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Lust & Frust: Fujifilm X-T30 im Test!

Lust & Frust: Fujifilm X-T30 im Test!

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Fujifilm X-T30 im Test

Lust & Frust!

Seit März 2019 ist sie da, die neue Fujifilm X-T30, die mit einer noch moderaten UVP von 949 EUR dennoch eine Top-Ausstattung bietet: 26 Megapixel mit APS-C-Sensor, hohe Serienbildleistung bis 30 Bilder/Sek., 4K-Video, touchfähiger Klappmonitor und edles Metalldesign. Hinzu kommen Wifi- und Fokus-Bracketing-Funktionen. Ein Joystick und MyMenü erleichtert die Navigation. Fuji hat noch einige offene Themen auf dem Zettel. So begleiten uns neben begeisternden Momenten leider auch frustrierende Augenblicke und manches Kopfschütteln beim Test des Fujisystems!


Body - Bildqualitätähnliche Modelle im Featurevergleich - Traumflieger-FAZIT - Bildbeispiele - technische Daten - Rangliste - Leserkommentare  

Nach der vor allem auch im Videobereich fulminant mit 4K und 60 Bildern/Sek. ausgestatteten Fujifilm X-T3 kommt jetzt die leicht abgespeckte aber in wesentlichen Bereichen auf Augenhöhe angesiedelte X-T30. Beide nutzen einen 26 Megapixel-Sensor im APS-C-Format (1,5x Crop) mit X-Trans-Technologie, wo die grünen Pixel vom sonst bei CMOS-Sensoren üblichen Bayerpattern abweichen und zu Clustern zusammengefasst sind. Die X-T30 ist eine Spur kompakter und rund 500 EUR günstiger. Dafür ist der Sucher anstelle mit 0,75x mit 0,62x (KB) kleiner ausgelegt und anstelle mit 3,69 mit 2,36 Megapixel etwas weniger hoch aufgelöst. Anstelle eines Dual-Slots findet sich eine einzige SD-Speicherkarte im Akkufach. Auch ist das Gehäuse schlanker gehalten und mit 383gr gegenüber 539gr (incl. Akku & Speicherkarte) deutlich leichter. Auf einen Wetterschutz verzichtet die X-T30. Der Puffer ist im Serienbildmodus kleiner ausgelegt. Einen kamerainternen Stabilisator bieten beide nicht, der ist derzeit einer X-H1 vorbehalten.

Neben einigen begeisterten Augenblicken kommt in mancher Detailanwendung aber auch bei der Haptik teils erhebliche Frustation auf, auf die wir nachfolgend näher eingehen. Ohne dabei das Kind mit dem Bade ausschütten zu wollen. Jede Kamera halt ihre Eigenheiten und es ist wohl unmöglich, alle Wünsche unter einen Hut zu bringen.

 

 

Der Fuji X-T30- Body


  

Die Fujifilm X-T30 kommt solo in schwarz oder - wie hier gezeigt - im klassischen Silber-Design zu einer UVP von 949 EUR. Im Set gibt es verschiedene Objektive so auch das hier gezeigte Fujinon 18-55mm 2,8-4 OIS zu einer UVP von rund 1.300 EUR!

 

  

Frontal zeigt sich der 26 Megapixel BSI-Sensor mit 23,5 x 15,6mm. Vorne ist ein Umschalter, der für Umschalten von manuellem Fokus, kontinuierlichem und OneShot-AF-Betrieb zuständig ist. Etwas filigran bedienbar. Ansonsten ist rechts unten am Bajonett noch ein Entriegelungstaster vorhanden. Rechtsseitig wäre er entgegenkommender. Eine leichte Designschwäche, der wir auch bei Sony begegnen und die beim Objektivwechsel zumindest Rechtshändern die Kamera anstelle des zu wechselenden Objektivs in die wichtige Führungshand gibt, wenn man nicht umgreift. Komfortfunktionen wie Extra-Taster finden sich hier nur wenige. Immerhin bietet das etwas tief angesiedelte Einstellrädchen einen Druckpunkt, der bis zu drei Funktionen umschalten kann. Genial! So lässt sich menügesteuert wählen, ob hier die Blende, Zeit, ISO oder mittlere Belichtungsstufe geändert werden soll. Die Konfiguration lässt sich via langem Druck aufrufen.

 

  

Rückseitig zeigt sich eine übersichtlich gestaltete X-T30, die aber wesentliche Direktzugriffe bietet und am Monitor via Q-Tastendruck auch einen Schnelleinstellbildschirm anzeigt. Der kann auch individuell konfiguriert und per Touchscreen bedient werden! So per Fingertouch bedient werden auch verfügbare Einstelloptionen aufgeblättert. Das Einstellrädchen oben rechts ist auch via Druckpunkt mit einer zweiten Funktion belegbar, hier steht eine große Funktionsvielfalt bereit. So lässt sich hier eine Lupenfunktion etc. abrufen. Langer Druck und sie lässt sich konfigurieren. Hier zeigt Fuji, dass mit wenigen Zusatzfeatures ein hoher Bedienkomfort realisierbar ist.

Der vom Hersteller etwas holprig als Fokushebel benannte Joystick ist nicht nur zur Direktansteuerung des AF-Feldes oder Feldbereichs zuständig sondern kann auch via mittigem Druckpunkt das AF-Feld zentrieren und lässt sich zur Menübedienung nutzen. Hier hat Fuji bei der Menübedienung vorbildliches geleistet und arbeitet weitgehend stringent von links nach rechts, so dass man mit dem Joystick praktisch alle Parameter eingeben und auch in der Hierachie zurücknavigieren kann. Dass im Menü einiges noch holprig läuft, wird weiter unten Thema sein.

Der Sucher löst zwar nominell mit eher moderaten 2,36 Megapixel auf, aber deutliche Artefakte oder angedeutete Pixelstrukturen machen wir nicht aus. Das liegt auch an der moderaten Größe von 0,62x, der aber subjektiv größer ausfällt, da eine relativ kurze Brennweite beim Sucherokular genutzt wird. Nebenwirkung ist die Nase, die schnell an den Monitor stößt. Brillenträger haben es auch nicht leicht, das gesamt Bildfeld zu überblicken.

Aktiviert man Touchpad-Funktionen im Menü, dann kann man ergänzend zum Joystick auch per Fingertouch das AF-Feld verschieben und kollidiert mit der Nase, die jetzt das AF-Feld versehentlich verlagern kann. Das wäre nicht weiter schlimm, schließlich kann die Padfunktion abgestellt werden, da ja schon der Joystick weiterhilft. Nur dann bleibt ein Zugriff auf die Touch-Befehle verwehrt. Dabei kann man via seitlicher Streichgeste in den vier Himmelsrichtung individuelle Befehle abrufen. Eine eigentlich tolle Funktion, die vier weitere Individualzugriffe offeriert. Hier kann man sich behelfen, indem die Touchfläche auf eine Region beschränkt wird, auch wenn die Zugriffszuverlässigkeit dann etwas weniger geschmeidig von der Hand geht. Im Sucher sind zahlreiche Optionen wie eine zweiachsige Wasserwaage, Gitterlinien auch eine Lupe oder Fokuspeaking oder Zebrastreifen gegen Überstrahlungen einblendbar. Via Dreh am Objektiv kann auch direkt eine Lupenfunktion abgerufen werden. Der View-Taster rechts neben dem Sucher ist für eine "natürliche Ansicht" zuständig und hat eine leichte HDR-Anmutung. Vor allem hellt er dunklere Bildbereiche zusätzlich auf. Der Sucher reagiert auch im kontinuierlichem AF und schnellen Serienbildmodus sehr schnell und ermöglicht ein Verfolgen bewegter Motive praktisch verzögerungsfrei!

Der Q-Button mit Abruf des Schnelleinstellbildschirms ist ansonsten ziemlich sensibel und wird in unserer Praxis häufig versehentlich aufgerufen. Dagegen hat Fujifilm allerdings bereits ein Fimwareupdate bereitgestellt, das ihn weniger empfindlich machen soll.

 

  

Der 3-Zoll-Monitor löst mit 1,04 Megapixel auf und lässt sich um 45 Grad nach unten und 90 Grad nach oben klappen. Schön, dass er in der Achse bleibt aber Ansichten vor der Kamera oder zum Schutz einzuklappen funktioniert nur mit ausschwenkbaren Displays.

  

Seitlich findet sich hinter einer gefederten, gummierten Abdeckklappe die Anschluss-Sektion. Angenehm, dass hier auf eine ansonsten übliche aber eher fummelige Gummiabdeckung verzichtet wurde, mag der Wetterschutz so auch nicht gegeben sein. Oben findet sich eine 2,5mm Stereoklinkenbuchse für Fernauslöser oder externes Mikrofon. Letzteres ist eigentlich mit 3,5mm Klinke Standard, so dass hier regelmäßig ein Adapter nötig wird. Umgeschaltet wird via Menübefehl. Per USB-Buchse wird der Kamera-Akku via im Lieferumfang enthaltenem USB-Kabel (plus Netzgerät) geladen. Hier lässt sich auch ein Kopfhörer anschließen was allerdings ebenfalls regelmäßig einen Adapter einfordert. Hier hat Fuji zwar viele Optionen offengehalten was angesichts der Kompaktheit löblich ist, kommt um einen Kombi-Buchsenkompromiss aber nicht herum was den Anwender ggf. zum Adapterbetrieb nötigt.

Zudem findet sich ein Micro-HDMI-Out. Eine Blitzsynchronbuchse ist der X-T3 vorbehalten.

  

Der NP-W126S-Akku mit 1.260mAh soll lt. Cipa-Standard für 390 Aufnahmen mit einer Ladung auskommen.  Geladen wird er per USB-Kabel, was bei unserem Test knapp 2 Stunden dauert. In der Zeit darf die Kamera nicht in Betrieb sein.

Hier unten erleben wir unsere ersten Frustationsmomente, denn hier im Akku-Fach sitzt auch die Speicherkarte, die zudem am denkbar ungünstigsten Ort direkt an der Schacht-Klappe auch noch spiegelverkehrt entnommen werden will. Sony an der A6000 macht es ähnlich. Unkomfortabler lässt sich die Lösung kaum konstruieren. Denn nicht nur die Entnahme ist fummelig sondern auch noch das außermittige Kameraanschlussgewinde liegt so eng am Kartenfach, dass untergeschraubte Schnellwechselplatten regelmäßig vorher abzumontieren sind. Individuallösungen haben wir schon an einer Panasonic Lumix LX100 und FZ1000 gedreht, bei dem wir eine Sirui-Schnellwechselplatte so gerade eben noch unterschrauben und die Klappe dennoch öffnen können (Schnellwechselplatte Sirui TY-C10, Schraube muss individuell seitlich versetzt werden, wo ein neues Gewinde zu drehen ist). Alternativ empfiehlt sich ein externer Handgriff mit Platte, der so konstruiert ist, dass er Zugriff auf das Fach erlauben.

 

  

Ein Pop-Up-Blitz mit Leitzahl 5 lässt sich mit Hilfe eines Hebels am Drivewahlrad ausklappen. Der dient auch als Mittel gegen rote Augen und lässt sich auf den 1. oder 2. Verschlussvorhang synchronisieren. Letzteres kann bei Langzeitbelichtungen unlogisch wirkende Strichspuren zeitlich harmonischer einordnen. Neben TTL-Betrieb kann er auch manuell mit 1/64 - 1/1-Leistung betrieben werden. Auch externe Aufsteckblitze können genutzt werden, wobei auch menügesteuert Zugriff z.B. auf ggf. vorhandene Drahtlosfähigkeiten mit Gruppensteuerung etc. möglich ist.

 

  

Oben zeigt sich das etwas ungewöhnliche Konzept bei Fujifilm. Anstelle eines Programmwahlrads finden sich mehrere Einstellräder bzw. Hebelstellungen, die in Kombination Logiken wie in Kreativprogrammen A/S/M bzw. eine Vollautomatik ermöglichen. Ergänzend dient dazu am Objektiv auch die A-Stellung.

Links bietet das Drive-Wahlrad Zugriff auf Panorama-Modus (nur JPEG mit mechanischem Verschluss, auch im Hochformat möglich, max 1.440 Pixel in der Höhe), Mehrfachbelichtung (zwei Aufnahmen, nur JPEG, auch geräuschlos), Adv2, Adv1 (über Driveeinstellungen per Menü lässt sich ein Filtereffekt wie Lochkamera, Miniatureffekt, Pop-Farbe, High-Tone, Low-Key, Dynamische Farbtiefe, Weichzeichner oder Color-Key-Effekte zuweisen und anschließend abrufen, auch RAW bzw. geräuschlos). Mit Stellung S wird eine Einzelaufnahme vorgewählt, CL und CH ermöglicht einen langsameren bzw. schnellen Serienbildmodus. Die Geschwindigkeit lässt sich per Menübefehl definieren und reicht bis zu 30 Bilder/Sek. mit 1,25x-Crop bzw. 20 B/Sek. ohne Crop incl. AF. Der Puffer reicht in der 20 B/Sek-Einstellung allerdings nur für 17 RAW bzw. 32 JPEG. Speicherpausen lassen sich mittels einer schnellen UHS-II-Karte gem. unseren Tests minimieren, auch wenn die Bedienungsanleitung nur etwas von UHS-I-Unterstützung wissen will. BKT1 und BKT2 lässt sich im Menü über die Driveeinstellungen mit Bracketing-Funktionen vorbelegen. Hier können automatische Reihenbelichtungen, ISO-Bracketing, Filmsimulationsreihe, Weißabgleich Bkt, Dynamikserie oder Fokus-Bracketing vorbelegt werden. Auf letztere Funktion gehen wir unten näher ein. Die letzte Position ist zur Anwahl des Videomodus zuständig.

Das große Rad mittig-rechts ist für die Zeitwahl zuständig. In A-Stellung ermöglicht es der Kamera, die Zeiten automatisch anzupassen und so eine Logik, wie man sie aus Kreativprogrammen wie mit A/AV kennt. Wird das Rad in T-Stellung gebracht, dann kann die Zeit per Daumenrädchen (oder dem Rädchen nahe des Auslösers) frei gewählt werden. Mit elektronischem Verschluss sind so Zeiten von 45 Min bis 1/32.000s einstellbar. Drittelstufen lassen sich auch in den übrigen Zeitstellungen per Daumenrädchen anwählen. Unten am Zeitwahlrad finde sich ein Umschalter, der in A-Stellung eine Vollautomatik aktiviert.

Rechts außen findet sich das Einstellrädchen für die mittlere Belichtungsstufe. In C-Stellung kann es die Kontrolle an die kleinen Einstellrädchen übergeben was wir bevorzugen. So sind auch Korrekturwerte von +-5EV erreichbar. Dafür nutzen wir das vordere Einstellrad per Zeigefinger und drücken es einmal runter, so dass zwischen Zeit-Steuerung auf Steuerung der mittleren Belichtungsstufe gewechselt wird. Das kann via langem Druck aber auch individuell abweichend konfiguriert werden.

Der Auslöser thront oben auf dem Gehäuse, wobei wir eine angeschrägte Position aus haptischen Gründen jedoch bevorzugen würden. Hier lässt sich noch ein Fernauslöser einschrauben. Vorne rechts ist noch eine individuell konfigurierbare Funktionstaste verfügbar, die relativ wenig Hub bietet und so blind nicht immer leicht zu bedienen ist.

 

  

Mit dem vom Gewicht schon spürbaren Kitobjektiv 18-55mm/2,8 - 4 (ca. 310gr) wird die Fuji X-T30 schnell kopflastig und für uns unkomfortabel in der Hand, zumindest wenn man sie dann einhändig halten will. Hier fehlt es eindeutig an einem größeren Handgriff, der auch unseren Fingern mehr Platz bieten könnte. Zweihändig gehalten ist die Haptik dann spürbar verbessert, auch wenn wir einen vorne im Gehäuse leicht abgesenkten  Auslöser bevorzugen würden. Das Fujinon ist ansonsten außen mit Metall-Ringen verschalt und sehr hochwertig ausgeführt, wenngleich für unseren Geschmack eine Idee zu schwergängig beim Zoom oder Fokusring. Zusätzlich findet sich ein angenehm gerasteter und leichtgängiger Blendenring, der in Auto-Stellung die Blendensteuerung an die Kamera abgeben kann. Eine wünschenswerte Parallelsteuerung der Blende haben wir nicht konfigurieren können. Auch andere Funktionen wie Zeit, mittlere Belichtungsstufe etc. sind am Objektiveinstellring nicht steuerbar wie es etwa bei Canon an der EOS R / RP mit nativen RF-Objektiven möglich ist.

  

Die Fuji X-T30 bietet ein My-Menü, wo sich individuelle Favoriteneinträge hinterlegen lassen. Bedauerlicherweise sind hiervon die meisten Einträge aus dem Werkzeug-Karteireiter ausgeschlossen. Ausgerechnet hier ist der für uns wichtigste Formatieren-Befehl verortet und damit nicht im Mymenü hinterlegbar. Damit verliert für uns das MyMenü spürbar an Praxisnutzen. Merkwürdig auch, dass der zuletzt aufgerufene Menübefehl nicht erneut angezeigt wird und sich auch keine Option dafür findet. Das ist ansonsten gängiger Standard bei anderen, aktuelleren Kamerasystemen. Später entdecken wir, dass ein nicht aktivierbarer MyMenü-Befehl daran schuld ist. So wurde stets als erstes das so allerdings unnütze MyMenü aufgerufen. Wird es jedoch geleert, dann ruft die X-T30 den zuletzt aufgerufenen Menübefehl auf, andernfalls stets das MyMenü.

 

  

Die X-T30 bietet UHD-Video bis 29,97 Bilder/Sek. wahlweise in 100 oder 200 Mbps. Messtechnisch ermitteln wir im Labor eine Auflösung von knapp 1.300 Linien in der Bildhöhe (Fujinon 18-55mm@18mm, f5,6) was ein guter aber kein herausragender Wert ist, denn optimal wären 2.160 Linien. In Full HD ergeben sich eher magere 650 Linien was auf einem typischen Canon-Niveau liegt, das im Videobereich nicht zu den performantesten in Sachen Auflösung zählt! Viele Objektive bei Fuji bieten zwar einen optischen Stabilisator, der bei Schwenks aus der Hand das Video ruhiger gestaltet aber Kamerafahrten können beim Wandern durch die Gegend dann rucklig werden, da der optische Stabilisator Schrittbewegungen nicht überzeugend ausgleicht.

Erfreulich aber, dass die X-T30 ohne Crop im Videomodus auskommt, so dass sich kein geänderter Bildwinkel ergibt. Ärgerlich hingegen, dass im 4K-Videobetrieb das Video nach 10 Min. unterbrochen wird. Generell macht die X-T30 dann mehrere Dateien bis zu 4 GB-Größe und schaltet die Kamera nach 10min aus. Auch in Full HD ist schon nach 15 Min. Schluss. Damit wird die X-T30 für längere Videosessions unkomfortabel. Zum einen muss man die Videos abschnittsweise zusammenschieben, was zumindest bei mehrspurigen Synchronisationen fummel ist, zum anderen muss man stets daran denken, dass die Kamera spätestens nach 10 bzw. 15min nicht mehr aufzeichnet. Vergißt man dies, fehlt der Teil in der Produktion.

 

  

Das Menü bietet im Videokarteireiter 4 Seiten an Optionen. Hier lässt sich nicht nur die Videoqualität hinterlegen sondern u.a. auch die Dynamik getrennt nach Lichter und Schatten oder Filmlooks anpassen.

 

  

Fokus-Bracketing zur Nutzung einer automatischen Schärfenreihe lässt sich bei der X-T30 unter den Driveeinstellungen anwählen und der Rädchenstellung BKT1 oder BKT2 zuweisen. Der Anwender kann den MF-Betrieb anwählen und die Fokusebene vor das Motiv legen. Hier in den Optionen kann eine Bildanzahl bis 999 und ein Fokusabstandsschritt von 1-10 sowie auch eine Pause hinterlegt werden. Möchte man die hinterlegte Bildzahl nicht voll ausschöpfen, dann kann man zum Abbrechen die o.k.-Taste drücken was ähnlich wie bei Panasonic funktioniert. Besser wäre ein Unterbrechen über erneuten Auslöserdruck wie es Olympus oder Canon an der EOS RP bietet.

Die Funktion erreicht lt. unserem Test an der X-T30 bis zu 17 Bilder/Sek., geht aber nach gefülltem Puffer deutlich in die Knie. Nach 10 Sek. werden knapp 80 Bilder gesichert, wenn man JPEG und den elektronischen Verschluss nutzt. D.h. die Geschwindigkeit reduziert sich im Schnitt auf 8 B/Sek. Wird RAW gewählt, dann lassen sich nur noch etwa 1 B/Sek. nach 17 Aufnahmen nutzen. Die Speicherpause nach rund 80 JPEG (nach 10 Sek.) hängt von der verwendeten Speicherkarte ab. Mit einer UHS II-Karte (Transcent 64GB R285, W185) haben wir nach rund 10 Sek. den Puffer geleert (80 JPEG, elektronischer Verschluss), an einer UHS I-Karte (Transcent 64GB  R95, W60) dauert die Speicherzeit hingegen rund 50 Sek.

Fokus-Bracketing lässt sich auch mit dem mechanischen Verschluss dann mit rund 8 B/Sek. für die ersten Aufnahmen bis zum Füllen des Puffers durchführen. Der elektronische Verschluss ist hingegen geräuschlos, soweit man in den Optionen Feedbackgeräusche abschaltet. Auch die Blende wird bei höherer Blendenzahl dauerhaft geschlossen, so dass hier auch keine Schnappgeräusche entstehen. Erfreulich, dass die X-T30 im elektronischen Verschluss einen Rolling-Shutter Effekt gut im Griff hat und hier auf dem hervorragenden Niveau liegt, wie wir es an einer Olympus OMD EM1 II oder EM1 X gesehen haben (etwa 1/50s Readout-Zeit, siehe dazu unser Video zum Rolling Shutter-Effekt beim Stacken). Blitzlicht lässt sich weder mit mechanischem noch elektronischem Verschluss beim Fokus-Bracketing aktivieren. Hier ist Olympus eine Ausnahme und bietet auch beim Fokus-Bracketing die Möglichkeit, zumindest im manuellem Betrieb Blitzlicht bei der Schärfenreihe zu nutzen - wenn auch mit Geschwindigkeitseinbußen. Eine Nutzung per Smartgerätesteuerung der automatischen Schärfenreihe ist bei Fuji nicht möglich, auch andere Automatismen werden hier nicht unterstützt.

  

Zur Autofokussteuerung bietet die X-T30 einen dedizierten Karteireiter wo auf 3 Seiten Optionen bereit stehen. Hier kann der Fokussierbereich eines Feldes von Spot-AF (bis 425 Punkte) ausgedehnt werden oder auch eine Zone mit 9 größeren AF-Feldern oder ein Weitbereich bzw. automatische Feldsteuerung über den Gesamtbereich gewählt werden.  Für den kontinuierlichen AF stehen 6 Presets bereit, die 3 Parameter für unterschiedliche Bewegtmotive verwalten. Hier sind Parameter für Verfolgungsgeschwindigkeit und -empfindlichkeit hinterlegt oder können in einem Preset auch vom Anwender definiert werden. Im Prinzip ähneln die Presets den AF-Cases, wie sie hochwertige Canon DSLR wie eine EOS 5D IV etc. offerieren. Unterschieden werden hier Motive, die weiter verfolgt werden sollen, die plötzlich auftreten etc.

Es besteht auch die Möglichkeit, die Position des AF-Feldes bei Schwenk im Hochformat anders vorzudefinieren. Bei Dunkelheit lässt sich zudem eine LED-Lampe als Fokushilfslicht zuschalten. Bei unseren Tests mit dem XF 18-55mm@18mm / f2,8 - f4 kommt der AF allerdings auch ohne Hilfe und bei nahezu vollständiger Dunkelheit mit dem AF-Betrieb zu recht und setzt den Fokus regelmäßig zuverlässig. Hier zeigt sich, dass die angegebenen -3EV auch nachttauglich sind. Im Gegensatz zur X-T3 bietet die X-T30 auch im kontinuierlichem AF-Betrieb einen Augen-Autofokus. In den Optionen kann definiert werden, ob Priorität auf dem rechten oder linken Auge liegen soll oder ob nur die Gesichts- aber nicht die Augenerkennung arbeiten soll. Bei unserem Test in UHD funktioniert die Gesichts-/Augenerkennung weitgehend zuverlässig, wenngleich der AF ab und an schon einmal schwankt und auf den Hintergrund zurückfällt.

 

  

Der Screen am Monitor oder im Sucher kann optional auch Abstandinformationen im AF-Betrieb zeigen und die Fokusdistanz als Skala einblenden!

 

  

Das AF-Feld lässt sich in der Größe variieren, so dass es z.B. 9 der insgesamt 425 Feldpositionen erfasst. Auch Weitbereiche oder automatische AF-Feldwahl lässt sich aktivieren.

 

  

8 Funktionselemente lassen sich benutzerdefiniert über den Menübefehl Tasten/Rad-Einstellung>Funktionen umbelegen. Hier stehen jeweils 50 Befehle und somit eine beeindruckend umfangreiche Auswahl bereit. Auf 7 Seiten stehen folgende Optionen bereit

  1. Bildgröße, Bildqualität, RAW, Filmsimulation, Körnungseffekt, Farbe Chromeffekt, Dynamikbereich, D. Bereichspriorität
  2. Weissabgleich, Ben.Einst.Ausw., Fokussierbereich, Fokuskontrolle, AF-Modus, AF-C Benutzerdef.Einst., Geischtsauswahl, Gesichterk. Ein/Aus
  3. Drive-Einstellung, Sport-Sucher-Modus, Pre-Aufnahme ES, Selbstauslöser, AE-Messung, Auslösertyp, Flimmerreduzierung, ISO
  4. IS-Modus, Drahtlos-Komm., Einstellung Blitzfunktion, TTL-Sperre, Modellierblitz, Full HD-Hochgeschwin.Aufn., Zebra-Einstellung, Einstellung internes/externes Mikro
  5. Video-Stummschaltungssteuerung, Vorschau Schärfentiefe, Bel.-Vorschau/Weissabgleich man., natürliche Liveansicht, Histogramm, Wasserwaage, Modus Größe Indikat, Nur AE Sperre
  6. Nur AF-Sperre, AE/AF Sperre, AF-Ein, Nur AWB-Sperre, Blendeneisntell., Leistung, Automat. Bildüberragung, Kopplungsziel auswählen,
  7. Bluetooth Ein/Aus, Wiedergabe, keine

Bei T-Fn1 - 4 ist der Touchmonitor mit 4 seitlichen Richtungen gemeint, die beim Überstreichen Funktionen aktivieren können. Hier ist die Auswahl etwas reduziert und es stehen insgesamt 45 Befehle bereit.

  

Der Touchscreen kann optional beim Sucherblick mit einer Touchpad-Funktion genutzt werden. Dies als Alternative zum ansonsten gut arbeitenden Joystick aber auch, um die 4 Touchscreen-Funktionen zu aktivieren. Um Probleme mit der Nasenspitze beim Sucherblick und damit versehentliche AF-Feldverschiebungen aus dem Weg zu gehen, lässt sich die Touchsensible Fläche einschränken. Wir haben hier den rechten Bereich gewählt. Da wird dann auch die Richtungs-Touchfunktion eingeschränkt und erfordert etwas Übung beim Aktivieren.

 

  

Per kostenloser App Fujifilm Cam Remote lässt sich die X-T30 drahtlos per Wifi/Bluetooth-Kopplung drahtlos steuern. Hier erleben wir einen weiteren Frustmoment, denn an unserem iPad 12,9 '' (Vers. 2018) wird nur etwas mehr als die Hälfte der Fläche für ein Livebild genutzt und wir werden genötigt, die App im Hochformat zu verwenden! So wird unser 12,9'' iPad von der Livebildfläche zu einem 7''-Pad degeneriert. Auch einem iPhone 6plus wird nur rund die halbe Fläche mit einem Livebild angezeigt (3''). Die Parametersteuerung wichtiger Werte wird zwar ermöglicht, ist aber etwas umständlich gelöst, da jede Eingabe per OK bestätigt werden will: ein unnötiger Handgriff, auf den andere Apps normalerweise verzichten. Schlimmer aber: die Livebildverbindung wird laufend kurzzeitig unterbrochen, so dass es etwa alle 3 - 5 Sek. zu einer Livebild-Übertragungsverzögerung kommt. Da dies auch bei Ortswechsel zu beobachten war und sich sowohl am getesteten iPad als auch iPhone zeigt, scheint es kein Umgebungs- sondern wohl eher ein generelles Problem zu sein. Dies nicht wegen größerer Distanz sondern auch, wenn Kamera und Smartgerät unmittelbar nebeneinander verortet sind.

Verzögert ist dann auch die Werteeingabe. Zur Parametersteuerung werden Eingaben für Blende, (ggf. Zeit), mittlerer Belichtungsstufe, ISO-Wert, Filmsimulation, Weißabgleich, Blitzsteuerung und Selbstauslösermodus angeboten. Darüberhinaus finden sich keine weiteren Optionen, sieht man von einem auch automatisch aktivierbarem Bildimport außerhalb der Livebildsteuerung ab. Die Kamera selbst zeigt weder ein Livebild an noch reagiert sie anderweitig. Aus der App ist auch die Steuerlogik nicht änderbar, wenn man z.B. von A auf M-Logik wechseln möchte. Dann muss man den Livescreen der App beenden, was via Bluetooth-Kopplung auch die Kamera abschaltet. Jetzt will die Kamera wieder eingeschaltet sein und man kann am Gehäuse/Objektiv Schalterstellungen wechseln, die dann teilweise auch bei Neustart der Livebildsteuerung in der App greifen. Viele Funktionen sind aber selbst jetzt nicht verfügbar. Etwa fehlt die Möglichkeit, einen der Serienbildmodi oder Fokusbracketing per App zu nutzen.

Umschalten lässt sich in der App jedoch in den Videobetrieb incl. Livebild. Als Videoqualität wird dann stets Full HD gewählt, selbst wenn in den Kamereinstellugen z.B. UHD-Video vorgewählt war. Andere Kamerahersteller bieten in ihren hauseigenen Apps regelmäßig nicht nur Zugriff auf die Videoqualtiät sondern ermöglichen normalerweise auch den Betrieb von UHD-Video. Somit zählt die Fuji-App - zusammen mit den übrigen Funktionseinschränkungen - unseres Erachtens mit Abstand zu den schwächsten Lösungen bei der Smartgerätesteuerung.

Verzichtet man auf die Livebildsteuerung dann lässt sich per Bluetooth-Kopplung immerhin das Smartgerät in einem Fernauslösermodus betreiben, so dass alle Kamera-Funktionen nutzbar sind. So lässt sich z.B. auch die Fokus-Bracketing nutzen, man muss aber ggf. zum Abbrechen der Reihe an der Kamera dennoch die ok-Taste bemühen.

 

 

Bildqualität


 

Messtechnisch erzielt die X-T30 im Labor mit dem XF 18-55mm bei 18mm und im RAW-Format (Adobe ACR Standard) im Bildzentrum bis zu 3.544 Linien (f5,6) in der Bildhöhe. Das sind überzeugende Werte ähnlich wie wir sie an Vollformatmodellen wie einer EOS RP ausgemessen haben. Üblich sind ansonsten für die Klasse mit 24 - 26 Megapixel eher um 3.000 Linien. Allerdings haben wir kürzlich an einer Olympus OMD EM1X mit Olympus M.Zuiko 12-40mm/2,8 ähnliche Werte ermittelt obwohl hier nur 20 Megapixel angeliefert werden. Auch die JPEG können überzeugen und wirken hochaufgelöst.

Das ISO-Rauschen hält sich bis etwa ISO 1.600 gut im Zaum, während darüber leichtes bis zunehmend stärkeres Griseln in dunkleren Tonwerten auffällig wird. Im JPEG-Format wird das dann glattgebügelt. Im Direktvergleich bei ISO 25.600 zeigt sich, dass Vollformat-Modelle wie eine EOS R oder RP bei 100% in den dunkleren Tiefen ein etwas weniger grobes Korn zeigen. In etwas helleren Tonwerten können wir hingegen keine Unterschiede im Grad des Rauschens ausmachen. Auch im Vergleich zu einer Sony A6300 zeigen sich hier keine Auffälligkeiten. Insgesamt bestätigt sich hier auch die Einschätzung der Hersteller, die bei der X-T30 den obersten ISO-Wert im Fotomodus bei 51.200 verorten, während aktuellere Vollformatmodelle wenigstens bis 102.400 gehen (teils sogar bis 204.800 wie eine Nikon Z6 oder Panasonic S1). Diesen Abstand von etwa 1 ISO-Stufe sehen wir auch etwa bei der X-T30 zum Vollformat, der allerdings nicht immer auffallen muss.

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ISO-Werte unterstützt die Fuji X-T30 per Standard von ISO 160 - 12.800. Mit Erweiterung sind 80 - 51.200 im Fotomodus möglich. Im Videobetrieb sind 25.600 das obere Ende. Hier bei 100% im RAW-Format mit Standardentwicklung unter Adobe Lightroom zeigt sich eine intakte Struktur bis ISO 3.200, darüber hinaus fangen erste minimale Farbirritationen an, die in stärkeres Griseln übergehen.

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Im JPEG-Format packt die interne Engine sichtbar ab ISO 12.800 zu und zeichnet Rauschen weich. ISO 6.400 halten wir bei durchschnittlich gut ausgeleuchteten Motiven für durchgehend nutzbar!

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100%-Direktvergleich bei ISO 12.800 im RAW-Format mit Standardentwicklung (Adobe LR). Hier schneidet die Fuji X-T30 durchaus überzeugend ab, wenngleich die Vollformat-Modelle noch einen Hauch rauschärmer wirken, der Unterschied aber extrem gering ausfällt.

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Unser RAW-Dynamiktest zeigt, dass die X-T30 bei ISO 160 viel Potenzial beim Abdunkeln übertrahlter Bildbereiche bietet. Beim Aufhellen in den Tiefen steckt aber nicht übermäßig viel Potenzial.

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Im Direktvergleich der Tiefen-RAW-Dynamik im ISO-Basiswert zeigen sich einige Kameramodelle von der eher griseligen Art. Dazu zählt z.B. eine EOS 5D III oder 6D II. Auch eine hier nicht gezeigte EOS RP zählt dazu. Und auch die Fuji X-T30 zählen wir zu dieser Vertretersorte.

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Unsere ersten Tests machen wir aus dem Fenster auf den Parkplatz mit dem XF 18-55mm f2,8 - 4 in drei Brennweiten. Die ersten Schnappschüsse mit AF geraten bei 18mm nicht unbedingt überzeugend, da sie etwas unscharf wirken. Ein erneuter Versuch mit allen Blenden zeigt, dass hier der AF mal daneben gelegen haben muss. Aber auch 18mm überzeugt uns vor allem im Randbereich selbst in höheren Blendenwerten nicht immer. Bei Offenblende sieht es selbst im Zentrum noch etwas unscharf aus was abgeblendet dann besser wird. Dieser Eindruck bestätigt sich auf kürzere Distanzen nicht, hier können wir durchweg überzeugende Detailauflösungen realisieren, soweit sie nicht die Mindestdistanz unterschreiten (mit Nahlinse Raynox DCR 250 ergeben sich auch noch leichte Vignettierungen aber recht gute Auflösungswerte, die allerdings nicht ganz an diejenigen eines dedizierten Makroobjektivs heranreichen).

Der Randbereich bleibt aber weich. In höheren Brennweiten verbessert sich der Eindruck deutlich und wirkt auch bei Offenblende (die bis f4 hoch geht) durchaus überzeugend. Dennoch machen wir noch einen minimalen Water-Color-Effekt aus, der bei früheren X-Trans-Modellen stärker ausgeprägt war, aber noch immer nicht ganz ausgemerzt zu sein scheint. Hier im Beispiel (18mm bei f8) können wir ihn noch in den Bäumen erahnen!

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Autofokustest von 10 Testaufnahmen auf unser Labortestchart mit dem XF 18-55mm bei 55mm und f4 (JPEG), wobei wir den OneShot AF mit einem Einzel-AF-Feld mittlerer Größe (9 AF-Felder umschließend) im Bildzentrum nutzen und grob defokssiert den AF selbständig die Schärfe abpassen lassen. Er zeigt nicht die hervorragenden Werte, wie wir sie an einer EOS R mit einem RF 24-105mm/f4 oder einer Nikon Z6 mit 24-70mm/f4 ermitteln konnten, wo die Fokusvarianz extrem gering ausgeprägt und die Trefferquote bei rund 99% liegt.  Hier beim 18-55mm zeigt sich ein deutlicher Ausreißer beim 7. Versuch, während die übrigen sich mehr oder weniger unauffällig verhalten aber dennoch zu einer gewissen Varianz neigen. Durchschnittlich liegt die Trefferquote immerhin noch bei 94% vom Maximum was als guter Wert anzusehen ist!

Die AF-Geschwindigkeit von Unendlich auf 1m bei guten Lichtverhältnissen messen wir bei 55mm und im OneShot mit 0,53 Sek. Das liegt auf einem eher gemählichem Niveau. Üblicher mit modernen Standardzooms ist etwa die doppelte Geschwindigkeit um 0,25Sek., teils sind sie noch flotter!

 

 

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Feature-Vergleich ähnliche Fujifilm-Modelle


 


 

Fujifilm X-T30

Fujifilm X-T3

Fujifilm X-H1

 Strasse, solo ca. (05/2019)
949 EUR 1.450 EUR 1.150 EUR
Markteinführung März 2019 Sept. 2018 März 2018
Sensor 26 MP, APS-C 26 Megapixel, APS-C 24 Megapixel, APS-C
Autofokus 425 AF-Felder, -3EV, Augen-AF auch im Serienbildmodus 425 AF-Felder, -3EV, Augen-AF OneShot 325 AF-Felder, -1EV
ISO-Bereich 80 - 51.200 (m.Erw.) 80 - 51.200 (m.Erw.) 100 - 51.200
Bel.-Zeiten 30s - 1/32.000s, bulb, mechanisch bis 1/4.000s 30s - 1/32.000s, bulb, mechanisch bis 1/8.000s 30s - 1/32.000s, bulb, mechanisch bis 1/8.000s
Serienbilder bis 20 B/Sek mit AF.,17 RAW unverz. bis 20 B/Sek., 34 unverz. RAW bis 14 B/Sek., 17 unverz. RAW
Monitor 3' mit 1,04k, touchfähig, klappbar 3' mit 1,04k, klappbar, touchfähig 3' mit 1,04k, touchfähig, klappbar
Sucher 0,62x (KB), 2,36 MP 0,75x (KB), 3,69 MP 0,75x (KB), 3,69 MP
Video 4K bis 30p, max 10min. 4k bis 60p, max 20min. 4k bis 30p., max 15min.
interner Stabi nein nein ja
Wifi integriert, Bluetooth-Verb. integriert, Bluetooth integriert, Bluetooth
Fokus-Bracketing ja ja ja, nach Firmware-Update
GPS nein nein nein
Speicherkarte 1 x SD-Karte UHS I, UHS II Dual-Slot, SD-Karte UHS I, II Dual-Slot, SD-Karte UHS I, II
Buchsen HDMI-Out, USB 2.0, gedoppelter 2,5mm-Mikrofoneingang und Fernauslöser, Kopfhörer-Out via USB HDMI-Out, USB 3.0, Mikrofoneingang, Kopfhörerausg. Fernauslöser  Synchronbuchse HDMI-Out, USB 3.0, Mikrofoneingang, Kopfhörerausg. Fernauslöser  Synchronbuchse
Akku NP-W126S, 390 Bilder Cipa NP-W126S, 390 Bilder Cipa NP-W126S, 310 Bilder Cipa
Abmessungen (B x H x T) 11,8 x 8,3 x 4,7cm 13,3 x 9,3  x 5,9cm 14 x 9,7 x 8,6cm
Wetterschutz nein ja ja
Gewicht
383gr (akku, card) 539gr (akku, card) 671gr (akku, card)

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Traumflieger-Fazit


ambivalent: Die X-T30 gibt sich überzeugend hochwertig in der Hand. Das Metalldesign aber auch die ganze Anmutung überzeugt mich. Da spielt auch das im Set bezahlbare XF 18-55mm/2,8-4 eine Rolle, das durchweg hochwertig gefertigt ist und haptisch überzeugt. Dann begeistern mich auch die mit Druckpunkten versehenen Einstellräder, die sich durch langen Druck sogar direkt konfigurieren lassen. Zudem spricht die X-T30 schnell an und sie ist flott aufnahmebereit innerhalb der 1. Sek.  Das Menü ist generell durchdacht mit Links>rechts-Funktion, wie ich sie auch bei Nikon immer klasse fand.

 

Der zweite Eindruck ist die Haptik des Gehäuses, die mir nicht wirklich zusagt. An meiner zugegeben etwas größeren Hand baumeln zwei Finger in der Luft und ich muss die X-T30 mit Setobjektiv einhändig haltend stark anpressen, um sie im Griff zu halten. Hier empfehlen sich separate Zusatzgriffe, die den Handgriff verstärken. Tja, und die Speicherkarte in denkbar ungünstigster Position im Akkufach, dazu verdeckt eine Kameraplatte garantiert das Fach. Das verschmerze ich zwar; gut finde ich es aber nicht.

 

Obendrauf kommt noch die erwähnt lausige Wifi-Steuerung mit kleinem Tablet-Livebild und nur im Hochformat bedienbar praktisch ohne Sonderfunktionen. Video ist hier nicht in UHD möglich. Letzteres ist generell zudem auf 10min begrenzt.

 

Wenn es sich nach Jammern anhört dann trügt der Eindruck nicht wirklich. Ich jammere tatsächlich. Und als ich noch Tethered Shooting probieren will entdecke ich, dass Fuji da keine Dauerlösung parat hat und auf ein käuflich zu erwerbendes Adobe Plugin verweist (das sicherlich ohne Livebild daherkommt). Das leistet sich sonst kein anderer der großen Kamera-Hersteller, sieht man von Nikon ab, die aber immerhin eine Tethered Software offerieren.

 

Auf der anderen Seite bietet die X-T30 eine sehr flotte Fokus-Bracketing-Funktion und hat den bei anderen Herstellern teils lästigen Rolling Shutter-Effekt gut im Griff. Wenn doch der Puffer noch größer wäre aber da grenzt sich die X-T30 von der größeren X-T3 nach unten halt etwas ab. Alles in allem bleibt auch die X-T30 im Schnitt noch flott, zumal ich meist nicht viel mehr als 50 Aufnahmen in der Schärfenreihe nutze. Unterm Strich bin ich zwiegespalten, was die X-T30 angeht, da bleibt noch Luft nach oben für Fujifilm, aber das gilt im Prinzip für jedes Kamerasystem an der einen oder anderen Stelle!

 

Bisher zeigt sich jedoch, dass mir die X-T30 mit zunehmender Praxisanwendung immer besser gefällt! Ob das so bleibt, werden wir dann weiter berichten!

Auf der Photokina 2018 sahen wir die Fuji-Fangemeinde in Köln am Messestand von Fujifilm. Das zumeist jugendliche Publikum drängte sich in zwei Reihen an die meterlangen Tresen, um vor allem die neue X-T3 auszuprobieren. Der Eindruck hoher Kundenzufriedenheit wohl auch dabei die anerkennende Leistung ob einer 4K/60p-Leistung, die im APS-C-Segment einzigartig ist, war zu spüren.  Und jetzt kommt der kleine aber in vielen Bereichen ähnlich ausgestattete, kleinere Bruder mit der X-T30, die auch die für uns besonders interessante automatische Schärfenreihe bietet. Zudem bringt sie eine hohe Geschwindigkeit mit bis zu 20 Bilder/Sek. und löst dabei sogar geräuschlos aus. Diese Attribute erbt sie von der X-T3, zudem den gleichen Sensor mit 26 Megapixel. Und der kann durchweg überzeugen fast auf Niveau von aktuellen Vollformat-Modellen in Sachen Auflösung und Bildschrauschen. Dass Fuji den obersten ISO-Wert bei 51.200 und nicht bei 102.400 veranschlagt zeigt aber doch, dass hier noch ein Abstand zu finden ist, zumindest im Selbstverständnis der Kamerahersteller. Und dieser Eindruck bestätigt sich auch bei unseren Bildanalysen sehr hoher ISO-Werte im Bereich der Tiefen, die bei aktuellen Vollformat-Modellen von Sony, Nikon, Panasonic oder Canon doch eine eine Spur rauschärmer daherkommen - die Unterschiede sind aber fast nur mit der Lupe auszumachen.

Haptisch geht die X-T30 einen unausweichlichen Kompromiss ein, denn die sehr kompakten Abmessungen bei geringem Eigengewicht lassen wenig Spielraum, um dabei noch ausreichend Platz für ein gut zugängliches Kartenfach zu bieten. Ähnliche Schwierigkeiten hat z.B. auch Canon an einer EOS RP oder Sony an seiner A6xxx-Reihe.  Trotz der Faszination, die eine X-T30 ob ihres wertigen Auftritts im Metalldesign versprüht, sind wir bei einigen Punkten doch ernüchtert. Dazu gehören die erwähnten Schwächen in der Appsteuerung, ein MyMenü das wichtige Funktionen wie den Formatieren-Befehl ausklammert und wo letzte Befehle nicht erneut aufgerufen werden. Letzteres ist zwar nur der Fall, wenn man das MyMenü befüllt hat (ansonsten werden letzte Befehle aufgerufen, andernfalls da MyMenü) aber wünschenswert wäre eine Konfigurationsmöglichkeit! Auch die Touchfähigkeiten fehlen in der allgemeinen Menüsteuerung was Hersteller wie Canon bzw. Panasonic in den Griff bekommen haben.

Den ein oder anderen Stolperstein entdecken wir auch, wenn etwa die erweiterten ISO-Werte unterhalb von ISO 160 aufgerufen werden sollen. Die sind nur erreichbar, wenn man vom elektronischen auf den mechanischen Verschluss wechselt. Generell muss man auch bereit sein, sich auf die Fujilogik einzulassen, denn nur wenn die verschiedenen Rädchen und Schalterstellung genau in Position stehen, lassen sich entsprechende Kreativprogramm-Logiken nutzen. Da kann man schon einmal den Überblick verlieren, wenn etwa ein Hebel nicht oder doch auf A-Stellung steht, oder Zeiten sich nicht variabel einstellen lassen, weil das Zeitenrad nicht auf T steht. Leichter wäre hier ein klassisches Programmwahlrad. Canon zeigt etwa, dass beides stringent möglich ist und spendiert seiner Programmlogik an einer EOS R oder oder EOS RP einen FV-Modus, bei dem der Anwender alle Freiheiten und Kombinationsmöglichkeiten optional nutzen kann ohne darauf verpflichtet zu sein.

Fuji bietet aber dennoch zahlreiche Komfortfunktionen und teilweise Features, an denen sich andere Kamerahersteller ein Beispiel nehmen dürften. Etwa die stringente Menübedienung, wo sich fast alle Parameter via Joystick einstellen lassen oder die Mehrfachfunktionalität der Daumen- und Zeigefingerrädchen, die noch via Druckpunkt ergänzende Funktionen und Konfigurationsmöglichkeiten eröffnen. Auch andere Funktionstasten reagieren auf langen Druck und führen so komfortabel ins Konfigurationsmenü!

Die Bildqualität kann generell an der X-T30 überzeugen. Rauscharm und hochaufgelöst bringt der 26 Megapixel-Sensor bis in hohe ISO-Werte überzeugende Ergebnisse und Fuji bietet eine gute Auswahl an nativen Objektiven. Der Markt offeriert zudem einige Automatik-Adapter (etwa von Fringer), mit denen sich ein Wechsel leichter gestalten kann, um etwa vorhandene Canon-Objektive incl. AF und Stabilisator zu nutzen. Zugegeben, mit dem hochwertigen Kitobjektiv XF 18-55mm/2,8-4 hätten wir einen noch etwas flotteren AF gerne gesehen und eine vielleicht noch höhere AF-Performance. Grund, um wirklich laut zu klagen besteht aber nicht wirklich.

Unterm Strich bleibt eine hohe Gesamtwertung mit 89% für die X-T30. Wer noch etwas mehr zu investieren bereit ist und seitliche Speicherkarten als Dual-Slot und einen größeren Puffer bevorzugt, sollte sich auch die X-T3 ansehen. Die bietet auch im Videobereich noch mehr Performance etwa durch 4K/60p bzw. durch verdoppelte Laufzeiten bis 20min. Eine bessere Gesamthaptik und internen Stabilisator bietet die Fuji X-H1, bei der allerdings mit mehr Gewicht und Volumen umzugehen ist. Auch im m4/3-Segment gibt es hübsche Kinder, die in unserer nach wie vor aktuellen und übergreifend vergleichbaren Wertung ähnliche Noten erreichen. Etwa eine Olympus OMD EM1 II mit 89% oder eine Lumix G9 mit 91%! Letzlich füllt die Fuji X-T30 aber eine Lücke im APS-C-Format, wenn man sich nicht mit einer Sonys A6500 oder A6400 bzw. einer EOS M5, EOS M50 oder EOS M6 anfreunden mag. So ein edles Metalldesign wie bei der Fuji und spannendes Objektivangebot ist schon eine Verlockung, der auch wir uns nicht entziehen können. Zumindest als Immerdabei- oder Zweitkamera!

Und die Fuji X-T30 bietet noch einige Schmanckerl, die sie für uns in der Praxis besonders interessant macht. Doch drauf gehen wir in der Zeitschrift Traumflieger Makrowelt näher ein (voraussichtlich in Ausgabe Nr. 9 oder 10)!


 

Mit 89%-Punkten schneidet die Fujifilm X-T30 in unserem Test insgesamt überzeugend ab!

  • gut aufgelöster elektronischer Sucher mit noch großem Format und ohne nennenswerte Artefakte
  • hochwertige Metallausführung
  • kreativ-analoge Rädchensteuerung bei dem der Anwender aber via Konfiguration viele Funktionen auf alternative Buttons-/Räder umbelegen kann
  • 6K-Oversampling und 4K-Video ohne Crop
  • Fokus-Bracketing mit Livebild und hoher Geschwindigkeit (startet mit elektronischem Verschluss bei 17 B/Sek.)
  • interne Wifi-Funktion u.a. mit Smartgeräte-Unterstützung auch im Videomodus
  • kamerainterner Timer
  • Mehrfachbelichtung, verschiedene Bracketing-Funktionen wie eine gut ausgebaute AEB, Panorama-Programm
  • schnell einsatzbereit, in der 1. Sek. nach Einschalten aufnahmebereit
  • kein wesentlicher Lag in der Menü- bzw. Parametersteuerung
  • hohe Serienbildgeschwindigkeit bis 20 B/Sek. bzw. mit 1,25x-Crop bis 30 B/Sek.
  • gute Nachverfolgung weitgehend verzögerungsfrei auch im schnellen Serienbildmodus beim Sucherblick von Bewegtmotiven
  • Geräuschlosmodus
  • geringe Anfälligkeit für einen Rolling Shutter-Effekt (z.B. nur schwache Verzerrungen bei Schwenks)
  • eingebauter Pop-Up-Blitz
  • kurze Verschlusszeiten mit elektronischem Verschluss (bis 1/32.000s)
  • drei Auto-ISO-Presets ansteuerbar (jeweils mit Mindestverschlusszeit und oberem ISO-Wert hinterlegbar)
  • mittlere Belichtungsstufe auch in Programm-Modus M anpassbar
  • generell viele Anschluss-Möglichkeiten für Mikrofon, Kopfhörer, Fernauslöser (wenn auch teils nur per Adapter erreichbar)
  • kompakter und leichter Body
  • umfangreiche Steuermöglichkeiten beim AF-Betrieb, incl. sehr guter Fokuskontrolle mit Lupenfunktion, Schnittbild, Fokus-Peaking etc., Augen- und Gesichtserkennung
  • Joystick für AF-Felder bzw. zur Menübedienung incl. mittigem Druckpunkt
  • überzeugende Bildqualität mit geringem Rauschen und hoher Auflösung
  • Wisch- und Zoomgestensteuerung bei der Bildwiedergabe
  • Haptik mit etwas schwereren Objektiven schon grenzwertig, zumindest einhändig problematisch
  • Speicherkarte schwer zugänglich und im Akkufach untergebracht
  • letzte Befehle im Menü werden nicht erneut aufgerufen, wenn MyMenü aktiv (fehlende Konfigurationsmöglichkeit)
  • MyMenü klammert zahlreiche Befehl aus dem Werkzeug-Karteireiter aus (z.B. den Formatieren-Befehl)
  • App für die Smartgeräte-Steuerung zeigt kleines Livebild am großen Tablet, verlangt das Hochformat und unterstützt nur wenige Sonderfunktionen, führt in unserem Test auch zu häufigen kleineren Aussetzern im Livebild (Test am iPad 12,9'' - 2018)
  • kürzeste Verschlusszeit bei 1/4.000s im mechanischen Verschluss
  • kein Staub- und Spritzwasserschutz
  • schwache Lösung für Tethering
  • Buchsen für Mikrofon bzw. Kopfhörer verlangen regelmäßig nach Adaptern
  • Augenabstand beim Sucherokular gering, was zu Nasendruck auf den Touchscreen (soweit aktiv) führen kann
  • RAW-Dynamik könnte besser sein
  • kein separates Akku-Ladegerät im Lieferumfang (geladen wird per USB-Kabel)
  • nativ mit ISO 160 etwas hoher Basiswert, darunter sind Werte nur mit mechanischem Verschluss erreichbar
  • sehr große, unkomprimierte RAW-Dateien (ca. 50 MB)
  • begrenzte Videolaufzeit in UHD bis 10min, Full HD 15min
  • etwas kleiner Puffer für nur ca. 17 RAW bzw. 32 JPEG (im Modus bei 20 B/Sek.)


Die Fujifilm X-T30 hier bei Amazon kaufen!

 

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Beispiel-Aufnahmen


Test der RAW-Dynamik anhand einer Laubhütte im Buchenwald. Das große Bild zeigt die stark nachbearbeitete Variante, wo wir versuchen, das Innere der Hütte noch zu durchzeichnen, was auch durchaus noch rauscharm gelingt. Unten im Bild ist das Original eingeblendet, wo wir auf den Himmel belichtet haben, was die Schatten fast komplett ins Schwarze absinken lässt.

XF 18-55mm/2,8-4@18mm - 1/25s - f4,5 - ISO 160 - RAW - Parameteranpassung unter Adobe Lightroom

Making-of-Foto einer Fotosession, wo wir die X-T30 als Aufnahmekamera im Selbstauslöser-Modus (10s) nutzen. Klappt prima!

XF 18-55mm/2,8-4@25,4mm - 1/950s - f3,2 - ISO 160 - JPEG


Waldszene mit austreibenden Buchen!

XF18-55mm/2,8-4@18mm - 1/80s - f4 - ISO 160 - JPEG

High-Key eines Buchentrios im Hochformat. Da springt auch die Parameteranzeige um, so dass man sie an der X-T30 aufrecht lesen kann.

XF 18-55mm/2,8-4@22,3mm - 1/30s - f3,2 - ISO 200 - JPEG


Stadthaus als Reihenbelichtung (5 Aufnahmen mit 2EV Spreizabstand) - HDR-Verrechnung zu DNG in Adobe Lightroom und recht starke Parametereingriffe vor allem auch im Himmelsbereich. Insgesamt gefällt uns das Ergebnis!

XF 18-55mm/2,8-4@52,7mm - f4 - ISO 160 - AEB mit 5 Aufnahmen (bis 1/4000s), JPEG zu DNG-Verrechnung, stärkere Parametereingriffe

Typische Straßenszene, wie sie den Alltag bei uns in Hamburg zeigt. Schön die Grünanpflanzungen mit Blutbuchen, Hainbuchen, Hecken und Büschen, die jetzt im Frühjahr endlich ausschlagen!

XR 18-55mm/2,8-4@27,7mm - 1/100s - f4,5 - ISO 1600 - JPEG


Pflanzendeko im Flur - die lieben das helle Licht; so wie auch die X-T30!

XF 18-55mm/2,8-4@25,4mm - 1/100s - f3,2 - ISO 640 - JPEG

Screenshot aus der UHD-Videofunktion (mit 100 mBit) und Autofokus. Hier dokumentieren wir eine Fotosession. Die Qualität und AF überzeugen uns durchaus!

XF 18-55mm/2,8-4@18mm - 1/1100s - ISO 160 - f3,2 - UHD-Video (Screenshot)


Test des optischen Bildstabilisators am XF 18-55mm bei 55mm. Hier können wir frei aus der Hand 1/6s noch scharf nutzen, bei längeren Zeiten werden hingegen Verwackler erkennbar. Fuji gibt eine Stabilisierungsleistung von 5,5 Blendenstufen an, die wir somit in etwa bestätigt sehen!

XF 18-55mm/2,8-4@55mm - 1/6s - f9 - ISO 640 - Freihandaufnahme, JPEG

Objektivtest aus ca. 1,50m Distanz, wo sich die Qualität gut ablesen lässt, da das Briefmarkenmotiv sich immer wiiederholt.Hier in der Endbrennweite des Kitobjektivs ergeben sich keine gravierenden Schwächen, es zeigt sich also schon bei Offenblende überzeugend!

XF 18-55mm/2,8-4@55mm - 1/80s - f4 - ISO 320 - JPEG


Test unseres Laboraufbaus mit dem Kitobjektiv in Weitwinkelstellung.

XF 18-55mm/2,8-4@18mm - 1/35s - f5,6 - ISO 160 - RAW

Test mit dem XR 18-55 f2,8-f4 Setobjektiv im Weitwinkel und bei Offenblende. Genutzt wird hier das RAW-Format, wobei wir die Lichter und Tiefen in Adobe Lighroom noch angepasst haben.

XF 18-55mm/2,8-4@18mm - 1/1.700s - f2,8 - iSO 160 - RAW


Unser "Bürohund" Zeus im Portrait

XF 18-55mm/2,8-4@50,5mm - 1/1.400s - f4 - ISO 160 - JPEG

Panoramafunktion der Fuji X-T30. Die wurde per Horizontalschwenk durchgeführt, wobei eine Orientierungslinie eingeblendet wird. Die Bildhöhe liegt bei 1.440 Pixel, auch Hochformat-Panoramen sind möglich. Aufnahme leicht von den Tonwerten nachträglich aufgehellt.

XR 18-55mm/2,8-4@18mm - 1/1500s - f5 - ISO 160 - interne Panoramafunktion


 

Hier haben wir die Fokus-Bracketing-Funktion der Fuji X-T30 genutzt. 62 Einzelaufnahmen verrechnet mit Helicon Focus Pro.

XF 18-55mm/2,8-4@55mm - 1/150s - f4 - ISO 160 - 62'er-Stack - JPEG

 

 

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technische Daten


 

 

Deutschsprachige Bedienungsanleitung (PDF) für die Fujifilm X-T30

Firmwareupdate für die Fujifilm X-T30 1.01 zur Optimierung des Q-Tasters

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Dieser Report wurde am Dienstag, 07. Mai 2019 erstellt und zuletzt am Donnerstag, 09. Mai 2019 bearbeitet.

Leserkommentare:


Autor: Stefan_tf 04.11.2019 - 15:37:59
Nick Schreger: Die Fujifilm XT-30 ist ja keine Einsteiger-Kamera sondern um 1.000 EUR durchaus ambitioniert. Insoweit setzen wir uns ja auch detaillierter mit ihr auseinander. Allein die Annahme, diesen Report hier an einem Nachmittag zu erstellen zeigt von Ihrer erheblich zu geringen Erfahrung und allein vom Umfang und den gezeigten Testbildern sollte doch sofort die Absurdität offensichtlich sein. Wir kennen das ja auch von einem Sony-Report (5 Dinge, die uns an einer Sony A7 III stören), dass Fan-Boys sich schnell aufschwingen und jegliche Kritikpunkte unterdrückt sehen wollen. Wir haben aber den Anspruch zu differenzieren und Kaufinteressierte zu informieren. Es gibt zahlreiche Modelle mit besserer Haptik. Viele Modelle von Olympus, Panasonic aber auch die neue EOS M6 Mark 2 liegen besser in unserer Hand. Dabei gibt es manche Modelle, die die Speicherkarte in einem Extra-Fach seitlich unterbringen. Klar ist das der Kompaktheit geschuldet aber eben doch ein nennenswerter Nachteil, wenn die Karte sich das Akkufach teilen muss! Es gibt zahlreiche Modelle mit stärkerer Wifi-Lösung etwa bei Canon oder Panasonic und das hat nichts mit der Preisklasse sondern mehr mit der übergreifenden Herstellerlösung zu tun. Eine EOS M6 II hat einen Puffer für 54 große JPEG bzw. 27 RAW und ist daher deutlich größer, zudem arbeitet sie anstelle von 26 mit 32 MB nomineller Bilddateigröße.
Stefan Groß

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Autor: Nick Schreger 04.11.2019 - 14:56:24
Bewertung des Reports: 3 von 5 Sternen!
Dieser Report ist typisch für den seit Jahren überwiegenden niedrigen Standard bei Technik-Reviews. Redakteure haben nur wenig Zeit mit teils noch auf Vorserien-Firmware basierenden Testobjekten und bieten somit nur einen oberflächlichen Blick auf ein Produkt, das oft viel mehr zu bieten hat. Was hier völlig aussen vor gelassen wird ist die Tatsache, dass es sich um eine Kamera für ambitionierte Hobbyfotografen handelt.

Haptik mit etwas schwereren Objektiven schon grenzwertig, zumindest einhändig problematisch:
Man kann nicht alles haben - kompakt/leicht und haptisch einwandfrei. Diese Kamera ist für kleine Zooms und Festbrennweiten gedacht.

Speicherkarte schwer zugänglich und im Akkufach untergebracht
Ist bei allen Semi-Pro Kameras so, die ich kenne und hier auch der Kompaktheit geschuldet.

letzte Befehle im Menü werden nicht erneut aufgerufen, wenn MyMenü aktiv (fehlende Konfigurationsmöglichkeit)
Genau das SOLL so sein, denn das MyMenu dient dazu, schnell und OHNE UMWEGE zu den wichtigsten Menüpunkten zu kommen.

kürzeste Verschlusszeit bei 1/4.000s im mechanischen Verschluss
Man zeige mir eine Consumer-Kamera in der Preisklasse, die mechanisch schneller verschliesst

kein Staub- und Spritzwasserschutz
Ebenfalls typisch für Consumer-Kameras in der Preisklasse. Wetterschutz in einer so kompakten Bauweise ist nicht realisierbar.

schwache Lösung für Tethering
Wieder ein Merkmal professioneller Kameras.

Buchsen für Mikrofon bzw. Kopfhörer verlangen regelmäßig nach Adaptern
Stimmt, ist der Kompaktheit geschuldet, aaaber...wenigstens hat es welche!

RAW-Dynamik könnte besser sein
Die D-Range gehört zum Besten in dieser Preisklasse

nativ mit ISO 160 etwas hoher Basiswert, darunter sind Werte nur mit mechanischem Verschluss erreichbar
ISO-Wert ist keine Norm und allenfalls auf Herstellerebene vergleichbar. Jeder Wert abweichend des nativen Wertes iniziiert ein künstliches aufhellen/abdunkeln. An jeder Kamera.

sehr große, unkomprimierte RAW-Dateien (ca. 50 MB)
Da sind auch verdammt viel Informationen drin - ist das schlecht? Zudem: hätte sich der Tester die Mühe gemacht, die komprimierten Dateien zu testen hätte er gesehen, dass diese in keiner Weise den unkomprimierten nachstehen.

etwas kleiner Puffer für nur ca. 17 RAW bzw. 32 JPEG (im Modus bei 20 B/Sek.)
Verglichen mit welcher anderen Kamera aus gleichem Ressort?

Tut mir leid, aber eure Testberichte hatten mal viel mehr Substanz und vermittelten das Gefühl, dass cih da jemand auch tatsächlich länger als einen Nachmittag mit einer Kamera beschäftigt hat.

0 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Martin 13.05.2019 - 14:55:49
Bewertung des Reports: 5 von 5 Sternen!
Hallo Stefan,
vielen Dank für deinen tollen Report von der XT30.
Du schreibst von einer drahtlosuntersützung von externen Blitzgeräten. Funktioniert das gleich analog meiner 60D?
Diese Funktion finde ich super, lassen sich doch ohne zusätzliche Geräte tolle Portraits machen.

Gruß Martin

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Autor: Anonym3 10.05.2019 - 08:36:22
Tethering mit der X T30 ist nicht möglich, weder das kostenpflichtige Adobe Plugin noch Capture one unterstützen die Kamera.

Capture one hat online eine schöne Übersicht mit welchen Kameras tethering möglich ist.

Die X T30 ist eine Light-Version zur X T3, da ist in der Tat Luft nach oben.

Die X T3 wäre von der Ergonomie und den Funktionen für Sie vermutlich die bessere Wahl.

Aber auch mit diversen anderen Kameras (z.B. EOS M5 ) ist tethering ( weder kostenlos noch kostenpflichtig ) nicht möglich.

Eine leichte Kamera für die Schnapschuss- und Reise-Fotographie muss ja auch nicht alles können.

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Autor: Anonym2 09.05.2019 - 19:05:18
Hallo Stefan, Sie erwähnen die zwei-achsige Wasserwaage. Im Vergleich dazu hat Canon sowohl in der EOS M50 sowie in der EOS R eine drei-achsige Wasserwaage. Mir gefällt die einfache Horizontlinie bei der Fuji im Vergleich zur Wasserwaage bei Canon besser, da Sie das Sucherbild kaum stört.

Ein weiterer Magel des Konzeptes von Canon ist, daß die Wasserwaage beim Aufnehmen von Videos nicht zur Verfügung steht. Im Handbuch zur EOS R schreibt Canon:

Die elektronische Wasserwaage, Gitterlinien oder das Histogramm können während der Movie-Aufnahme nicht angezeigt werden. (Diese Elemente werden ausgeblendet, wenn Sie eine Movie-Aufnahme beginnen.)

Diese Einschränkung bei Canon ist unverständlich.

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Autor: Anonym1 09.05.2019 - 13:41:23
Wie ist die Situation bezüglich von Adaptern von EOS FF to Fuji X-mount?

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Autor: Stefan_tf 08.05.2019 - 16:36:35
Anonym: Danke für die Haltungstipps. Ich gebe zu, das gezeigte Bild ist unter schwierigen Umständen entstanden. Da habe ich eine Rückwand beim Lighting-Case überwunden, was vielleicht etwas verkrampft wirken mag. Ich gehe viel mit Kameras um, daher besteht wenig Grund, dass ich sie klammern müsste ;-)

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Autor: Anonym 08.05.2019 - 16:12:11
Hallo Stefan,

ich habe die Fuji X e3 mit dem 10-24mm / 4 und dem 18-55mm/2,8 - 4 als Ergänzung zu meine Canon-Kameras.

Die Fuji X e3 ist noch etwas kompakter als die X T30. Auch mir fehlte zunächst ein größeres Volumen des Handgriffes und mußte etwas Üben und mich umstellen.

Sie halten die Kamera offensichtlich ( so zeigt Ihr Foto ) etwas verkrampft. Umfassen Sie zunächst nicht die Kamera mit der rechten Hand sondern nehmen Sie diese im Hochformat in die linke Hand. Dann fassen Sie die Kamera mit der rechten Hand so an, dass Sie auf der Rückseite die Damenspitze und auf der Vorderseite mit den Spitzen von Mittelfinger und Ringfinger zufassen ( gegebenenfalls zuvor den Pinzettengriff zwischen Daumen und Mittelfinger und Daumen und Ringfinger im Wechsel üben ). Den freien kleinen Finger können Sie dann als Auflage unter das Gehäuse und der Zeigefinger auf den Auslöser legen, locker bleiben und nicht verkrampfen.

Also nicht die Finger flach auf das Gehäuse legen sondern mit etwas angewinkelten Fingern der rechten Hand halten und mit der linken Hand unterstützen.

Für schwere und längere Ojektive ist die größere X T3 vorzuziehen ( ich bleibe da jedoch bei Canon ).

Ich bin nun gespannt auf die Beispielbilder aus Ihren Stacking-Versuchen mit der X T30.




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