Teil 2 des Praxistestes (zum ersten Teil hier entlang)


 

3. Ruhendes Motiv bei guten Lichtbedingungen und Stativeinsatz

Eine Statue im Friedhof bietet das geeignete Motiv, um aus etwa 100 Meter Entfernung in aller Ruhe vom Stativ und mit Fernauslöser unter kontrollierten Bedingungen die Bildschärfe auszutesten. Um Bedingungsgleichheit zu schaffen, wurde nicht nur die Blende mit 5,6 bei allen Objektiven angewandt, sondern auch die Belichtungszeit im manuellen Modus fest eingestellt.


Der Bildstabilisator kommt am Stativ nicht zur Anwendung, da er dort zu ungewollten Bewegungen führt.

Die Aufnahmen zeigen jeweils unbearbeitete, hochaufgelöste Ausschnitte

 

Brennweite von 300 mm, Belichtung 1/320 sec.

Canon 300mm L
 IS USM

Canon 100 - 400
 mm L IS USM

Canon 70 - 200 / 4,0 L USM

Canon 70 - 200 / 2,8 L IS USM

Canon 100 - 300
mm / 4,5 - 5,6  USM

Sigma 135 - 400 mm / 4,5 - 5,6

entfällt, da Brennweite 300 nicht vorhanden

entfällt, da Brennweite 300 nicht vorhanden


Brennweite von 200 mm, Belichtung 1/160 sec.

entfällt,da Brennweite 200 nicht verfügbar


2. Testlauf, Brennweite 300 mm, Belichtung 1/100 sec.

entfällt, da Brennweite 300mm nicht vorhanden

entfällt, da Brennweite 300mm nicht vorhanden


2. Testlauf, Brennweite 200 mm, Belichtung 1/160 sec.

entfällt,da Brennweite 200mm nicht verfügbar


Auffällig die herausragende Bildschärfe des Canon 70-200/2,8 - vermutlich liegt ein nicht unwesentlicher Faktor darin, dass es mit Blende 5,6 verhältnismässig stark abgeblendet wurde. Das Auflösungsvermögen des Canon 100-300 mm steht der Festbrennweite 300 mm und dem 100-400 mm kaum nach. Erstaunlicherweise fällt hier das Canon 70-200/4,0 recht deutlich ab was wohlmöglich auf die Schwäche bei Abblenden zurückzuführen ist wie in der Testreihe zu den Nahaufnahmen bereits dargestellt. Schlusslicht ist hier das Sigma 135-400.

 

4. Entferntes Motiv bei noch guten Lichtverhältnissen und knapper Zeit vom Stativ

Eine Kolonie Graureiher auf einer Vogelinsel wurde vom etwa 300 Meter entfernten Ufer aus bei Stativeinsatz und jeweils höchster Brennweite und Offenblende fotografiert. Da die Reiher recht rege waren und häufig ihre Position im Geäst veränderten, war nicht allzuviel Zeit, um sie ins Visier zu nehmen. Ein zügig arbeitender Autofokus stellte sich hier als Vorteil heraus.

Die Aufnahmen sind voll aufgelöste Ausschnitte bei Iso 200. Es

wurden mit den Objektiven eine ganze Reihe von Aufnahmen gemacht, wobei hier das jeweils schärfste Foto gezeigt wird.


 
Canon 300mm Canon 100 -
 400 mm
Canon 70 - 200 / 4,0 Canon 70 - 200 / 2,8 Canon 100 -
 300 mm
Sigma 135 -
 400 mm

Qualitativ akzeptabel scheint hier nur die Aufnahme mit dem Festobjektiv Canon 300 mm zu sein. Ein wenig problematisch ist die Beurteilung bei Brennweite von 200mm, da der Reiher recht klein abgebildet wird. Etwas fällt hier das Sigma ab: der Ausschnitt wirkt diffus und unscharf, was wohlmöglich dem hier nicht greifenden Autofokus anzulasten ist.

5. Spontanaufnahme bei schwachem Licht und Einsatz - soweit vorhanden - des Bildstabilisators

Unterwegs entdeckte ich ein Paar Kraniche auf einer Wiese in etwa 200 Meter Entfernung. Die Vögel bewegten sich zusehends hinter einen Hügel, so dass zu wenig Zeit blieb, um das Stativ auszuklappen und einzusetzen. Für die Aufnahmen aus der Hand wurde der Bildstabilisator bei den damit ausgestatteten Objektiven aktiviert und bei grösster Brennweite kam die Offenblende zum Einsatz, da die bewölkte Lichtsituation und Verwacklungsunschärfen kompensiert werden mussten.

Auch diese Aufnahmen sind voll aufgelöste Ausschnitte bei höchster Jpeg-Auflösung der Canon 300d.

Canon 300mm L
 IS USM
Canon 100 - 400
 mm L IS USM
Canon 70 - 200 / 4,0 L USM Canon 70 - 200 / 2,8 L IS USM Canon 100 - 300
mm / 4,5 - 5,6  USM
Sigma 135 - 400 mm / 4,5 - 5,6

mit Bildstabilisator

mit Bildstabilisator

 

mit Bildstabilisator

   

Ohne Frage zahlt sich in dieser Aufnahmesituation der Bildstabilisator aus und bringt ein weitaus besseres Ergebnis. Während die Aufnahmen des Canon 300 mm und des 100-400 mm noch an Schärfe zu wünschen übrig lassen, macht sich das Canon 70-200/2,8 mit seiner hohe Lichtstärke bezahlt.

6. Flugaufnahmen - eine anspruchsvolle Aufnahmesituation

Ablichtungen von bewegten Motiven, insbesondere Vogelflugaufnahmen stellen hohe Anforderungen nicht nur an das Reaktionsvermögen des Fotografen, sondern auch an die Objektive. Ein schneller Autofokus mit manuellen Eingriffsmöglichkeiten bietet insbesondere dann Vorteile, wenn die Flugbahn schwer vorauszuberechnen ist. Hohe Lichtstärke für die Kompensierung von Bewegungsunschärfen und grosse Brennweiten sind ebenfalls wichtige Kriterien für eine gelungene Aufnahme.

Direkt miteinander vergleichbare Aufnahmen fliegender Vögel sind so gut wie nicht zu realisieren, da aufgrund der Unvorhersehbarkeit der Flugbahn die Situationsgleichheit kaum herstellbar ist. Da es sich jedoch um ein interessantes Gebiet aus dem Bereich der Naturaufnahmen handelt, sollten aus dieser Sparte Beispiele gezeigt werden, wenn auch unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass die hier gezeigten Aufnahmen nur als Anhaltspunkte und Einzelsituationen verstanden werden dürfen.

Modell stand - bis auf die Ausnahme des Graureihers - ein Mäusebussard, dessen Flugbahn noch relativ ruhig über den Himmel verlief. Um hier Bewegungsunschärfen zu vermeiden, wurden die Objektive an der Leistungsgrenze getestet: Offenblende, grösste Brennweite und bei Kameraempfindlichkeit von ISO 200 bzw. 400 aus der Hand. Zu sehen sind auch hier wieder unbearbeitete und voll aufgelöste Ausschnitte bei höchster Jpeg-Auflösung.

 

 

 
Canon 300mm L
 IS USM
Canon 100 - 400
 mm L IS USM
Canon 70 - 200 / 4,0 L USM Canon 70 - 200 / 2,8 L IS USM Canon 100 - 300
mm / 4,5 - 5,6  USM
Sigma 135 - 400 mm / 4,5 - 5,6

Iso 400, 1/1000 sek.

Iso 200, 1/800 sek.

Iso 400, 1/3200 sek.

Iso 200, 1/500 sek.

Iso 200, 1/2000 sek.

Iso 200, 1/1000 sek.

Lediglich das Canon 300mm überzeugt hier mit der Aufnahmequalität, den übrigen Aufnahmen fehlt es an Bildschärfe, wobei zu berücksichtigen ist, dass die hier vollaufgelösten Ausschnitte oftmals in der Praxis verkleinert abgebildet werden und dadurch subjektiv mehr Bildschärfe generiert wird. Weiterhin sei angemerkt, dass per elektronischer Bildbearbeitung noch eine Nachschärfung erfolgen kann. Generell zeigt sich jedoch, dass die Offenblende offenbar nicht immer ideale Ergebnisse zu bringen scheint.

Das Sigma 135-400 kann - mit Ausnahme des Festobjektives - bei 400mm durchaus mit der Aufnahmequalität der übrigen Objektiv mithalten. In der Praxis fehlte ihm zwar die manuelle Eingriffsmöglichkeit in den Autofokusbetrieb, wie dies bei den übrigen Objektiven von Canon möglich ist (FTM), dafür glänzt es mit einem gut positionierten und leicht zu verstellenden Fokussierring, mit dem sich schnell die Schärfe durch Antippen mit dem Daumen nachführen lässt.

Hier geht es zum Teil 3 des Testberichtes