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Joby startet 2026 neu: Rollei übernimmt den Vertrieb in Deutschland

Joby startet 2026 neu: Rollei übernimmt den Vertrieb in Deutschland

Bei Joby steht 2026 ein Neustart an: Die für flexible Kamera- und Smartphone-Halterungen bekannte Marke hat den Eigentümer gewechselt und entwickelt ihr Zubehörprogramm weiter. Neue Produkte greifen das bekannte Prinzip kompakter, vielseitig einsetzbarer Stative auf, setzen dabei aber teilweise auf andere Materialien und Bauformen. Für den deutschen Markt übernimmt Rollei nun den Vertrieb ausgewählter Joby-Modelle.

Eigentümerwechsel und neue Ausrichtung

Der entscheidende Schritt erfolgte im September 2025. Videndum veräußerte Joby an VIJIM, einen Anbieter von Zubehör für Kameras und Smartphones. Videndum war zuvor unter dem Namen Vitec Group bekannt und hatte zahlreiche Marken aus dem Foto-, Video- und Produktionszubehör unter einem Dach vereint. Zum Portfolio gehörten unter anderem Manfrotto, Gitzo, Lowepro und Joby.

Als Grund für den Verkauf nannte Videndum die stärkere Fokussierung auf professionelle Märkte. Die Einnahmen aus der Transaktion sollten außerdem zur Verringerung der bestehenden Schulden beitragen. Bereits vorhandene Joby-Bestände blieben zunächst bei Videndum und sollten schrittweise verkauft werden.

VIJIM ist in der Fotobranche insbesondere durch Ulanzi und Falcam bekannt. Mit der Übernahme von Joby gehören nun drei Zubehörmarken zur Gruppe. Joby tritt weiterhin als eigenständige Marke auf und weist in aktuellen Mitteilungen auf seine Zugehörigkeit zur VIJIM Group hin. Die von Rollei angekündigten Produkte wurden zwischen März und Juni 2026 vorgestellt. Sie zählen damit zur ersten klar erkennbaren Generation neuer Joby-Produkte nach dem Eigentümerwechsel.

Die Entwicklung der Marke

  • 2005 gründete JoeBen Bevirt Joby im US-Bundesstaat Kalifornien.
  • 2006 erschien der erste GorillaPod, der zum bekanntesten Produkt der Marke wurde.
  • 2011 übernahm die DayMen Group das Unternehmen; zu dieser Gruppe gehörte ebenfalls Lowepro.
  • 2017 gingen Joby und Lowepro an die britische Vitec Group.
  • Vitec hatte bereits Marken wie Manfrotto und Gitzo im Konzern und integrierte Joby damit in ein großes Foto- und Videozubehör-Portfolio.
  • 2022 benannte sich Vitec in Videndum um.
  • Bis zum Verkauf im September 2025 blieb Joby Teil von Videndum.

GorillaPod als prägendes Konzept

Der Markenname Joby ist bis heute besonders eng mit dem GorillaPod verknüpft. Seine aus zahlreichen Kugelsegmenten aufgebauten Beine ermöglichen mehr als das Aufstellen auf einer ebenen Fläche: Sie können beispielsweise um Äste, Geländer oder andere geeignete Gegenstände gewickelt werden. Dadurch lassen sich Kameras an Positionen befestigen, die mit einem herkömmlichen Dreibeinstativ nur schwer oder gar nicht erreichbar wären.

Mit diesem Prinzip etablierte Joby eine eigene Klasse kompakter Ministative. Bereits wenige Jahre nach der Markteinführung tauchten Nachbauten auf; Joby ging schon in den 2000er-Jahren gegen entsprechende Kopien vor.

Auch die Gestaltung und Materialauswahl unterschieden sich von klassischen Foto- und Videostativen. Während solche Konstruktionen meist auf Metallrohren und später zunehmend auf Carbon basierten, verwendete Joby bei vielen kleinen Produkten auffällig viel Kunststoff, Elastomer und bewegliche Formelemente. Der aktuelle GorillaPod 3K verbindet beispielsweise ABS-Kunststoff und TPE mit Edelstahl und Aluminium. Flexible Beine, Gelenke und leichte Halterungen lassen sich dadurch anders realisieren als bei traditionellen Stativsystemen.

Vier neue Modelle im Detail

Die aktuellen Produkte bleiben dem Grundgedanken flexibler und möglichst kleiner Lösungen treu, erweitern jedoch die Materialbasis. Besonders bei zwei Modellen kommt deutlich mehr Aluminium zum Einsatz.

  • NanoPod Magnetic Tripod: Das aus einer Aluminiumlegierung gefertigte Modell ist im zusammengeklappten Zustand nur 9 mm stark und wiegt etwa 70 g. Es kombiniert eine magnetische Smartphone-Aufnahme mit einem Tischstativ und einem Handgriff. Zusätzlich lässt es sich an magnetischen Metalloberflächen befestigen.
  • PodZilla Octo Suction Tripod: Hier bilden weiterhin bewegliche Beine den Kern der Konstruktion. Ergänzt werden sie durch Saugnäpfe. Zum Materialmix gehören Silikon, Nylon, Aluminium, Edelstahl und Neodym-Magnete. Angeboten wird das Modell in Rot und Grau.
  • GripTight Cold Shoe Mount: Die Halterung besteht aus Aluminium und hält ein Smartphone magnetisch. Über einen Zubehörschuh kann sie mit einer Kamera oder anderem kompatiblem Zubehör verbunden werden.
  • TelePod Mini Tripod: Dieses Modell steht konstruktiv näher an der traditionell kunststoffbetonten Joby-Linie. Es nutzt Kunststoff und Silikon, lässt sich als Tischstativ oder Handgriff einsetzen und auf bis zu 37,5 cm ausziehen. Eine drahtlose Fernbedienung sowie ein kleines LED-Aufhelllicht sind im Lieferumfang beziehungsweise Konzept integriert.

Allen vier Neuheiten gemeinsam ist die Möglichkeit, mehrere Aufnahmesituationen mit einem möglichst kleinen Zubehörteil abzudecken. Gleichzeitig zeigt die Verwendung von Aluminium beim NanoPod und beim GripTight Cold Shoe Mount, dass sich Jobys aktuelle Produktgestaltung nicht mehr ausschließlich an der früher stark von Kunststoffen geprägten Formensprache orientiert.

Vertrieb in Deutschland und Preise

Für den deutschen Markt arbeitet Joby nun mit Rollei zusammen. Das Unternehmen führt ausgewählte Modelle in seinem Onlineshop und erweitert damit das eigene Zubehörangebot. Joby bleibt dabei Bestandteil der VIJIM Group; Rollei übernimmt lediglich das Angebot der ausgewählten Produkte im deutschen Vertrieb.

  • NanoPod Magnetic Tripod: unverbindliche Preisempfehlung 44,99 Euro
  • PodZilla Octo Suction Tripod: 49,99 Euro in Rot oder Grau
  • GripTight Cold Shoe Mount: 39,99 Euro
  • TelePod Mini Tripod: 89,99 Euro

Alle vier Modelle sind ab sofort über den Rollei-Onlineshop erhältlich.

Zusätzlich sind einzelne originale Joby-GorillaPods in Orange zu einem stark reduzierten Sonderpreis verfügbar. Die Exemplare werden jeweils neu und in einer Blisterverpackung angeboten. Sie eignen sich für kleine Kompaktkameras, etwa robuste Outdoor-Modelle oder Kameras der Ricoh-GR-Serie, ebenso für kleine LED-Videoleuchten. Mit einer separat erhältlichen Smartphone-Halterung können sie außerdem für Smartphones verwendet werden.

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