mittleres Gewicht (o), sehr lichtstark (++),
große Nahdistanz (--),
Festbrennweite (o), kleiner Abbildungsmaßstab (-),
Innenfokussierung (+),
Bildkreis für Vollformat (++),
sehr hohe Fertigungsqualität (++),
nur manueller Fokus (--)
Mit dem Zeiss Planar T* 85mm f/1,4 ZE hat Zeiss ein klassisches
Portraitobjektiv in das Programm aufgenommen. Damit darf man es mit
dem
Canon EF 85 1:1,8 USM und auch mit den Canon 85mm/1,2-Versionen vergleichen.
Schaut man sich die
Auflösungsgrafik an, so kann man wieder den ganz typischen
Auflösungs-/Blendverlauf erkennen, den alle sehr lichtstarken 50mm
bzw. 85mm Objektive aufweisen. Das Zeiss macht hier hinsichtlich der
Auflösungsschwächen kleiner Blendenwerte keine grosse Ausnahme und
fällt hier tendenziell sogar eher ab.
Die Abbildung zeigt
sich bei Offenblende im Randbereich deutlich weichgezeichnet. Durch Abblenden
erhöht sich die Abbildungsleitung allerdings zunehmend, um bei Blende 5,6 mit
über 2.300 Linien ihren Höhepunkt zu finden. Nutzt man die Blenden f4 - f8 so
sind Auflösungsschwächen weder im Zentrum noch im Randbereich
auszumachen. Selbst bei
Blende 16 agiert das Objektiv an der 5D Mark 2 überzeugend und fällt
- durch
die physikalisch bedingten Beugungsunschärfen - nur leicht ab.
Probleme hatten wir bei
der Scharfstellung via Liveview an der 5D Mark II mit dem
Zeiss-Objektiv. Obwohl die Liveview bei 10fach-Zoom exakt die
Schärfe anzeigte verlagerte sich die Ebene auf dem Foto in leichte
Unschärfe, so dass wir ein paar "Trial and Error"-Testaufnahmen
durchführen mussten, bis die Ebene getroffen wurde. Dieses Phänomen
zeigte auch das Zeiss 50mm/1,4 und ist uns sonst nur bei extremen
Makroabbildungsmasstäben z.B. mit dem MP-E65 Lupenobjektiv oberhalb
von 3:1 untergekommen.
Unter der schwachen
Offenblendleistung bezgl. der Auflösung leidet auch die chromatische
Aberration. Mehr als fünf Pixel sind hauptsächlich im Randbereich erkennbar und mindern
die Güte. Erfreulicherweise ist die Verzeichnung äusserst gering
ausgeprägt.
Sehr angenehm ist der
etwas verlängerte Fokussierweg, der dabei hilft, die Schärfe am Motiv
präzise zu finden. Der Fokussierring läuft äußerst weich und doch
nicht zu leicht, so das manuelles Fokussieren regelrecht zur
Freude wird. Der Autofokusbetrieb wird nicht unterstützt, aufgrund
elektrischer Verbindungen kann aber immerhin das Scharfstellsignal
der Kamera genutzt werden; die elektronische Blendensteuerung wird
ebenfalls unterstützt.
Typischerweise ist das
Zeiss Objektiv von allerhöchster Güte in der Verarbeitung. Für den
Einsatzzweck von Portraits geeignet aber auch noch in der Streetfotografie zu Hause.
In kleinen Sporthallen wird die Linse aufgrund seiner Lichtstärke und leichten Telebrennweite gute Dienste leisten
- vorausgesetzt man ist beim manuellen Fokussieren geübt. Eine runde metallene Streulichtblende gehört wie
immer bei Zeiss zum Lieferumfang.
Nicht jedes für Canon ausgewiesene
EF-Objektiv ist mit allen Canon DSLR kompatibel:
Canons EF-S-Objektive (das "S" steht für Short-Back) sind mit allen
Canon EOS-Kameras kompatibel allerdings mit Ausnahme der EOS 5D
(Mark I und II) und der 1D-Modelle. An letztgenannten Modellen können
diese EF-S-Objektive nicht angesetzt werden !
Sigmas Objektive für Canon EOS, die in der
Bezeichnung ein DC ausweisen lassen sich zwar an allen Canon
EOS-Kameras ansetzen, sie erzeugen jedoch idR Weitwinkel-Vignettierungen
an der EOS 5D und 1D-Modellen !
Tamron-Objektive für Canon EOS mit der
Bezeichnung Di II sind an allen Canon EOS-Kameras verwendbar,
erzeugen jedoch idR Weitwinkel-Vignettierungen an der 5D und 1D-Modellen.
Tokina-Objektive für Canon EOS mit der
Bezeichnung DX sind ebenfalls nicht mit EOS 5D und 1D-Modellen
kompatibel (idR Weitwinkel-Vignettierungen).