Traumflieger: Lumix Objektivtest Micro Four Thirds
Leica DG Macro 45mm f/2,8 OIS
     
Kaufpreis ca.: 680 EUR  
Ausstattung: 74 Punkte
Relation Preis/Ausstattung: 78 Pkte
Kauflinks: Amazon  
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Gewicht / Baulänge: 225 gr / 6,3 cm
Filtergröße: 46 mm  
Nahgrenze: 15 cm  
Abbildungsmaßstab (KB):  2  

 

Ausstattungsmerkmale     Hinweise / Links
geringes Gewicht (++), lichtstark (+), sehr geringe Nahdistanz (++), Festbrennweite (o), sehr großer Abbildungsmaßstab (++), Mikromotor (o), Bildstabilisator (++), Innenfokussierung (+), hohe Fertigungsqualität (+), eingrenzbarer AF-Bereich (+), Vollzeiteingriff Fokussierung (+)
   
entspricht 90mm Kleinbild
Panasonic Objektiv-Seite (engl.)
       
das Objektiv eignet sich besonders für     ähnliche Objektive
       
> Portrait > Makro & Nahbereich
> Konzert > Reise
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Infos zu Ausstattungsmerkmalen/Punkten / alle Angaben ohne Gewähr
 

 
Optische Qualität an der Lumix GH2

 

bestes Ergebnis
100%-Ausschnitt

Offenblende Endbrennweite
100%-Ausschnitt

45mm f5,6 - ISO 160 - Bildzentrum

45mm f2,8 - ISO 160 - Bildzentrum

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bestes Ergebnis
vollaufgelöstes Testchart via Mausclick

Offenblende Endbrennweite
vollaufgelöstes Testchart via Mausclick

45mm f5,6 - ISO 160

45mm f2,8 - ISO 160

 

Beispiel Fasan
vollaufgelöste Bilddatei via Mausclick

Beispiel Ziffernblatt
vollaufgelöste Bilddatei via Mausclick

45mm f2,8 - ISO 160

45mm f2,8 - ISO 160



Bevor die Bildqualität in Sachen Auflösung an einigen Testbeispielen näher gezeigt wird, kurz ein paar generelle Erläuterungen.

Das Leica-Makro ist ein Spezialobjektiv für Makro-Aufnahmen wie Münzen, Mineralien, Blüten, Insekten und alles was zu klein für klassische Linsen ist. Es kann allerdings darüber hinaus auch auf grössere Distanz z.B. für Portraits etc. eingesetzt werden.

Abbildungsmasstab

Man kann sich trotz der Tele-Brennweite* von 45mm einem Motiv bis auf rund 6cm annähern (Frontlinse-Motiv) und bildet dann 1,7cm formatfüllend über die Bildbreite ab. Das entspricht dem 1:1-Abbildungsmasstab, da der Micro Four Thirds-Bildsensor 1,7cm breit ist. Vergleicht man die maximale Abbildungsgrösse von typischen 1:1-Makroobjektiven an einem Kleinbild-Sensor wie einer EOS 5D Mark II, dann können sie dort nur 3,6cm fortmatfüllend abbilden. Da nützt es auch nichts, näher ans Motiv heranzurücken, weil das Objektiv einfach nicht mehr scharfstellen kann.

Nachfolgend zeigt die Schwebefliege, dass an der Lumix mit dem Leica-Makro 1,7cm in der Breite abgelichtet werden können, während rechts im Vollformat maximal 3,6cm möglich sind. An der Lumix muss man allerdings auch näher heranrücken (6cm gegenüber 10-14cm am Vollformat).

*Brennweiten mit 20mm - 25mm gelten als Normalobjektive, da die Brennweite in Nähe der Sensordiagonale liegt (=21,6mm), Objektive oberhalb davon zählen zu den Telebrennweiten.

Aufnahme mit Traumflieger Makro-Flashkit Pro frei aus der Hand

Schärfentiefe

Die gegenüber Kleinbild-Sensoren verdoppelte Schärfentiefe des Micro Four Third Standards sollte im Makrobereich nicht überschätzt werden, denn es fehlt dort fast immer an Tiefe, egal ob am 2x gecroppten Lumix- oder am Vollformat-Sensor.

Nachfolgend ein Schärfentiefe-Vergleich bei Blende f8 gegenüber der EOS 5D Mark II mit dem Canon 100mm/2,8L IS USM Makro, der zeigt, dass zwar die Schärfentiefe an der Lumix höher ist aber der Unterschied subjektiv nicht besonders ausgeprägt scheint (jeweils in 3:2 formatfüllend aufgenommen).

Abbildungsleistung

Wie gut steht das Leica-Makro im Vergleich zu einer Canon DSLR mit hochwertigem Makroobjektiv da ? Unten wird deutlich, dass man mit dem Leica an der Lumix qualitativ voll mithalten kann. Jeweils im RAW-Format mit 3:2-Ratio entwickelt unter Lightroom 3.3 mit Standardeinstellungen. EOS 5D II mit dem Canon 100mm/2,8L IS USM Makro.

weitere Motive

Das Lumix-Makro lässt sich ausserhalb der Makrowelt z.B. für Portraits und weitere Motive nutzen, für die ein leichtes Teleobjektiv praktisch ist. Nachfolgendes Flamingo-Bildbeispiel zeigt, dass es auch im Randbereich schon bei der verwendeten Offenblende hoch auflöst.

 



Mit dem Leica 45mm-Objektiv steht ein sehr interessantes Makroobjektiv zur Verfügung, das mit guter Lichtstärke von f2,8 extrem hohe Abbildungsmasstäbe bis 2:1 (analog zum 35mm Kleinbildformat) ermöglicht aber auch für weitere Anwendungen wie Portraits etc. geeignet ist.

Ausstattung

Die Ausstattung mit Bildstabilisator, Fokussierbegrenzer (15 - 50cm / 50cm bis unendlich) aber auch leicatypischer, abgeflachter Streulichtblende und breitem, butterweich laufendem Scharfstellring überzeugt. Zwar ist der Tubus aus Kunststoff gefertigt; immerhin ist aber der rückseitige Bajonettanschluss in Metall ausgelegt. Die Fokussierung findet intern statt, so dass beim Scharfstellvorgang keine Baulängenänderung nötig ist. Letztere kann an manch DSLR-Makroobjektiv z.B. scheuere Insekten durch plötzlich ausfahrenden Tubus beim Fokussieren verjagen.

Der Lieferumfang enthält neben der Streulichtblende einen Aufbewahrungsbeutel, deutschsprachige Bedienungsanleitung und Schutzkappen. Die Streulichtblende kann zu Transportzwecken aufgrund des eckigen Design nicht umgekehrt auf die Frontlinse gesteckt werden, was allerdings aufgrund der geringen Baulänge von 2,5cm kein grosser Nachteil sein dürfte.

Optische Leistung

Die Auflösung ist erwartungsgemäss einwandfrei: schon bei Offenblende lassen sich hochaufgelöste Aufnahmen selbst bis in den Randbereich durchführen. Wie auch im Praxisbericht gezeigt, steht es damit vergleichbaren und leistungsstarken DSLR-Objektiven nicht nach.

Chromatische Abberationen sind mit einer Breite bis 2 Pixel praktisch nicht auffällig; auch Vignettierungen können bei Offenblende mit 0,7 EV als gering bezeichnet werden. Sie verschwinden schon um eine Stufe abgeblendet gänzlich. Verzeichnungen sind praktisch nicht vorhanden. Lensflares konnten wir selbst bei hellen Lichteinstrahlungen nicht ausmachen (es kann ggf. mal ein dezentes Geisterbild durch Sensorrückspiegelung auftreten).

Autofokus und Bildstabilisator

Der Autofokus ist zielsicher und trifft in unserem Test mit einer hohen Quote von 100% gegenüber manuell optimierter Scharfstellung. Er arbeitet zwar mit geringem Geräuschpegel aber manchmal ist ein leises Sirren zu hören, das in Videoaufzeichnungen mit kamerainternem Mikrofon wahrnehmbar sein kann. Die Geschwindigkeit liegt an der Lumix GH2 von Unendlich bis auf 10cm bei 0,5 Sekunden (Tageslicht); ein Wert der vom Canon 100mm-Makro mit Ultraschall zwar noch leicht unterboten wird (0,3 Sekunden) allerdings deutlich unterhalb Makrolinsen mit Mikromotoren liegt (dort meist zwischen 1 - 1,5 Sek.).

Wer sich ein stabilisiertes Bild für den Makrobereich erhofft könnte enttäuscht sein, denn der Bildstabilisator im Leica Makroobjektiv ist nicht für den Nahbereich ausgelegt und hatte dort bei unseren Test praktisch keine Wirkung. Dafür wäre schon ein sogenannter Hybrid-Bildstabilisator erforderlich, der besonders im Makrobereich auftretende Shiftbewegungen ausgleicht, wie ihn Canon z.B. vor nicht allzu langer Zeit für sein 100mmL-Makro mit IS erst entwickelt hat. Auf grössere Distanz kann man aber einen Ausgleich von bis zu 3 Blendenstufen erwarten.

Fazit

Das Leica-Makro ist mit 225 Gramm angenehm leicht und auch kompakt. Entscheidend allerdings, dass die Abbildungsleistung über jeden Zweifel erhaben ist und sich keine Schwächen leistet. Wir hätten natürlich eine effektive Bildstabilisierung im Makrobereich begrüsst aber immerhin kann das Objektiv ja auf grössere Distanzen z.B. für Portraits etc. stabilisiert genutzt werden.

Auch wenn der Anschaffungspreis relativ hoch angesiedelt ist sprechen wir für das Leica Makroobjektiv in der Gesamtleistung einen lupenreinen Kauftipp aus und vergeben volle 5 Sterne.


Rang
Rangliste - Auflösung  [Lumix GH2]
Rang  Objektiv Auflösung
1   Panasonic Lumix G 20mm f/1,7 2.136
2   Panasonic Leica DG Macro 45mm f/2,8 OIS 2.118
3   Panasonic Lumix G Fisheye 8mm f/3,5 2.100
4   Panasonic Lumix G Vario 7-14mm f/4 2.053
5   Canon EF 70-200mm/4,0L IS USM EOS-Adapter 2.030
6   Canon EF 50mm/1,4 USM EOS-Adapter 2.018
7   Canon FD 28mm/2,8 SC FD-Adapter 1.966
8   Panasonic Lumix G Vario 100-300mm f/4-5,6 OIS 1.688
9   Pansonic Lumix G Vario 14-140mm f/4 - 5,8 OIS 1.592

 

 

Informationen zum Testverfahren

 

 Kommentare zum Objektiv

Derzeit sind hier 4 Kommentare vorhanden:
 

Kirschbaum: @Stefan: Mir wäre daran gelegen, anhand einer Skala VORHER bei verschiedenen Teilstrichen das Lineal zu fotografieren, so dass ich im Gelände nur noch den Teilstrich notieren muss, unter dem ich das Objekt fotografiert habe. Dann benötige ich draußen kein Linieal (geht bei meinen Objekten oft auch gar nicht anzulegen) und kann nachträglich dennoch in das Bild einen mm-Strich hineinkopieren, damit der Betrachter sehen kann, wie groß diese Objekte sind. Das menschliche Auge sieht Objekte von wenigen mm Größe in der Regel nicht und daher hat unser Gehirn kein Vorstellungsvermögen von diesen Winzlingen und muss mit Hilfsmitteln (z.B. mm-Strich) unterstützt in seinem Bemühen um Vorstellung werden.
mfg Ulrich
(02.09.2011, 12:47 Uhr)

Stefan_tf: @Ulrich Kirschbaum: das Objektiv verfügt über einen elektronischen Scharfstellring - insoweit wird die Scharfstellposition nicht unbedingt immer konstant angezeigt. Damit ergibt auch eine Markierung des Abbildungsmasstabes wenig Sinn. Wenn es um technische Aufnahmen geht, kann man den Abbildungsmasstab schnell mittels eines Zentimetermasses selbst ermitteln. Einfach im Foto mit ablichten. Der Sensor hat eine Breite von rund 18mm (17,3mm), werden also 18mm vom Zentimetermass formatfüllend gezeigt, ist der Abbildungsmasstab 1:1, bei 36mm wären es 1:2 usw.
(26.08.2011, 19:00 Uhr)

Ulrich Kirschbaum: Habe mir das Objektiv für meine G 3 gekauft und bin total enttäuscht: Es gibt keine Skalierung, mit deren Hilfe man den Abbildungsmaßstab ermitteln kann. Damit ist es für meine Zwecke praktisch wertlos. Ärgerlich ist, dass man das Manko erst bemerkt, wenn man das Objektiv erstanden hat: Auf allen Bildern ist es so geschickt abgebildet, dass man dies nicht bemerkt. Ich habe auch nirgendwo einen schriftlichen Hinweis darauf gefunden (auch in diesem Test nicht). Da meine übrigen Makrolinsen selbstverständlich mit einer Skkalierung ausgerüstet sind, kommt man natürlich nicht darauf, dass sie hier fehlen könnte.
Panasonic begründet dieses Manko mit "im Consumerbereich angesiedelt" (bei dem Preis und der Auflösung finde ich das lachhaft).
mfg Ulrich
(26.08.2011, 18:26 Uhr)

Anonym: Ist ja kein wunder das Linse gut ist, ist ja auch von Leica!
(09.02.2011, 19:15 Uhr)

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