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Panasonic Lumix G Vario 12-35mm/2,8 OiS

Panasonic Lumix G Vario 12-35mm/2,8 OiS
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Entscheiden Sie selbst:

Zunächst sind wir zögerlich mit dem Kauf des Lumix G Vario 12-35mm/2,8 OIS. Nachdem uns aber die Lumix GH3 ziemlich überzeugt hat, schlagen wir auch beim lichtstarken Standardzoom zu. Und der Kauf hat sich gelohnt, wie wir nachfolgend belegen!

ein Traumflieger-Test von Stefan Gross

 

Den ersten Kontakt mit dem lichtstarken Standardzoom Lumix 12-35mm/2,8 OiS hatte ich auf der Photokina 2012, das uns dort von Panasonic zusammen mit der Lumix GH3 vorgestellt wurde. Ich war auf Anhieb begeistert, weil es sich schlicht gut anfasste und die sauber laufenden Einstellringe haptisch überzeugten. Irgendwie machte gerade das Gespann aus hochwertigem Kamerabody und dem 12-35'er Eindruck bei mir.

Als ich die Lumix GH3 schliesslich im Dezember 2012 kaufte stand die Überlegung im Raum, sie gleich im Set mit dem 12-35mm/2,8-Objektiv zu erwerben. Doch ich verzichtete darauf, weil die Einzelanschaffung nicht teuerer würde und ich die Lumix GH3 ersteinmal näher kennenlernen wollte. Möglicherweise würde sie doch eher ein Schattendasein fristen, falls ich mich mit ihr nicht richtig anfreunden würde. Und Standardzooms habe ich für die Lumix ja bereits. Nachdem mich die Lumix GH3 aber mittlerweile wirklich überzeugt, habe ich das 12-35mm/2,8 nachgeordert. Immerhin eine Investition von rund 900 Euro, die ich jedoch insbesondere nach dem Bildqualitätstest nicht bereue.

Leichtgewicht

Entscheidend für den Kauf waren neben der guten Haptik auch der Staub- und Spritzwasserschutz und vor allem die Lichtstärke, die einem 24 - 70mm/2,8-Objektiv im Kleinbildformat entspricht. Am Micro4/3-Bildsensor bleibt es zwar von der Schärfentiefe im Vergleich zu einem Vollformat-Bildsensor auf f5,6-Niveau, aber die Belichtungszeiten sind vergleichbar kurz. Und es ist schlicht das lichtstärkste Standard-Zoom bis Dato, das für spiegellose Systemkameras überhaupt verfügbar ist. Vergleichbare Objektive kosten für Canon-DSLR deutlich mehr - oft den doppelten Kaufpreis - und sie sind auch vom Gewicht zwei bis dreimal so schwer.

Nachgemessen bringt das 12-35mm/2,8 lediglich 302 Gramm auf die Waage und bietet eine moderate Länge von 7cm - 9,5cm (Start- bis Endbrennweite). Damit passt es auch von der Balance hervorragend zur Lumix GH3, ohne kopflastig zu werden bzw. das Gespann aus Gehäuse und Objektiv zu schwer zu machen. Hier sei mal ausser Betracht gelassen, dass die Lumix GH3 für eine spiegellose Systemkamera mit 550gr an sich nicht unbedingt zu den Fliegengewichten gezählt werden kann. Auch einhändig gehalten, kippt die GH3 mit dem 12-35'er nicht über sondern bietet einen sehr praktikablen Gewichtsschwerpunkt. Begrüssenswert auch, dass es einen gängigen, nicht zu grossen Filteranschluss von 58mm bietet und somit kein allzuteures Zubehör wie etwa Nahlinse oder Polfilter fällig wird. Letztere können bequem wegen Innenfokussierung und daher nicht mitdrehender Frontlinse eingestellt werden.

Hält die Schärfe

Die Bildschärfe wird erfreulicherweise in den unterschiedlichen Zoomstufen nicht signifikant verlagert sondern konstant gehalten. Es arbeitet also parfokal, so dass man ohne neu fokussieren zu müssen idR ohne weiteres die Zoomstufe verstellen kann. Angenehm ist auch, dass der Tubus in allen Zoomstufen auch gegen den Zenit oder Boden gerichtet hält, ohne dabei ungewollt heraus- oder einzufahren. Manch Zoomobjektive hatte ich schon, die etwa bei Reproaufnahmen vom Galgenstativ in der Zoomstufe absacken, was nervige Aktionen mit Tesaband nach sich ziehen kann.

Doch wie gut schneidet das Lumix Vario in der Auflösungsleistung denn ab? Bevor es im Traumflieger-Testlabor auf Linienauflösung ausgemessen wird, mache ich einen Offenblendtest vom Stativ bei 35mm. Und hier bin ich angenehm überrascht. Die Detailauflösung stimmt einfach, auch im Randbereich ist die kritische Blende f2,8 absolut brauchbar! Super!

 

Gute Offenblende: Die Detailauflösung ist im Bildzentrum hervorragend und im Randbereich noch wirklich gut - das hätte ich nicht unbedingt erwartet!.
[Lumix GH3 mit 1/10 Sek. bei 35mm/f2,8, RAW]


gut im Nahbereich

Da ich auch gerne im Nahbereich fotografiere kommt mir der relativ hohe Abbildungsmasstab entgegen. Ein Lineal lässt sich formatfüllend horizontal ausgerichtet mit rund 9cm ablichten. Das entspricht zwar nur einem Abbildungsmasstab von rund 0,2 aber durch den 2x-Cropsensor sind es im Vergleich zu einer Vollformatkamera immerhin 0,4. Grössere Schmetterlinge oder Grosslibellen kann man, sehr vorsichtig angenähert, damit praktisch formatfüllend ablichten ohne zuviel Umfeld aufnehmen zu müssen. Die Nahdistanz Frontlinse - Motiv liegt bei höchster Vergrösserung ebenfalls bei 9cm. Damit steigt der Aktionsradius in beengtem Umfeld, auch ungewöhnliche Perspektiven können so leichter eingenommen werden. Ein dediziertes Makroobjektiv kann das 12-35'er zwar nicht immer aber doch oft ersetzen, zumal auch die Abbildungsleistung auf Mindestdistanz überzeugend ausfällt.

 

Gute Makroleistung: Auf Mindestdistanz können auch kleine Motive detailliert eingefangen werden. Das Centstück ist auch bei 100% schön scharf!

[Lumix GH3 mit 1/30 Sek. bei 35mm, f5,6, ISO 400, RAW-Format (ACR)]

Vergleich mit 1:1-Makro: Mit einem dedizierten Makroobjektiv kann man das Cent-Stück allerdings nochmals deutlich grösser ablichten!

[Lumix GH3 mit 1/6 Sek., Leica DG Macro 45mm/2,8-Makro mit f5,6, ISO 400, RAW]

Retroadapter: Auch mit dem Lumix 12-35mm/2,8 kann man in extreme Makrobereiche vordringen. Hier setze ich einen Retroadapter ein und montiere das Objektiv in Umkehrstellung!

[Lumix GH3 mit 1/3 Sek. bei 20mm/f2,8, ISO 400, Retroadapter + Anpassungsring 58 auf 52mm]

 

Praxis-Test

Beengt: Die Lumix GH3 mit dem 12-35'er macht mir mit Winterpilzen Spass. Das 7''-Tablet (Google Nexus 7) ermöglicht ein aufrechtes Livebild drahtlos per Wifi-Verbindung! Dafür liebe ich die GH3!

Wie oft lese ich in Fotozeitschriften, da würde eine Kamera bzw. ein Objektiv im Labor und in der Praxis getestet worden sein.  Und was dann folgt ist heisse Luft, allein bei dieser zunehmend missbrauchten Floskel läuten bei mir mittlerweile die Alarmglocken. Nein, ein realer Praxistest muss auch belegt werden und mehr als nur ein paar Schnappschüsse vor der Tür bedeuten. Daher nehme ich mir einen ganzen Tag Zeit, um das 12-35'er sowohl im Nahbereich, beim Autofokus und im Weitwinkel genauer auszuloten.

Praxis mit Pilzen

Im Nahbereich wähle ich eine Pilzgruppe Winterrüblinge und nutze den Touchscreen an der Lumix GH-3, da sie im Bodenbereich an einem Stamm nicht mehr mit Blick durch den Sucher praktikabel sind. Die Mindestdistanz von rund 9cm kann ich sehr gut brauchen, weils wegen weiterer Baumstämme im Umfeld ziemlich beengt wird. Ein Fingertipp auf den Touchscreen und der Autofokus sitzt, noch nie habe ich zuvor so komfortabel Pilze fotografiert. Super auch, dass jetzt im Weitwinkel weitläufige Pilzimpressionen entstehen können. Der Autofokus passt ausnahmslos.

In ganz verzwickten Positionen mit Unterkappenperspektiven packe ich dann doch mein 7''-Tablet aus und aktiviere die Wifi-Verbindung der GH3, hier nutze ich dann auch gerne den manuellen Fokus und kann entweder am Scharfstellring des 12-35'er oder schaltflächengesteuert am Tablet fokussieren. Doppelter Fingertipp aufs Tablet-Display und schon sehe ich die 10x-Zoomansicht. Mit der Session bin ich ausnahmslos zufrieden. Nur ganz kleine Pilzchen hätte ich dann doch gerne mit einem Makro oder einer Nahlinse eingefangen.

Praxis mit Weitwinkel

Den Weitwinkel teste ich an einem formatfüllenden, rechteckigen Wohnhaus mit Offenblende aus. Hier kann ich später genau nachsehen, ob die Schärfe auch in den Ecken noch ausreichend erscheint. Zur Sicherheit mache ich auch eine Blendenreihe. Am Rechner sehe ich dann, dass die Auflösung auch im Randbereich noch wirklich brauchbar aussieht. D.h. ich kann im RAW-Konverter (Lightroom) genügend Zeichnung reinbringen. Passt!

Autofokuspraxis

Zwei Rennradfahrer kreuzen meinen Weg, gute Gelegenheit, den Autofokus schnell mal mit ein paar Schnappschüssen auszuprobieren. Dumm, dass die Blende zu hoch eingestellt ist und ich in der Eile nicht auf den kontinuierlichen AF-Betrieb (Servo) umschalten kann. Die Auswertung zeigt, dass die Schärfentiefe zu hoch ist und daher praktisch alles durchgehend scharf wird. Aussagewert = Null, auch die Bilder bringen so fotografisch wenig. Dann nähert sich ein PKW von hinten auf der Strasse und mir bleibt Zeit, den Servomodus, 35mm, f2,8 und ISO 800 noch schnell vorzuwählen. Dann halte ich drauf. Der Wagen fährt mit ca. 30 km/h und daher nicht allzuschnell. Die Auswertung bei 100%-Ansicht überzeugt, sämtliche Aufnahmen sind auf den Punkt scharf. Super!

Vor dem Autofokustest habe ich natürlich noch im Menü der GH3 (vierter Karteireiter, 4. Seite unten der Menüpunkt "Firmeare-Anz.") geprüft, ob die Firmware des Objektivs aktuell ist. Ein Update wird fällig, um auch die 240B/Sek. Autofokus-Samplingrate der GH3 ausnutzen zu können (ab Firmware Vers. 1.1). Also auf die Firmwareseite gesurft und nach Entpacken der selbstextrahierenden Datei (.exe) diese auf eine frisch formatierte SD-Karte im Wurzelverzeichnis abgelegt. Dann die SD-Karte in die GH3 eingelegt und die Playtaste gedrückt, schon startet das Firmewareupdate, soweit ein frischer Akku eingelegt ist.

 

Makro-Praxis: Der Weitwinkel überzeugt mit hervorragender Schärfe auch an einer Pilzgruppe!

[Lumix GH3, ISO 125, 1/25 Sek., 19mm, f5,6, RAW]
scharfe Ecken: Am Wohnhaus mit kritischer Offenblende im Weitwinkel zeigt sich, dass auch die äusseren Ecken ausreichend detailliert werden!

[Lumix GH3, ISO 200, 1/800 Sek. bei 12mm, f2,8, RAW]
AF sitzt: Der fahrende PKW wird in der gesamten Sequenz ausnahmslos scharf eingefangen!

[Lumix GH3, ISO 800, 1/1.600, 35mm, f2,8, Servo, Serienbildmodus, RAW]

 

Wirksamer Bildstabilisator

Der Bildstabilisator wird auch gleich getestet. Zunächst der Versuch, bis zu welcher Zeit sich in der Endbrennweite frei aus der Hand mit aktivem Stabilisator noch unverwackelt scharf ablichten läßt. Das gelingt mir relativ zuverlässig bis zu 1/4 Sekunde, manchmal sogar noch 1/2 Sekunde. Beim  nächtlichen Outdoorversuch zeigt sich dann jedoch, dass Aufnahmezeiten von länger als 1/4 Sekunde bei 100%-Bildschirmansicht doch nicht mehr scharf werden. Ohne Bildstabilisator hingegen brauche ich wenigstens 1/60 Sek. Somit arbeitet der OiS mit etwas über 4 Lichtstufen effektiv.  Gepaart mit der hohen Lichtstärke sind so auch spätabends oder nachts noch Freihandschnappschüsse mit ISO-Werten um 1.600 oft noch sehr brauchbar, da die Lumix GH3 hier noch gutmütig und mit vertretbarem ISO-Korn aufnimmt (etwa vergleichbar zu Canon DSLR mit APS-C-Bildsensor).

 

Zappenduster: Auch Nachtaufnahmen sind Dank Bildstabilisator und hoher Lichtstärke mit dem 12-35mm/2,8 kein Problem. Links sieht man um die Laternen noch leichte Lichthöfe, die aber nicht sonderlich stark ausgeprägt sind. In der Mitte zeigt sich trotz sehr kritischer Tonwerte kein allzustarkes Bildrauschen (ISO 1.600) und rechts sind auch Details bei 100%-Ansicht gut erkennbar.
[Lumix GH3 mit 1/8 Sek. bei 21mm/f2,8 frei aus der Hand]

Erfreulich auch, dass die Linsenflecken nicht allzustark ausgeprägt sind. Nächtliche Laternen hatten im Test zwar manchmal noch einen kleinen Lichtsaum, warfen jedoch keine Lensflares selbst im Weitwinkel nicht. Nur wenn man direkt eine helle Lichtquelle wie eine Strassenlaterne anvisiert, wird ein Linsenfleck seitlich geworfen, der jedoch bei keinem mir bekannten Weitwinkelobjektiv vermieden wird. Im Fall vom Lumix 12-35mm/2,8 ist er schön kompakt und keineswegs formatfüllend ausgedehnt . Das seit 2011 eingeführte Nano Surface Coating scheint zu wirken; Canon nutzt mit der SWC-Vergütung etwas ähnliches bei einigen L-Objektiven (z.B. dem 24mm/1,4 II L), ebenfalls ohne letzte Lensflares auszubügeln.


Technologien

HD- und Nanosurface-Labels sind am Tubus des Lumix 12-35mm/2,8 zu finden, während die Zugehörigkeit zur "X-Serie" an der Frontlinse erkennbar wird!

Kurz ein paar Erläuterungen zu den verbauten Technologien beim Lumix Vario 12-35'er.

  • Der Bildstabilisator wird mit Power OIS bezeichnet. Er soll gegenüber dem etwa bis Mitte 2011 verbauten Mega OIS (OIS steht für optical image stabilizer), wie es z.B. beim Lumix 14-140mm genutzt wird,  Verwackler noch um eine Belichtungssstufe besser vor allem bei niedrigen Frequenzen - sprich langsameren Verwacklern -  ausgleichen. Ganz eindeutig konnten wir den Unterschied aber nicht feststellen, auch bei Mega OIS hatten wir seinerzeit einen Verwacklungsausgleich von etwas über 4 Belichtungsstufen ermitteln können. Weder Power noch Mega OIS gleichen allerdings Shiftbewegungen aus, so dass der Verwacklungsausgleich im Nahbereich stark reduziert wird und der Bildstabilisator hier weniger effekt arbeitet. Hier wäre ein Hybrid OIS hilfreich, den Panasonic zwar schon entwickelt hat ihn aber offenbar derzeit nur bei seiner Lumix TZ 40 und dort auch nur im Videomodus implementiert hat (mehr zu OIS hier auf der Panasonic-Webseite, engl.).
     
  • Das 12-35'er wird mit der Aufschrift "HD" gekennzeichnet. Dieses Label weist darauf hin, dass der kontinuierliche Autofokus während der Videoaufzeichnung praktisch unhörbar arbeitet und mit dem kamerainternen Mikrofon nicht aufgezeichnet wird. Das können wir bestätigen, ein Fokusgeräusch ist praktisch beim Videobetrieb nicht hörbar. HD weist offenbar auch darauf hin, dass man keine Belichtungszeiten unterhalb der Framezeit einstellen kann. D.h. Full HD mit 25 Bildern/Sek. können auch im manuellen Videomodus nicht unterhalb von 1/25 Sek. an der Kamera eingestellt werden. Hingegen können manche Objektive ohne HD-Label Framezeiten bis zu 1/2 Sekunde im Video nutzen, die dann allerdings verwischen und daher nur für Kreativeffekte Sinn machen.
     
  • Das Vario 12-35/2,8 ziert auch die Aufschrift "Nano Surface Coating". Dabei handelt es sich um auf die Linsen aufgebrachte Mikrostrukturen, die unterhalb der Wellenlänge des sichtbaren Lichts vor allem Rückreflexionen des Bildsensors und vagabundierendes Licht innerhalb des Linsensystems brechen und somit unterdrücken sollen. Das soll Linsenflecken und Geisterbilder reduzieren. Wie beschrieben ist der Anteil an Lensflares auch bei Schwenks in direkte Lichtquellen gering ausgeprägt, Geisterbilder, die durch Sensorrückspiegelungen entstehen und die Lichtquellen wie Laternen im Bild schemenartig doppeln, konnten wir bei nächtlichen Aufnahmen nicht ausmachen, das heisst aber nicht, dass sie grundsätzlich gänzlich ausgemerzt sind.
     
  • Das rote, stilisierte "X" ziert nicht nur das 12-35'er-Objektiv sondern zeichnet auch einige andere Panasonic-Objektive mit besonders hochwertiger Ausstattung, wie den genannten Power OIS, HD-Video-Label sowie die Nano-Oberflächenvergütung aus (mehr zur X-Linie). Die X-Serie ist etwa vergleichbar zum L-Gütesiegel, das Canon seinen hochpreisigen Objektiven mit rotem Ring spendiert. Eine konkrete Aussage zur optischen Abbildungsleistung bzw.  zu verbindlichen Ausstattungsmerkmalen wird damit weder bei Panasonic noch bei Canon gemacht (manche X- oder L-Objektive weisen z.B. keinen Staub- und Spritzwasserschutz auf).


Der Labortest

 


Natürlich muss sich das Lumix 12-35mm/2,8 auch im Labor beweisen. Die Auswertung mit Imatest zeigt mir schnell, dass es sich zwar um kein Wunder-Objektiv handelt aber auch die Linienauflösungen liegen auf einem guten, teils sehr guten Niveau. Im Zentrum des Weitwinkels sind 2.140 Linien schon bei Offenblende überzeugend, hier verliert es etwas im Randbereich, holt aber bei f4,0 und f5,6 wieder auf. Im mittleren Brennweitenbereich bei 18mm sieht es sehr ähnlich aus und bei 35mm zeigen sich durchgehend sehr gute Linienwerte. Natürlich setzen Beugungsunschärfen ab f8,0 ein, aber das hat nichts mit dem Objektiv sondern vor allem mit der Pixelgrösse des Bildsensors zu tun.

Verzeichnungen sind in keiner Brennweite sonderlich ausgeprägt, in der Startbrennweite leicht tonnenförmig und im Telebereich dann minimal kissenförmig - nicht der Rede wert. Chromatische Abberation sind im Testchart keine erkennbar, aber das liegt sicherlich vor allem an den mit Adobe Lightroom per Standard aufbereiteten Presetwerten der RAW-Dateien (die ich hier gemäss Traumflieger-Teststandard nutze). Hier hat Panasonic mit Adobe offenbar eine klammheimliche Absprache, schon im Hintergrund Farbsäume herauszurechnen und die Tester damit aufs Glatteis zu führen. Nichtsdestotrotz lassen sich manchmal vor hellem Hintergrund noch letzte Farbirritationen z.B. in feinem Geäst erahnen.


Fazit


Im Schnitt erreicht das Lumix-Objektiv an der GH3 1.819 Linien und liegt damit zwar auf keinem absoluten Spitzenplatz, angesichts der hohen Lichtstärke und der hervorragenden Ausstattung ist das Lumix 12 - 35mm/2,8-Objektiv dennoch ein lupenreiner Kauftipp ohne gravierende Abstriche! Haptisch überzeugt es durch einen sauber laufenden Tubus und vor allem durch den in Metall gefertigten Scharfstellring.

Neben dem Bajonettanschluss ist dann allerdings kein weiteres Metall verbaut. Auch Skalen fehlen, da der Einstellring ohne Anschlag elektronisch gesteuert wird. Den manuellen Fokus setzt die GH3 allerdings nach dem Abschalten oder beim Wecken aus dem Sleepmodus auf unendlich zurück.

Der Fokussierring hat allerdings genau den richtigen Widerstand, ist nicht zu leicht- noch zu schwergängig. Da macht es Spass, auch die Fokushilfen der Lumix GH3 auszuloten, etwa um mit Schärfespeicherung via halb gedrücktem Auslöser am Einstellring zu drehen und sofort im 10x-Zoom das Livebild zu kontrollieren und nachzujustieren.

Begrüssenswert wäre angesichts der 7 sicherlich eine noch höhere Blendenlamellenzahl gewesen - 8 oder 9 sind beispielsweise in Canons Oberklasse Standard, um etwa Spitzlichter in der Unschärfe beim Abblenden der Kreisform anzunähern. Aber 7 sind nicht schlecht und idR 1 bis 2 mehr als in der Einsteigerklasse.

Rund 900 Euro Anschaffungspreis sind natürlich eine Hausnummer; demgegenüber steht dann allerdings auch eine entsprechende Leistung, denn man bekommt in praktisch allen Bildbereichen schon mit der Offenblende ausreichend Zeichnung angeliefert, selbst im Randbreich des Weitwinkels. Damit erweitert das Dreifach-Zoom den flexiblen Einsatzbereich auch in Lowlight und bietet mehr Freistellpotenzial gegenüber den normalerweise lichtschwächeren Standardzooms. Ein Zoom mit Weitwinkel und Telebereich bleibt immer auch ein Auflösungs-Kompromiss, so wie er sich hier jedoch zeigt, ist er absolut praxistauglich!

Das mit Streulichtblende, Objektivköcher und Schutzkappen ausgestattete Lumix 12-35mm/2,8 werten wir mit vollen 5 Sternen. Der ausgewogene Allrounder ergattert wegen seiner Praxistauglichkeit ohne Frage einen Traumflieger-Kauftipp!

Neu: jetzt haben wir uns auch das Lumix G Vario 35-100mm/2,8 (70-200mm/2,8 KB) näher angesehen!

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Alle Micro-4/3-Objektivtests:


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Dieser Report wurde am Samstag, 12. Januar 2013 erstellt und zuletzt am Dienstag, 21. Mai 2013 bearbeitet.

Leserkommentare:

Autor: Ulli 07.07.2013 - 11:15:26
Bewertung des Reports: 5 von 5 Sternen!
KLasse Test, danke

hatte bisher ein 14-42 Powerzoom an meiner GX1, und da waren die Bilder immer irgendwie ein wneig unscharf, wirkten ein wenig verwaschen. selbst meine Canon S100 machte da bessere Bilder.
nun schweren Herzens und die 950¤ in die Handgenommen und perfekt. ist echt das zur Zeit wohl beste Objektiv für mMFT mit variabler Brennweite.

4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Anonym 15.01.2013 - 14:33:51
Bewertung des Reports: 5 von 5 Sternen!
Hallo Traumflieger,

ich würde mich freuen wenn ihr mehr MFT Objektive testen würdet. Besonders interessant finde ich das Leica DG Summilux 25mm und das M. Zuiko Digital ED 12mm in Bezug auf das Lumix 12-35mm/2,8 OiS.

Besten Dank und immer gutes Licht.

21 von 21 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

Autor: Andreas 12.01.2013 - 21:17:53
Bewertung des Reports: 5 von 5 Sternen!
Es freut mich, dass ihr wieder mFT-Objektive und auch die neue GH3 testet. Und das in dieser Qualität! Das einzige was noch fehlt wäre die Auflösung in abhängigkeit der Entfernung. Das ist aber leider nur mit größerem Aufwand machbar.

Euer sehr guter GH2 Test hat mich damals letztendlich zum Kauf dieser für meine Belange sehr guten Kamera bewogen und ich bin immer noch (trotz Nachfolger) von einigen ihrer Fähigkeiten beeindruckt.
Nun habe ich zusätzlich die G3 und GH3 und schon sehr viele mFT- aber auch adaptierte Objektive in Verwendung.
Übrigens: Wenn ihr wirklich wissen wollt zu was der kleine mFT-Sensor in der Lage ist würde ich das Zuiko 1,8/75mm testen.

Ich denke es wäre gut, wenn ihr den aktuellen 12-35er Test in die Lumix-Objektivseite integrieren werdet.
http://www.traumflieger.de/objektivberater/index_lumix.php

Viele Grüße

Andreas

28 von 28 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich. Entscheiden Sie selbst:

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