Mit dem 50-120mm f2.8 DC OS Contemporary bringt Sigma ein lichtstarkes Telezoom für APS-C-Kameras auf den Markt. Es richtet sich an Fotografen, die Porträts, Landschaftsdetails und Veranstaltungen mit überschaubarer Ausrüstung aufnehmen möchten. Die Kombination aus durchgehender Blende f2.8, optischem Bildstabilisator und einem Gewicht von 390 g in der Sony-E-Version macht das Objektiv besonders interessant.
Inhalt 6 Abschnitte
Das Wichtigste in Kürze
- Das Zoom deckt 50 bis 120 mm ab und bietet über den gesamten Brennweitenbereich eine maximale Blende von f2.8.
- Für Sony E und Fujifilm X wiegt das Objektiv 390 g; die Canon-RF-Version bringt 410 g auf die Waage.
- Der optische OS-Bildstabilisator erreicht laut CIPA bis zu 6,5 Stufen bei 50 mm und 4,5 Stufen bei 120 mm.
- Der HLA-Linearmotor soll schnell fokussieren, während das Focus Breathing bei Videoaufnahmen minimiert wurde.
- Das Objektiv ist für Sony E, Fujifilm X und Canon RF erhältlich und besitzt einen Wetterschutz.
- Zusammen mit dem Sigma 18-50mm f2.8 entsteht ein lückenloser Bereich von 18 bis 120 mm bei durchgehend f2.8.
Ausstattung und Technik
Telebereich für Porträts und Details
Der Brennweitenbereich ist für viele typische APS-C-Motive sinnvoll gewählt. An Kameras von Sony und Fujifilm entspricht der Bildwinkel ungefähr einem 75-180mm-Objektiv am Vollformat. Bei Canon APS-C liegt der vergleichbare Bereich bei rund 80-192 mm.
Mit 50 mm lässt sich bei einem Porträt noch etwas Umgebung einbeziehen. Die längste Einstellung von 120 mm erlaubt dagegen Aufnahmen aus größerer Entfernung und hilft dabei, einzelne Elemente aus einer Szene herauszulösen. Für weit entfernte Tiere und andere Motive mit besonders hohem Reichweitenbedarf bleibt diese Brennweite allerdings begrenzt.
Die Offenblende f2.8 steht bei jeder Zoomeinstellung zur Verfügung. Dadurch bleiben Belichtungseinstellungen beim Verändern der Brennweite leichter konstant. Außerdem sind bei schwächerem Licht kürzere Verschlusszeiten möglich. In Verbindung mit dem Telebereich kann der Hintergrund zugleich deutlich unscharf erscheinen.
System für kompakte APS-C-Ausrüstung
Das Sigma 18-50mm f2.8 endet bei genau der Brennweite, mit der das neue Telezoom beginnt. Beide Objektive decken somit gemeinsam 18 bis 120 mm ohne Lücke und durchgehend mit f2.8 ab. Das Standardzoom eignet sich für weitere Ansichten und Motive mit mehr Umgebung, während das 50-120mm engere Ausschnitte und Porträts übernimmt.
Wer zusätzlich das Sigma 10-18mm f2.8 DC DN Contemporary verwendet, erhält ein Zoomtrio vom Ultraweitwinkel bis zum Tele. Nach Herstellerangabe wiegen alle drei Objektive zusammen weniger als 1 kg. Damit bleibt auch eine lichtstarke Kombination für APS-C vergleichsweise leicht.
Gehäuse, Anschlüsse und Bedienung
Das Objektiv erscheint mit Sony-E-, Fujifilm-X- und Canon-RF-Bajonett für APS-C. Die Sony-E-Ausführung ist 99 mm lang und wiegt 390 g. Für Fujifilm X werden 99,3 mm Länge und ebenfalls 390 g genannt, während die Canon-RF-Version 97 mm lang ist und 410 g wiegt. Die Durchmesser betragen 66,8 mm bei Sony E und Fujifilm X sowie 69 mm bei Canon RF.
Das Gehäuse ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Die Frontlinse trägt zusätzlich eine Beschichtung, die Wasser und Öl abweist. Das passt zum vorgesehenen Einsatz bei Außenaufnahmen. Für ein Telezoom mit f2.8 und optischem Stabilisator fallen die Abmessungen besonders bei der Sony-E-Version kompakt aus.
Separate Schalter für Fokusmodus und Bildstabilisator sind nicht vorhanden. Diese Einstellungen werden über die Kamera vorgenommen. Wer regelmäßig zwischen Autofokus und manueller Scharfstellung wechselt, sollte diesen Bedienpunkt berücksichtigen.
Auf dem offiziellen Produktfoto der Sony-E-Ausführung ist ein eigener Blendenring zu sehen. Er ermöglicht die direkte Wahl der Blende am Objektiv und ergänzt das kompakte Gehäuse um ein klassisches Bedienelement. Gerade an Fujifilm-Kameras ist diese Lösung interessant. Das Sigma 18-50mm besitzt keinen solchen Blendenring.
In der Praxis
Stabilisierung aus der Hand
Sigma verwendet einen optischen Bildstabilisator mit OS2-Algorithmus. Die angegebene Wirkung beträgt nach CIPA bis zu 6,5 Stufen bei 50 mm und bis zu 4,5 Stufen bei 120 mm. Grundlage der Messung ist eine spiegellose APS-C-Kamera.
Bei längeren Brennweiten kann der Stabilisator Verwacklungen aus der Hand verringern. Das ist beispielsweise bei ruhigen Motiven in schwachem Licht hilfreich, etwa bei einer Landschaft in der Dämmerung oder einem Detail im Schatten. Auch an Kameras ohne integrierte Stabilisierung kann dieser Spielraum nützlich sein.
Bewegungen des Motivs korrigiert der optische Stabilisator jedoch nicht. Bei Menschen oder Tieren in Bewegung bleibt deshalb eine kurze Verschlusszeit erforderlich. Wie gut die Stabilisierung mit den einzelnen Kameramodellen zusammenspielt, muss ein Praxistest zeigen.
Autofokus und Video
Für die Fokussierung kommt ein HLA-Linearmotor zum Einsatz. Die Abkürzung steht für High-response Linear Actuator. Sigma stellt damit eine schnelle Scharfstellung in Aussicht, was bei bewegten Motiven und wechselnden Aufnahmeabständen von Bedeutung ist.
Bei Videoaufnahmen wurde außerdem das Focus Breathing reduziert. Dabei verändert sich der Bildausschnitt, wenn die Schärfe von einer Entfernung auf eine andere verlagert wird. Laut Sigma tritt dieser Effekt beim neuen Zoom nahezu nicht auf. Fokusverlagerungen sollen dadurch natürlicher wirken, beispielsweise beim Wechsel von einer Person im Vordergrund zu einem Hintergrunddetail.
Optischer Aufbau und Bildqualität
Im Inneren arbeiten 18 Linsenelemente in 13 Gruppen. Dazu gehören ein FLD-Element, drei SLD-Elemente und vier asphärische Elemente. Sigma zielt damit auf eine hohe Abbildungsleistung bis an die Bildränder und über den gesamten Zoombereich.
Ob diese Leistung auch bei vollständig geöffneter Blende erreicht wird, lässt sich ohne eigene Aufnahmen noch nicht beurteilen. Gleiches gilt für die konkrete Qualität von Autofokus und Stabilisierung im praktischen Einsatz.
Für wen lohnt sich das Sigma 50-120mm f2.8?
Das Objektiv passt zu APS-C-Fotografen, die ein lichtstarkes Tele für Porträts, Landschaftsdetails oder engere Ausschnitte bei Veranstaltungen suchen. Besonders schlüssig ist die Kombination mit dem Sigma 18-50mm f2.8. Zusammen entsteht eine vielseitige, relativ leichte Ausrüstung ohne Brennweitenlücke.
Wer maximale Reichweite für weit entfernte Tiere benötigt, wird durch 120 mm begrenzt. Auch der Verzicht auf eigene Schalter für Fokusmodus und Stabilisierung kann für Fotografen nachteilig sein, die diese Einstellungen häufig direkt am Objektiv verändern. Dafür stehen der optische Stabilisator, die konstante Lichtstärke und bei der Sony-E-Version das geringe Gewicht von 390 g auf der Habenseite.
Technische Daten im Überblick
- Bajonett: Sony E, Fujifilm X, Canon RF (APS-C)
- Brennweite: 50-120 mm
- Blende: f2.8-22
- Blendenlamellen: 11
- Linsen/Gruppen: 18 Elemente in 13 Gruppen, darunter 1 FLD-, 3 SLD- und 4 asphärische Elemente
- Autofokus: HLA-Linearmotor
- Bildstabilisator: optischer OS, bis zu 6,5 Stufen bei 50 mm und 4,5 Stufen bei 120 mm nach CIPA
- Abbildungsmaßstab: 1:3 bei 50 mm, 1:4,7 bei 120 mm
- Naheinstellgrenze: 23 cm bei 50 mm, 55 cm bei 120 mm
- Filterdurchmesser: 55 mm
- Wetterschutz: staub- und spritzwassergeschützt; Frontlinse mit wasser- und ölabweisender Beschichtung
- Maße (Durchmesser x Länge): Sony E: 66,8 x 99 mm; Fujifilm X: 66,8 x 99,3 mm; Canon RF: 69 x 97 mm
- Gewicht: Sony E: 390 g; Fujifilm X: 390 g; Canon RF: 410 g
Unser Fazit
Das Sigma 50-120mm f2.8 verbindet einen brauchbaren APS-C-Telebereich mit konstanter Lichtstärke, optischer Stabilisierung und geringem Gewicht. Als Ergänzung zum 18-50mm f2.8 ergibt sich ein besonders nachvollziehbares System für Fotografen, die vielseitig arbeiten und ihre Ausrüstung kompakt halten möchten.
Der Blendenring des abgebildeten Sony-E-Modells ist ein zusätzliches Bedienplus. Bildqualität, Autofokus und tatsächliche Stabiliserungsleistung müssen sich allerdings noch im Test beweisen. Die Ausstattung zeigt bereits, dass Sigma das APS-C-System mit ambitionierten Zoomobjektiven weiter ausbaut.
