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FotoBIBEL - nur für Gläubige

FotoBIBEL - nur für Gläubige

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7 von 7 Lesern fanden diesen Report hilfreich.

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Nur unbedarfte Gläubige werden in die "Fotobibel 2013" andächtig hineinblättern und sie als gottgegebenes Wort von höchster Autorität annehmen. Uns standen jedenfalls die verbliebenen Haare zu Berge. Was da an Fehlern verzapft wird, liegt etwa auf dem Niveau des Systemkamera-Handbuchs und das will etwas heissen.

Das von der Zeitschrift Digital-Photo herausgegebene Sonderheft "FotoBibel" bespricht nach eigenem Bekenntnis die besten Foto-Produkte 2013 und will als "grosser Kaufberater" dienen. Für €9,90 gibts 380 Tests auf 172 Seiten.

schlimmer gehts kaum: Die noch ungetestete EOS 6D wird unter der Überschrift 'TESTLABOR' mit allgemeinen Infos beschrieben. FotoBibel muss also Herstellerinfos im Labor abschreiben oder wie ist der Header zu verstehen? Bei der EOS 7D wimmelt es von Fehlern, falsche Belichtungszeit, falscher Auflösungsvorteil gegenüber einer 5D (II) und dann noch der Hinweis, dass auch die 60D das vorhandene  Schwenkdisplay nicht hätte!

Im Inhaltsverzeichnis machen wir uns die Mühe, die angeblichen 144 Objektiv-Tests nachzuzählen. Gelistet sind dort nur 76, also nur gut die Hälfte der versprochenen und dann letztlich auch vorgestellten Objektive. Offenbar war es der Redaktion wohl zu mühsam, alle aufzuführen. Der Rest sind Tests zu Kameras, Zubehör wie Stative und Bildbearbeitungsprogramme. Nach ein paar Einleitungsseiten, worauf man beim Kamerakauf etc. achten soll, gehts auch schon mit den "47 besten Spiegelreflex-Kameras" los. Und damit wird die in kleinen Häppchen servierte aber für fachlich Interessierte umso schwerer zu verdauenden Kost aufgetischt.

DSLR-Tests vergurkt

Die EOS 550D schneidet mit 89% in der Gesamtwertung besser als die 600D (86%) ab ? Das macht uns stutzig,  denn die 600D weist in unserem Test eine höhere Bildqualität auf und ist natürlich besser als der Vorgänger ausgestattet. Die Fotobibel will aber glauben machen, dass die 550D in der Bildqualität 7% und im Handling um 5% besser als der Nachfolger wäre. Ohne das näher zu begründen. Hat die 600D nicht das geniale Schwenkdisplay, fasst sich besser an und hat ansonsten identische Tasten? Warum soll jetzt aber die 550D trotzdem mehr Punkte beim Handling bekommen? Das weiss allein die göttliche FotoBibel-Redaktion und die behält es leider für sich.

Noch schlimmer: die EOS 1100D soll eine bessere Bildqualität als die EOS 650D (und 600D) haben ? Die 1100D hat aber nur 12,2 Megapixel und die 650D/600D bieten 18 Megapixel. Die 1100D liegt im Traumflieger-Test rund 10% hinter der 650D/600D in der Bildqualität, also nicht so weit weg von den aktuellen Dreistelligen aber mit Sicherheit nicht darüber. Schauen wir mal auf die technischen Angaben: die EOS 550D soll mit 590 Euro im Verkauf teurer als die 600D (580 Euro) sein. Schaut man nach, sind beide aktuell um 480 Euro zu haben. Die 650D habe übrigens nur eine kürzeste Belichtungszeit von 1/2.000 Sek  nebst einem 1,23 Megapixel-Monitor zu bieten (richtig ist 1/4.000s und 1.040k-Monitor). Das spricht schonmal Bände und wir sehen uns hier nur die erste Doppelseite des Tests und auch nur Canon DSLR an!

Wir schauen dann einfach mal in die Pro & Contras rein: An der EOS 650D wird negativ bemerkt, dass der Auslöser manchmal widerspenstig sei und tief runtergedrückt werden müsse. Liebe FotoBibel-Reakteure, kurz ein Lehrgang: Auslöser halb durchdrücken = fokussieren, ganz runterdrücken = auslösen. Wenn der Autofokus jedoch keinen Kontrast findet, blockiert die Kamera. Das ist an allen Canon DSLR (im OneShot) so, jetzt wo ihr schlauer seit gefällt euch der 650D-Auslöser bestimmt gleich viel besser. Weiter heisst es zur 650D "AF etwas träge im LiveView Modus". Ah ja, schonmal das neue Kitobjektiv Canon 18-135 STM probiert? Sehr flotter und geschmeidiger AF-Betrieb gerade auch in der Liveview. Puh schnell weg hier.

schon gewusst: die EOS 60D hat kein Schwenkdisplay!

DigitalPhoto verschweigt in der FotoBibel, mit welchem Objektiv die Kameratests durchgeführt wurden. Und verdunkelt sie dadurch. Gesucht werden offenbar glaubende und keine wissensdurstige Leser!

Im Testabschnitt zu den Semi-Profi DSLR heisst es in der Einleitung zu den besprochenen Modellen, dass alle das Sensorformat mit APS-C-Abmessungen nutzen würden. Gezeigt wird aber darüber die Vollformat-DSLR EOS 6D, der dann noch ein APS-C-Sensor mitangedichtet wird. Was sagt die Fotobibel bei den Tests: "Auf ein Klapp- und Schwenkdisplay müssen Sie bei der 7D, wie auch der 60D, verzichten". Die 60D hat also kein Schwenkdisplay, ok, öfter mal was neues. Im Beschreibungstext zur 7D "Als vermeintlich kleinere Schwester der EOS 5D besitzt sie nur einen APS-C statt des Vollformat-Sensors. Sozusagen als kleine Entschädigung hat Canon die Auflösung auf 18 Megapixel erhöht." Aha, die 7D hat mit ihren 18 Megapixel also eine nominell höhere Auflösung als die 21,1 Megapixel der ein Jahr zuvor erschienenen 5D II? Sehr schön! Fast schon überflüssig, hier auf die technischen Fehler der 7D mit einer Angabe zur kürzesten Belichtungszeit von 1/4.000s hinzuweisen (richtig ist 1/8.000s).

5D Mark 3-Käufer zahlen zu viel

5D Mark III kaum besser: FotoBibel führt 3,5 Jahre Kameraentwicklung ad absurdum, denn die 5D Mark 3 erhält bei der Ausstattung nur 1,5% mehr als der Vorgänger!

Schnell weiter zu den Spiegelreflex-Boliden: Die EOS 5D Mark II bekommt 81% und die fast doppelt so teure 5D Mark III nur 82% bei der Ausstattung? Wer zahlt für ein mikriges Prozent einen Aufpreis von mehr als 1.000 Euro? Die 5D Mark 3-Anwender müssen schön blöd sein. Nicht etwa, dass die 5D Mark 3 einen viel empfindlicheren AF-Sensor, mehr AF-Felder, den Livebild-Videoumschalter, eine Silentsteuerung, Wasserwaage und viel schnelleren Serienbildmodus nebst zwei Speicherkartenfächern hätte, um nur einige der Ausstattungsvorteile aufzuzählen. Eine ähnliche Schieflage findet sich auch bei den Spiegellosen Systemkamera-Tests. Die rund halb so teure Lumix G3 soll mit 82% bei der Ausstattung praktisch die mit 83% bewertete Lumix GH-2 erreichen? Ein kurzer Blick auf die neue Lumix GH-3 dichtet ihr eine UVP von 2.199 Euro an. Sind nur schlappe 1.000 Euro mehr als es der Hersteller verlangt!

Der Powershot-Sucher ist mal super und mal unbefriedigend

Bei den Kompaktkameras der Premiumklasse wird für die Powershot G15 der optische Realbild-Zoomsucher als Plus genannt, an der G1x wird aber der "Blick durch den recht klein gehaltenen Sucher" als unbefriedigend bemängelt. Dass beide Modelle den gleichen Sucher nutzen, stört die FotoBibel irgendwie nicht. Apropos G1x: kein Wort, dass sie als Kompakte doch ziemlich schwer ist und ihr der Nahbereich fehlt, stattdessen wird unter der Überschrift "Testlabor" Herstellerwerbung zum HS-System nachgeplappert, von dem sogar Canon nicht einmal vermitteln kann, wie es funktioniert und was so gut dran sein soll. Apropos "Testlabor", unter der Überschrift werden auch noch zahlreiche, ungetestete Modelle fleissig beschrieben. Das wirft kein gutes Licht auf die angeblichen Labortests der untersuchten Kameras!

Objektiv-Geschwätz für Blinde

Die besten Objektive hat die Fotobibel angeblich im Blick. Bunt gemischt werden APS-C-Modelle mit Vollformat-Objektiven. Kein Wort darüber, an welcher Kamera sie denn getestet wurden, noch welche Blende etc. genutzt wurde. So soll das Canon 16-35mm/2,8L II USM beste optische Leistungen mit 5 Sternen bieten. In welcher Brennweite denn? Tatsächlich ist die Auflösung im Schnitt wenig überzeugend, insbesondere im Randbereich und am Vollformat -  und wer kauft sich so ein teures Weitwinkelzoom denn für APS-C-Kameras?

Was macht es für einen Sinn, wenn die FotoBibel Objektivtests veröffentlicht, ohne dass der Leser weiss, mit welcher Kamera - welchem Sensor (APS-C/Vollformat) und in welchen Blenden und Brennweiten-bereichen getestet wurde?

Zum Canon 70-200mm/2,8L IS  USM heisst es "Ganz wie der Nachfolger lässt es keine Wünsche offen". Aha, warum soll man sich dann den fast 1.000 Euro teureren Nachfolger denn kaufen? Vielleicht, weil er optisch viel besser ist? Zum Canon 24-70mm/2,8L USM heisst es "optische Schwächen sind hier nicht zu erkennen". So so, wenn die FotoBibel blind ist mag die Aussage zum Blick auf deren Testchart stimmen, offen bleibt aber die Frage, warum die Canon-Welt auf den bereits erhältlichen Nachfolger gewartet hat? Womöglich, weil er nicht die teils gravierenden, optischen Schwächen des Vorgängers aufweist!

Zum Canon 28-300mm/L IS USM wird ein Abbildungsmasstab von 0,06 angegeben, tatsächlich liegt er bei 0,65. Tja, und dass die Linse vergleichweise schwach auflöst wird in der 4,5 Sterne Bewertung und textlich "im Bereich der Reportagefotografie ohne Qualitätseinbussen" schlicht missachtet. Unglaublich die Aussage zur Weitwinkelgurke Sigma 12-24mm/4,5-5,6, zu der es heisst "verliert ein bisschen Randschärfe, trotzdem insgesamt eine sehr gute Auflösung". Ein bisschen Randschärfe? Unschärfer gehts doch kaum!

unscharfe Makros: Fotobibel verweigert der Auflösungskönigsklasse 5 Sterne, darunter auch die Top-Makroobjektive Canon 100mm/2,8L IS USM und das Makro 180mm/3,5L USM, die nur 3,5 Sterne abbekommen!

Makroobjektive sind nur Mittelmass

Makroobjektive gehören als Festbrennweiten bekanntlich zu den besten optischen Linsen. Nur die FotoBibel ist der Meinung, dem Canon 100mm/2,8L IS USM und sogar dem Canon 180mm/3,5L lediglich 3,5 von 5 Sternen bei der Auflösung zu attestieren. Wohlgemerkt, das Canon 180mm-Makro ist das höchstauflösende Objektiv, das wir bis dato überhaupt jemals zwischen den Fingern hatten! Im übrigen ist die FotoBibel der Ansicht, dass keines der 28 getesteten Makro-Objektive die volle Auflösungswertung mit 5 Sternen verdient habe. Das ist doch - profan ausgedrückt - unglaublich, weil praktisch alle Makroobjektive in unserem Auflösungs-Ranking - fast schon ketzerisch - mit an vorderster Stelle stehen. Kameratest-Standard sind bei fast allen Fotoredaktionen Makroobjektive, gerade weil sie so gut sind! Mit welchen Objektiven hatte FotoBibel noch gleich die DSLR- und Systemkameratests gemacht? Ach stimmt ja, steht ja nirgendwo. Aber immerhin schreiben sie zum Testverfahren, dass neben objektiven Fakten auch subjektive Eindrücke einfliessen würden. Wir stellen uns das gerade so vor:

Redakteur 1 "Ich find Makroobjektive nich gut!"

Redakteur 2 "ich auch nich, lass uns das gleich ma aufschreiben"

Redakteur 1 "Ich find Festbrennweiten gut!"

Redakteur 2 "ja, die liefern allerdings eine teuflisch gute Qualität!"

 

Traumflieger-Fazit


Zugegeben, die FotoBibel hat reichlich Stoff zu bewältigen und stellt viele Produkte vor. Manche Aussagen sind sogar brauchbar nur der ganze Rest? Wenn dem Guten soviel Böses, äh Vergeigtes gegenübersteht, wäre weniger sicherlich mehr gewesen. Eine seriöse Zeitschrift hätte aufgeklärt, mit welcher Kamera welches Objektiv und umgekehrt getestet wurde. Dann hätte man die Gläubigen nicht im Dunkeln gelassen und zu Wissenden machen können.

Dabei kann man die Fehler in den technischen Angaben kaum noch vergeben, weil ihre Zahl Legion ist. Ob die Fotobibel-Jünger jemals den Weg ins Licht finden werden?

 

Nützliche Links zum Thema


 


Dieser Report wurde am Sonntag, 18. November 2012 erstellt und zuletzt am Dienstag, 20. November 2012 bearbeitet.

Leserkommentare:


Autor: Anonym 27.06.2013 - 11:07:16
Bewertung des Reports: 4 von 5 Sternen!
ich habe Ihren Report erst, heute27_06_2013 gelesen.
Ich finde die Fotobibel gehört nicht unbedingt zu den seriösesten Fotozeitschriften. Das beweist Ihr Report sehr überzeugend.
Mir ist außerdem aufgefallen, dass der Inhalt der Jahrgangshefte manchmal sich kaum von den älteren Heften unterscheidet.

Schön wenn Ihr auf solche Blättchen aufmerksam macht

Harry-Hilflos

3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Gerd 19.12.2012 - 14:34:30
Bewertung des Reports: 4 von 5 Sternen!
90% der sogenannten Fachzeitschriften SIND Webeblättchen. Immer das Neuste ist mit Abstand das Beste. Egal ob Foto, Auto, Computer und, und, und. Dicke, bunte Überschriften wie die Boulevardblätter und randvoll mit sogenannten "Geheimnissen" und falschen Tips.
Meistens sind diese Zeitschriften - oft das selbe Mutterhaus - direkt mit den entsprechenden Branchenriesen verknüpft.

Ich kann die bissigen Kommentare von Traumflieger gut nachvollziehen.

Selber testen und sich für das entscheiden, was einem am Besten liegt. So mach ich's seit über 34 Jahren Fotopraxis.

Aber der Leser bedenke immer: Niemand ist ohne Fehl und Tadel.

12 von 12 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Stefan TF 21.11.2012 - 06:12:49
@anonym: "da verkauft ihr auch einen einzigen kreuzsensor in der 6D als total tolles AF system."
Bitte solche Behauptungen immer mit Quellenangabe!
Wir sagen zur 6D im Moment m.W. nur in DSLR-Woche 3 Teil 1 ab Minute 37, dass das AF-System gegenüber der 5D III von 61 auf 11 Felder geschrumpft ist! Und gegenüber der 5D II aufgestockt ist (um 2 AF-Felder). Und dass die Empfindlichkeit von -0,5 bzw. gegenüber der 5D III von -2 auf -3EV gesteigert wurde. Erwähnt wird, dass diese Steigerung ein grosser Fortschritt sei. Wo sagen wir aber, dass es "total toll" wäre?

1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Anonym 20.11.2012 - 16:41:57
Bewertung des Reports: 3 von 5 Sternen!
das ist ja ebenso lächerlich wie eure lobhuddelungen von marginalen canon verbesserungen. :)

da verkauft ihr auch einen einzigen kreuzsensor in der 6D als total tolles AF system.

dabei hat schon die 60D ein besseres AF system... ausser man möchte ständig bei -3EV fokusieren und fotografieren.

1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Anonym 20.11.2012 - 10:59:19
Bewertung des Reports: 3 von 5 Sternen!
Der Artikel liest sich so, als sei der Autor hier persönlich beleidigt worden - ganz schön schnippisch.
Es ist aber wahr und es trifft auch nicht nur auf die FotoBIBEL zu. Die Inhalte von angeblichen (Technik) Fachzeitschriften sind oft nicht mehr als Werbeblättchen der Hersteller und dann auch noch mit falschen technischen Angaben und Leihenfehlern..

1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Anonym 19.11.2012 - 22:41:35
Bewertung des Reports: 5 von 5 Sternen!
Ist aber sehr oft so. Aber dank Eurer Seite brauchen wir Alle solche Hefte nicht. Noch schlimmer sind die Photoshop Bibeln, da stimmen teilweise die Schritte nicht überein. Das Problem ist glaube ich, dass keine Fachleute da dran sitzen sondern Studenten die wild durch die Gegend recherchieren im Netz.

9 von 9 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

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