Nikon erweitert das Z-System mit der Z5 II C um eine kompakte Vollformatkamera ohne elektronischen Sucher. Sie richtet sich an Fotografen und Fotografinnen, die überwiegend über das Display arbeiten und eine leichte Lösung für Alltag, Reisen sowie hybride Foto- und Videoeinsätze suchen. Die technische Basis der Z5 II bleibt dabei weitgehend erhalten.
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Was ist neu?
- Die Z5 II C kombiniert einen 24,5-Megapixel-BSI-CMOS-Vollformatsensor mit EXPEED 7 und einem 5-Achsen-Bildstabilisator bis 7,5 Blendenstufen.
- Das Gehäuse misst 134 x 81 x 72 mm und wiegt betriebsbereit 620 g, verzichtet dafür aber vollständig auf einen elektronischen Sucher.
- Der Autofokus arbeitet mit bis zu 299 Messfeldern, fokussiert bis -10 EV und erkennt nun insgesamt zehn Motivtypen einschließlich Wasserlebewesen.
- Für Videos stehen 4K 60p mit Crop, 4K 30p ohne Crop aus 6K-Oversampling, Full HD mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde sowie N-RAW, N-Log und HLG bereit.
- Das vollständig dreh- und schwenkbare 3,2-Zoll-Touchdisplay löst mit 1,04 Millionen Bildpunkten auf und übernimmt die komplette Bildkontrolle.
- Im Vergleich zur Z5 II entfallen unter anderem der zweite Speicherkartenplatz, der AF-Joystick und der Sucher; der mechanische Verschluss bleibt jedoch erhalten.
Die Details
Kompakter als die Z5 II
Der fehlende Sucherbuckel reduziert vor allem die Gehäusehöhe. Mit 134 x 81 x 72 mm ist die Nikon Z5 II C bei Breite und Tiefe identisch zur Z5 II, bleibt aber 20 mm niedriger: Die Z5 II ist 100,5 mm hoch. Beim Gewicht ergeben sich 620 g gegenüber rund 700 g bei der Z5 II, also eine Ersparnis von 80 g.
Zusammen mit kleinen NIKKOR-Z-Objektiven entsteht damit eine Kombination, die sich im Alltag und auf Reisen leichter transportieren lässt. Nikon belässt es trotzdem bei einem ausgeprägten Handgriff, sodass die Kamera weiterhin wie eine klassische Systemkamera in der Hand liegen soll. Angeboten wird das Gehäuse mit schwarzer oder silberner Oberseite.
Sensor, Stabilisierung und Empfindlichkeit
Für die Aufnahmen kommt ein rückwärtig belichteter Vollformatsensor mit 24,5 Megapixeln zum Einsatz. Die Verarbeitung übernimmt der EXPEED-7-Prozessor. Der beweglich gelagerte Sensor stabilisiert das Bild über fünf Achsen und gleicht Verwacklungen um bis zu 7,5 Blendenstufen aus.
Der ISO-Bereich reicht bei Fotos von ISO 100 bis ISO 64.000. Mit der erweiterten Einstellung sind bis zu ISO 204.800 möglich. Damit übernimmt Nikon die wesentlichen Komponenten der Z5 II für die eigentliche Bildaufnahme.
Autofokus und Serienbilder
Das Hybrid-AF-System bietet bis zu 299 Messfelder und soll selbst bei sehr wenig Licht bis hinunter zu -10 EV scharfstellen. Neben Menschen erkennt die Kamera Hunde, Katzen, Vögel und verschiedene Fahrzeuge. Neu gegenüber der Z5 II ist die Kategorie Wasserlebewesen, mit der sich beispielsweise Fische automatisch erfassen und verfolgen lassen. Insgesamt unterstützt die Z5 II C damit zehn Motivtypen.
Bei schnellen Bewegungen sind Serienaufnahmen mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde möglich. Die Funktion Pre-Release Capture speichert außerdem bereits Bilder zwischen, bevor der Auslöser vollständig durchgedrückt wird.
Mechanischer Verschluss und Bildlooks
Trotz der flacheren Bauweise verfügt die Z5 II C über einen vollwertigen mechanischen Verschluss. Zusätzlich kann elektronisch ausgelöst werden. Das ist unter anderem für bewegte Motive und Aufnahmen unter künstlicher Beleuchtung relevant, bei denen ein mechanischer Verschluss gegenüber einer rein elektronischen Lösung Vorteile haben kann. Die Kamera bleibt dadurch eine klassische Foto- und Videokamera und ist nicht nur auf Video oder Creator-Anwendungen zugeschnitten.
Für die kamerainterne Gestaltung stehen 31 Picture-Control-Voreinstellungen und Flexible Picture Controls zur Verfügung. Über die Nikon Imaging Cloud lassen sich weitere Imaging Recipes auf die Kamera übertragen. Ergänzend gibt es 15 Motivprogramme für unterschiedliche Situationen sowie einen anpassbaren Filmkörnungseffekt, der digitalen Bildern bereits bei der Aufnahme eine stärker an analoge Filme erinnernde Struktur verleiht.
Display statt Sucher
Da kein elektronischer Sucher vorhanden ist, erfolgt die Bildgestaltung ausschließlich über den rückseitigen Monitor. Das 3,2 Zoll große Touchdisplay lässt sich vollständig drehen und schwenken und bietet 1,04 Millionen Bildpunkte. Seine Helligkeit kann an die jeweilige Umgebung angepasst werden.
Die Auflösung liegt damit deutlich unter dem Display der Z5 II, das rund 2,1 Millionen Bildpunkte darstellt. Weil bei der Z5 II C kein Sucher als Ausweichmöglichkeit vorhanden ist, kommt der Ablesbarkeit des Monitors eine besonders große Bedeutung zu. Vorteile der beweglichen Konstruktion zeigen sich bei bodennahen Perspektiven, Hochformataufnahmen, Videos und Selbstaufnahmen. Für den Transport kann der Bildschirm nach innen gedreht werden.
Video und Anschlüsse
Bei 4K-Aufnahmen mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde nutzt die Kamera die gesamte Sensorbreite und 6K-Oversampling. 4K 60p ist mit einem 1,5-fachen Crop möglich. In Full HD erreicht die Z5 II C bis zu 120 Bilder pro Sekunde. Für anspruchsvollere Workflows werden N-RAW, N-Log und HLG unterstützt.
Ein Mikrofoneingang und ein Kopfhörerausgang sind ebenso vorhanden wie Micro-HDMI und USB-C. Hinzu kommen USB-Streaming und ein Produktpräsentationsmodus. Das vollständig schwenkbare Display unterstützt dabei Selbstaufnahmen und ungewöhnliche Kamerawinkel.
Unterschiede zur Z5 II und Einordnung im Z-System
Der Verzicht auf den Sucher ist nicht die einzige Änderung gegenüber der Z5 II. Das Display der Z5 II C löst mit 1,04 statt rund 2,1 Millionen Bildpunkten auf. Außerdem gibt es nur noch einen Steckplatz für eine SD-Karte nach UHS-II-Standard, während die Z5 II zwei UHS-II-SD-Kartenfächer besitzt. Der einzelne Slot sitzt seitlich am Gehäuse und bleibt dadurch auch auf einem Stativ gut erreichbar.
Der bei anderen Nikon-Z-Kameras bekannte AF-Joystick entfällt ebenfalls. Den Fokuspunkt verschieben Sie stattdessen über den Touchscreen oder den Multifunktionswähler. Zwei Einstellräder, mehrere Funktionstasten und der separate Umschalter für Foto und Video bleiben erhalten.
Innerhalb des Nikon-Z-Systems nimmt die Z5 II C damit eine neue Position ein. Viele Foto- und Videokomponenten stammen aus der Z5 II, während die flache Konstruktion ohne Sucher zunächst an die Nikon ZR erinnert. Die Ausrichtung unterscheidet sich jedoch: Die ZR ist konsequent für Video- und Cinema-Einsätze entwickelt, die Z5 II C bleibt eine klassische Hybridkamera für Foto und Video.
Einordnung
Mit der Z5 II C reduziert Nikon vor allem Bauhöhe und Gewicht, ohne bei Sensor, Prozessor, Bildstabilisierung, Autofokus oder mechanischem Verschluss zu sparen. Abstriche gibt es beim Sucher, bei der Displayauflösung, beim Kartenslot und bei einzelnen Bedienelementen. Für Fotografen, die ohnehin über den Monitor arbeiten und eine kompakte Vollformatkamera für unterwegs suchen, bietet das Konzept eine leichtere Alternative zur Z5 II; wer einen Sucher, zwei Kartenfächer oder einen AF-Joystick benötigt, muss zur größeren Schwester greifen.
