Traumflieger: Lumix Objektivtest Micro Four Thirds
Lumix G Vario 14-140mm f/4-5,8 OIS
     
Kaufpreis ca.: 780 EUR  
Ausstattung: 79 Punkte
Relation Preis/Ausstattung: 89 Pkte
Kauflinks: Amazon
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  Ebay  
Gewicht / Baulänge: 460 gr / 8,4 cm
Filtergröße: 62 mm  
Nahgrenze: 50 cm  
Abbildungsmaßstab (KB):  0,4  

 

Ausstattungsmerkmale     Hinweise / Links
geringes Gewicht (++), normale Lichtstärke (o), geringe Nahdistanz (+), großer Zoombereich (++), großer Abbildungsmaßstab (+), Direct-Drive-Motor (+), Bildstabilisator (++), Innenfokussierung (+), Drehzoom (+), hohe Fertigungsqualität (+), Vollzeiteingriff Fokussierung (+)
   
entspricht 28 - 280mm Kleinbild
nutzt Irisblende mit 7 Lamellen
Panasonic Objektiv-Seite (engl.)

 

       
das Objektiv eignet sich besonders für     ähnliche Objektive
       
> Landschaft > Architektur
> Makro & Nahbereich > Reise

 

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Infos zu Ausstattungsmerkmalen/Punkten / alle Angaben ohne Gewähr
 

 
Optische Qualität an der Lumix GH2

 

bestes Ergebnis
100%-Ausschnitt

Offenblende Endbrennweite
100%-Ausschnitt

14mm f4 - ISO 160 - Bildzentrum

140mm f5,8 - ISO 160 - Bildzentrum

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bestes Ergebnis
vollaufgelöstes Testchart via Mausclick

Offenblende Endbrennweite
vollaufgelöstes Testchart via Mausclick

14mm f4 - ISO 160

140mm f5,8 - ISO 160

 

Beispiel Fasan
vollaufgelöste Bilddatei via Mausclick

Beispiel Insekten
vollaufgelöste Bilddatei via Mausclick

140mm f5,8 - ISO 160

140mm f5,8 - ISO 160



Das Superzoom 14-140 habe ich im Set mit der GH2 erworben. Klar, dass der flexible Anwendungsbereich ohne Objektivwechsel im Vordergrund steht. Da ich parallel auch mit DSLR fotografiere und dort doch recht häufig das 28-300mmL-Objektiv mit 1,7 KG-Gewicht nutze, war es eine Überlegung, die schwere Linse durch die GH2 + dem 14-140'er-Objektiv zu ersetzen. Immerhin 800gr. Gewichts- und eine deutliche Platzersparnis. Selbstredend haben DSLR ihre Stärken gegenüber Systemkameras wie besseres Freistellpotenzial etc., die aber hier unberücksichtigt bleiben sollen. Zunächst stand die Frage im Raum, ob das Lumix Vario in Sachen Auflösungs-Leistung an die DSLR-Superzooms herankommt.

Vergleich mit Canon-DSLR

Zuerst wurde das 28-300mmL-Objektiv an der 5D Mark II und auch eine EOS 7D mit einem ähnlichen Brennweitenbereich - dem Canon 18-200mm - zum hier vorgestellten 14-140'er-Objektiv gegenübergestellt. Im ersten Test wurde auf eine Häuserfassade aus rund 70 Metern Entfernung natürlich per Stativ und Fernauslöser ausgelöst.

Den Distanzvergleich gewinnt die 7D knapp mit dem 18-200'er, während sich zwischen der 5D II mit dem 28-300'er und dem Lumix 14-140 in der Endbrennweite wenig tut. Zumindest wenn die Grössendiskrepanz gedanklich herausgerechnet wird.

Aus einer geringeren Entfernung wird als nächstes ein 20 Meter entfernter Hartschalenkoffer von Canon abgelichtet, mal sehen, wer auf diese interessante Distanz bei der Endbrennweite vorn liegt:

Die Unterschiede sind gering, subjektiv scheint mir die 7D mit dem 18-200'er eine Idee weniger hoch aufzulösen, während die Lumix und 5D II etwa auf einem Niveau liegen (die Grössenunterschiede einmal ausser acht gelassen). Insgesamt tut sich aber nicht viel.

Als nächstes ist der Nahbereich auf Mindestdistanz von 50cm dran. Hier lichte ich ein 5-Cent-Stück ab:

Klarer Sieger im Nahbereich ist das Lumix-Objektiv, während die 5D II und EOS 7D deutliche Unschärfen aufweisen. Letzteres entspricht auch meinen Erfahrungen, die ich vor allem mit dem L-Objektiv seit Jahren mache: Für Makros und selbst den erweiterten Nahbereich bis ca. 2 Meter ist das Superzoom trotz Luxery-Status (L) leider weitgehend unbrauchbar. Und hier überrascht das 14-140 an der Lumix äusserst positiv; auch wenn es nicht ganz an die Qualität eines klassischen Makro-Objektivs herankommt.

Zugegeben, der Test ist nicht komplett und zeigt hier nur das Bildzentrum (im Randbereich waren die Ergebnisse im Prinzip sehr ähnlich) und die - allerdings wichtige - Offenblende bei der Endbrennweite aus verschiedenen Distanzen. Aber vom Gesamteindruck tendiere ich insgesamt dazu, aufgrund der guten Nahbereichsleistung das 14-140 als knappen Sieger zu küren, zumindest kann es in meiner Praxis die beiden anderen ersetzen, wobei auch die nachfolgend genannten Faktoren eine Rolle spielen.

sonstige Praxis

Im Lager der spiegellosen Systemkameras zählt das 14-140'er nicht gerade zu den Leichtgewicht-Linsen - zumindest im Vergleich zu den Pancake-Objektiven - allerdings ist der Gewichts- und Packmass-Vorteil gegenüber den Superzooms im DSLR-Bereich noch erheblich. Seine Leichtigkeit zahlt sich z.B. auch bei ausserhorizontalen Position aus, denn es lässt sich fast gegen den Himmel oder nahezu senkrecht in den Bodenbereich anhalten, ohne dass sich das G Vario aus der Zoomposition löst. Da ist das 18-200'er grausig, denn es rutscht sogleich in eine andere Brennweite, wenn nicht die Anfangs- oder Endposition genutzt wird. Ähnliches gilt auch für das teure 28-300'er-L-Objektiv. Hier gibt es zwar ein Arretierring aber mich nervt es, den in der Vertikalebene ständig zusätzlich anziehen zu müssen. Und er ist reparaturanfällig, wie meine letzte 200 Euro-Rechnung nach rund 3 Jahren Einsatz beweist (und da bin ich wohl nicht der einzige).

Eines ist mir allerdings klar; auch aufgrund hier nicht gezeigter Testaufnahmen: an die hohe optische Leistung von hochwertigen Canon Festbrennweiten - wie z.B. ein 300mm/4,0L IS USM oder selbst ein 70-200mm/4,0 L IS USM - kommen alle drei Superzooms nicht heran. Aber manchmal brauche ich schlicht ein flexibles Megazoom allein aus Geschwindigkeitsgründen bzw. um Sensorstaub beim Objektivwechsel zu vermeiden. Und letztgenannte Canon-Linsen nutze ich zudem an der GH2 per EOS-Adapter dank sehr hochauflösendem, elektronischem Sucher mit hervorragenden Ergebnissen im manuellen Betrieb; auch wenn einiger Komfort verloren geht (Bildstabi arbeitet nicht, nur rudimentäre Exif-Daten, idR nur Offenblende nutzbar, kein Autofokus).

Linksoben noch einige Impressionen teils bei höheren ISO-Werten incl. 100%-Ausschnitten (eingezoomt), die im RAW-Format mit Lightroom-Standardeinstellungen entwickelt sind.

 



Mit einem Bildwinkel von 28 bis 280mm (Kleinbild-Umrechnung) ergeben sich breite Anwendungsmöglichkeiten, die das Vario-Objektiv als "Immerdrauf"-Linse empfehlen. Es ist zwar mit 460gr im Lumix-System nicht gerade als Leichtgewicht zu bezeichnen, verbessert aber die Gesamthaptik zumindest in grösseren Händen.

Ausstattung

Die Fertigungsqualität liegt auf einem hohen Niveau; ein sehr weich laufender, kratzfreier Scharfstellring und metallener Innentubus (ansosten aber aus Kunststoff gefertigt) vermitteln einen insgesamt hochwertigen Eindruck. Der Bildstabilisator gleicht etwa 3 Belichtungsstufen aus. Im Lieferumfang ist ein flexibler Köcher aus Kunststoff enthalten.

Videofähigkeiten

Das von Panasonic ausgewiesene "HD"-Prädikat in der Objektivbezeichnung weist darauf hin, dass es im Autofokusbetrieb besonders schnell und leise arbeitet und daher auch bei laufenden Videoaufzeichnungen idR unhörbar bleibt, selbst wenn das kamerainterne Mikrofon verwendet wird. Einige Videofähigkeiten des Objektivs stellen wir im 7. Teil unserer Videoserie zu Lumix GH2 näher vor.

Optische Leistung

Die Abbildungsleistung liegt auf einem praxistauglichen Niveau. In den kurzen und noch mittleren Brennweiten ergeben sich teils sehr gute Auflösungswerte, während es in höheren Zoomstufen schon etwas weicher zeichnet. Für ein Megazoom ist die Abbildungsleistung mit einem derartig flexiblem Anwendungspotenzial insgesamt als gut zu bezeichnen, auch wenn die Messwerte Summasumarum im Mittelmass angesiedelt sind.

Die oben im Praxisbericht erwähnte, hervorragende Leistung im Nahbereich (in den Messwerten unberücksichtigt) erweitert den Anwendungsbereich auch auf die Makrowelt, in der aus einer Mindestdistanz von 50cm bis zu 9cm breite Motive formatfüllend und vergleichsweise sehr hochaufgelöst aufgenommen werden können.

Chromatische Abberationen werden zwar von einigen Rohdatenkonverter (Lightroom, Silkypix) automatisch abgemildert, sind im dafür anfälligen Randbereich jedoch noch mit minimalen 3 Pixeln in der Breite erkennbar aber erfreulich gering ausgeprägt.

Randabdunkelungen sind - je nach Zoomstufe - zwischen 1 und 0,75 Blendenstufen bei Offenblende erkennbar aber als geringfügig einzustufen. Um eine Stufe abgeblendet sind sie optisch kaum mehr auffällig.

Die Verzeichnung ist in der Startbrennweite etwas tonnenförmig aber vergleichsweise gering ausgeprägt, während sie in mittleren und höheren Zoomstufen praktisch nicht vorhanden ist.

Die Autofokusleistung haben wir in unserem Lumix GH2-Webreport näher unter die Lupe genommen, siehe hier.

Fazit

Zum 14-140'er gibt es kaum eine Alternative, wenn man einen grossen Brennweiten-Bereich von Weitwinkel bis in den erweiterten Telebereich nutzen möchte. Die Laufruhe und insgesamt gute Ausführung gefällt. Erfreulich ebenfalls, dass ausserhorizontale Positionen meist ohne Nachrutschen auch in Zwischenzoomstufen genutzt werden können.

Aufgrund der guten Gesamtperformance erhält es einen Bonusstern und wer Video nutzt, kommt an dem Objektiv ohnehin kaum vorbei. Die automatische Motivverfolgung (AF-Verfolgungsmodus) der Lumix wird zudem durch den sehr schnellen AF-Betrieb bestens unterstützt !


Rang
Rangliste - Auflösung  [Lumix GH2]
Rang  Objektiv Auflösung
1   Panasonic Lumix G 20mm f/1,7 2.136
2   Panasonic Leica DG Macro 45mm f/2,8 OIS 2.118
3   Panasonic Lumix G Fisheye 8mm f/3,5 2.100
4   Panasonic Lumix G Vario 7-14mm f/4 2.053
5   Canon EF 70-200mm/4,0L IS USM EOS-Adapter 2.030
6   Canon EF 50mm/1,4 USM EOS-Adapter 2.018
7   Canon FD 28mm/2,8 SC FD-Adapter 1.966
8   Panasonic Lumix G Vario 100-300mm f/4-5,6 OIS 1.688
9   Pansonic Lumix G Vario 14-140mm f/4 - 5,8 OIS 1.592

 

 

Informationen zum Testverfahren

 

 Kommentare zum Objektiv

Derzeit sind hier 4 Kommentare vorhanden:
 

Stefan_tf: @Anonym: siehe hier www.traumflieger.de/objektivtest/open_test/referenz/hilfe/objektivberater_testhilfe_lumix.php#blendenbehandlung
(08.02.2012, 18:07 Uhr)

Anonym: Wie habt ihr denn Blende 4 bei 140 mm gemessen?
(08.02.2012, 18:05 Uhr)

Stefan_tf: @KH Bernhard: das liegt wohl am Bildstabilisator mit beweglichem Linsenelement - kein Grund zur Sorge, ist normal.
(02.05.2011, 21:33 Uhr)

Karl Heinz Bernhart: Ich habe bei diesem Objektiv festgestellt, dass es bei leichtem Schütteln etwas "klappert". Kann das an den beweglichen Teilen in seinem Inneren liegen, bzw. sollten die nicht irgendwie arretiert sein?
(02.05.2011, 18:25 Uhr)

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