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Systemkamera-Sonderheft 2013 - teure Mogelpackung

Systemkamera-Sonderheft 2013 - teure Mogelpackung

Aufrufe: 29.567

3 von 3 Lesern fanden diesen Report hilfreich.

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Das aktuelle "große Systemkamera-Handbuch 2013" ist mit €14,95 nicht gerade ein günstiges Sonderheft. Immerhin sollen einem dafür aber auf 196 Seiten auch die neuesten, spiegellosen Systemkameras vorgestellt werden. Uns erscheint es jedoch wie ein gedankenlos und lückenhaft zusammengestelltes Sammelsurium technischer Daten - und hier wimmelt es von Fehlern.

Zugegeben, am Zeitschriftenstand überlege ich zweimal, ob es mir die €14,95 wert sind, ein Sonderheft über spiegellose Systemkameras zu kaufen. Zögerlich greife ich dennoch zu, immerhin scheint es dort auf den ersten Blick reichlich Infos auch zu den ganz neuen Systemkameras wie EOS-M, Lumix GH-3 etc. zu geben.

35 Kostbarkeiten sind eine zu wenig

Der Titel verspricht 36 Systemkameras, zählt man nach, sinds halt doch nur 35. Rüdiger Hoffmann hätte hier zu der fehlenden "Kostbarkeit" wohl gesagt, "ach das ist doch eeeegaaal".

Doch wer steckt eigentlich hinter dem Heft? Im Impressum liesst man gleich als erstes "Photoshop CS6 erscheint als Sonderheft in der Sonic Media GmbH" . Ähem wieso jetzt Photoshop CS6? Noch ein Egal, der Herausgeber entstammt der Musikbranche und hat offenbar auch das rege Systemkamera-Forum mit einbezogen. Die können einem leid tun, denn was dann folgt, ist nicht nur schwach recherchiert sondern eine teils freche Zusammenstellung technischer Daten, die irgendwie in einen Text gepresst sind.

DSLR können natürlich weniger als Spiegellose...

Doch langsam, zunächst gibts immerhin eine - wenn auch recht dünne, lediglich 4seitige - Einführung, was spiegellose Systemkameras überhaupt sind und welche Vorzüge sie insbesondere auch gegenüber den DSLR bieten. Klar, dass man hier die Vorteile aufzählt und Nachteile schön unter den Tisch fallen lässt. Nur sollten wenigsten die genannten Vorteile auch stimmen. So sollen nur die spiegellosen Systemkameras - im Gegensatz zu DSLR - auch im Videomodus kontinuierlich fokussieren können . Na, da fallen einem aber zahlreiche Gegenbeispiele ein. EOS 650D, die neueren Sony SLT-Spiegelreflex und auch neuere Nikon DSLR können das.

Fehlende Praxishilfen zu Kamerafunktionen

offene Fragen: Als Zweitkamera nutze ich neben meiner DSLR gerne auch die Lumix GH-2. Doch die Lumix GH-3 steht vor der Tür. Was kann sie denn besser? Solche Fragen werden im Systemkamera-Sonderheft völlig ignoriert, ein Vergleich findet nicht statt.

Das wäre alles noch zu verkraften, wenn das Heft wenigstens dem eigenen Anspruch gerecht werden würde. So heisst es auch gleich "Wichtig ist eigentlich nur, dass man sich vor der Auswahl der Kamera ansieht, welche Funktionen den eigenen Bedürfnissen entsprechen...". Gut, da wird einem ja wohl das Systemkamera-Heft weiterhelfen oder?

Leider nein, alle nachfolgenden Übersichten zu den Spiegellosen sind nichts weiter als eine lose Zusammenstellung technischer Daten - weitgehend ohne Praxishinweise, Vergleiche, Einschätzungen. System hat hier nur das Format, mit technischen Daten irgendwie den Text zu füllen.

Kritikloses zur EOS-M

Doch zunächst startet das Heft dann mit der Canon EOS-M. Canons erster spiegelloser Systemkamera. Ich bin verwundert und schliesslich verärgert, dass er sich wie ein lupenreiner Werbetext liesst.  Keine Kritik am Produkt, kein Hinweis, dass die EOS-M z.B. den von zahlreichen Interessenten erwarteten Sucher oder ausreichend Direktzugriffstasten schmerzlich vermissen lässt. Okay, Canon hat eine ganzseitige Anzeige gebucht, vielleicht erklärt sich so die Kritiklosigkeit.

Dagegen fallen die Fehler bei den technischen Daten kaum ins Gewicht (Belichtungskorrektur angeblich +-2EV statt richtigerweise +-3EV, angeblich kein  Blitz/Zubehörschuh, obwohl er natürlich da ist). Und nein, 18 Megapixel sind keine angeblichen 18.000.000 Pixel. Die Hersteller runden da einfach, Canon spricht z.B. für die EOS-M von 18 effektiven Megapixel, tatsächlich sinds aber nur 17.915.904 Pixel. Der Fehler zieht sich durch alle Kameraberichte durch.

Gestreckte Texte ohne Praxisbezug

Dann werden noch reichliche 72 Systemobjektive vorgestellt und hier wirds richtig penetrant. Der Text liesst sich bei Canon-Linsen - wie auch bei fast allen anderen Objektivvorstellungen - noch mehr wie eine Aneinandereihung technischer Daten, aus denen irgendwie ganze, teils missverständliche Sätze produziert werden. Fast ausnahmlos das gleiche Schema: Das Objektiv wird oft zwei bis dreimal mit seiner ganzen technischen Bezeichnung wiederholt und die schon rechts stehenden technischen Daten oftmals wiedergekäut. Beispiel gefällig? Bittesehr: "Das Canon EF-M 18-55mmf/3,5-5,6 IS STM ist ein vielseitiges 18-55mm-Zoomobjektiv in Aluminiumfinish mit EF-M Bajonett". Infogehalt vielleicht 5% wegen des erwähnten Aluminums, alles andere sagt doch schon die Produktbezeichnung. Meist endet dann die Vorstellung wie im Beispiel hier "Das Canon EF-M 18-55mm f/3,5-5,6 IS STM ist für rund 320 Euro erhältlich". So streckt man Texte. 

Zahllose Spezial-Begriffe werden nirgendwo erläutert. Bei Canon erfährt der Leser nirgends, was denn STM-Objektive eigentlich sind (stepper motor = Schrittmotor). Schlimm auch, dass in den rechten technischen Spalten häufig einfach Striche zu finden sind: Autofokus, manueller Fokus, Bildstabilisierung, oft überall lediglich ein Strich zu sehen , als ob die Objektive das häufig überhaupt nicht bieten würden.

Amateurhafte Produktbilder und Technikfehler

Blättert man sich weiter durch, fallen viele amateurhafte Produktbilder auf: farbstichig (Fuji), kontrastarm (Ricoh) oder fast völlig ausbrannte Bilder (seitenweise bei hellen Olympus-Objektiven) finden sich neben einigen unscharfen Abbildungen (Samsung). Anspruchsvoll sind offenbar nur die gezeigten Original-Herstellerbilder, die das Heft dann optisch noch einigermassen aufpolieren. Schlimm wirds erneut dann auch bei Nikon, wo sich derbe Fehler eingeschlichen haben. So starten die Objektive mit einer zweistelligen Lichtstärke von f=1:13 bis f=1:14 .  Auch das würde man vielleicht noch verzeihen, würde der Rest stimmen...

Was sollen DSLR-Bilder im Systemkamera-Heft?

Aufgefüllt wird das Heft allerdings noch mit 47 Seiten Fotoworkshops. Der Leser sollte erwarten, hier etwas zu den spiegellosen Systemkameras zu erfahren. Fehlanzeige, es handelt sich um allgemeine Infos, die idR Bildbeispiele von  DSLR-Fotografen zeigen und besprechen . Wären die Infos wenigsten ausgewogen, könnte der Leser sie immerhin auf die DSLM zu transferieren versuchen (obwohl das Aufgabe der Redaktion wäre).

Zur freihändigen HDR-Fotografie heisst es beispielsweise "Es ist bereits anstrengend genug, die Kamera während drei oder fünf Aufnahmen ruhig zu halten. Vermeiden Sie daher 7'er oder 9'er-Reihen". Da sich der Text auf eine Reihe mit zweistufigem Abstand bezieht, wäre bereits eine 7'er-Reihe frei aus der Hand völlig illusorisch und würde gnadenlos verwackeln (mit im besten Fall 4 Sekunden Belichtungszeit) .  Die Aussage zeigt, dass der Autor es offenbar selbst nie ausprobiert hat.. Weiterhin erfährt der Leser, dass Wind bei Freihand-HDRs ein Problem wäre. Klar denke ich, wenn Äste und Blätter im Wind wehen, können die HDR-Programme diese nicht mehr sauber verrechnen. Aber nein, der Wind soll lediglich ein ruhiges Halten der Kamera verhindern. Aber sicher, man fotografiert natürlich idR Belichtungsreihen, wenn draussen der stärkste Sturm weht. Tatsächlich spielt Wind praktisch überhaupt keine Rolle bei Freihand-Belichtungsreihen, es sei denn man hält während voller Fahrt die Kamera aus dem Auto- oder Zugfenster. Aber immerhin werden wiedereinmal die Texte gestreckt, hier im Tutorial-Teil müssen als Füllmaterial halt Pseudotipps herhalten.

Weiter hinten dann noch so ein praxisfremder Workshop zur 32-Bit-Verarbeitung mit Adobe Lightroom. Da wird dann eine dreistufige Belichtungsreihe mit +-1EV als Beispiel herangezogen . Kein Mensch braucht eine so knappe Belichtungsreihe, die lediglich 2 Stufen mehr an Zeichnung bringt. Insbesondere dann nicht, wenn man sie noch extern mit Photoshop zu Tiffs verrechnet. Dann verlieren sie nämlich wieder wenigstens 1 Stufe und eine einzelne RAW-Aufnahme hat idR mehr Dynamik als das Ergebnisbild im vorgestellten, mühseligen Workflow.

Fazit


Ich finde es für das rege und gut gemachte Systemkamera-Forum etwas bedauerlich, dass aus dem Startup-Heft zu wenig geworden ist. Vermutlich fand da keine Beteiligung an der Schlussredaktion statt oder es fehlt schlicht die Erfahrung mit Printmedien.

Was auf dem Cover mit "Alles über.. Wifi, GPS und HD-Video" in Aussicht gestellt wird, findet keine textliche Erläuterung noch wird ein Überblick über diese spannenden Funktionen gegeben - eine lupenreine Mogelpackung. Fehlende Bildunterschriften zu sämtlichen Technikbildern zeigen ausserdem, dass hier nur ein Rohbau abgeliefert wurde.

Man mag zu ihnen stehen wie man will, aber das machen die meisten anderen Fotofachzeitschriften erheblich besser. So erscheint das Systemkamera-Sonderheft wie ein praxisfremdes Sammelsurium technischer Daten, mit dem selbst gut vorinformierte Interessenten vermutlich herzlich wenig werden anfangen können.

Nützliche Links zum Thema



Dieser Report wurde am Montag, 12. November 2012 erstellt und zuletzt am Dienstag, 13. November 2012 bearbeitet.

Leserkommentare:


Autor: Anonym 17.11.2012 - 16:18:49
Ein Auszug aus meinem - leider in Bezug auf Rückerstattung der 15 Euro - absolut nutzlosen Brief:

---

Editorial, Seite 3.: "...und haben für viele Fotografen UND einen ganz neuen Bereich der Fotografie eröffnet."
Macht keinen Sinn? Richtig!

Während der einführende Artikel noch (abgesehen von einigen überflüssigen Nebensatzkonstrukten) in Ordnung war, wird es bei der Auflistung der Gerätschaften interessant:

Seite 16 - Canon 18-55 im Text 320 Euro, im Bereich Details 299 Euro. Ich weiß, Kleinigkeit, aber es werden mehr, keine Angst.
Seite 25 - Fujinon 18-55, wieder Unterschied: Text 799 Euro, Details 599 Euro.
Seite 34-35 - Überall in den Überschriften starten die Objektive mit einer Blende 13,5, 14,5, 13,8 - vermutlich sollte es heißen, 1:3,5- usw?
Auf Seite 36 gibt es das Problem nicht mehr - dafür stimmen dann wieder die Preise nicht mehr :) - 220 vs. 249 Euro. Ja was denn nun?
Dann die Oly-Objektive. Seite 52, Preise wieder, oben das Pancake, 329 vs. 239 Euro, unten das 45-er wieder 329 vs. 239 Euro (viel Glück übrigens, das als Händlerneupreis zu erwischen - da ist der UVP nämlich ausnahmsweise im Text richtig!). Ich weiß, Tippfehler... aber trotzdem, kontrolliert denn keiner sowas bei Ihnen?!
Seite 53, unten, stolze 949 Euro für das 12-50-er Objektiv, statt wie im Detailbereich 449...
Die Panasonic-Objektive leiden unter dem selben Problem, z.B. das 14-er, das 14-42-er,
Ich verstehe auch nicht, warum bei einigen von ihnen im Titel die Blende steht (und selbst dann ohne Konsequenz mal vorne, mal hinten), bei anderen wieder nicht...

Aber auch in den Kamerabeschreibungen sind Flüchtigkeitsfehler geblieben, etwa geschützte Trennstriche (z.B. bei der OM-D auf Seite 39, 7. Zeile, 10. Zeile, usw.), wieder mal Preise (z.B. 1099 oder 1299 Euro vs. 1499 Euro bei der OM-D, 750 vs. 649 Euro bei der Lumix G5 etc.), fehlende Kommata, unnötige Nebensatzkonstrukte, welche die Lesbarkeit verringern, o.Ä.
600 Bilder pro Sekunde wären eine stolze Leistung beim Filmen mit einer Pen E-PM1 (Infobereich), und warum Sie die Lumix GF5 im Text für 649 - 949 Euro "verkaufen möchten", während im Infokasten der wohl passendere Betrag von 449 Euro steht, ist mir ein Rätsel.

Glauben Sie mir, so macht das Lesen nach einigen Seiten einfach keinen Spaß mehr. Wozu sich ein Systemkamera-Handbuch (!) mit Standard-Texten der Hersteller besorgen, wenn dann darin doch etliches falsch steht? Sie haben zudem die Option verpasst, durch eine vereinheitlichte Benennung z.B. der Linsen mit Brennweite und Blende einen direkten Vergleich zu ermöglichen. Stattdessen übernahmen Sie einfach nur die Herstellerangaben, mal mit, mal ohne Blende, mal hier, mal da hingeschrieben...

1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Anonym 15.11.2012 - 23:55:33
Bewertung des Reports: 3 von 5 Sternen!
Dieser Report spricht mir aus dem Herzen! Leider gibt es so etwas auch in letzter Zeit verstärkt bei Photoshop-Sonderheften für "Insider", "Profis" usw. Schade nur, dass dieser Report selbst den ein oder anderen Rechtschreibfehler enthält (auch nach der Rechtschreibreform gibt es noch ein "ß", und nicht nur das "ss", um nur eines von mehreren Beispielen zu nennen). Inhaltlich aber stimme ich dem voll zu!

1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Anonym 13.11.2012 - 16:14:28
Bewertung des Reports: 5 von 5 Sternen!
Ja, das Heft is nix. Schön, dass dies hier so deutlich gesagt wird.

2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: H-J.Fricke 13.11.2012 - 14:24:32
Bewertung des Reports: 2 von 5 Sternen!
Hallo,
Sinngemäß habe ich mich schon vor ein paar Tagen augedrückt aber keine Antwort erhalten.Vor Allem: wenn ich ein teures Systemkameraheft kaufe,dann erwarte ich NUR Systemkameras!!!!DSLR-Fotohefte gibt es biliger zu kaufen.Das Heft ist eine Ansammlung von schlechten Prospekten und für mich keine 5¤ Wert....
mit freundlichen Grüßen H-J.Fricke

1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Anonym 13.11.2012 - 11:06:12
Bewertung des Reports: 1 von 5 Sternen!
Wären die technischen Daten richtig... leider stecken diese voller (Tipp-)Fehler und Zahlendreher.

1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: k. Weber 13.11.2012 - 08:57:45
Bewertung des Reports: 5 von 5 Sternen!
Bin 100% der gleichen Meinung!
Habe das Heft gekauft und war enttäuscht.

1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

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