adapter erforderlich).

Die Bildqualität kann am Leica 42,5mm überzeugen. Schon bei Offenblende sind hochdetaillierte 100%-Ansichten ohne Fehl und Tadel. Allerdings ist die Zentrierung nicht ganz perfekt, da der linke äußere Randbereich etwas von der Schärfe abfällt, während er rechts weniger auffällig wird. Ein zweites Testexemplar zeigt sich hier ähnlich und fällt offenblendig bzw. auch bei der Randauflösung noch etwas weiter ab, ohne jedoch ein für die Lichtstärke insgesamt exzellentes Gesamtniveau zu verlassen.

Farbsäume sind vor allem im Bokeh in Spitzlichtern bzw. in leicht unscharfen Bildbereichen auffällig aber typisch für so lichtstarke Objektive. Ansonsten fällt die Offenblend-Vignettierung mit 1,5EV zwar noch auf, ist aber vergleichsweise gering ausgeprägt und verschwindet nahezu bereits bei f2. Verzeichnungen sind nicht auszumachen.

Haptik & Fertigungsqualität sind genial!

Die Fertigungsqualität des Nocticron ist über jeden Zweifel erhaben. Wir kennen kaum ein zweites Objektiv, das in durchgehender Metallbauweise vor allem auch beim Scharfstellring sich derart hochwertig anfasst und auch butterweich bedienen lässt. Dazu kommt ein treffsicherer Autofokusbetrieb mit einer überraschend geringen Fokussierzeit von lediglich 0,28 Sekunden (Unendlich auf 1m incl. Auslösezeit an der GX8), die man bei solch lichtstarken Objektiven an DSLR kaum realisieren kann. Nur in Lowlight kann die GX8 mit dem Nocticron gelegentlich einmal aus dem Takt kommen, wenn man den Einzelfeld-AF nutzt.

Der Bildstabilisator bringt bis zu 4 Stufen

Der Bildstabilisator des Nocticron hilft vor allem an Panasonic-Kameras ohne integrierten Bildstabilisator und bietet bei unserem Test eine Effektivität von etwa 4,3 Blendenstufen. So können wir frei aus der Hand mit Verschlusszeiten um 1/30s noch scharfe 100%-Ansichten realsieren. Schaltet man den Body-Stabilisator an einer GX8 hinzu (durch Firmwareupdate des Objektivs bzw. der GX8), bleibt die Effektivität allerdings auf einem ähnlichen Niveau. Der optische Stabilisator hat den Vorteil, dass man an der GX8 in der Sucherlupe eine stabilisierte Ansicht nutzen kann. An spiegellosen Olympus-Systemkameras (z.B. OMD EM1, EM5 I/I, EM10 I /II) kann man einen noch effektiveren, kamerainternen Stabilisator nutzen, der dem optischen um rund 1,5 - 2 Stufen überlegen ist.

Der Blendenring bedient sich ähnlich überzeugend wie der Fokussierring. Er ist schön leichtgängig aber spielfrei, wird allerdings nur an Panasonic-Modellen unterstützt. Vorteilhaft ist er, da man die Blendeneinstellungen schneller als am Rändelrädchen der Kamera erreichen kann (Tipp: wenn man die Kamerabedienung der Blende bevorzugt und höhere Blendenstufen eingestellt hat, kann man am Blendenring schnell von A auf f1,2 und zurück wechseln, so ist man sehr schnell wieder auf der Offenblende!).

sehr gute 4,5 Sterne!

Unterm Strich sind wir vom Leica 42,5mm / 1,2 begeistert. Die Haptik und Ausstattung ist insgesamt hervorragend genauso wie die Bildqualität. Der Kauf lohnt sich für Anwender, die ihre spiegellose Systemkamera erheblich aufwerten möchten und vor der Investition und dem schon spürbaren Gewicht nicht zurückschrecken. Das Leica kann auch Grund genug für einen Systemwechsel sein, denn ein bildstabilisiertes, sehr lichtstarkes Portraitobjektiv mit geringer Nahdistanz, sehr schnellem AF-Betrieb und in einer außergewöhnlichen Fertigungsqualität nebst Haptik ist ein echter Leckerbissen. Zumal die Bildqualität bereits bei Offenblende ungewöhnlich hoch ausfällt. Schade jedoch, dass Leica nicht auch einen Dichtungsring spendiert hat. Wegen in Spitzlichtern doch erkennbarer und nicht immer leicht korrigierbarer Farbsäume im Bokeh ziehen wir 0,5 Sterne ab, aber das schmälert den hervorragenden Gesamteindruck nur unwesentlich!

Die lichtstarken Portrait-Alternativen

Alternativen bietet Panasonic mit dem optisch bildstabilisierten, lediglich 130gr schweren Lumix 42,5mm / 1,7, das ebenfalls mit einem Metalltubus aber deutlich günstiger ausgeliefert wird (Offenblend-Schärfentiefe bei 3m: 25cm). Die Offenblendleistung kommt insbesondere im Randbereich jedoch nicht an das Nocticron heran.

Beliebt ist auch das 116gr wiegende Olympus M.Zuiko 45mm / 1,8, das zwar einen Kunststofftubus bietet aber auch eine gute Offenblendleistung liefert. Mehr Brennweite bei guter Lichtstärke offeriert das hochwertige Olympus M. Zuiko 75mm / 1,8. Es bietet bei Offenblende sogar mehr Freistellpotenzial (auf 3m Distanz 8cm gegenüber beim Leica von 17cm). Der AF ist allerdings nicht ganz so flott und bietet keinen optischen Bildstabilisator.  Wegen größerer Brennweite kann man es auch nicht ganz so universell einsetzen.

manuelle, lichtstarke Objektive

Wer auf AF-Betrieb verzichten kann, für den dürfte das noch lichtstärkere, rein manuelle Voigtländer 42,5mm / 0,95 interessant sein. Es ist ähnlich hochwertig wie das Leica 42,5mm/1,2 aus Metall mit einem angenehm weich laufenden Fokussierring ausgestattet. Ein Bildstabilisator ist nicht verbaut, dafür kann der manuelle Blendenring für Videoanwendungen entrastet werden. Ein SLR Magic Hyper Prime 50mm / 0,95 ist ebenfalls rein manuell mit gleitender Blende und in Metallbauweise ausgelegt.  Ein rein manuelles Handevision Ibelux 40mm/0,85 ist Weltrekordler bei der Lichtstärke; leider nicht zum Schnäppchenpreis erhältlich und mit 1,15KG wahrlich kein Leichtgewicht. Auflösungswunder darf man bei Offenblende nicht erwarten.

Eine interessante Variante ist auch die Montage eines manuellen Walimex 85mm / 1,4, das für Portraits eine sehr gute Freistellmöglichkeit bietet (auf 3m bei Offenblende 5cm Schärfentiefe). Das Objektiv ist allerdings nicht nativ für Mikro4/3 sondern nur per Adapter montierbar (Alternativ-Automatikadapter, der weniger Spiel am Bajonett-Anschluss hat). Die Abbildungsleistung ist für Portraitzwecke schon bei Offenblende überzeugend, bei Sachaufnahmen sind ggf. Farbsäume und leichte aber noch erkennbare Randunschärfen hinzunehmen. Dafür ist der Anschaffungspreis hervorragend. Noch kostengünstig und mit sehr gutem Freistellpotenzial ist auch ein per Automatik-Adapter montiertes Canon 85mm / 1,8, das sich zwar ohne AF aber via Sucherlupe und ggf. vorhandener Peakingfunktion oft noch recht flott und sicher scharfstellen lässt (6cm Schärfentiefe bei 3m Distanz)!

Wie oben in den Bokehbildern gezeigt, kann man auch mit längerer Brennweite und größerer Motivdistanz den Hintergrund verdichten und oft eine recht gute Freistellung erzielen. Hier ist z.B. das Lumix 35-100mm/2,8 und auch 100-300mm/4 - 5,6 interessant!

 

 Das Leica Nocticron 42,5mm / 1,2 bei Amazon kaufen!

  • sehr lichtstark
  • sehr hohe Auflösung, teils bis in den äußersten Randbereich schon bei Offenblende
  • Verzeichnungen spielen keine Rolle
  • herausragende Haptik mit butterweichem Fokusring
  • hochwertiger manueller Blendenring (nur für Panasonic-Systemkameras) mit Automatik-Einstellung
  • kontraststark im Gegenlicht
  • guter Lieferumfang mit Metall-Streulichtblende, Köcher und Schutzkappen
  • 9 Blendenlamellen für weitgehend runde Unschärfekreise
  • Entfernungsskala im Sucher eingeblendet (Panasonic)
  • sehr schneller, treffsicherer Autofokusbetrieb (Test an der Lumix GX8)

  • Gewicht incl. Streulichtblende mit rund 510gr recht hoch (aber der Lichtstärke geschuldet)
  • kein Dichtungsring, den man in der Preisklasse erwarten dürfte
  • Farbsäume sind im Bokeh bzw. leicht unscharfen Bildbereichen in Spitzlichtern teils deutlich erkennbar
  • Manuelle Fokusebene wird beim Abschalten der Kamera nicht gespeichert
  • Streulichtblende mit Fixierungsschraube nicht ganz ideal (Bajonett wäre sicherer)
  • ambitionierter Preis

 

Technische Daten
UVP 1.599 EUR, Strassenpreis um 1.260 EUR (11/2015) - Kaufen bei Amazon
Markteinführung Jan. 2014
Gewicht 425 gr, mit Streulichtblende ca. 510gr.
Bajonett µ4/3
Brennweite 42,5 mm (KB 85mm)
Naheinstellgrenze 50 cm
Abbildungsmaßstab 0,1x (0,2x KB)
optische  Elemente 14 Elemente in 11 Gruppen, 2 asphärische Linsen, 1 ED-Linse (Extra-Low Dispersion), 1 UHR-Linse (Ultra High Refractive)
Filteranschluss 67 mm
Anzahl Lamellen 9
Blendenumfang f 1,2 - f 16
Bildstabilisierung ja (ca. 4,3 EV nach unseren Tests)
AF-Motor ja, linearer Schrittmotor
Größe 74 x 76,5 mm (Durchmesser x Länge)
Lieferumfang Frontdeckel, Rückdeckel, Metall-Streulichtblende, Köcher
Besonderheiten Nanovergütung für kontrastreiche Gegenlichtaufnahmen



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weiterführende Links


 

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Alle Micro 4/3-Objektive in der großen Traumflieger-Übersicht (Liste ist nach rechts scrollbar!)


 

 


Dieser Report wurde am Donnerstag, 12. November 2015 erstellt und zuletzt am Samstag, 04. Februar 2017 bearbeitet.

Leserkommentare:


Autor: Frank F. 18.08.2016 - 06:01:18
@Denzo: schlag mal nach, was der Unterschied zwischem "dem gleichen" und "demselben" ist.

0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Denzo 18.08.2016 - 00:55:56
Bewertung des Reports: 4 von 5 Sternen!
Ich frage mich wie es zu den doch in deutlichen Bildqualitätsunterschieden zwischen dem ersten und dem zweiten Nocticron?
Es ist das selbe Objektiv..... Jemand eine Idee?

1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Thomas-mft 24.01.2016 - 23:10:38
Bewertung des Reports: 5 von 5 Sternen!
Hallo,
toller Test, wie viele andere hier auch, vielen Dank!
Kleiner Hinweis: Bei den Preisen für das Pana 35-100 ist der Preis fürs 4.0-5.6 verlinkt statt zum 2.8er. Ich hatte schon (zu früh) gejubelt.
Merci

0 von 0 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Bernd Goettmann 01.12.2015 - 11:46:18
Bewertung des Reports: 5 von 5 Sternen!
Danke für den Tipp, das Nocticron mit 1/30s aus der Hand zu benutzen und dazu die ISO Werte zu verändern. Ich setze das Nocticron an der G7 und der GX7 sehr häufig bei Theater- und Musikveranstaltungen ein, bei denen es oft sehr dunkel ist. Da sich ein Blitz immmer verbietet, bin ich auf hohe ISO-Werte bis 1600 angewiesen. Da ist der Tipp mit 1/30s natürlich super. Meine Bilder könnt Ihr bei Interesse unter (.. Admin-Edit: Link gelöscht...) anschauen.
Viele Grüße aus Hessen, Euer Bernd Göttmann

1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Hathor39 20.11.2015 - 17:59:40
Vielen Dank für den ausführlichen Bericht über dieses Objektiv!

Das Nocti ist in meinem Objektiv-Portfolio an der OMD EM-1 das schärfste Glas und liefert sehr gute Ergebnisse unter praktisch allen Bedingungen. Die mangenta-farbenen Reflexe wie oben auf den Bildern konnte ich so noch nicht nachvollziehen. Allerdings am Nachthimmel (Sterne) zeigt sich offenblendig ein Farbsaum um die hellen Lichtpunkte.
Wenn ich das allerdings mit einem Zeiss Planar 1,4/85 ZE vergleiche (das Zeiss ebenfalls auf Blende 1,4 geöffnet), zeigt sich, dass das Nocti wesentlich besser abbildet und die Farbfehler quasi vernachlässigbar sind. Leicht abgebledet (Blende 2,8) zeigt auch am Stern eine hervorragende Korrektur ;-)
Bei Landschafts-Aufnahmen gefällt zudem die hohe Detailschärfe und Farbwiedergabe und dass die Verzeichnung praktisch vernachlässigbar ist, ist auch nicht zu verachten, genauso wenig wie das wirklich schöne Bokeh dieser Linse!

LG Walter

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