Nachdem Zeiss sechs
Objektive mit Brennweiten von 18-85mm herausgebracht hatte, erobert
der Hersteller jetzt auch den Makrobereich und bringt neben einem
50mm-Makro auch das hier besprochene 100mm Makro
Planar T* f/2. Beim 100mm Makro fällt sowohl das relativ hohe
Gewicht von fast 700gr als auch die hohe Fertigungsqualität in
durchgehender Metallbauweise auf. Der butterweich laufende
Einstellring nutzt einen grossen Weg von fast einer vollständigen
Umdrehung. Das erleichtert präzises Fokussieren selbst bei der
flacher Schärfentiefe.
Die hohe Lichtstärke
wird am Zeiss jedoch mit einem vermindertem Abbildungsmasstab
erkauft, anstelle der üblichen 1:1 bietet es nur 1:2. Sprich die
Mindestgrösse von Makromotiven muss anstelle von 3,6 mindestens
7,2cm für eine formatfüllende Ablichtung gross ein.
Das Zeiss bildet bis in
die Randbereiche
hochauflösend ab. Selbst die typischerweise kritische
Offenblende ist ausgezeichnet und das bei einer Lichtstärke von f:2,
wo andere Objektive erst mit 2,8 anfangen. Einen leichten
Zentrierungsfehler konnten wir unten rechts am Rand ausmachen, der
nicht die hohe Auflösung wie in den übrigen Bereichen aufwies. Die
durchschnittlich höchste Abbildungsleistung erreicht das Objektiv bei 5,6.
Leichte Auflösungseinbussen treten physikalisch durch
Beugungsunschärfen bedingt erst bei Blende 16 auf.
Die Vignettierung von
einer Blendenstufe bei f:2,0 wird bereits bei f:2,8 auf nicht einmal
eine halbe Blendenstufe minimiert und ist bei f:4 nicht mehr
vorhanden. Das sind gute aber für den Brennweitenbereich typische
Vignettierungen. Die
chromatische Aberration liegt bei f:2 im extremen Randbereich bei
gerade einmal drei Pixel und somit von geringen Farbsäumen zeugt.
Allerdings können unscharfe Bereiche auch durch gewöhnlich minimale
Farbränder überdeckt werden und sich somit ausdehnen (siehe
hochaufgelöstes Insektenbeispiel mit teilweise eingefärbten
Insektenbeinchen). Ein Problem, das aber auch einige andere Makros
aufweisen. Besser gefällt uns allerdings in dieser Hinsicht das
Canon 100mm/2,8L Makro IS.
Nach Anfrage an den
Hersteller führt Zeiss als Begründung für den unüblich geringen
1:2-Abbildungsmasstab an, dass so eine
gleichbleibend hohe Abbildungsleistung nicht nur im sonst üblicherweise
optimierten Nahbereich sondern auch im Unendlichanschlag
gewährleistet werden kann. Weiterhin hätte es sonst - aufgrund des
verlängerten Fokussierweges und der hohen Lichstärke wegen - eine größere Bauweise nach sich
gezogen.
Im Lieferumfang sind
eine hochwertige
Streulichtblende und ein Prüfprotokoll der Endabnahme von Zeiss
nebst Bedienungsanleitung enthalten.
Wer mit dem Manko des
für spezielle Makroobjektive relativ geringen Abbildungsmaßstabes leben kann (Zwischenringe
können da aushelfen) bekommt mit dem Zeiss
Makro Planar T* 100mm f/2 ZE ein sehr hochauflösendes, wertig
gefertigtes und lichtstarkes Objektiv, das sich z.B. auch
Kopfportraits ausserhalb der Makrofotografie eignet. Optisch wegen
der CAs bei den etwas entfernteren Insekten erhält es einen halben
Stern abzug, glänzt aber immernoch mit dem 4,5-Sterne Prädikat
"hervorragen". Der Anschaffungspreis setzt hohe Investionsfreude
voraus.
Pimpinella: Die Bewertung mit Doppelminus für fehlenden AF ist IMHO schon gerechtfertigt. Selbst wenn das im Makrobereich nur wenig von Belang sein sollte ist solch ein 100mm Makro ja z.B. auch ein ganz klassisches Porträtobjektiv und da dürften nur wenige Fotografen mit manuellem Fokus arbeiten wollen. (30.10.2011, 20:58 Uhr)
OVielstein: Wieso wird bei einem Makro-Objektiv das Fehlen von AF mit einem dicken Malus belegt? Ich benutze bei meinem Makro prinzipiell nur den manuellen Fokus und sehe zumindest bei Makroobjektiven das Vorhandensein von AF als ein Nice-To-have, aber nicht als MUST-Have an.
Die Bildbeispiele hierzu im Netz sind, typisch Zeiss halt, allererste Sahne, auch wenn der Abbildungsmasstab nur 1:2 ist.
Fazit: FmB recht hart in diesem Punkt [nur manueller Fokus (--)] geurteilt, aber sonst findet sich auch anderswo eine ähnliche gute Bewertung wie hier. (15.02.2010, 19:54 Uhr)
Nicht jedes für Canon ausgewiesene
EF-Objektiv ist mit allen Canon DSLR kompatibel:
Canons EF-S-Objektive (das "S" steht für Short-Back) sind mit allen
Canon EOS-Kameras kompatibel allerdings mit Ausnahme der EOS 5D
(Mark I und II) und der 1D-Modelle. An letztgenannten Modellen können
diese EF-S-Objektive nicht angesetzt werden !
Sigmas Objektive für Canon EOS, die in der
Bezeichnung ein DC ausweisen lassen sich zwar an allen Canon
EOS-Kameras ansetzen, sie erzeugen jedoch idR Weitwinkel-Vignettierungen
an der EOS 5D und 1D-Modellen !
Tamron-Objektive für Canon EOS mit der
Bezeichnung Di II sind an allen Canon EOS-Kameras verwendbar,
erzeugen jedoch idR Weitwinkel-Vignettierungen an der 5D und 1D-Modellen.
Tokina-Objektive für Canon EOS mit der
Bezeichnung DX sind ebenfalls nicht mit EOS 5D und 1D-Modellen
kompatibel (idR Weitwinkel-Vignettierungen).