Nachdem
Canon die Produktion des EF 1.200mm
1:5,6L USM im Jahre 2004 eingestellt hat, fehlte nun eine
lange Supertelebrennweite, denn das EF 600mm 1:4L IS USM reichte vielen
Profis nicht. Eine neue Brennweite musste her und Canon entschied
sich, das EF 800mm 1:5,6L IS USM herzustellen. Das Objektiv
ist seit 2008 auf dem Markt und erfreut sich großer Beliebtheit bei
professionellen Naturfotografen.
Erfreulicherweise ist
das Objektiv überraschend kompakt konstruiert und mit 4,5 kg -
gemessen an der langen Brennweite - noch relativ leicht. Das Canon
600mm wiegt z. B. mit 5,3 kg schon noch etwas mehr. Ansonsten
entspricht das 800'er dem gewohnten Supertele-Ausstattungs-Standard:
dazu gehören die kameraseitig idR auch individuell belegbaren
Stopptasten, Fokussierbegrenzung, Fokusspeicher, 2-Modi
Bildstabilisator (lt. Hersteller 4 EV -Stufen Ausgleich) nebst
Filtereinsteckfach. Selbstredend ist das Objektiv auch gegen Staub
und Spritzwasser geschützt.
Das EF 800mm liefert bei Offenblende die höchsten
Auflösungswerte von über 2.100 Linien über den gesamten Bereich und offenbart
auch keine Schwächen in Randregionen. Mit zunehmend kleinerer Blende treten
die üblichen Beugungsunschärfen auf, die aber erst bei f16 störend wirken.
Das Objektiv ist somit klar auf die Offenblende hin optimiert
worden.
Eine Vignettierung von
nicht einmal einer Blende ist zwar gerade noch zu erkennen aber kaum
als nachteiliges Qualitätskriterium zu werten. Chromatische
Aberration von drei Pixel Breite fallen sehr gering aus.
Die
Autofokusleistung erlaubt sich an unserer 5D Mark II einen
kleinen Aussetzer und erreicht im
Kontrastverfahren die relativ schwache Trefferquote von lediglich 76%.
Wichtiger und erwartungsgemäß mit hoher Trefferquote schneidet das
Objektiv jedoch im Phasen-AF mit 96% ab. Der Autofokusbetrieb war in
unserem Test mit einer 1D auch mit 1,4fach Konverter überraschend
flott (0,82 Sek. von der Mindestdistanz auf 11m fokussiert), obwohl
diese Kombination bereits f8 erreicht und normalerweise mit dieser
Blendenzahl an anderen Supertele-Objektiven deutlich langsamer
agiert.
Canon liefert
selbstverständlich, wie bei allen Superteleobjektiven, einen
speziell angepassten, hochwertigen Hartschalenkoffer mit. Dieser ist
zwar durch die professionelle Verarbeitung auch für einen
Outdooreinsatz geeignet, doch aufgrund der Abmaße wirkt er etwas
sperrig und dürfte im Regelfall als Stauraum daheim benutzt werden (wem die dezente Aufschrift 800 an der Seite nicht passt, darf sie gerne
überkleben).
Die im Lieferumfang
enthaltene Streulichtblende, der Objektivgurt und die Objektivkappe sowie die
obligatorische Stativschelle runden die vielfältige und hochwertige Ausstattung ab.
Leistungs- und
ausstattungsmäßg überzeugt das 800mm Objektiv auf ganzer Linie und
fährt in unserem Test optisch die volle Punktzahl ein. Das der ganze
Spaß lediglich läppische 12.000 Euro kostet sei nur nebenbei
erwähnt.
Nicht jedes für Canon ausgewiesene
EF-Objektiv ist mit allen Canon DSLR kompatibel:
Canons EF-S-Objektive (das "S" steht für Short-Back) sind mit allen
Canon EOS-Kameras kompatibel allerdings mit Ausnahme der EOS 5D
(Mark I und II) und der 1D-Modelle. An letztgenannten Modellen können
diese EF-S-Objektive nicht angesetzt werden !
Sigmas Objektive für Canon EOS, die in der
Bezeichnung ein DC ausweisen lassen sich zwar an allen Canon
EOS-Kameras ansetzen, sie erzeugen jedoch idR Weitwinkel-Vignettierungen
an der EOS 5D und 1D-Modellen !
Tamron-Objektive für Canon EOS mit der
Bezeichnung Di II sind an allen Canon EOS-Kameras verwendbar,
erzeugen jedoch idR Weitwinkel-Vignettierungen an der 5D und 1D-Modellen.
Tokina-Objektive für Canon EOS mit der
Bezeichnung DX sind ebenfalls nicht mit EOS 5D und 1D-Modellen
kompatibel (idR Weitwinkel-Vignettierungen).